Skandal nach YouTube-Video: Thailand jagt den Luxus-Mönch

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Skandal nach YouTube-Video: Thailand jagt den Luxus-Mönch

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Jul 19, 2013 3:42 pm

Die thailändischen Luxus-Mönche auf Reisen waren ein YouTube-Hit. Doch mittlerweile scheint klar: Einer der Geistlichen ist in zahlreiche Verbrechen verstrickt. Die Behörden fahnden nach dem 33-jährigen Wirapol Sukphol. Es geht um Geldwäsche, Drogenhandel, Totschlag und Vergewaltigung.

Bangkok - Mit Sonnenbrille und Luxusgepäck unterwegs im Privatjet - das "protzige Verhalten" dreier Mönche schockierte Mitte Juni ganz Thailand. Mittlerweile ist die auf YouTube festgehaltene Reise zu einem der größten religiösen Skandale des mehrheitlich buddhistischen Königreichs ausgewachsen. Im Mittelpunkt: Wirapol Sukphol, 33 Jahre alt, flüchtiger Mönch mit Hang zum Exzess.

Wirapol, sagen die Ermittler, habe eine Vorliebe für Luxus - obwohl er einen Schwur zum einfach Leben im Zölibat geleistet habe. Doch das YouTube-Video, das den Mönch mit funkelnder Pilotensonnenbrille und Louis-Vuitton-Tasche zeigte, ist offenbar nur die Spitze des Eisbergs.

Seither wird die Liste Wirapols dunkler Geheimnisse immer länger. Unter anderem soll er Zugang zu einem Vermögen von einer Milliarde Baht haben - das sind fast 25 Millionen Euro.

Die Behörden erließen nun Haftbefehl gegen den Mönch. Demnach wird er wegen Vergewaltigung, Veruntreuung und Spendenbetrugs gesucht. Außerdem wird gegen ihn im Zusammenhang mit Geldwäsche, Drogenhandel und Totschlags ermittelt.

Doch der Mönch ist flüchtig. Wirapol hatte sich laut seinem Heimattempel auf "religiöser Reise" in der französischen Provence befunden, als das Video bekannt wurde. In Thailand geht man davon aus, dass der 33-Jährige von dort in die USA floh, wo genau er sich aufhält, ist unbekannt. Er wurde mittlerweile aus dem Orden verstoßen.

22 Mercedes-Wagen in drei Jahren gekauft

Wie konnte Wirapol so viel Geld anhäufen? Allein zwischen 2009 und 2011 soll der 33-Jährige 22 Mercedes gekauft haben. Die Polizei ist ratlos. "Über die Jahre gab es einige Fälle, in denen Männer ihr Mönchsgewand missbraucht haben", sagt Pong-in Intarakhao, Einsatzleiter der thailändischen Behörde für Sonderermittlungen. "Aber noch nie wurde ein Mönch mit so vielen Verbrechen in Verbindung gebracht." Der Schaden, den Wirapol den Menschen und der thailändischen Gesellschaft zugefügt habe, sei unvergleichbar.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sie erst an der Oberfläche von Wirapols Machenschaften gekratzt haben. Denn offenbar hatte er schon immer einen Hang zum Exquisiten.

Wirapol wurde in einer armen Region im Nordosten Thailands geboren. Als Teenager trat er einem Mönchsorden bei. In seinem Heimatort wurde er schnell bekannt, weil er behauptete, Superkräfte zu besitzen. Er könne fliegen und übers Wasser gehen. Er gab sich einen höheren Titel, der eigentlich älteren Mönchen vorbehalten ist.

Im Laufe der Zeit sammelte er wohlhabende Anhänger um sich, die teure Projekte im Namen des Buddhismus' finanzierten. Tempel, Krankenhäuser und die angeblich weltgrößte Buddha-Statue aus Smaragden. Dabei war Wirapol offenbar eine charmante, schillernde und überzeugende Figur. "Seine Stimme war wunderschön", sagte ein Mann, der den Mönch einmal bei einem Gebet erlebt hatte. "Nach dem Gebet hielt er einen Sack auf - und Hunderte Menschen stürmten zu ihm vor, um zu spenden."

Die Anti-Geldwäsche-Behörde entdeckte schließlich, dass Wirapol Zugriff auf 41 Bankkonten hat. Beträge in Millionenhöhe seien ständig in Bewegung - was den Verdacht der Geldwäsche bestärke. Die Ermittler vermuten zudem, dass der Mönch bei einem Autounfall einen Mann tötete und danach Fahrerflucht beging. Demzufolge seien auch mehrere Anzeigen wegen Vergewaltigung eingegangen.

In Thailand leben laut offiziellen Angaben mehr als 61.000 Mönche. Sie haben sich einem Leben ohne materiellen Besitz in Armut und Gebet verschrieben. Kritiker bemängeln, dieser Lebensstil biete wenig Anreiz für junge Mönche, der modernen, kommerziellen Welt zu widerstehen. Doch Medien berichten immer wieder über Geistliche, die Drogen nehmen, Alkohol trinken, Geld verwetten und Prostituierte aufsuchen. Im vergangenen Jahr wurden deswegen 300 Mönche gerügt und einige sogar exkommuniziert.

Spiegel online


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