Die Geschichte Thailands – die Sukhothai-Periode im 13. und 14. Jahrhundert

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dogmai
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Die Geschichte Thailands – die Sukhothai-Periode im 13. und 14. Jahrhundert

Ungelesener Beitragvon dogmai » Di Jun 19, 2018 3:28 am

Bis zum 13. Jahrhundert waren weite Teile des südostasiatischen Festlands durch das Khmer-Reich von Angkor beherrscht. Spätestens um 1100 ist in dem Gebiet aber auch die Anwesenheit von Tai-Völkern belegt, die vermutlich von Norden hierher eingewandert waren. In einigen Fällen bedienten sich die Khmer-Herrscher Stammesfürsten der Tai als Gouverneure für überwiegend von Tai besiedelte Gebiete.

Am Beginn der Geschichte Sukhothais als Königreich standen zwei solcher Gouverneure, Khun Bang Klang Thao (Hao) und Khun Pha Mueang, die gemeinsam die Oberherrschaft der Khmer abschüttelten. 1238 erklärte Khun Bang Klang Thao die Unabhängigkeit des Gebietes Sukhothai vom Khmer-Reich, gleichzeitig verweigerten sie die fälligen Tributzahlungen.

Khun Bang Klang Thao wurde als erster König des neuen Reiches ausgerufen und nannte sich Sri Indraditya. Die Khmer hatten keine Möglichkeit, entscheidend gegen das neue Königreich am westlichen Rand ihres Herrschaftsbereichs vorzugehen, da sie zu viele neue Bauprojekte begonnen hatten.

Das Volk war beeindruckt von den Fähigkeiten und dem Mut ihres neuen Königs. Sie gaben ihm deshalb den Beinamen Phra Ruang, was „ruhmvoller Fürst“ bedeutet. Dieser Beiname ging in der Folgezeit auf alle Könige von Sukhothai über. König Sri Indraditya und seine Königin, Nang Suang, hatten drei Söhne. Der älteste starb in jungen Jahren, der zweite hieß Ban Mueang und der dritte Sohn war Ramkhamhaeng. Nach dem Tod des Gründers wurde Ban Mueang der zweite Herrscher von Sukhothai, dem dann Ramkhamhaeng folgte.

Ihre neue Hauptstadt nannten sie Sukhothai (Morgenröte der Glückseligkeit) oder Sanskrit (Sukhodaya, „großes Wohlbehagen bewirkend“). In den Augen der Thais war Sukhothai das erste wirklich thailändische Königreich und die Epoche gilt als eine Zeit des künstlerischen und kulturellen Aufbruchs. Am meisten verehrt wird König Ramkhamhaeng, der aus den Schriften der Inder, Mon und Khmer die Thai-Schrift entwickeln ließ und den Theravada-Buddhismus zur Staatsreligion bestimmte.

In seiner Blüte erstreckte sich das Königreich Sukhothai im Süden bis nach Nakhon Si Thammarat, im Norden bis ins obere Mekong-Tal im heutigen Laos und bis nach Bago (Pegu) im Süden Burmas. Sein Zentrum lag im nördlichen Chao-Phraya-Becken, am Übergang der heutigen Zentral- zur Nordregion Thailands. Auf seinem Höhepunkt (um 1300) umfasste das Einflussgebiet Sukhothais weite Teile des heutigen Thailands und einzelne Orte in Laos und Myanmar.

Nach dem Tod des letzten Herrschers von Sukhothai, Mahathammaracha IV., 1438 wurde der Thron nicht wieder besetzt.

Von 1448 bis 1486 befand sich Sukhothais Hauptstadt in Phitsanulok, doch zu dieser Zeit ging bereits ein neuer Stern an Thailands Himmel auf: Ayutthaya.

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