Verantwortung beim Bau??

Für Infos und Fragen rund um die mit Bauen in Thailand verbundene Bürokratie etc.
schiene
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Verantwortung beim Bau??

Ungelesener Beitragvon schiene » Mo Sep 15, 2008 9:33 am

In wieweit ist man eigentlich für die Bauarbeiter verantwortlich?Angenommen man heuert eine Baufirma an und läßt sein Haus in Thailand bauen.Es passiert ein schwerer Unfall beim Bau und ein Arbeiter wird schwer oder gar tödlich verletzt.Wer tägt die Verantwortung?Kann man zu Schadensersatz verklagt werden?Wer ist für den Arbeitsschutz zuständig?Bauleiter?,Arbeiter?,Bauherr?

khithen
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Re: Verantwortung beim Bau??

Ungelesener Beitragvon khithen » Mo Sep 15, 2008 10:22 am

Bei unserem Hausbau vor 4 Jahren ist ein Arbeiter auf dem Dach mit der Stromleitung in Berührung gekommen was ihn mächtig durcheinander geschüttelt hat.
Er kam ins örtliche Krankenhaus zum durchchecken, am nächsten morgen war er wieder auf der Baustelle. Zwischenzeitlich wurde vom örtlichen Stromversorger im Gefahrenbereich die einzelnen Leitungen mit Plastikhalbschalen zwecks Isolierung überzogen.
Das wars dann auch. ... kann schon mal passieren das war der ganze Kommentar. :?
Für mich damals überraschend, heute weis ich wo ich lebe.

Hier trifft exakt der Spruch von Werner zu, ich darf zitieren:

Thailand ist wunderbar, ich wundere mich jeden Tag :lol: :lol:
....... der Weg ist das Ziel

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koratwerner (†2012)
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Re: Verantwortung beim Bau??

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Mo Sep 15, 2008 3:38 pm

Habe gerade Bauarbeiter an unserem Haus. Etwa 10 qm misst das Dach, welches Auto und Motorrad gegen Regen schützen soll. Don wollte richtig schööön, also keine dieser bunten Plastikhauben, sondern mit Ziegeln, d.h. mit Dachziegeln aus gefärbtem Beton, wie sie auf dem Haupthaus sind. Natürlich mit Stahlkonstruktion und unten mit Gipsplatten verkleidet.

Am Samstag ging es los. Für die erforderliche Stütze ein Fundament ausschachten und die Profilstangen zuschneiden. Das ging schnell. Dann die Montage, ging auch schnell. Doch dann war Feierabend. Die Profile reichten nicht.

Sonntag ging es weiter. Die Dachpfannen wurden verlegt. Die Ziegel reichten nicht. Feierabend.

Montag, fehlte noch ein Abschlussziegel. Kein Problem. In der Nachbarschaft wird gebaut. Da gab es einen. Die Seitenverkleidung wurde auch schon angeliefert, fehlt aber ein ganzer Meter. Jetzt sollen die Winkel angebracht werden, die später die Gipsplatten tragen. Prima, sind auch zu wenig.

Neben den regulären Pausen gibt es also immer wieder Wartezeiten, bis das fehlende Material da ist. Don ist sauer und pfeift den Unternehmer an. Der ist auch sauer und verzieht sich. Hat woanders noch eine Baustelle. Sagt er.

Ich muss Don auf den Teppich holen. Ist uns doch egal, wie oft und wie lange die Arbeiter Zwangspausen einlegen müssen. Haben, so sagte mir Don, eh einen Festpreis ausgemacht. Hoffentlich wird das nicht vergessen.

Jetzt werden die Trägerprofile für die Gipsplatten zugeschnitten und auf die umlaufenden Winkel gelegt. Was soll ich sagen? Sind auch zu wenig. Soeben wurden die Gipsplatten angeliefert. Mir scheint, es sind zu wenig. Wenn die Arbeiter weg sind, messe ich mal durch.

Jetzt aber das Wunderbare. Das Schweißgerät. Alter undefinierbar, doch reif fürs Museum. Beim Anschließen an die Steckdose hüpft die Sicherung raus. Mei pen rai. Die Abdeckplastik unterhalb des Zählers wird abgeschraubt. Da werden jetzt zwei dünne Leitungen angeschlossen, damit Strom da ist. Ging in minutenschnelle. Die Leute haben echt Erfahrung.

Jetzt reicht aber der Nulleiter vom Schweißgerät bis zur Baustelle nicht. Kabel ist auch nicht da. Das Stromkabel mit dem Halter für die Schweißelektroden ist aber lang genug. Prima. Doch was jetzt?
Alle greifbaren Eisenteile werden zusammengeheftet. Das sind erst einmal zwei Stangen von Dons Marktstand, die augenblicklich nicht gebraucht werden. Reicht nicht.

Was jetzt? Mir fällt der Draht aus der Mütze. Der ist aber unbrauchbar. Ich traue meinen Augen nicht. Die Leutchen fischen einen Besenstiel aus Alu aus dem Müllbehälter. Jetzt reicht es. Haha, eine Schraubzwinge, um das seltsame Gebilde an die Stahlkonstruktion zu klemmen. Fehlanzeige. Mai pen rai, wird angeschweißt.

Unfallschutz? Was ist das? Doch an dieser Stelle ein dickes Kompliment. Improvisieren können die Leute! Da kann man wirklich nur staunen.

Hab leider vergessen das kleine Drama mit dem fehlenden Kabel zu forografieren. Wenn die Leutchen noch mal schweißen sollten, dann hole ich das aber nach.

Werner :salut :salut :salut
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

schiene
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Re: Verantwortung beim Bau??

Ungelesener Beitragvon schiene » Di Sep 16, 2008 12:28 am

ist ja alles schön und gut was ihr schreibt,geht aber alles an meiner Frage vorbei!
Ich stelle sie noch einmal anders!
Wenn man selbst Leute für irgendwelche Arbeiten anheuert....wer haftet bei Unfällen?????
Wer haftet bei Unfällen wenn man ein Bauunternehmen beauftragt???
Kann/sollte man die selbst angeheuerten Arbeiter Versichern???

khithen
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Re: Verantwortung beim Bau??

Ungelesener Beitragvon khithen » Di Sep 16, 2008 8:26 am

schiene hat geschrieben:Wer haftet bei Unfällen wenn man ein Bauunternehmen beauftragt???


Hallo Schiene,
habe DIr in meinem Post bereits geschildert wie das abläuft. Niemand wollte was im Nachhinein weder von mir noch vom zuständigen Bauunternehmer

schiene hat geschrieben:Wenn man selbst Leute für irgendwelche Arbeiten anheuert....wer haftet bei Unfällen?????


Später hatte ich einen privaten Bautrupp vom Dorf angeheuert um eine Werkstatt mit EInliegerwohnung zu bauen.
Niemand fragte was bezgl. Kranken- bzw Unfallversicherung. Das Geld in der Tasche um die Familie zu ernähren ist wichtiger als alles andere!

schiene hat geschrieben:Kann/sollte man die selbst angeheuerten Arbeiter Versichern???


Vielleicht findest Du bei dem Link mehr Informationen
http://www.baumgartenbrandt.de/
....... der Weg ist das Ziel


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