Geister

Für alles, was mit Glauben (Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum, Christentum und/oder der Geisterwelt (Animismus etc.) zu tun hat, z. B. Weltanschauungen, Sitten und Gebräuche, die auf Glaubensrichtungen beruhen; um dem Einen oder Anderen zu helfen, diese als respektgebietend zu erkennen und eben nicht ins Fettnäpfchen zu treten.
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koratwerner (†2012)
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Geister

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Mo Aug 04, 2008 2:04 pm

Thailands Geister


In Thailand gibt es sehr viele Geister, regionale und überregionale. Hier eine Sammlung wesentlicher Eigenschaften der bekanntesten Phantome.

Phii boong und Phii lüang sind Waldgeister, die es den Menschen schwer verübeln, wenn die Ihnen ihre Wohnstatt zerstören, indem sie ihre Bäume fällen oder gar den Wald roden.

Phii boop ist ein böser Geist, der gerne in die Körper von Menschen eindringt und sich von deren Innereien ernährt. Bei vielen unerklärlichen Sterbefällen, mit vorausgegangenen Schmerzen im Bauch, glaubt man, dass der Phii boo den Tot herbeigeführt hat.

Phii Bunpaburoos ist ein Ahne einer Familie. Er wacht über die Familie. Beleidigt man ihn aber, dann er Krankheiten und Unfruchtbarkeit über seine Nachkommen. Erst wenn man sich mit Opfergaben am Hausaltar entschuldigt, wird er wieder besänftigt.

Phii daai hong ist ein sehr gefürchteter Geist eines Verstorbenen, der von seinem Tod durch Mord oder Unfall überrascht wurde. Er trachtet danach, den Menschen, denen er begegnet auch Übles zu tun.

Phii daai hong tong glom ist ebenfalls ein übler Geist. Er ist der Geist einer verstorbenen schwangeren Frau. Weil er aus zwei Leben entstand verfügt er über eine große spirituelle Energie. Deshalb befürchten schwangere Frauen, dass er ihr und ihrem Kind sehr schnell arges antun kann.

Phii dip ist der Geist eines nicht eingeäscherten Toten. Da er für immer auf Erden bleiben muss, ist er sehr ärgerlich und trachtet danach, jeden Menschen zu schädigen. Da es nicht noch mehr böse Geister geben soll, lehnen die Thais deshalb im Isaan eine Erdbestattung strikt ab.

Phii don poo, auch Phi don bodi genannt, sind die Geister verstorbener Mönche oder buddhistischer Nonnen. Ihre Heimstatt ist immer ein Bodibaum unter dem einst Buddha seine Erleuchtung fand. Sieht man einen Bodibaum, dessen Stamm mit bunten Tüchern umwickelt wurde, ist dieser Baum bewohnt.

Phii don sai ist der Geist eines verstorbenen, der in seinem Leben viele schlechte Taten verrichtet hat. Ihm ist deshalb das nächste Leben verwehrt. Er hat vorerst nur die Wahl als Familiengeist oder in einem Don Sai Baum weiter zu existieren. Wählt er einen Don Sai Baum als Wohnstatt, ist dieser Baum mit bunten Tüchern umwickelt und man findet an seinen sichtbaren Wurzeln Opfergaben.

Phii duud lüad ist ein böser Geist, ein Blutsauger, der sich von Menschenblut ernährt. Da er nur in der Nacht erscheint, muss man in der Nacht dunkle Kleider tragen.

Phii Fapa ist der Herr der Gewitter. Er erzeugt die Gewitter und bestimmt die Richtung des Sturmes, der die Wolken über das Land bläst.

Phii Falep ist verantwortlich für die Blitze und den Donner eines Gewitters. Um ihn milde zu stimmen, damit der Blitz nicht in ein Haus einschlägt oder gar seine Bewohner tötet, wird ihm etwas fertiger Reis geopfert, der in kleine Päckchen verpackt am Rande des Hausgrundstücks aufgehängt werden.

Phii Falong ist der letzte im Bund der Gewittergeister. Er ist der Geist der Blitze, die man zwar in der Ferne sieht, jedoch nicht vom Donner begleitet sind und scheinbar nirgendwo einschlagen. Er ist ein guter Geist, denn er kündigt manchmal ein Gewitter an, damit die Menschen rechzeitig ihr Vieh unterstellen und sich in Sicherheit bringen können.

Phii ga, auch Nok phii genannt, erscheint meistens in der Form einer Eule. Fliegt er in ein Haus, kommt gewiss ein großes Unheil. Setzt sich die Eule auf das Dach des Hauses einer Geliebten, kann es sein, dass nach einer Heirat bald ein Unglück über die jungen Eheleute kommt.

Phii gluai, auch Phii nang tani in der Gestalt einer hübschen Frau ist ein guter Geist, der in einem Bananenbaum wohnt. Bindet ein Mann diesen Geist durch einen Zauberspruch an sich, muss er ihm dienlich sein und all seine Wünsche erfüllen.

Phii gong goi ist der blutsaugende Geist eines nicht eingeäscherten Toten. Er hält sich gerne in der Wildnis auf und beißt seine Opfer in die Füße.

Phii grahang ist das ein männlicher Geist, der ebenfalls von Blut angelockt wird. Er bewegt sich mit dem ganzen Körper, wobei er zum Fliegen einen Reiskorb benutzt.

Phii grasüü ist ein weiblicher Geist, dessen Kopf sich fliegend bewegt, der sich gerne von unreinen Speisen ernährt und von Blut angelockt wird. Deshalb wird um den Raum einer gebärenden Mutter eine geweihte weiße Schnur gespannt, damit der Geist nicht in die Mutter oder in das Baby eindringt.

Phii guman thong sind die Seelen gestorbener Babys. Um die Seelen ihrer gestorbenen Kinder in der Nähe zu haben, legen die Eltern Kleidungsstücke und Spielzeug der Kinder auf den Hausaltar und entzünden ein Räucherstäbchen. Die Kinder kommen dann, um mit den Eltern zu spielen. Die Eltern freuen sich und damit die Kinder wieder kommen, wird ihnen täglich Reis und Wasser bereitgestellt. Durch schwarze Magie kann man diese Geister auch dazu bringen, einem zu dienen.

Phii haa ist ein böser Geist dem angelastet wird, Epidemien wie Cholera und Typus über die Menschen zu bringen.

Phii kong koi bewegt sich auf einem Fuß. Man kann ihn nur nachts im Wald antreffen, wo er Laute von sich gibt, die sich wie kong koi anhören. Nach der Legende soll er im Wald schlafende Menschen in einen Zeh beißen, um deren Blut zu saugen.

Phii lang gluang ist ein menschenähnlicher Waldgeist, der mit offenem Rücken umherfliegt und die Nähe von Menschen sucht. Die bittet er, ihm den Rücken zu kratzen. Kommt jemand dieser Bitte nach, fährt seine Hand in die von Würmern durchsetzten Eingeweide.

Phii müang ist ein Geist, der Dörfer und Städte vor Gefahren behütet und den Menschen Glück und Gesundheit bringen kann.

Phii naa ist ein Geist, der bei den Bauern im Norden Thailands am Rand eines Reisfeldes wohnt. Er sorgt für eine gute Ernte, so dass es zu keiner Hungersnot kommt.

Phii nang gwak kann der Legende nach für Wohlstand und Reichtum sorgen. Ihre Statue mit der offenen Hand sieht man oft in einem Geisterhaus, in einem Restaurant oder einem Geschäft und hofft auf ein gutes Einkommen.

Phii paa sind Wald- oder Dschungelgeister. Wenn sie ihren Wald als schwärmende Schmetterlinge verlassen, können sie Epidemien, meistens Malaria, über Städte und Dörfer bringen.

Phii phoang geistert in der Nacht mit einer leuchtenden Nase umher, mit der er in den Reisfeldern Frösche und Fische sucht. Da er seinen Mund gerne an der zum Trocknen aufgehängten Wäsche abputzt, soll man die noch vor Einbruch der Dunkelheit abnehmen.

Phii phra khanong, besser als Mae naak bekannt, ist der Geist einer schwangeren Frau, die, als ihr geliebter Mann im Kriegsdienst war, während ihrer Schwangerschaft verstarb. Da sie als böser Geist weiter auf der Erde lebte, tötete sie viele Menschen und befahl den Menschen ihres Dorfes ihrem Mann nie etwas von ihrem Tot zu berichten. Der Mann aber erkannte nach seiner Heimkunft, dass er mit einem Geist zusammen lebte und vertrieb ihn mit Hilfe eines Mönches. Dem gelang es, denn Geist in einer Flasche zu fangen, die er den nahe gelegenen Fluss hinunter treiben ließ. Die Flasche wurde Monate später von zwei Fischern gefunden, die sie neugierig öffneten. Dem Geist gelang es zu entkommen und Mae naak tötete die neue Ehefrau ihres Mannes und noch viele andere Frauen. Erst als fromme Mönche ihr versicherten, sie würde im nächsten Leben wieder mit ihrem Mann glücklich vereint sein, hörte das Töten auf. Diese Legende ist in Thailand überall bekannt und wurde bislang mehr als zwanzigmal verfilmt.

Phii phra phum wird der Schutzgeist des Grundstücks genannt. Er hat seinen Wohnsitz im San Prah Phum, dem Geisterhäuschen, das immer auf einer Säule steht. In dem etwas gedrungenen und niedrigerem Geisterhäuschen, dem San Chao Thii, welches auf vier oder sechs Säulen steht, wohnen die Geister der verstorbenen Haus- und Grundbesitzer. Finden diese Geister kein Geisterhäuschen vor, so gehen sie ins Haus und treiben dort ihr Unwesen.

Phii poang khang ist ein blutsaugender Waldgeist. Er hält sich gerne an salzhaltigen Stellen auf und lauert da auf Tiere, die die Salz-Leckstellen aufsuchen.

Phii prai ist der Geist eines bei der Geburt gestorbenen Kindes. Damit das Kind die noch lebende Mutter nicht auch in den Tod holt, soll es in einem Tongefäß in einem Fluss versenkt werden. Der Phii prai kann aber auch vor anderen Geistern behüten. Da er die Gestalt einer schönen Frau annehmen kann, wird er das Haus auch vor Männern mit unlauteren Absichten schützen. Die verlieben sich in ihn und vergessen auf immer eine andere Frau.

Phii pret ist ein Nachtgeist mit einer übergroßen Gestalt. Sein kleiner Mund lässt ihn nicht sprechen und verhindert eine genügende Nahrungsaufnahme. Deshalb ist er immer auf der Suche nach neuer Nahrung, sieht aber trotzdem verhungert aus. Dem Glauben nach wird ein Mensch, der viele schlechte Taten im Leben vollbracht hat, in seinem nächsten Leben als Phii pret wieder kommen.

Phii pung tai ist die Seele eines Toten auf dem Weg zur Wiedergeburt. Auf dem Weg zurück zur Erde hängt sie sich an eine Sternschnuppe. Sieht man eine Sternschnuppe, darf man nicht darüber sprechen, denn sonst würde die Wiedergeburt als Hund erfolgen.

Phii rahu gin chan ist ein Geist, der versucht den Mond zu verschlucken. Bei Beginn einer Mondfinsternis wird die ganze Familie geweckt und alle versuchen den Geist mit viel Lärm und Tamtam den Geist zu vertreiben. Schwangere Frauen stecken sich dabei eine Nadel in die Bluse, denn sonst könnte der jetzt umherirrende Geist in ihr Ungeborenes fahren.

Phii rüan, auch Phii baan genannt, ist oft der wichtigste Geist. Er ist der gute Geist des Hauses. Nicht selten ist dieser Geist die Seele des verstorbene Großvaters oder der Großmutter. Der Phii rüan, dem immer ein besonderer Platz im Haus gebührt, wacht jetzt über die Hinterbliebenen.

Phii song nang ist ein Geist, der unzüchtigen Verkehr mit jungen Männern sucht. Ihn kann man nur mit Hilfe eines Geisterkundigen Moo-Phii wieder loswerden.

Phii süa nam ist ein weiblicher Wassergeist, der gerne den Fischern die gefangenen Fische stiehlt.

Phii wat ist ein guter Geist, der ein Wat vor Gefahren schützt und Glück und Gesundheit für die Bewohner bringt.

Man mag über diesen Aberglauben denken was man will, doch seine Gedanken sollte man für sich behalten. Am besten ist es, man geht damit um wie die Thais, nicht darüber sprechen!

Mit diesen Ausführungen ist das Thema Geister noch nicht abgehandelt. Es gibt noch weitere Dinge, die direkt oder indirekt auf das Vorhandensein von Geistern in Thailand schließen lassen.
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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