Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

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Chang68
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Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon Chang68 » Mo Apr 04, 2016 1:23 pm

Hallo zusammen,

ich möchte hier mal mit meiner Geschichte des Hausbaus im Isaan beginnen.
Last mich mal so anfangen:
Seit ich das erste Mal meinen Urlaub in Thailand verbrachte, hatte ich mich dermaßen in dieses Land verliebt, so daß für mich damals schon feststand, einiges Tages für immer hier leben zu wollen.

Als ich (Chang) nun meine heutige Frau (Mod) im Herbst 2012 kennenlernte, fanden wir sehr schnell sehr viele Gemeinsamkeiten in unserem Leben.

Natürlich sprachen wir auch über unsere Zukunftswünsche.
Der Lebenstraum meiner Frau war immer, ein eigenes Haus zu besitzen.
Ich denke mal, daß dies eigentlich die meisten Menschen wollen.

Nun gab es da für uns 2 Möglichkeiten:
Ein fertiges Haus irgendwo kaufen, wo es uns gefällt, oder ein Haus auf eigenem Grund zu bauen.
Nach langem Abwägen dieser Möglichkeiten, entschieden wir uns für das Haus auf eigenem Grund.
Nun ging es um die Entscheidung, wo wir anfangen wollten zu bauen. Die Familie besitzt nämlich mehrere Grundtücke rings um das Heimatdorf herum.
Letztendlich nahmen wir das größte Land, wo wir gleich nebenan auch ein Fluß haben.

Das Grundstück sah im Dezember 2014 noch so aus:

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Das sind insgesamt 1größeres, 2 kleinere alte Reisfelder, die schon seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet wurden und dann noch ein befestigter Grund mit einer kleinen Hütte des Schiegervaters, sowie ein alter Schweinestall drauf.

Alles in allem hat das Grundstück eine Fläche von etwas was mehr als 8 Rai (sagt meine Frau). :mrgreen:

So genau weiß das eigentlich niemand, denn vor ein paar Jahren fand hier eine Landreform statt, bei dem viele Grundtücke entlang des Flusses beschnitten wurden.

Wichtig ist nur, daß meine Frau das Chanot mit ihrem Namen drauf ihr Eigen nennen kann. :)

Chang68
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon Chang68 » Mi Apr 06, 2016 8:31 pm

Kurze Zeit später dann wurde das Grundstück vom Wildwuchs der Pflanzen befreit. Der Schweinestall wurde auch abgebrochen.

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Als ich dann mit Frau nach einem 2-wöchigen Urlaub von Hua Hin und Bangkok wieder dazu gestoßen bin, wurde bereits mit der Aufschüttung begonnen.

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Das zweitgrößte Reisfeld wollte ich für mich haben. Ich konnte meine Frau überreden, dort einen Fischteich anzulegen.

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Das war mir aber nicht tief genug. Es musste später noch ein wenig ausgebaggert werden.

Die Mannschaft der Erdbewegungsfirma fuhr etwa 3 Wochen lang jeden Tag die Erde auf das Grundstück.

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Der junge Mann hatte dieses Gerät wirklich voll im Griff. Das machte immer richtig Spaß, ihm zuzuschauen.
Mir wäre dies aber auf die Dauer zu eintönig gewesen.

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Der Schwiegervater war jeden Tag auf der Baustelle und hat sogar immer die LKw’s mitgezählt, daß ja nicht zuviel abgerechnet werden konnte.
Er fühlte wie der große Boss.

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AusmTiefstenIsaan
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon AusmTiefstenIsaan » Mi Apr 06, 2016 9:38 pm

Hallo Chang

Schöne Bilder. Ich wünsche Dir viel Erfolg und hoffe, dass Du auch gute (einheimische) Unterstützung hast.

Ein Punkt, der mich etwas stutzig macht: Du schreibst: "Die Mannschaft der Erdbewegungsfirma fuhr etwa 3 Wochen lang jeden Tag die Erde auf das Grundstück.". Ich habe auch mal einen Fischteich ausbaggern lassen und mit der Erde ein "ungenutztes" Reisfeld auffüllen lassen. Bei mir waren das ca. 25 x 35 m, 3.5m tief - also ca. 3 Mio cbm. Bei mir waren die aber in guten 3 TAGEN damit fertig (1 Bagger, 2 Lkws [hok-lor - Sechsträder], 1 Planiertraktor). Was haben die denn 3 Wochen bei Dir gemacht? Wie hoch hast Du aufgeschüttet und auf welcher Fläche? Ich frage insbesondere deshalb, da die "normale" Isaan-Erde (Lehm-Pampe) bei mehr als 1m Aufschüttung Jahre braucht, bevor man darauf ein Haus (zumindest eines im "Western"-Style) draufsetzen kann (oder Du setzt das "Footing" in die "gewachsene" Erde).

LG von Holger (der in seinem 80cm aufgeschütteten Reisfeld immer noch bei Isaan-Regen einsinkt :-( )

Tuarek
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon Tuarek » Do Apr 07, 2016 1:01 am

@ alle
Warum lassen eigentlich alle (kommt mir auf den Bildern so vor, die ich gesehen habe) zuerst aufschütten und bauen dann ihr Häuschen?
Wäre es nicht viel logischer, auf den gewachsenen Boden das Fundament zu setzen, es auf die gewünschte Höhe
hochzuziehen ( Pfeiler + Beam) und anschließend aufzuschütten?
Im Prinzip einen Keller bauen, der ebenfalls aufgefüllt wird. (Keller sollen ja verboten sein)
Ich meine, dass auf diese Art die Gefahr von Setzungschäden viel geringer ist.

Wenn man auf dem Bild die Aufschüttung mit der Höhe des Traktors vergleicht, dann kommt man auf ungefähr 3-4m Höhe

Uwe
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon Uwe » Do Apr 07, 2016 3:00 pm

Gute Beobachtung und Anmerkung von Tuarek.
Vielleicht doch ein wichtiger Punkt beleuchtet zu werden.
Vielleicht können alle, die mit Aufschüttung und Bau zu tun hatten, und noch vor haben, mal heraus finden, was die Begründung der Thai-Experten ist. Irgendeiner Logik muss es ja folgen.
(Statik, Material, Kosten, ...?)
Lässt sich die rote Erde eigentlich maschinentechnisch verdichten? Vor allem im Fundamentbereich.
Oder ist Kiesuntergrund an dieser Stelle eine Option?
[Bitte, Recherche nun starten. Ist doch höchst interessant.]

@ Holger, wie lange liegt Dein Boden schon? Und gibst Du Bescheid, wann ein Einsink-Stopp zu verzeichnen ist?
A.G.u.G.v. Uwe :wave

AusmTiefstenIsaan
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon AusmTiefstenIsaan » Do Apr 07, 2016 7:46 pm

Die Idee von Tuarek ist erstmal absolut richtig. Und es wird ja teilweise genau so gemacht (siehe z.B mein "Probierhaus"). Das Streifenfundament legt im gewachsenen Boden, darauf steht eine 80cm hohe doppelschalige Zementblock/Beton-Wand, die wurde dann aufgefüllt. Die Auffüllung lässt sich relativ problemlos verdichten, da das ganze einen grossen "Sandkasten" bildet. Wenn man aber - wie bei Chang zu sehen - mehrere Meter über das ursprüngliche Niveau will, dann wird diese Art ziemlich teuer. Da sind IMO 6m Rammpfähle deutlich günstiger, die man dann per Betonring verbindet und eine Betonplatte drauflegt.

Und wenn man schon mehrere Meter hoch will/muss, dann wäre zu überlegen, ob man nicht gleich einen "richtigen" Keller baut (ich glaube[!!] nicht, dass das verboten ist). Es dürfte nur in TH keinen Sinn machen. In D-A-CH ist ein Keller im Sommer kühl und im Winter frostfrei; hier wäre ein Keller im Sommer heiss und stickig, im Winter heiss und stickig und in der Regenzeit feucht, heiss und stickig. Aber als Lagerraum für unempfindliche Güter vielleicht eine Überlegung wert.


Zur OT-Frage von Uwe: Das liegt jetzt gut eineinhalb Jahre. War (und ist) aber nicht als Baugrund gedacht (ein bischen Gemüse, jede Menge Bananen und viele Bäume). Das braucht noch Jahre... Diese Pampe kann man stampfen und rütteln so viel man will, sobald Wasser dazu kommt, isses wieder Schlamm. Wir fütterns mit dem Abfall vom Reisschälen ("Gerb" oder so ähnlich) und lassen die abgestorbenen Bananen, abgehackte Äste usw einfach dort liegen - ich hoffe das das mal eine Humusschicht wird (bzw. das ich das noch erlebe :lol:)

LG von Holger

Chang68
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon Chang68 » Fr Apr 08, 2016 6:58 pm

Nun, wie ich schon geschrieben habe, kamen wir erst 2 Wochen nach Beginn der Erdbewegungsmaßnahmen dazu.
Manchmal fuhren die mit 3 LKw's, dann wieder nur mit einem. Sie mussten 3 mal den Ort des Aushubs wechseln, wodurch sich die Fahrtzeit auch dementsprechend änderte.
So wurde uns das von denen erzählt. Möglicherweise habe sie auch ein wenig übertrieben. :mrgreen:
Ich weiß aber, daß allein für den Fischteich der Bagger 3 Tage dort arbeitete.
Wahrscheinlich nicht 8 Stunden durchgehend am Tag. Wir waren auch nicht die ganze Zeit über auf der Baustelle.

Mir war das aber vollkommen egal, den wir zahlten ja nicht nach Arbeitszeit. Das ganze wurde im Vorfeld über das errechnete Raummaß ausgehandelt.
Für 1 Rai Aufschüttung um 1 Meter kostete dies 80 T Baht. Die Erde ist qualitativ gut und wurde von alten Reisfeldern entnommen.
Ich fand das einfach alles sehr interessant für mich.
Die ganze Maßnahme kostete zusammen etwas mehr als 530 T Baht.
Ich habe die einzelne Flächen mit einem Längenlaser ausgemessen und ausgerechnet. Leider habe ich dies aber in Thailand gelassen.
Für die große Fläche hatte sich die Firma ein wenig verspekuliert und Verlust gemacht.
Dies hatten wir aber mit den übrigen Plätzen ein wenig korrigiert. Da waren dann alle zufrieden.

Warum zuerst das ganze Grundstück aufgeschüttet und dann danach die Löcher für die Säulen ausgehoben wurde, weiß ich nicht genau.
Wenn ich aber eine Fläche von ungefähr 3 Rai (oder so) um 2,3 m aufschütten müsste, um mein Haus dann da rein zusetzen,
würde ich vermutlich auch so verfahren. :?

Ich denke mal, die wissen schon, was sie tun. Sie machen das schließlich nicht zum ersten Mal.

Also einen Keller wollten wir für das Haus nicht. Es besteht zwar dort keine Überschwemmungsgefahr, aber man weiß ja nie... ;)
Außerdem ist das Haus für uns nun auch groß genug. Zusätzliche Kellerräume würden wahrscheinlich nur vollgemüllt werden.
Warum auch noch viel Geld für etwas ausgeben, was wir nicht brauchen? :wie

Bis jetzt läuft die Baustelle für meine Begriffe sehr gut. Da hat es noch keine größeren Probleme gegeben. :D

Chang68
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Re: Das Haus von Chang und Mod in Chatturat

Ungelesener Beitragvon Chang68 » Mi Aug 10, 2016 8:24 pm

So jetzt habe ich endlich die ersten Bilder vom Start des Hausbaus bei meinem letzten Urlaub in Thailand mitgenommen.
Angefangen hat das Ende Dezember 2015. Da hat meine Frau das ein wenig mit ihrem Smartphone fotografiert.

Von der spirituellen Obrigkkeit wurde zuvor das Datum des Starts festgelegt.
Nach dem Aushub der ersten Löcher für die Säulen und dem Einrammen der Stahlträger (7,5 m) wurde offiziell der Hausbau eingeleitet.

Zuerst wurde Geld von den Angehörigen gesammelt.
Langt gerade mal für 'ne kleine Brotzeit. :lol:

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Eine Segnung der Baustelle durch die ortsansässigen Mönche durfte natürlich nicht fehlen.

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Ich weiß gar nicht, was das da genau ist. Irgendein Glücksbringer mit dem gesammelten Geld drinnen?

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