Buddhistische Amulette

Für alles, was mit Glauben (Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum, Christentum und/oder der Geisterwelt (Animismus etc.) zu tun hat, z. B. Weltanschauungen, Sitten und Gebräuche, die auf Glaubensrichtungen beruhen; um dem Einen oder Anderen zu helfen, diese als respektgebietend zu erkennen und eben nicht ins Fettnäpfchen zu treten.
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thedi
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Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon thedi » Mi Sep 11, 2013 7:12 am

Detlef hat geschrieben:...ein Herr, behangen mit rd. 10 buddhistischen Amuletten ...

Off topic

Man trägt immer eine ungerade Anzahl Amulette. Eine gerade Anzahl wäre total falsch.

Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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KoratCat
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mi Sep 11, 2013 7:28 am

Richtig, und 11 wäre eine unglückbringende Zahl. Also waren es wohl 9. Die Zahl soll glückbringend sein.

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Detlef
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon Detlef » Mi Sep 11, 2013 5:54 pm

Ich habe heute nachgezählt. :oops:

Es waren 7 an der Zahl. :lol:
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

kokai
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon kokai » Fr Sep 13, 2013 4:41 pm

An verschiedenen Orten Thailands,
auf Märkten oder in kleinen Städten konnte
ich schon Männer beobachten, die mit
Lupen bewaffnet Amulette betrachteten.

Es soll ja auch einen Handel mit Amuletten
geben - doch denke ich, das ist nur für
Spezialisten -

Da stellt sich die Frage, gibt es einen Zugang
für Farangs, diese Amulette und ihren Wert
zu verstehen?

Gruss
kokai

michael59
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon michael59 » Sa Sep 14, 2013 3:05 am

Da werden richtige Preise aufgerufen. Und bei der Menge der Händler muss es auch einen lebhaften Markt geben. Mir hat mal ein Thai versucht auf englisch was zu erklären- aber kapiert habe ich mangels Sprach- und Vorkenntnisse nichts.

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dogmai
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mo Sep 16, 2013 4:23 am

In Korat gibt es unweit des Ya-Mo-Memorials einen großen Amulettmarkt. Dort habe ich einmal einen deutschsprechenden Amuletthändler getroffen, obs ihn noch gibt, weiß ich nicht.


Amulettmarkt-Korat-1.jpg
Amulettmarkt-Korat-1.jpg (134.83 KiB) 5575 mal betrachtet


Amulettmarkt-Korat-2.jpg
Amulettmarkt-Korat-2.jpg (151.54 KiB) 5575 mal betrachtet


Ja, der Markt ist riesig, trägt doch fast jeder Thai mindestens ein Amulett bei sich, hat noch eines im Auto, eines im Haus und und und...


Und auch hier in Deutschland wird damit fleissig Handel betrieben. Was ich davon halten soll weiß ich nun wirklich nicht. Dem Verständnis nach sind Amulette nur wirksam, wenn man sie an der richtigen Stelle erwirbt, entweder in einem Tempel durch den Abt oder zu besonderen Gelegenheiten. Letztes Jahr wurden am Platz der Ya Mo Bestellungen für Amulette angenommen, um einen neuen Tempel zu finanzieren. Es gab u.a. eine Edition mit einer Auflage von nur 300 Stück, die man für je 20.000 Baht (zwanzigtausend) vorbestellen konnte.

Korat-Ya-Moo-2012.jpg
Korat-Ya-Moo-2012.jpg (85.74 KiB) 5574 mal betrachtet


Ich weiß, daß von Luong Pho Khun jährlich Editionen herausgegeben werden, die sehr hoch gehandelt werden. Ich habe eines von ihm, das ich in seinem Tempel Anfang der 70er erhalten habe, dafür sind mir schon mehr als 100.000 Baht geboten worden.

Amulette, welche z.B. auf dem Markt oder sonstwo bei einem Händler gekauft werden, müssen erst durch einen Abt autorisiert werden, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Aber obwohl Tempel, Mönche und Amulette zusammenhängen, sind sie keine im buddhistischen Glauben verfestigten Gegenstände, denn solche gibt es ja nicht.

Im Jahr 2007 waren einmal buddhistische Würdenträger aus mehreren Ländern wie Nepal, Vietnam, Laos in Korat. Da wurden auf dem gleichen Platz durch sie runde Amulette geprägt und gleich geweiht. Wie die dann gehandelt wurden, weiß ich nicht mehr.

Korat-Ya-Moo-2007.jpg
Korat-Ya-Moo-2007.jpg (125.75 KiB) 5574 mal betrachtet
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Sep 16, 2013 7:40 am

Für unsere Leser ein kleiner Seitenverweis zu den Tiefen der Schwarzen Magie in Thailand: der Guman Thong.

kokai
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon kokai » Mo Sep 16, 2013 2:31 pm

dogmai
Danke für Deinen illustrierten Post - interessant

und Korat Cat:
gibts auch weisse Magie in Thailand?
müsste es doch als Gegenkraft zur schwarz magischen Kraft
geben.

Gruss
gogai

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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Sep 16, 2013 3:46 pm

kokai hat geschrieben:und Korat Cat:
gibts auch weisse Magie in Thailand?
müsste es doch als Gegenkraft zur schwarz magischen Kraft
geben.


Weiße Magie neigt eher zur Erlangung von Weisheit und zum allgemeinen Gefühl des Vertrauens in das Universum, während die schwarze Form sich mehr um die Erlangung von Macht dreht. Bei der weißen Magie geht es um ethische Werte, Ideale und Energie.

Aber klar gibt es die! Schau nur mal was in den Thailandforen so alles an "Unwiderstehlichem" gepostet wird. Das ist einfach umwerfend! Magisch halt. :bäh

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taoman
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon taoman » Sa Sep 21, 2013 5:20 pm

Ich bin jahrelang auf die kleine Insel Ko Chang (bei Ranong Grenze zu Burma) gefahren und wohnte immer im kleinen Resort derselben Familie, so entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Freundschaft, in Folge derer mich das junge Betreiberpaar wie einen älteren Bruder betrachtet.
Die Mutter mag mich auch und schlug vor 15 Jahren ihrem Sohn eines abends vor, er solle mir doch zur Besiegelung unserer Freundschaft und Verbundenheit ein Amulett seines verstorbenen Vaters schenken.
Er holte eine kleine Sammlung ca. 9 Amulette, alle mindestens 40-50 Jahre alt von seinem Vater und sie suchten zusammen eins aus, was ihrer Meinung nach zu mir passen würde.
Sie sagten mir ich solle gut darauf aufpassen, jemand mit Ahnung der es erkennt, könnte versuchen in den Besitz zu gelangen, sei es durch Diebstahl oder indem mir ein hoher Preis vielleicht sogar bis 100.000 Baht dafür geboten wird. Dies war für mich eine besondere Wertschätzung, ich nahm das Geschenk gerne an, versprach es in Ehren zu halten und auf Reisen in Thailand immer zu tragen, was ich bis heute auch mache.

Da ich diese Amulette recht interessant finde und mir an manchen Ständen, einfach so zum Spass ein paar anschaue, kam es wenn auch selten schon vor, das ein Verkäufer meins gesehen hat und mal draufschauen wollte.
Bereits zweimal wurde ich dabei erstmal ungläubig angeschaut, und gefragt wie ich als Farang zu so einem Amulett komme?
Auf die Antwort das es von einem sehr guten Thaifreund ist, folgte ein lächeln und es wurde mir signalisiert das dieses Amulett wohl tatsächlich etwas besonderes ist.
Auf die Frage was es denn wert sei, wurde immer ausweichend geantwortet, ich solle es behalten das sei besser, was für mich ja sowieso selbstverständlich ist.

Bild

Weil das Plastikhäuschen des Amulet einen feinen Riss hat und nicht mehr 100% dicht ist, wollte ich das Amulett vor zwei Jahren in eine neues setzen lassen.
Der Strassenhändler schaute sich das Amulett mit der Lupe sehr bedächtig an und verweigerte plötzlich den Umzug in eine neues Gehäuse, mit der Begründung das Amulett könnte evt. zerbrechen und er wolle keine Schuld daran haben.

Es ist schon irgendwie spannend was hinter diesem Amulett-Kult alles zu stecken scheint, leider kommen wir Farangs kaum an weiterführende Informationen.

schönen Gruß
taoman
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon Khonggon » So Sep 22, 2013 12:24 am

Hallo taoman,

hab das Bild meiner Mia gezeigt. Sie schaute es nahezu ehrfurchtsvoll an und fragte spontan wem dies gehoere und was es koste?! :shock
Genauere Auskunft ueber die Bedeutung dieses Amulettes gab sie mir auch nicht :(
nur - nach ihrer Aussage musst Du Dich mit dem Ding wohl wirklich vorsehen. Einerseits, dass es Dir niemand klaut - doch nu kommts!.. andererseits, dass Du Dich mit diesem Schmuckstueckchen behaengt, extrem vorsichtig Verhalten solltest. Sie faselte was von ^richtigem^ Budda und dass man sehr gut aufpassen sollte, wenn man dieses Amulett traegt. Da kamen so Sprueche wie..nicht unter aufgehaengter(Frauen)- Hose, Bikini, BH usw. durchgehen. :wie
Naja..meines ist dagegen wohl sehr verzeihend..DIESES anscheinend nicht.
Mehr war aus ihr leider momentan nicht herauszubekommen. :wiiee Wenn ich's doch noch schaff, schreib ich nochmal.
So...un nu prost :prost
Gruss Hansi
Wer zornig ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat.
(chinesisches Sprichwort)

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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon taoman » So Sep 22, 2013 2:17 am

Hallo Hansi,

das klingt sehr spannend, vielleicht kann deine Frau ja doch noch ein wenig mehr zu dem Amulett erklären?
Ich bin wirklich nicht abergläublich, das Amulett betrachte ich trotzdem, als eine Art Talisman und Glücksbringer, meine Frau ist der Meinung das es uns auch schützt. Es tut ja nicht weh es zu tragen, es ist unabhängig vom tatsächlichen Wert für mich als Farang eine besondere Wertschätzung und Verbundenheit einer thailändischen Familie mir gegenüber.
Warum sie dieses Amulett damals für mich passend ausgesucht haben weiss ich nicht, denn als einen Buddha sehe ich mich wahrlich nicht :mrgreen:

Ich beschäftige mich allerdings mal mehr mal weniger seit ca. 30 Jahren mit Buddhismus und anderen Traditionen und kritisiere auch offen einiges am Thai-Buddhismus, speziell den vielen Hokus Pokus und Dinge die mit der Essenz des Buddhismus überhaupt nichts zu tun haben, die Menschen deshalb den Bezug zum Kern immer mehr verlieren. Dies ist jedoch ein völlig anderes, eigenes Thema und gehört nicht hier hin.

Ich bin gespannt welche weiteren interessanten Dingen zu den Amuletts hier noch gepostet werden :prost

gruß taoman
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon dogmai » Di Sep 24, 2013 2:47 am

Khonggon hat geschrieben:Da kamen so Sprueche wie..nicht unter aufgehaengter(Frauen)- Hose, Bikini, BH usw. durchgehen.


Das gilt grundsätzlich für alle, welche ein Amulett tragen, denn diese Kleidungsstücke werden ja auf "unreinen" Körperteilen getragen :wie . Die Darstellung auf dem Amulett ist eine recht gängige Darstellung des Buddha, der auf der Nagaschlange sitzt, die ihn vor dem Wasser schützt. In größeren Darstellungn wird auch oft gezeigt, daß sie ihn mit ihren Köpfen (sieben an der Zahl) vor Regen schützt. Die Wertschätzung der Figur läßt sich an der Zahl der Körperwindungen ablesen. Die Darstellung von Taoman zeigt 5 Körperwindungen, ich habe hier noch Fotos mit 3 und 9 Körperwindungen.

Amulett-3.jpg
Amulett-3.jpg (58.94 KiB) 5234 mal betrachtet


Amulett-9.jpg
Amulett-9.jpg (52.27 KiB) 5234 mal betrachtet


Auf dieser Seite habe ich auch ein wenig über Buddhabildnisse geschrieben, allerdings noch ohne Erkenntnisse über Amulette.
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Re: Buddhistische Amulette

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Sep 25, 2013 3:32 pm

Ergänzend zu dieser Darstellung des Buddha hier ein erklärender Text:

Buddha wird von einer Naga beschützt

Buddha sitzt in der Meditationshaltung, seine Hände liegend entspannt in seinem Schoß, wobei die Handflächen nach oben, außen zeigen. Über ihm spreizt der König der Nagas seine fünf (manchmal auch sieben) Häupter, um ihn vor einem starken Regenguss zu schützen.

Nach seiner Erleuchtung blieb Buddha weitere sieben Tage unter dem Bodhibaum, um wieder in tiefer Meditation zu verfallen, so dass er nichts mehr von außen wahrnehmen konnte. Als später ein starker Monsunregen einsetzte, schien es so, dass Buddha aus seiner tiefen Meditation geweckt werde, aber da erschien plötzlich Muchalinda, ein Naga-König und streckte seine sieben Köpfe über den Buddha, um ihn vor dem starken Regen zu schützen, damit er seine tiefe Meditation ungestört fortführen konnte.

Samstag ist der Tag des Schutzes. Die Tagesfarbe ist violett. Samstagsgeborenen wird ein ruhiger, logischer Charakter nachgesagt. Sie haben etwas von einem Einsiedler und üben oft handwerkliche Tätigkeiten auf.


Daß die Köpfe der Naga nie auf Amuletten dargestellt werden hängt wohl mit dem knappen zur Verfügung stehenden Platz zusammen. Hier noch eine schöne bildliche Darstelltung:

Buddha-samstag.jpg
Buddha-samstag.jpg (82.09 KiB) 5161 mal betrachtet
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