Barrierefrei von außen nach innen?

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Uwe
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Barrierefrei von außen nach innen?

Ungelesener Beitragvon Uwe » Do Mär 29, 2018 12:40 am

Grüßt Euch,
es geht um Folgendes:

Wenn der Kern des klein gehaltenen Hauses ringsum mit einem großzügigem Schirm, also komplett umziehenden 20° geneigten Vordachs von 3-4m Tiefe, umspannt ist, wie sieht es dann mit dem Schlagregen aus, der ja vllt. mit hoher Intensität hohe Wassenmassen in 45° Neigung eintragen kann, in Bezug auf die Terrassenflächen/Thaiaußenküche/... des Bodens aus?
Sollte man die Bodenfläche 10cm tiefer anlegen, so dass kein Wasser in den Wohnbereich strömen kann, oder reicht ein leichtes Gefälle, um das Risiko somit ausgeschlossen zu haben?
Dabei ist zum Beispiel angenommen, dass der Rand des Vordaches bis auf eine Höhe von 2 - 2,20m über den Boden der Terrasse liegt. Also alles schon recht weit und tief gezogen. Man kann zwar dadurch aus den Fenstern nicht in den Himmel schauen, und es wird im Haus recht dunkel, wenn man nicht genügend Fenster hat, aber hier soll es ja um eine Unwettersituation mit massiven Wassermassen gehen.
Rein theoretisch dürfte dann ja kaum durch den Schlagregen die Türschwelle erreicht werden, da hier auch der Dachrand bis hin zur Türschwelle ein Gradwinkel von ca. 45°ausmachen. (Halt reine Theorie)
Aber wie schaut es in der Praxis aus?
Wer hat Vergleiche, wie es üblicherweise gemacht wird, und kann berichten?
Der Ansatz meiner Überlegung ist ja der, dass es gesamtgesehen ohne Stufe und Absatz komfortabler ist.
Unter dem Gesichtspunkt barrierefrei: Von außen nach innen. Machbar ist alles. Nur ob es sinnvoll ist, ist eine andere, und wenn nicht gar die wichtigere Frage.
Aber so richtig Gedanken habe ich mir da gar nicht gemacht, ob es realistisch und praktischerweise realisierbar ist, ohne eine Überraschung zu erleben.
Würde der Türrahmen am Boden zusammen mit den Gefälle weg vom Haus nicht schon genügen, um der Situation Herr zu werden? (Davon ab, wird man ja keinen Teppich ausgelegt haben, falls doch mal was reinschwappt.)
Beachten die Baumeister schon von vornherein ein Gefälle für Terrassen und Co. weg vom Haus (Stichwort z.B. auch der obligatorische Laufsteg ums Haus), oder muss man es extra angeben (und wird es dann auch gemacht, oder sollte man lieber nach dem Prinzip verfahren: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?")
Gibt es überhaut so viele Tage, an denen es schüttet, wie aus Kübeln?
Bei und im Norden hab' ich nie jemals jemanden davon erzählen gehört, das es ein Malheur mit Wassermassen rund ums und im Haus gab. Was ich aber gar nicht glauben mag. Oder es ist tatsächlich eher ein Ausnahme, das mit dem Unwetter, und fällt nicht weiter ins Gewicht?

Thema Hong Nam:
Dort wegen Vermeidung von Wasserschaden:
Legt man eigentlich den ganzen Bereich des Badezimmers tiefer (10cm? Oder mehr oder weniger?), um ein genügend großes Volumen für die Wasseraufnahme zu haben, falls man gerade nicht zu Hause ist? Und reicht dann für die Dusche ein leichtes Gefälle zum Abfluss? Denn dann noch eine Tieferlegung für das Duschreich wäre ja wohl zu viel des Guten.
Oder wird eher nur der Boden vom Duschabteil abgesenkt, und nicht der gesamte Boden des Badezimmers?
Freue mich auf Eure Antworten.
A.G.u.G.v. Uwe :wave

Khun Hans
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Re: Barrierefrei von außen nach innen?

Ungelesener Beitragvon Khun Hans » Do Mär 29, 2018 9:19 am

Barrierefrei und dann die Dusche tieferlegen? Geht irgendwie nicht auf :spin

Wir haben alle Häuser mind. 50 cm über Grund gebaut, das ganze Haus Rollstuhlgängig inkl. Bad!!
Dafür, wenn nötig, bauen wir von Aussen über die Zugangstreppe, eine Rampe, das wars, und keine Probleme mit den Wassermassen, die da kommen.

Übers Dach lasse ich mich nicht aus, das muss einfach gefallen, und die Beschattung muss stimmen.

Gruss Khun Hans

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Detlef
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Re: Barrierefrei von außen nach innen?

Ungelesener Beitragvon Detlef » Do Mär 29, 2018 11:14 am

Grundsätzlich gilt: je höher die Bodenplatte angelegt wird, desto besser. Standard ist +0,60 Meter über +/-0,00 Meter (aufgeschüttetes Areal ums Haus).
Meine Vorgehensweise wäre:
Wohnraum = +0,60 m
Terrasse = +0,43 m (0,17 m tiefer)
Umlauf um das Haus = +0,26 m (0,34 m tiefer)
Car Port = +0,09 m (0,51 m tiefer)
Aufgeschüttetes Areal (Grasnarbe) = +/ 0,00 m (0,60 m tiefer)

Oben aufgeführte Abstufung ist vorteilhaft wegen aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk, reduziert den Eintrag von Laub und Staub in die Wohnung, und sie wirkt auch (bedingt) gegen eindringendes Ungeziefer und Reptilien.

Zur Überwindung der Stufen würde ich, wie Hans-Jörg ausführt, Rampen mit entsprechendem Gefälle anlegen.

Badezimmer: Boden = +0,60 m, Dusche = +0,57 m. Gefälle in der Dusche zum Bodenablauf = 0,5 cm auf 1 Meter. Das ist ausreichend.

Schlagregen: Als sich unser Haus im Rohbau befand, gab es eine Situation, wo der Schlagregen, wegen des extremen Windes, fast waagerecht
9,00 Meter (1,30 m Dachüberstand, 4,00 m Terrasse, ca. 4,00 m im Innenraum) tief ins Haus gelangte. Das ist seitdem nie wieder vorgekommen.
Man kann diesbezüglich also nie auf "Nr. Sicher" gehen. Wenn alle unter dem Wohnraum liegenden Flächen minimales Gefälle vom Haus weg aufweisen, musst du dir (bei deiner Gestaltung und entsprechend abgestuften Flächen) wegen Regenwasser im Wohnraum keinen Kopf machen.
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

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Re: Barrierefrei von außen nach innen?

Ungelesener Beitragvon Uwe » Do Mär 29, 2018 3:34 pm

Wie groß wirkt sich der Umstand aus, auf welchem Areal/ Standort sich ein Objekt befindet?
Also ich meine hier konkret z.B. allgemeines Dorf gegenüber Kleinstadt (voll infra-strukturiert: breite Straßen vor der Tür, Siedlungsbebauung mit Familienwohnhäusern [also keine Hochhäuser], Geschäften, Märkten, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, kein "Urwald", Reisländereien erst in der weiteren Umgebung).
Gibt es dann dennoch ähnlich viele zu beachten, wie auf dem Lande? Weil vllt. es den Schlangen egal ist, wo sie sich schlängeln? Naja, und Schmutz und Staub (und Wind und Regen) sind ungefähr überall gleich?
Khun Hans, Du hast ja Deine Objekte auch barrierefrei in nicht städtischem Umfeld gebaut. Wie sehen Deine Erfahrungen diesbezüglich aus?
Und wie genau hast Du es mit dem Duschbereich und im Bad mit den Böden gemacht (Fotos?)? Und wie hat sich das bewährt?
A.G.u.G.v Uwe :wave

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Re: Barrierefrei von außen nach innen?

Ungelesener Beitragvon Khun Hans » Fr Mär 30, 2018 9:32 am

Hallo Uwe
Du darfst gerne bei uns vorbei [https://lanee.ch/de/kontakt/]kommen um zu schauen[/url], was soll ich hier beschreiben? Da kommen immer wieder Fragen auf, so kannst Du alles anschauen, und vieles wird klar.
Ich habe auch keine Zeit, hier Baubeschreibungen rein zu stellen, das kommt noch dazu.
Ich denke auch bei Detlef darfst Du gerne vorbei schauen.?

Gruss

Uwe
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Re: Barrierefrei von außen nach innen?

Ungelesener Beitragvon Uwe » Fr Mär 30, 2018 3:21 pm

Hast recht Khun Hans. Danke für Dein Angebot. Ich kann auch noch mal bei Dir im Netz gucken, da finde ich bestimmt noch einiges dazu (klar bei Detlef auch).

Man muss auch immer differenzieren: barrierefrei und behindertengerecht sind kleine aber feine Unterschiede.
Und wenn die Kombination aus Kompromissen, von dem was man (meint zu kennen) kennt, und den gewohnten/bewährten Bauweisen vor Ort zur Lösung führt, dann ist es eine optimale Möglichkeit um zum besten Ergebnis zu gelangen.

Na dann: Für alle die Ostern nach Thailand getragen haben und feiern: Frohes Ostereiersuchen (und nur ein bisschen Osterwasser).
A.G.u.G.v. Uwe :wave


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