Muay-Thai Boxerin verlässt Thailand

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koratwerner (†2012)
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Muay-Thai Boxerin verlässt Thailand

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Di Jul 17, 2012 5:44 am


Der Traum von Thailand brutal zerschlagen


Muay-Thai-Boxerin Yvonne Höllriegl: Karriereende wegen tobsüchtigem Geliebten

(FA07/2012) In Thailand liegen Traum und Albtraum dicht beieinander. Diese Erfahrung machen viele Männer, die sich kopfüber ins (Liebes)Leben stürzen und dann die andere Seite ihres Paradieses kennenlernen. Dass auch europäische Frauen hier sprichwörtlich Prügel beziehen können und ihnen dann nur die Flucht nach Hause bleibt, beweist der Fall von Yvonne Höllriegl (26). Die Muay-Thai-Boxerin ist von ihrem thailändischen Trainer und Lebensgefährten so brutal misshandelt worden, dass ihr Traum von Thailand ebenso platzte wie der Wunsch einer erfolgreichen Sportlerkarriere.

Erst Eifersucht, dann Schläge
Yvonne aus St. Pölten in Österreich war noch im September 2011 ganz oben gewesen. Sie gewann auf Koh Samui zehn Kämpfe in Folge. Die Zukunft sah rosig aus. Der FARANG widmete ihr damals eine große Geschichte: Die zarte Lady mit den harten Fäusten. – Nur wenige Wochen später wurde ihr Leben härter als ihr Sport. Ihr Trainer Bow (32), nach langen Werbungsversuchen schließlich auch ihr Partner, machte auch außerhalb des Boxrings ernst. Immer wieder war es seine Eifersucht, die Yvonne das Leben zur Hölle machte. Wenn er mit der Argumentation seiner Freundin nicht klarkam, schlug er zu.

Als am Abend des 26. November 2011 wieder einmal ein Streit eskalierte, hatte die Österreicherin genug und wollte nur noch weg. „Was danach folgte, habe ich bis heute nicht verarbeitet“, sagt Yvonne. Bow drehte durch. „Er schlug mich in wildem Zorn zusammen, ich verlor zwei Zähne und dann das Bewusstsein.“ Wann sie wieder zu sich kam, weiß sie nicht mehr genau. Nur, dass der Gefährte neben ihr lag und sie die ganze Nacht ein Messer am Hals hatte.

Diese Seite ihres Partners hatte sie im Ansatz schon kennengelernt. Die absolute Brutalität war dennoch ein Schock. Nun wusste Yvonne Höllriegl, dass die Warnungen eines seit 16 Jahren auf Koh Samui lebenden Bekannten berechtigt gewesen waren.

Vorsicht vor Thaimännern!
„Pass auf mit den Thaimännern, vor allem, wenn sie aus einem undurchsichtigen Umfeld kommen.“ Auch die junge Österreicherin hatte viele solche Geschichten gehört. Einige davon von anderen Europäerinnen, die ebenfalls von ihren thailändischen Geliebten verprügelt worden waren.

Hilfe konnte Yvonne in ihrer Lage nicht erwarten. Die Trainerkollegen und Freunde von Bow ignorierten die Geschichte. Zur Polizei traute sie sich nicht zu gehen. Am Ende musste sie sogar das Trainingscamp verlassen und stand auf der Straße. Ausgerechnet ihr Freund tauchte dann recht schnell wieder auf und zeigte Reue. „Ich liebe dich doch“, beteuerte er immer wieder, „ich will mit dir leben und mit keiner anderen.“ Sie ließ sich ein letztes Mal erweichen, auch aus Angst.

Kurz vor Weihnachten scheint eine weitere Debatte um die Zukunftsfähigkeit der Beziehung wieder den Alarm bei Bow ausgelöst zu haben. Neuerlich drehte er in den roten Bereich und schlug auf Yvonne ein. Dieses Mal gelang ihr jedoch die Flucht, und sie versteckte sich wochenlang bei einem befreundeten Hotelier in Lamai. „Jetzt war mir klar, dass diese Geschichte von Anfang an ein Riesenfehler gewesen ist“, zog sie selbstkritisch Bilanz. „Unsere Kulturen passten nicht zusammen, unsere Lebensanschauungen noch weniger, am wenigsten aber unsere Auffassungen von Leben und Liebe.“

Keine wirklichen Freunde gefunden
Dass Bow danach in ihre Wohnung einbrach und nächtelang mit einem Messer auf dem Tisch auf sie wartete, gab ihr den Rest. Yvonne beschloss, auch auf den Rat ihrer Eltern hin, das Abenteuer Thailand abzubrechen. Wieder hatte sie die Erfahrung machen müssen, dass ihre Freunde aus der Muay-Thai-Szene ihr nicht wirklich helfen konnten. „Jeder macht hier sein eigenes Ding. Freundschaften wie bei uns gibt es mit Thailändern leider kaum“, zog Yvonne ein nüchternes Resümee ihrer 18-monatigen Karriere auf Koh Samui.

Wie Yvonne Höllriegl erging es auf Koh Samui mehreren Leidensgenossinnen. Eine englische Schullehrerin (29) wurde von ihrem Thai-Ehemann jahrelang verprügelt und musste das Land schließlich sogar ohne ihren Sohn (5) verlassen. Eine Neuseeländerin (31) aus Lamai hatte sich in einen thailändischen Musiker verliebt. Sie sitzt heute mit ihrem italienischen Mann sicher in Shanghai. Der Thaigefährte hatte sie schon nach wenigen Monaten regelmäßig verdroschen und in der Wohnung eingesperrt. „Ich kann nur alle Frauen warnen, die Finger von Thaimännern zu lassen“, schreibt sie in einer Email. Sie gratuliert Yvonne Höllriegl zu ihrem Schritt, Thailand aus eigenem Antrieb den Rücken zu kehren und zurück in ein normales Leben zu gehen.

Vor ihrer Abreise hat die St. Pölterin noch im berühmten Bangkoker Tempel Wat Po zwei Zertifikate für traditionelle Thaimassage und Öl-/Aromamassagen erworben. Mit ihrer Muay-Thai-Erfahrung und der Massageausbildung will sie in Österreich eine neue Existenz aufbauen.

„Thailand ist für mich kein Horror“, sagt sie, „es war dieser Mann.“
Yvonne Höllriegl wird wiederkommen. Erst letzte Woche schrieb sie traurig: „Ich friere hier und muss bei null wieder anfangen. Österreich war meine Heimat und wird es bleiben. Thailand bleibt meine Liebe.“
Sam Gruber
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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dogmai
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Re: Muay-Thai Boxerin verlässt Thailand

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Jul 18, 2012 2:57 pm

koratwerner hat geschrieben:Österreich (Ergänzung von mir: Deutschland, Schweiz, Holland, Dänemark usw.) war meine Heimat und wird es bleiben. Thailand bleibt meine Liebe.“

Dem kann ich nichts hinzufügen, nur kommentieren: das sollten sich viele, viele, viele so hinter die Ohrenschreiben.
Frühes Aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.
http://www.kurt-singer.de


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