Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Für Informationen zum Leben als Farang in Korat und im Isaan, nicht nur für Touristen, von den Farangs, die hier leben. Korat- und Isaan-Kultur und gesellschaftliches Leben in den Weiten des Isaan.
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KoratCat
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Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Sep 11, 2021 6:43 pm

Das ist ein mittlerweile recht häufig diskutiertes Thema. Selbstverständlich ist es nicht möglich zu wissen, was in den Köpfen jener vorgeht, die jetzt in DACH überlegen, wo sie ihre Rente verbraten wollen. Man liest jedoch mehr und mehr in den Foren von Leuten hier in Thailand, welche die jetzt hinzugekommene Situation mit Covid zum Anlass nehmen, über das Abbrechen der Zelte und Weiterziehen nachzudenken.

Das freundliche Lächeln der Thais wird jetzt ganz anders gesehen. Die 90-Tage-Tortur der Immigration, die mangelnde Demokratie in der Thairegierung, die jetzt wegen Covid komplizierten Einreisebestimmungen sowie die Unmöglichkeit, hier sein eigenes Stück Land zu kaufen, werden zunehmend kritisiert. Einige klagen über das Erstarken des Thai Baht, der ihre hier verfügbare Rente bei gleichzeitiger Inflation dezimiert. Es ist eine allgemeine Thailand-Müdigkeit zu verzeichnen.

Dass Thailand einen Zufluchtsort für digitale Nomaden biete, kann ich auch nicht sehen.

Was meint Ihr?
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banbath99
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon banbath99 » So Sep 12, 2021 5:53 pm

Tach zusammen,

Da kenne ich wenigstens einen der nicht erst seit SARS darüber nachdenkt seine Pläne aufzugeben, nämlich ich selbst.

Neben den Gründen in Deiner Anmoderation fühle ich mich in Thailand zunehmend unsicher. Bei unseren letzten Aufenthalt spürte ich beim Einkauf auf dem Abendmarkt eine gewisse "Fremdenfeindlichkeit".

Ein guter Bekannter im Nachbardorf erkrankte schwer und hat wegen der Verständigungsprobleme, bis zu Seinen Tod nicht erfahren, woran denn genau. Und nicht zuletzt bin ich von der Familie enttäuscht. Wir haben uns vor 20 Jahren ein Grundstück gekauft, es Jahr für Jahr aufgeschüttet, teilweise ummauert. Nie wurde uns wenigstens Organisatorisch geholfen. Beim letzten Urlaub entstand ein kleiner Rohbau durch einen Neffen meiner Frau. Nach unserer Abreise sollte noch das Ziegeldach und die Bodenplatte fertiggestellt werden wofür ich schon sehr viel angezahlt hatte, damit der junge Mann nicht in Schwierigkeiten gerät. Den Rest könnt Ihr euch denken.

Sicher werde ich Thailand nicht ganz den Rücken kehren und vielleicht sogar einmal überwintern, ich kenne TH bisher nur im Juli und August, aber in einen Hotel oder gemieteten Haus in schönerer Umgebung und nicht im Dorf meiner Frau, die durchaus eine ähnliche Meinung dazu hat - sie ist durch Covid zum Spanienfan geworden.

Gruß Ralf

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KoratCat
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Sep 12, 2021 10:48 pm

Ich bin ja nun schon seit 32 Jahren hier in Thailand, seit fast 31 Jahren mit meiner Thaifamilie verbandelt. Da bin ich denen doch recht nahegekommen, habe Familienmitglieder alt werden und andere aufwachsen sehen.

Von Anfang an habe ich den Nachwuchs gefördert, gute Ausbildung ermöglicht etc., sowie die Alten mit unterstützt.

Anfangs habe ich wohl schon etwas Enttäuschung empfunden, wenn nicht Alle vom Nachwuchs sich so entwickelt haben, wie ich mir das vorgestellt hatte. Meine Vorstellung, was gut für sie sei, war aber doch zu sehr von meinem westlichen Lebensstil geprägt. Letztendlich haben sie jedoch Alle ihren Platz gefunden. Keiner braucht noch etwas von mir. Ich habe auch keinen Grund, etwas von ihnen zu wollen. Sie wären sicher bereit, würde ich ihre Hilfe benötigen. Im Großen und Ganzen zeigen sie Dankbarkeit.

Ich lasse sie leben und lebe mein eigenes Leben. Die lassen mich auch so leben, wie ich möchte. Ich bin mit meiner Thaifamilie zufriedener als mit einem Teil meiner deutschen Familie, der mir nun nicht nur örtlich ferner liegt.

Meine „Burg“ wird ständig schöner. Auch meinen Hobbies kann ich hier in vollem Umfang frönen.

Klar, die 90-Tage-Meldung nervt. Aber in D hat man mitunter auch mit der einen oder anderen Bürokratie zu tun.

Thai spreche ich auch nicht so gut, habe aber nie Probleme gehabt, mich in Englisch und den paar Brocken Thai zu verständigen. Alle meine Thai Freunde sprechen auch fließend Englisch, und für Alltägliches reicht mein Thai. Ich bin nicht isoliert.

Meine Heimat ist hier, doch etwas Reisen vermisse ich schon. Aber nicht unbedingt Besuche in D. In den letzten Jahrzehnten hat sich bestimmt nicht nur Thailand verändert; auch Deutschland wird sich verändert haben, und nach den Nachrichten zu urteilen, nicht unbedingt zum Besseren.

Nein, ich spiele nicht mit dem Gedanken, mein Wohlbefinden hier gegen Ärger und Kälte in D. einzutauschen. Es geht mir hier bestimmt viel besser!

:prost

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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon banbath99 » Mo Sep 13, 2021 12:42 am

Sie wären sicher bereit, würde ich ihre Hilfe benötigen. Im Großen und Ganzen zeigen sie Dankbarkeit.

Das kann ich in meiner ehemaligen "Wahlresidenz" nicht erkennen.
Ich war sehr stolz als ich nach einigen Jahren auf dem Dorf zu Füssen des Abtes mit dem Schuldirektor und dem PujaiBan gegessen habe. Mir vom stellv. Dir. der Krung Thai Bank eine frisch abgeschnittene Mango serviert bekommen habe und zum Fussballspielen eingeladen wurde. Letztlich hat sich niemand für uns interessiert. Ich habe damals viele Menschen mobilisiert, als ich mit den staatl. Krücken meines Schwagers eine Säge und Bohrmaschine gesucht habe, das er auch damit laufen kann. Expat in Thailand? Da fehlt mir ausreichend Geld. Alles sehr entteuschend. LG.

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KoratCat
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Sep 13, 2021 5:04 am

banbath99 hat geschrieben:Expat in Thailand? Da fehlt mir ausreichend Geld.


Ja, das viel gelobte Billigland ist es nicht. Nicht billiger als Deutschland!

Und die Leute vom Dorf? Das habe ich in Deutschland nicht anders erlebt. Das Kaff, in dem ich aufgewachsen bin, hatte auch eine "Elite" aus Bauern. Erst in den 50ern und 60ern hat sich das Gebiet zwischen Frankfurt und Hochtaunus, die Wetterau und das Hessische Ried zum Speckgürtel mit gesellschaftlicher Diversität entwickelt und die "Bauern-Elite" mit Bildung ersetzt, man wurde aufgeschlossener.

Hier habe ich die ersten 8 Jahre in der Stadt Korat gelebt. Dort habe ich einige Freundschaften und Bekanntschaften mit Thais (z. T. ethnische Chinesen) geschlossen, die ich immer noch pflege: Professor, Apotheker, Geschäftsleute etc. Hier auf dem Dorf, 20 km von der Stadtmitte entfernt, begegnet man mir mit Respekt und Distanz. Man hatte mich mal angesprochen, einer Gruppe von Angestellten und Beamten der Gemeindeverwaltung (Obordo) gegen Bezahlung Englisch beizubringen. Aber es stellte sich nach einigen Stunden Unterricht heraus, dass die "Schüler" einfach zu wenig Grundkenntnisse hatten, ich ihnen erst mal das ABC hätte beibringen müssen.

Mein Haus wurde zu einem erheblichen Teil von Verwandten meiner Frau (meist Onkels, Schwager und Cousins) gebaut, gegen die übliche Bezahlung natürlich. Die waren da recht gut und zuverlässig. Heute ist das etwas schwieriger, denn alle handwerklich Geschickten sind mittlerweile recht alt. Wer von den Jungen etwas Handwerkliches beherrscht, ist recht spezialisiert, arbeitet in der Stadt und hält meist zu viel von seiner "Kunst", weil er ein paar Jahre auf eine Berufsfachschule gegangen ist. Noch mal ein Haus könnte ich mit den Verwandten im arbeitsfähigen Alter nicht mehr bauen.

Bis vor einigen Jahren war in Thailand noch viel aufzubauen. Da haben sich einige der Reisbauern zu All-round-Talenten entwickelt, wie das auch in Deutschland in der Wiederaufbauphase nach dem 2. Weltkrieg war. Inzwischen sieht jeder der Jüngeren sein Heil im Fachidiotentum. Da kann man höhere Löhne verlangen, denken sie. Für mich ist das Problem, dass ich fast Keinen von denen noch einmal mit etwas betrauen möchte. Da suche ich lieber nach einer Truppe aus Reisbauern, die sich Mühe geben und bei Problemen fragen, statt "mit links" zu pfuschen.
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon thedi » Mo Sep 13, 2021 7:17 am

Auch für mich persönlich käme eine Rückwanderung in die Schweiz nicht mehr in Frage. Ich fühle mich hier wohl, kann mit den Unzulänglichkeiten leben. Mit zunehmendem Alter - und den damit verbunden Beschwerden, ist die mässige medizinische Versorgung hier mein grösster Kritikpunkt - während mich 90-Tage Report etc. nicht kratzen.

Die ursprüngliche Frage war aber, ob in Zukunft weniger Rentner für ihren Alterssitz in Thailand wählen werden? Ich glaube das eher nicht. Von denen, die mit 40 oder 50 davon sprachen, dass sie nach der Pensionierung nach Thailand auswandern werden, sind schon immer weit weniger als die Hälfte dann wirklich nach Thailand umgesiedelt. Was man sich der Ferne wie ein Paradies schön redet, ist dann, wenn es näher kommt, natürlich auch mit Rückseiten von Medaillen versehen, und die nimmt man nun eher wahr.

Aber das war schon immer so. Somit glaube ich nicht, dass sich die Zahl der Rentner hier gross ändern wird. Für mich persönlich hätten die Hürden sogar einen gewissen Reiz gehabt, um es trotzdem durchzuziehen. Andere nehmen dieselben Hürden vielleicht als Vorwand um das Projekt Auswanderung abzublasen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, das jemand wirklich nur wegen der 90 Tage Meldung oder einer Quarantäne auf eine Auswanderung verzichtet.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon thedi » Mo Sep 13, 2021 10:10 am

KoratCat hat geschrieben:Ja, das viel gelobte Billigland ist es nicht. Nicht billiger als Deutschland!


Wer in DACH mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld nicht klar kommt, wird auch in Thailand finanzielle Probleme bekommen. Anderseits, wer genügend Geld hat, kann sich damit in Thailand eher das leisten was ihm Freude macht.

Ich lebe hier im eigenen Haus auf unserem 1 ha Grundstück mit Bäumen, zwei Weihern, mehreren Nebengebäuden in bequemer Sicherheit. Für den Unterhalt kann ich Leute anstellen und bezahlen. In der Schweiz könnte ich mir mit meiner Rente eine nette, saubere zweieinhalb Zimmer Wohnung im dritten Stock mit 4 qm Süd-Balkon leisten.

Dem einen ist Selbständigkeit im eigenen Haus und Garten viel Wert - andere ziehen eine Wohnung vor mit der sie nichts zu tun haben, da ein Hauswart zum Rechten schaut. Käse und Wein sind hier teuer, Fleisch und Gemüse aber günstig. Je nach eigenem Gusto ist hier oder dort günstiger.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mo Sep 13, 2021 7:28 pm

Ich bin nur und ausschließlich durch meine Krankheiten, die mich hier in D nicht weiter behelligen, weil gut behandelbar, an der Übersiedlung gehindert worden. Der jahrelange Traum vom Leben in Thailand ist aber nicht geplatzt, sondern durch die Realität einfach überholt worden.

Mit meiner Familie in Korat und Roi Et habe ich nach wie vor ein supergutes Verhältnis, und ich schreibe bewußt auch "meine Familie", obwohl es ja die meiner Frau ist. Aber es gibt keine Trennlinie. Selbst jetzt, wo unser Haus in Korat verkauft ist, habe ich immer eine Wohnung in einem der Stadthäuser oder neuerdings auch in unserem Wochenendpark im Khao Yai. Menschlich habe ich dort keinerlei Probleme, die Familie dort ist größer als die in Deutschland. Es zieht mich immer noch an, aber Alter und Krankheit lassen sich in D einfach besser ertragen, wie ich kürzlich ja deutlich erfahren mußte.
Frühes Aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon thai.fun » Mo Sep 13, 2021 9:16 pm

KoratCat hat geschrieben:Ich bin ja nun schon seit 32 Jahren hier in Thailand, seit fast 31 Jahren mit meiner Thaifamilie verbandelt. Da bin ich denen doch recht nahegekommen, habe Familienmitglieder alt werden und andere aufwachsen sehen. ...

Klaus
Deine 2 Berichte vorstehend, wie du in Thailand lebst, denkst und handelst, haben mir sehr gefallen. Fast abnormal Normal, in den vielen Geschichten die ich von Auswandern nach Thailand gehört, gesehen und erlebt habe. :wave

Ich denke, es liegt immer im anerzogenen Charakter und IQ eines Auswanderers wie er sich bettet und oder gebettet wird. Ich finde immer, schön dass es sie gibt, die Ausnahmen von der Regel.
... der werfe den ersten Steintisch!

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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mi Sep 15, 2021 10:21 am

thai.fun hat geschrieben:Ich denke, es liegt immer im anerzogenen Charakter und IQ eines Auswanderers wie er sich bettet und oder gebettet wird. Ich finde immer, schön dass es sie gibt, die Ausnahmen von der Regel.


Eine ganze Portion Glück gehört aber auch dazu, denn beim gebettet werden liegt es auch immer am erziehenden Charakter und IQ der Tonangebenden in der Thaifamilie. Bei mir war es in erster Linie die Großmutter meiner Frau, die schnell eine Zuneigung zu mir fasste und "die Arme ihrer Nachkommen für mich öffnete". Sie beschloss, dass zwei ihrer Kinder das schönste Stück von ihr vererbtes, aber noch nicht an jene offiziell übertragene, Land zu einem fairen von ihr bestimmten Preis an meine Frau und mich "abtreten" sollten.

Als ein Liegenschaftsnachbar der Familie gerichtlich ein ca. 4 Hektar großes Stück Land aus "formalrechtlichen" Gründen streitig machen wollte, und der Familienrat eigentlich schon deprimiert aufgeben wollte, ordnete sie an, auch mich um Rat zu fragen. Ich sah hingegen, mit welchen Beweisen man der Klage begegnen und sie abschmettern könne. Ein mir bekannter ethnisch-chinesischer Rechtsanwalt wurde beauftragt, und die Sache ging für die Familie positiv aus.

Vor drei Jahren ist die Mae Yai, die für jeden ein freundliches Lächeln hatte, im Alter von 92 Jahren verschieden. Bis in ihre späten 80er hatte sie immer noch selbst in ihrem Reisfeld gearbeitet. So etwas wie Aufgeben gab es es nicht für sie. Bei ihrer Bestattung im Wat waren mehr als tausend zum letzten Geleit da. Ich denke, sie hatte hier im Dorf mehr zu sagen als der jeweilige Pu Yai Ban.

Auch mein mit 56 schon viel zu früh verstorbene Schwiegervater, der vom Reisbauern zum Lastwagenfahrer aufgestiegen war, setzte sich von Anfang an für mich ein. Er lebte mit seiner Familie schon länger in der Stadt. Die Schwiegermutter, gleichen Alters wie ich, verkaufte Brathähnchen auf dem Markt nahe dem jetzigen IT Plaza. Sie waren keine Bauernfamilie mehr und schon recht gut situiert.

Sicher gibt es Viele, die bei der Aufnahme eines Farang in ihre Thaifamilie in erster Linie finanzielle Absicherung oder gar Versorgung im Auge haben. Andere haben das aber nicht nötig und entscheiden da nach anderen Kriterien.
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mi Sep 15, 2021 1:18 pm

Mal zurück zum Thema, ob sich in Zukunft weiterhin viele Expats für Thailand entscheiden werden. Während es bisher meist durch die Thaifrau kam, dass man hier ein Refugium aufbaute, da ja ohne die es nicht möglich ist, Land zu erwerben, hängt das doch davon ab, wie leicht man zu einer Mia Thai gelangt. Vor Covid war da ein oft beschrittener Weg über die Vergnügungszentren zu "gefallenen Engeln". So lange Covid noch ein großes Problem ist, bleibt der Weg verschlossen.

Ein alternativer Weg sind die Partnerbörsen im Internet. Nur besteht da die sehr große Gefahr, an eine Katze im Sack zu geraten.

Den Informationssuchenden, ob Thailand ein Hafen für den Lebensabend sein könnte, habe ich selbst auch immer geraten, doch erst mal das Land zu bereisen und Eindrücke zu sammeln. Aber auch die Möglichkeit des Reisens in Thailand ist derzeit noch eingeschränkt. Von daher würde ich sagen, dass zumindest in der nahen Zukunft weniger den Hafen Thailand ansteuern werden, weil noch zu Vieles coronabedingt direkt und indirekt eingeschränkt ist.

Und das mit den von Expats betriebenen Altersheimen ist eine Sache, zu der ich mich mangels eigener Erfahrung in der Hinsicht Wohnen und Betreuung nicht äussern möchte. Lediglich die Warnung, dass man da entgegen so "herrlicher" Beschreibungen (aufs Positive beschränkter Werbung) einzelner Medien arg in die Traufe geraten kann. Eine staatliche Aufsicht, an die man sich im Falle erst später erkannter oder aufgetretener Konflikte wenden könnte, gibt es da nicht.
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Re: Wird Thailand weiterhin Expats anziehen, die sich hier zur Ruhe setzen wollen?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mi Sep 15, 2021 1:54 pm

Regierung will reiche Auswanderer anlocken

Paket soll helfen, die Post-Covid-Wirtschaft anzukurbeln

Das Kabinett hat grünes Licht für ein Konjunktur- und Investitionsförderungspaket gegeben, das darauf abzielt, wohlhabende Ausländer und hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen, um die Wirtschaft nach dem Kovid-19 zu beleben.

Zu den Vorteilen des Pakets gehört ein 10-Jahres-Visum für Thailand nicht nur für genehmigte Sonderbesucher, sondern auch für deren Ehegatten und Kinder, sagte Regierungssprecher Thanakorn Wangboonkongchana am Dienstag.

Das Paket beinhaltet auch eine automatische Arbeitserlaubnis, die gleichen Einkommenssteuersätze wie für thailändische Staatsbürger, Steuerbefreiung für im Ausland verdientes Einkommen und Eigentum an Immobilien und Grundstücken, sagte er.

Herr Thanakorn sagte, dass das Recht, einen festen Einkommenssteuersatz von 17% zu zahlen, im Rahmen des Pakets nur ausländischen Experten angeboten wird, die zur Entwicklung des Vorzeigeprojekts der Regierung, dem Östlichen Wirtschaftskorridor (EEC), beitragen.

Die Regierung geht davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren, beginnend im nächsten Jahr, mehr als eine Million qualifizierte Menschen nach Thailand kommen werden, sagte er.

"Die Regierung erwartet auch, dass diese Ausländer durchschnittlich eine Million Baht pro Person und Jahr für ihren Aufenthalt und ihre Arbeit in Thailand ausgeben werden, also insgesamt etwa eine Billion Baht in den nächsten fünf Jahren", sagte Herr Thanakorn.

Etwa 800 Milliarden Baht werden auch aus den Investitionen von etwa 90.000 Ausländern erwartet, wie sie in den Antragsformularen für diese Langzeitvisa verlangt werden, sagte er.

Weitere 270 Mrd. Baht werden aus den von diesen Ausländern gezahlten Steuern erwartet: 180 Milliarden Baht aus der Einkommenssteuer, 70 Milliarden Baht aus der Mehrwertsteuer und 22 Milliarden Baht aus Steuern im Zusammenhang mit ihren Investitionen, sagte er.

Die Regierung hat vier Zielgruppen für dieses Langzeitvisumsprogramm, wobei die erste Gruppe wohlhabende Weltbürger sind, die häufig reisen und Vermögen in mehreren Ländern haben.

Um ein Langzeitvisum für Thailand zu erhalten, müsse diese Gruppe mindestens 500.000 US-Dollar (16,5 Millionen Baht) in thailändische Staatsanleihen in Form von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) oder in Immobilien investieren, sagte er.

Das Mindesteinkommen für diese Gruppe beträgt 80.000 US-Dollar pro Jahr in den letzten zwei Jahren, während der Mindestwert des Vermögens 1 Million US-Dollar und die Mindestkrankenversicherung 100.000 US-Dollar betragen muss.

Die zweite Zielgruppe sind wohlhabende Rentner, die mindestens 50 Jahre alt sind und über eine ausreichende Rente verfügen, um ihre Lebenshaltungskosten in Thailand zu decken, sagte er.

Die Menschen in dieser Gruppe müssen mindestens 250.000 US-Dollar in thailändische Staatsanleihen im FDI-Format oder in Immobilien investieren, sagte er und fügte hinzu, dass das Mindesteinkommen für diese Gruppe 40.000 US-Dollar pro Person und Jahr betragen muss.

Das erforderliche Mindestkrankenversicherungspaket für diese Gruppe beträgt ebenfalls 100.000 US-Dollar pro Person, sagte er.


Die dritte Gruppe sind die so genannten Work-from-Thailand-Profis, die in Thailand leben möchten, während sie für ihre Arbeitgeber in anderen Ländern arbeiten, sagte er.

Es wird erwartet, dass es sich bei dieser dritten Gruppe um digitale Nomaden und Angestellte großer Organisationen handelt, die kurz vor dem Ruhestand stehen.

Die vierte und letzte Gruppe von Ausländern, die sich für dieses Langzeitvisumsprogramm interessieren dürften, sind hochqualifizierte Fachkräfte, die nach Thailand kommen möchten, um entweder als Experten in den von der Regierung angestrebten Branchen zu arbeiten, sagte Thanakorn.

Zu dieser Gruppe gehören auch hochqualifizierte Fachleute, die als Universitätsdozenten Fächer unterrichten, die mit wichtigen Industrien in Verbindung stehen, sagte er.

Sie müssen über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung verfügen, mindestens 40.000 US-Dollar pro Jahr verdienen und eine Krankenversicherung mit einer Deckungssumme von 100.000 US-Dollar abschließen, sagte er.

Das thailändische Investitionsamt wurde beauftragt, ein neues Zentrum einzurichten, das speziell für dieses Langzeitvisumsprogramm zuständig ist, fügte Herr Thanakorn hinzu.

Bangkok Post

Da kann ich nur Viel Erfolg wünschen; M. E. wird sich der Erfolg wie bei der Elite Card in Grenzen halten. Die setzen ihre Messlatte wie immer viel zu hoch.
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