Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Diskussionen zu den Gesamt-Kosten des Eigenheimbaus in Thailand sind hier zu finden.
jogi
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Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon jogi » Fr Nov 29, 2013 10:03 pm

Hallo liebe Hausbauer und Mitleser,
hier ein Bericht von unserem neuen Hausbau-Projekt. Haus soll in drei Wochen fertig sein. Soll ein Gästehaus werden.

Ich gebe zu, mein Beitrag hier steht ein bisschen unter dem Motto: "die Armut wehrt sich" und natürlich frisst mich der Sozialneid ein wenig an, wenn ich die wunderschönen, großen, prächtigen Hausbauten sehe, die manche Farangs hier in die Hochebene stellen, glänzende Dächer, importierte Fenster, Stainless wo nur geht, Carports, die mehr gekostet haben als unser Haus, zu Stein, Beton und Gipspappe gewordene Rentnerphantasien mit allerbester Innenausstattung, Einbauküchen, wo keiner kocht aber mit Ceranfeld und Abzugshaube, pipapo. Und natürlich alles isoliert und abgedichtet, was die Ameisen aber gar nicht weiter stört, denn sie wollen ja auch was haben vom Farang. Und im Wohnzimmer der 2m Plasma-TV mit Bundesliga. Mit der Zeit stellt sich dann oft aber heraus, das ihnen das Wohnzimmer gar nicht gehört sondern der Thaisippe und der Kühlschrank auch. Das nennt man dann Fehlplanung.

Mir erzählte ein Schweizer, dass die Mauer, die er um sein Grundstück baut, von besonderer Qualität ist und hundert Jahre hält. Ich habe ihn dann gefragt, wie alt er ist, er meinte 67. Ich meinte dann, ob ihm was auffällt so dabei. Dann konnte er mich nicht mehr leiden.

Ganz abgesehen davon, dass bei vielen Farangs das Haus oft wirklich gar nicht ihnen gehört, das Vermögen aber zum Großteil darin verbraten ist und sie deshalb in der ständigen Angst leben, dass die liebe Gattin sie rausschmeißt und dann ist alles weg. Sowas belastet doch die Beziehung.

Ich habe von Anfang an, als ich meine Liebste kennenlernte vor 12 Jahren, nur das gebaut, was sie haben wollte und das war nicht teuer. Dach aus Wellblech, Plastikboden ausgelegt und Kabel auf Putz. Und ob ihr es glaubt oder nicht, wenn ich am Schalter drücke, geht auch bei uns das Licht an, dem Strom ist nämlich egal, ob er über deutsche Elektroinstallation läuft oder Thaisicherungen. Für mich wollte ich nur ein eigenes Zimmer mit Klima und Bad und auch einen eigenen Kühlschrank und Fernseher. Und ich habe meinen Thais beigebracht, dass man bei mir anklopft, Kinder auch.

Ich habe als oberste Maxime mir immer überlegt, ob der Spaß, den ich mit meinem Engel habe, die Investition rechtfertigt, so dass ich locker darauf verzichten kann, wenn Feierabend ist mit lustig. War aber weiter lustig und so kamen Fließenboden dazu, Rigipsdecken und Klimaanlagen, warmes Wasser, ein Garten eine Terrasse, usw.

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Das ist das Haus, drei Zimmer und ein großes, das man mit Falttüren unterteilen kann, zwei Klimaanlagen, zwei Bäder, zwei Terrassen. Wir sind fünf Personen, Frau, Kind, Schwester, Oma und Farang.

Dann haben wir eine Gästehütte gebaut, die war so schön geworden, dass ich mir gedacht habe, da ziehe ich selber ein. Ich habe aus Steinen und Beton ein Schlafzimmer, eine Küche und ein Bad an eine große Holzhütte mit Terrasse anbauen lassen und bin so glücklich damit, niemand stört mich. Mein Engel kommt zum Schlafen und Putzen und bringt mir das Essen. Hier das ist meine Hütte.

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Hütte auch mit 2 x Klima, Warmwasser und was ich so haben wollte, zum Beispiel eine Werkbank mit Schraubstock und was der Bastler braucht. Was mir fehlte war ein Pool, da habe ich das Wasserloch hinter der Hütte dazugekauft. Da kann man schwimmen, angeln und ein paar Meter Bötchen fahren. Und im Haus meiner Frau wurde mein Zimmer mit Bad frei, da wohnt sie jetzt selbst.

Auf einem Nebengrundstück von uns stand ein landwirtschaftliches Gebäude, das hätte die Oma gerne gehabt, um da nach traditionellem Thaistil zu wohnen und weil mit Spaß noch nicht Feierabend war, haben wir das Gebäude und Land dazugekauft und der Oma darin zwei Räume eingebaut, damit sie den ganzen Tag den Radiosender hören kann, wo die Mönche beten und singen. Da ist jetzt auch die Küche und das Esszimmer für Thais, wo alle auf dem Boden sitzen und es gibt ein paar Abstellräume für Maschinen, etc., Platz satt. Hier ein Foto:

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Es ist ein sehr lang gestrecktes Gebäude

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Hinten hat die Oma noch einen Schuppen für ihre Hühner.

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Den Carport haben wir zweimal vergrößert, das dauert immer so ein – zwei Tage. Jetzt sieht er so aus wie hier auf dem Foto und erfüllt seinen Zweck. Einschließlich Platz für fünf Motorbikes hinter den Autos.

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Im ehemaligen Küchenanbau vom Haupthaus, ist bis jetzt dann die Gästehütte gewesen. Ist ausgestattet wie ein Hotelzimmer. Bad, Klima, kleine Terrasse und so.

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Daneben hatten wir auf vier Säulen ein Dach gebaut, zum Draussensitzen, wurde aber dann hauptsächlich zum Wäschetrocknen genutzt. Und vor ein paar Tagen kam meine Frau auf die Idee, daraus doch ein Haus zu machen, damit ihre Schwester, - jetzt 22 Jahre und auf der Uni, ein eigenes Zimmer hat. Ich nenne das Gebäude jetzt weiter "Haus", weil die Thais das auch so nennen, möchte damit aber Besitzer eines Hauses nach Farangvorstellung nicht brüskieren. Es ist eher ein Häuschen.

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Das ist nach der langen Einleitung nämlich der Grund für meinen neuen Hausbau-Beitrag im Forum. Ich möchte Euch mal zeigen, wie schnell man das baut, was Thais brauchen.


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Die hinteren vier Säulen mit Dach drauf standen schon. Das Foto zeigt den Zustand nach zwei Arbeitstagen. Zwischen den Säulen wurden Gräben ausgehoben und darin sowas wie mit Eisen armierte Grundmauern aus Beton gegossen, mit Brettern eingeschalt. Hier schon die erste Reihe Steine darauf gesetzt. Vorne wurden zwei neue Säulen gesetzt. Das sah professionell aus. Tiefe Löcher mit Beton ausgefüllt. Wie sie die genaue Höhe der Säulen hingekriegt haben, weiß ich nicht. Die Säulen sollen das Vordach über die Terrasse tragen. Das Dach wird verlängert.

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Bei der Terrasse haben sie die von mir so genannte Grundmauer nicht in einen tiefen Graben gemacht und mit Brettern eingeschalt sondern den Beton zwischen zwei Reihen Steine gesetzt aber auch Eisen reingemacht.

Wie ihr merkt, habe ich keine Ahnung vom Bauen und weiß auch nicht die richtigen Fachausdrücke. Ich gucke auch beim Bauen nicht zu. Ich gehe nur von Zeit zu Zeit ein paar anerkennende Worte verteilen. Wer da arbeitet, ist vorne der ältere Bruder meiner Frau, mit der weißen Mütze seine Frau. Die beiden sind das Bauteam. Dann sind noch ein Schwager und meine Schwiegermutter zu sehen. Ist ein Familienprojekt bisher keine Fremdarbeiter.
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Hier der Zustand am Ende des zweiten Arbeitstages, abends. Baustelle sieht sehr aufgeräumt aus.

Tag drei und vier habe ich schon im Fotokasten aber heute keine Lust mehr hochzuladen.
Grüße von Jogi

derwinny
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon derwinny » Fr Nov 29, 2013 11:29 pm

Hallo Jogi, alles in allem ist das aber auch schon ein Projekt!

Winny

jogi
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon jogi » Sa Nov 30, 2013 10:18 am

Hallo lieber Winny und alle Forenleser,
Ja, du hast recht, für mich ist es schon ein Projekt, auch finanziell. Über die Kosten will ich noch genauer berichten. Aber ich habe ja auch geschrieben, dass es mir Spaß macht unsere reichen Farangkollegen mit den schönen teuren Häusern etwas zu ärgern, dass es auch anders geht, - "die Armut wehrt sich", Sozialneid eben. Aber auch wenn ich Geld wie Heu hätte, würde ich das hier nicht in ein Protzhaus stecken, geschweige denn ein Altenwohnheim oder Reichenrestaurang aufmachen, damit das Geld noch mehr wird.

Was ich allerdings gerne hätte, wäre ein elektrisches Automatik-Schiebetor. Aber das erlaube ich mir nicht, weil mir anderes wichtiger ist und die Kohle begrenzt. Ich reise gern und habe mit meiner Frau in 12 Jahren schon mehr als 14 Länder bereist, oft mit Camping. Das macht uns mehr Spaß als ein prächtiges Haus zu haben. Und sind wir doch mal ehrlich, ein wesentlicher Grund für die schönen Hausbauten ist doch der: "seht her, wir haben was"! Das ist ja auch alles menschlich verständlich. Eben jeder wie er will, das ist ja das Schöne an Thailand. Und noch eins: ich möchte denen, die genauso wenig haben wie ich zeigen, dass es auch billig geht mit dem Hausbau.

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fraza
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon fraza » Sa Nov 30, 2013 7:46 pm

Hallo Jogi,

finde ich wirklich sehr gut, dass Du auch einmal diesen Aspekt „wenig Geld“ ansprichst. Das kommt hier wirklich etwas zu kurz. Egal ob man nun wirklich wenig Geld hat oder nicht so viel in Steine investieren will.

Wir sind auch gerade dabei, ein Haus in Pak Chong zu bauen, das mit unseren – mässigen – finanziellen Möglichkeiten machbar ist. Natürlich habe ich mich in den Foren und im Internet ausführlich informiert und viel gelernt; aber manchmal bei den vielen optimalen Vorschlagen habe ich mich dann doch oft gefragt: Mache ich denn wirklich fast alles falsch, wird unser Hausbau total daneben gehen? Aber irgendwann muss man die Sache dann einfach in die Hand nehmen und starten – und zu seinen Entscheidungen stehen.

Da ich/wir nicht selbst bauen können/wollen, haben wir dann Bauunternehmer gesucht und sind beim ersten ganz schön reingefallen, weil er uns preislich über den Tisch ziehen wollte, haben es aber gottseidank noch früh genug bemerkt. Dem haben wir dann noch rechtzeitig gekündigt. Beim zweiten hatten wir dann – toitoitoi – richtig Glück, da er erstens sehr realische Preise macht, zweitens menschlich sehr angenehm ist und drittens alle Wünsche und Fragen berücksichtigt, diskutiert und beantwortet (spricht auch ein bisschen Englisch). Zudem war er schon mit seiner Frau bei uns zum Essen, hat auch die Startzeremonie des Hausbaus mit organisiert und mitgemacht und hat mir heute sogar einen Karton Chang mitgebracht (was natürlich nicht ausschlaggebend ist). Der Hausbau ist vor knapp 3 Wochen gestartet und seine 10-köpfige Mann-/Frauschaft arbeitet bisher gut und ist ein gutes, symphatisches Team.

Übrigens war ich früher auch ein passioniert Camper und bin mit Zelt bzw. VW-Bus durch Afrika, Europa, Amerika gereist. Leider klappt das mit meiner Thaifrau nicht mehr: sie hat gewisse Vorurteile gegen Campen („das ist wie Slum“), obwohl sie es gar nicht kennt. Aber OK, kann ich akzeptieren.

Deshalb: mach weiter so, finde ich unheimlich gut!
Frank

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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon jogi » Sa Nov 30, 2013 9:29 pm

Hausbau zweiter und dritter Tag

Zuerst mal zu den Kosten. Für die ersten beiden Bautage habe ich ca. 6000 Baht ausgegeben. Dabei sind zwei Säulen je 450 Baht, der Rest war für Steine, Zement, Sand, Schotter und Armierungseisen. Ich lasse mir von meiner Frau die Rechnungen geben, kann aber das Gekritzel im Einzelnen nicht lesen. Für die beiden nächsten Tage, von denen ich heute berichten will, habe ich 8500 Baht bezahlt und zwar nochmal Sand, gewellte Zink-Dachbleche, Holz für Dachkonstruktion und jede Menge Kleinkram, Nägel, Schrauben, kleine rote Steine und sowas.

Hier sieht man ein paar Fotos, wie sie das Dach nach vorne über die geplante Terrasse verlängert haben. Auf dem dritten Foto sieht man, dass das neue Dachblech länger ist als das alte. Da hat sich mein Schwager beim Umrechnen von Meter in Fuß leider geirrt, ich hatte nämlich nur ein Maßband mit cm-Einteilung. Ich habe sofort ein Thaimaßband gekauft, damit das nicht mehr vorkommt. Denn ich musste die gelieferten Blechplatten dann zurückbringen.

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Man sieht, dass ein Viertürer für Bauzwecke wenig geeignet ist.

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Hier nochmal die Dachkonstruktion.

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Das Dach ist fertig. Im Hintergrund sieht man den Carport und das langestreckte Gebäude der Mutter. Rechts am Bildrand die Treppe zur ehemaligen Gästehütte, die jetzt von der Schwester meiner Frau bezogen wird und daran anschließend das Haus meiner Frau.

Am vierten Tag kamen drei kleine Lastwagenladungen Erde, jeweils 400 Baht. Zwei davon wurden mit vereinten Kräften in den ummauerten Vierecken von Haus und Terrasse verteilt, damit der Fußboden höher kommt. Darauf soll dann Beton. Mit einem Stampfer haben sie die Erde festgestampft. Die dritte Ladung wird um das Haus verteilt.

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So sah die Baustelle nach vier Tagen aus.

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Ich schäme mich zwar ein bisschen, das der Komfort für Gäste von der ersten Gästehütte, wo ich jetzt wohne, über die zweite Gästehütte, die jetzt die jüngere Schwester haben soll, bis zu der Gästehütte, die wir jetzt bauen, jeweils etwas abgenommen hat. Kurz, - die neue Hütte hat keine Toilette im Raum. Aber das Weiße mit den Zementtüten davor, das man neben der Hütte hinten sieht, ist unser ehemaliger Außenklo, für Partys auf dem Hof, damit die Leute zum Pinkeln nicht in die Häuser rennen müssen.

Wir hatten schon mal eine Party mit ca. 500 Gästen, da braucht man einen Außenklo. Und weil der schon da war und gleich neben der Hütte, wollten wir sparen und den Außenklo dafür schön machen, Kacheln und warmes Duschwasser und so. Wir haben aber an der Seitenwand der Hütte eine zweite Tür geplant, dass man gleich hinüber huschen kann und nicht am Eingang raus muss. Außerdem habe ich meiner Frau erklärt, was „Ferien auf dem Bauernhof“ bedeutet.

Das waren die ersten vier Tage. Inzwischen haben meine Thais schon weitergebaut und ich komme mit dem Berichten kaum nach.
Liebe Grüße , besonders an fraza. Vielen dank für deine Anerkennung! Genauso, - oder fast so lieb wäre mir aber auch, wenn einer schreibt, dass Armut ihn ankotzt und dass man mit Thai-Elektroinstallation nicht lange überlebt oder sowas, dann könnte man diskutieren.

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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon thedi » So Dez 01, 2013 8:20 am

jogi hat geschrieben:... oder fast so lieb wäre mir aber auch, wenn einer schreibt, dass Armut ihn ankotzt und dass man mit Thai-Elektroinstallation nicht lange überlebt oder sowas, dann könnte man diskutieren.

Sali Jogi,

Auch ich eigne mich nicht als Diskussionspartner, denn auch mir gefällt Dein Stil. Man merkt den Camper - etwas was Isaanern auch sehr liegt: einfach aber bequem - im Sinne von drei Hängematten die man je nach Schatten und Windverhältnissen mal da mal dort aufhängt - statt einer Leder-Polstergruppe in der guten Stube, in der es dann doch zu heiss ist, oder zu viele Moskitos hat, oder zu viel Lärm von den Kindern, die gamen...

Das mit dem Ausdruck 'Armut schlägt zurück' müsstest man allerdings ehrlichkeithalber etwas relativieren. Denn Dein Stil braucht viel Land. Das geht dort wo Land schon vorhanden ist - oder wo es noch günstig zu haben ist.


Ich freue mich auf weitere Berichte von Deinem Familien-Dorf

Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon jogi » So Dez 01, 2013 9:28 am

Hallo an alle mit und ohne Haus, hier der 5. und 6. Tag unserer Bautätigkeit.

Danke Thedi! Ja mit dem Land dazukaufen hatten wir Glück. Das habe ich nicht so geplant sondern ist so gekommen. Meine Frau hatte hier vor 12 Jahren nur 8 x 40 Meter, da passte gerade das Haus drauf. Rundherum gab es aber keine Gebäude. Wir taten aber so, als ob es unser Land wäre rundherum. Das hat mir aber nicht gepasst. So habe ich erst nochmal 8 x 40 Meter dazugekauft. Dann, wenn ich wieder Geld hatte, noch ein Stück dazu und so weiter. Heute geht das nicht mehr. Wir werden langsam von anderen Frangs mit ihren Häusern umzingelt. Und die Landpreise sind ums Doppelte höher. Wir hatten Glück.

Jetzt zum Bauen

Wie ich morgens die Baustelle besichtige, traue ich meinen Augen nicht. Da hat unser Bau-Team in Abend- und Nachtarbeit den Betonboden im Haus und auf der Terrasse eingebracht. Ich war abends essen und hatte davon nichts mitgekriegt. Wahrscheinlich haben sie sich gedacht, dass der Beton über Nacht hart ist und sie dann morgens weiterarbeiten können.

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Also ich bewundere den Bruder meiner Frau, wie schnell der arbeitet. Und dass der das alles kann. Er hat nämlich ansonsten an einer Schnellstraße in Konken ein Hähnchen-Restaurant. Das machen während er bei uns baut seine Schwiegereltern weiter. Über seinen Arbeitslohn haben wir noch nicht abschließend gesprochen. Es hieß, wenn er fertig ist, sagt er wieviel er haben will. Da bin ich aber mal gespannt. Meine Frau redete was von 450 Baht am Tag und für seine Frau als Handlanger 350 Baht. Das ist aber nicht endgültig abgemacht und gehört zu den Sachen, die ich an Thais nicht leiden kann, sie machen keine definitiven Aussagen, auf die man sich verlassen kann. Jedenfalls haben wir mit dem Mann einen Glücksgriff getan. Und nur zur Information, meine Frau hat noch einen Bruder. Der ist sozusagen das Gegenteil. Mit dem ständen wir noch in der Planungsphase, hätten aber dessen Lohn schon im voraus bezahlt oder so ähnlich.

Ansonsten fing der Tag mit größeren Ausgaben an. Wir haben die Fenster und Türen gekauft.

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Das ging so. Ich sehe in vielen Läden und Baumärkten, dass die Türen verkaufen. Meine Frau wollte aber zu einem bestimmten Laden, wo ich als Farang eher nicht reingegangen wäre, wir neigen ja zu Baumärkten, weil wir das von Zuhause kennen. In dem besagten Laden hatten sie sehr viele Türen zur Ansicht aufgebaut. Zum Teil sahen die ganz gleich aus aber mit 1000 Baht oder mehr Preisunterschied. Ich wollte mir erklären lassen wie der Preisunterschied zustande kommt, ging aber nicht. Die Argumente waren für mich nicht einleuchtend. Also habe ich mittlere Preisklasse gewählt, für die Eingangstür, auf dem Foto unten in Plastikfolie ca. 3000 Baht, die kleinere Tür zur Toilette weniger. Mit Rahmen, Beschlägen und was dazugehörte einschließlich der Fenster waren es ca. 13000 Baht.

Meine Frau wollte eigentlich Schiebe-Alu-Fenster. Ich kann die aber nicht leiden aus verschiedenen Gründen, habe meine Erfahrungen aus Hotels und einem Miethaus in Samui damit. Die sind auch schwerer einzubauen. Bei den Holzfenstern mauern sie um den Rahmen herum, wie man auf den Fotos sieht. Bei Alu muss man ein Loch lassen, wo die Fenster eingesetzt werden. Das führt zu Messfehlern und Befestigungsproblemen, meine ich.
Außerdem haben wir sonst nur Holzfenster.

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Ich dachte eigentlich oben, wo das Mauerwerk an das Holz der Dachkonstruktion stößt, da würden sie ein elastisches Bitumenband oder sowas dazwischen machen aber das ist hier wohl nicht üblich. Bin ja auch Laie.

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Hier die beiden Türrahmen. Werden genauso eingesetzt wie die Fenster.

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Hinten sieht man meine Hütte.

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Hier nochmal die Tür zur Toilette draußen. Inzwischen haben alle geholfen Erde um das Haus zu verteilen. Zwischen Haus und Außentoilette soll wohl auch noch Beton hinkommen.

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Das ist der Zustand am Ende vom fünften Tag.

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Und so sah es einen Tag später aus. Meine Frau in roter Bluse, ganz vorne ihre jüngere Schwester, für die wir das alles machen, dazwischen das Bau-Team. Am sechsten Tag war dann abends fertig mit Mauern sozusagen. Meine Frau und Schwiegermutter waren ganz stolz und haben sich erst mal in das fertige Gebäude gesetzt.
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Das ist einer von unseren zwei bösen Hunden. Dieser hier hatte es mit dem Sand und hat sich gerne darin herumgewälzt.

Hier nochmal ein Foto vom Nachmittag sechster Tag.

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dogmai
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon dogmai » So Dez 01, 2013 5:44 pm

Und irgendwann mußt du dann Wahlen abhalten für den Bürgermeister deines kleinen Familiendorfes :wave . Das kann man natürlich nur da machen, wo Platz vorhanden ist, und das ist es ja offensichtlich bei dir. Wir armen Leute, die nur ein Reihenhaus in einer Stadtsiedlung haben können, schauen da schon ein wenig neidisch hin.
Frühes Aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon Detlef » So Dez 01, 2013 6:20 pm

Hi Jogi,
finde ich wieder absolut köstlich, wie du mit deiner "Armut" kokettierst und gleichzeitig mit dem Stachel löckst. :lol: :lol: :lol:

Aber im Grunde hast du meine Zustimmung. Eigentlich war es auch meine Intention, mit 'nem low budget anzutreten. Hab das ja auch anfänglich posaunt. Aber bereits beim Bau der Häuser für die lieben Kleinen sind die Pferde mit mir durchgegangen. "Ytong" statt Zementblock. Preisunteschied pro Quadratmeter: 226%. Von da an war nix mehr mit low cost. :mrgreen: Wenn ich dann beim Einkauf vor den Armaturen und der Keramik stand, konnte ich mich nicht überwinden, bei den billigsten Sachen zuzuschlagen. Tja, und so ging das weiter.

Einen kostenträchtigen Rat möchte ich dir aber geben: isoliere die Zimmerdecke. Wobei das Material gar nicht sooo teuer sein wird für die relativ kleine Fläche. 3" Dämmmaterial auf der Rolle, vergleichbar mit der in D bekannten Mineralwolle, alukaschiert, bringt 'ne Menge. Das hält die Strahlungshitze vom Dach ab. Meine liebe Frau ist jedes Mal begeistert, wenn sie in die Häuser der Kinder geht. "Schön kühl, ohne Air!"

Ansonsten darf ich dir noch einmal bestätigen, dass mir das Ensemble der Gebäude auf dem Grundstück sehr gut gefällt.
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon Khonggon » So Dez 01, 2013 6:35 pm

Hallo Jogi,

kurz und knapp:

find ich toll !

:salut
Wer zornig ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat.
(chinesisches Sprichwort)

derwinny
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon derwinny » So Dez 01, 2013 8:07 pm

ich bin begeistert!

Habe das alles meiner Frau gezeigt und Sie ist genaue so angetan, vom Bau der insgesamt sehr preiswerten Bauweise.

Sie sagt, Original Ton: „ Thailand immer so!!!“ wenn ich daran denke was Sie vorher für einen Palast wollte, aber langsam kommen wir davon ab, „Gott seis getrommelt und gepfiffen!“

Zwei drei kleinere Häuschen sind mir auch viele lieber als so ein Steinklotz der gar nicht in die Gegend passt und mehr Schein als sein ist.


Hoffe nicht das später der Einwurf von Ihr kommt. „ weisst Du was ich will?“ = Doch ein wenigstens kleines Schloss!!!! :wiiee


Wenn ich noch ein wenig vorarbeite sind wir später bestimmt bei zwei drei kleinen Häusern, mit eventuellen Nebengebäude(n) die wir für einen Bruchteil des veranschlagten Budget realisieren könnten.

Ich wurde noch in einer Zeit geboren als noch nicht alles perfekt war, zB. Toilette draußen, das wöchentliche Bad wurde mit einer Blechwanne und viel Wasser vom Kohleherd in der Küche
gefüllt, dann wurden wir 3 nacheinander da rein gesteckt! Fliesend Wasser gab´s nur in der Küche an einen Wasserhahn!
UND waren wir damals unzufriedener? wir hatten kein Auto der Vadder hatte nur ein Mopet NSU Quickly!
Nee war alles so OK, wenn ich andere Familien sah von Freunden, die hausten in Baracken und was weis ich wo überall. War trotzdem eine Super Zeit die wir als Kinder verbringen durften, 1963 bauten meine Eltern ein kleines Häuschen 5 Zimmer mit 80qm auf einen gekauften Grundstück qm Preis damals 3,75 DM was damals auch viel Geld war.
Heute kostet da der qm 330 € !!!

Ich hätte kein Problem wie vor 50 Jahren zu leben, gibt ja Handys und so ...........


Winny der heute mal in Erinnerungen schwebt !!!

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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon russel23 » Mo Dez 02, 2013 8:14 pm

Hi,
möchte auch meinen Beitrag leisten... :D

Jogi, natürlich hast Du Recht , aber auch Detlef hat Recht :lol:

Das Familiendorf sieht gemütlich aus, und mit Sicherheit kann man sich wohl fühlen :D
Auch ist es toll, wenn man mit seinem Budget so plant, wie man es gerne einsetzen möchte....jedem das Seine...

Ich bin kein Camper, ich bin nicht Reich, doch habe ich einen Traum. Dieser ist ein Haus, wie ich es mir vorstelle,
und mir in D. niemals Bauen könnte....

Desweiteren habe ich hier vieeeel Zeit, um dies nach und nach zu verwirklichen, so wie Du Deine einzelne Projekte verwirklichst hast :)
Hast ja auch alles nicht in 30 Tagen gebaut, oder ? ;)

Dann gibt es noch etwas anderes....NEIN, ich fühle mich weder von Deinen Aussagen angegriffen , und ich will auch nicht wie ein
Thai oder auch Farang protzen.....

Aber, wenn ich all die persönlichen Leistungen in meinem Bau ( wie z.B. auch bei Detlef bei seinem Projekt und auch Andere ) betrachte, kann ich ( können Wir ) Stolz auf mich ( Uns ) sein.

Ein eigenes Lebenswerk....ob es mich überlebt oder nicht, mag dahin gestellt sein :D

....doch ich sitze nicht, wie andere Farangs morgens um 10 Uhr mit der Bierflasche da, und fröne so meinen Tag.....
...einen sinnvollen Tag ?!!!

Du siehst, es kommt nicht nur darauf an, ob man Reich oder Arm ist....es ist die eigene Lebenseinstellung :D

Und mal ganz ehrlich.....

Ich bin, wie in D. auch, froh, wenn ich abends die Tür zu machen kann und habe mit meiner Frau und unserem Hund, Ruhe...
....mir reicht die Verwandschaft den ganzen Tag um mich rum, auch wenn Wir uns super verstehen und Sie mich in Ruhe werkeln lassen...
Aber das ist meine persönliche Meinung

....und bezüglich des Materials hier in Thailand.....
Klar, wenn man noch nie mit solchen Projekten als "Profi " zu Tun hatte, ist natürlich alles gut ;)
....oder sich jedesmal den Handwerker bei einem Defekt leisten kann ( das war ein Seitenhieb ) :D :D :D

Doch muß ich da Detlef Recht geben.....wenn ich sehe , was für einen Schrott man hier kauft, und zum Teil nicht mal so billig,
dann könnte man in Tränen ausbrechen, vor allem, weil es das eigene Budget angreift und noch mehr schmälert :roll:

Also, zum Abschluß ;
Ich finde Deine Einstellung super, auch wenn Sie sich nicht mit meiner deckt....und bist Du zufrieden, bin ich das auch :D :D
....doch bin ich leider der " Detlef Typ " , der sich verewigt und seine Träume erfüllt....auch mit kleinem Budget :salut


Grüße ,
von dem bei den Schwiegereltern wohnenden,
der von seinem eigenen Haus träumt, und gerade mit der Grundstücksmauer
anfängt, zu Bauen...

Michael :wave :wave

jogi
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon jogi » Di Dez 03, 2013 8:11 am

Hallo an alle Mitleser und Mitschreiber,

ich freue mich wirklich über Eure Antworten. Lieber fraza, ich wünsche dir viel Glück und Gelassenheit für deinen gerade gestarteten Hausbau. Was du schreibst, hört sich an als könnte es klappen mit eurem neuen Team. Aber du wirst sehen, - und bei unserem Detlef kann man das ja auch nachlesen, - irgendwas ist immer! Deshalb Gelassenheit oder auch Baldriantropfen für guten Schlaf trotz Hausbau. Das mit dem Camping und Rundreisen, das habe ich wohl von meinem Vater.

Lieber Detlef, isolieren mache ich nicht. Weil, - sie hat es sich ja nicht gewünscht! Im ersten Haus habe ich im Dachfirst einen Ventilator eingebaut, der sollte die Wärme zwischen Dach und Zimmerdecke raushauen. Haben meine Thais aber nie angemacht das Teil.

Ventilator
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Manch einer mag hier beim Lesen denken, dass ich mit meinen Sticheleien gegen die reichen Hausbauer in Thailand besonders dich, Detlef, meinen könnte, aber wir beide wissen, dass das nicht der Fall ist. Im Gegenteil ich bewundere Dich, dass du abends noch Zeit und Lust hast deine Erfahrungen so ausführlich mitzuteilen. Dein Hausbau ist dein Hobby und nicht eine Sache um damit zu protzen. Und du machst es ja auch selbst, baust dir halt eine andalusische Mauer, weil sie dir persönlich gefällt, usw.

Ich meine eher solche Typen, die sich aus einem dieser Bücher von der Regierung, wo die Häuser schon mit Bauplänen, Bildern etc. fertig sind, eins aussuchen, nach dem Motto: da werden die Nachbarn Augen machen.

Bau-Buch mit Haus Nr. 109
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Ich meine, diese Bücher sind nicht schlecht, sind auch billigere Häuser drin. Allerdings hat das Haus Nummer 109 auf dem Foto oben acht Millionen gekostet am Schluss. Steht hier bei mir in der Gegend rum und ist nur zeitweise bewohnt. Das ist mir eigentlich auch egal, ich bin nur neidisch, weil ich denke, was ich mit den acht Millionen machen würde, jedenfalls kein Haus in Thailand bauen.


Armut ist eben relativ.
Ein Witz:
Kommt ein deutscher Kleinunternehmer mit seinem Schwarzgeld in eine Schweizer Bank und fragt den Banker: „kann ich bei Ihnen ein Konto auf machen und Bargeld einzahlen?“ „Aber natürrrlich“, antwortet der Banker, wie viel ist es denn?“ Beugt der Deutsche sich vor und flüstert: „15 Millionen!“ Sagt der Banker:“ Was sprrrechen`s denn so leise, Arrrmut ist doch keine Schande!“

Ja, ich wollte etwas provozieren. Aber wirklich arm ist für mich einer, der sich keine Thaifrau leisten kann. (oder nicht mehr leisten kann, weil sie alles beim Kartenspiel verloren hat)

Ich habe mich eigentlich im Leben nie arm gefühlt, im Gegenteil eher reich. Mein Vater hatte ein Malergeschäft und als ich fünf Jahre alt war, nach dem Krieg, waren wir und der Gemüsehändler die einzigen in unserer Straße, die ein Auto hatten. Das war eine lange Straße, die Kanalstraße in Köln. Natürlich waren wir nicht wirklich reich, - aber wir hatten ein Auto! Und zwar einen Lloyd. Mein Vater war stolz drauf.

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Der war aus Presspappe zum Teil. Später kam dann einer aus richtigem Blech, das Modell hieß „Alexander“. Mit diesen Autos fuhren wir damals schon zum Camping.

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Seit ich 13 Jahre alt war, bis ca. 18 Jahre ging ich morgens vor der Schule um 5.00 Uhr beim Bäcker arbeiten, Brötchen austragen und samstags Kuchen mit dem Lieferfahrrad verteilen. In meiner Klasse war ich immer der Reichste deswegen. Das Arbeiten beim Bäcker habe ich immer sehr gerne gemacht. Denn da gab es die Frau Schmitz. Sie kam immer im offenen Bademantel an die Tür und nahm die Brötchen in Empfang. Täglich lächelnd erlaubte sie mir tiefe Einblicke. Das war damals der Hammer. Ansonsten gab es nämlich nur die Damen-Unterwäscheabteilung im Otto-Katalog.

In den Ferien half ich für Geld beim Vater Farbeimer für die Gesellen aufs Gerüst schleppen und sowas, ich hatte sogar ein Sparbuch. Ich wollte kein Mofa sondern sparte gleich für ein Auto und das hatte ich dann mit 18 auch. Ich habe eigentlich immer dafür gesorgt, dass ich mich reich fühlen konnte. Wie gesagt, ist ja relativ, reich sein, mein Gefühl war aber so. Bis, - ja bis ich eine Thaifrau hatte. Da war Ende mit Reichfühlen. Da hat es nicht mehr ge-reich-t.

Bevor ich mein Thaimädel vor 12 Jahren kennen lernte, hatte ich fast 100000 Euro gespart und dachte, wenn ich keinen Bock mehr auf Arbeiten habe, gehe ich nach Thailand, das reicht ja mindestens bis zum Ableben oder so. An Rente und solche unangenehmen Alterssachen habe ich nie gedacht und kriege auch kaum was, wegen nichts eingezahlt. 12 Jahre Thaifrau haben die Ersparnisse aber aufgesogen, ich habe nicht mehr so viel verdient, wie der Spaß gekostet hat. Ich möchte aber klarstellen, dass meine Liebste nie etwas von mir verlangt hat. Ich habe ihr alles aus eigenem Antrieb und freiwillig gegeben, denn ich war ungeheuer stolz in Deutschland mit einem hübschen viel jüngeren Mädel herum zu spazieren. Ich bin als Mann halt einfach gestrickt.

Es gibt Momente, die vergesse ich nicht. Dafür war es mir jeden Cent wert. Zum Beispiel Autobahnraststätte. Es war voll, wir sitzen mit einem deutschen Ehepaar am Tisch, beide so 50 Jahre alt. Der Kellner kommt für uns mit Kaffee und Cola. Mein Engel sagt, er soll beides bei ihr hinstellen. Das Ehepaar wird aufmerksam. Mein Engel tut Zucker in den Kaffe und Milch, rührt sorgfältig um und schiebt mir den Kaffe hin. Da zischelt die Ehefrau ihrem Mann ins Ohr: "Hast du das gesehen!??" - Ja natürlich hat er es gesehen, der arme Kerl! Das war echt ein leckerer Kaffee!

Meine Armut ist also relativ. Und, lieber Thedi, ich habe ja nicht geschrieben "die Armut schlägt zurück" sondern "die Armut wehrt sich", das ist für die Reichen nicht ganz so lästig. Ich gönne wirklich jedem seinen Status. Bisschen Neid wird ja wohl erlaubt sein. Viele Arme denken ja, wenn ich reich wäre, wäre ich glücklich. Ich kenne aber genug Reiche, um zu wissen, dass das nicht stimmt. Zum Beispiel meine Schwester hat einen Bankvorstand, Aufsichtsrat oder was geheiratet. Wenn bei denen der Gärtner und die Haushälterin gleichzeitig krank sind, dann kriegt sie einen Nervenzusammenbruch. Reich sein ist sehr lästig manchmal. Man muss immer dafür sorgen, dass es nicht weniger wird. Und dass die anderen es auch sehen. Das kann sehr anstrengend sein. Und kostspielig. Und gefährlich auch noch. Wenn man Aktien gekauft hat.

Mir fällt gerade auf, dass ich wieder dabei bin Geschichten zu erzählen und ins Unwesentliche abgleite.

Lieber dogmai, alles hat seine Vorteile auch ein Stadthaus. Kannst ja mal bei uns Rasenmähen kommen. Mit dem Land , das habe ich ja geschrieben, dass das ein Zufall war, dass es so gekommen ist. Hatte ich nicht geplant. Und wer hier der Bürgermeister ist, ist auch klar. Das ist meine Mausi. Ich bin nur das Großkapital, das hinter den Regierenden steht, wie überall.

Lieber Khonggon, kurz und knapp: Danke!

Lieber derwinny, wegen dir habe ich oben auch mal in der Vergangenheit geschwelgt, als ich mich noch reich und glücklich fühlte. Jetzt bin ich nur noch glücklich, haha. Zeig deiner Frau keines der oben erwähnten Bücher, sonst will sie auch Haus Nummer 109!

So, jetzt was Interessanteres. Inzwischen habe ich weiter ausgegeben:
2000 zusätzlich beim Umtausch auf ein größeres Fenster. Wir hatten erst zwei gleiche gekauft für vorne und hinten. Dann 3500 für Sand zum Verputzen, nochmal Bausteine 100 Stück, und was sonst zum Verputzen gebraucht wird, Zement oder was.

Dann waren wir Fließen kaufen – grabüang – ich habe für innen ausgesucht, meine Frau für die Terrasse. Ich wollte nicht, dass die Leute im Zimmer schwindelig werden. Bei dem bunten Muster, was meine haben wollte. Draußen war mir egal, draußen ist ja Thailand. Das hat mit Zubehör 6000 Baht gekostet. (waren noch Türgriffe und sowas dabei) Die Fließen, die ich haben wollte, waren am teuersten von denen, die wir gesehen haben. Sind ja nur 16 qm der Raum innen. Dann noch für Strominstallation und Neoröhren 1000 Baht. Kabel hatten wir noch.

Bis jetzt sind es 42000 Baht, glaube ich.

Für das Verputzen haben wir einen netten Bekannten aus dem Dorf gefunden. Sowas scheint lange zu dauern. Er hat an einem Tag nur zwei Wände verputzt. Was er kriegt ist noch unklar wie üblich, was ich nicht gut finde. Nebenbei hat der Bruder meiner Frau mit den Elektrokabeln angefangen.

Das war der 7. Tag.

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Neuer Sand zum Verputzen wurde geliefert

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unser Spezialist für glatte Wände

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Sand wird gesiebt

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erst sieben dann facebook: „eh, ich habe gerade Sand gesiebt!“

Mario
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon Mario » Di Dez 03, 2013 4:01 pm

Hallo Jogi,
Du sprichst mir in vielen Dingen aus der Seele. Bei uns ist es fast genauso wie bei Euch und ich möchte keinen Tag missen den mein Schatz und ich zusammen hatten.
Eigentlich wollte ich auch schon seit einiger Zeit aufhören zu arbeiten, aber wie das eben so läuft muss ich wohl noch das ein oder andere Jahr anhängen. Solange es mir noch spass macht und wir weiterhin glücklich bleiben soll es halt so sein. Leider kann ich keine Bilder hochladen da diese zu gross sind und mir noch keiner einen Tip geben konnte wie das geht. Möchte nicht protzen aber würde schon das ein oder andere Bild von unserem Häuschen zeigen. Na egal mach weiter so vielleicht sieht man sich ja mal irgendwann.
grüsse an alle aus der ''kalten Heimat''
mario 8)

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Detlef
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Re: Haus bauen in Thailand mit wenig Geld

Ungelesener Beitragvon Detlef » Di Dez 03, 2013 4:19 pm

Mario!
Jetzt bin ich aber fertig! :lol: Was ist das denn hier?:

Leider kann ich keine Bilder hochladen, aber vielleicht klappt das ja nochmal. Das ist nicht schwierig. Du benötigst einen Bildverkleinerer. Ich arbeite mit dem "grandiosen Bildverkleinerer". Das geht ratz fatz. Wichtig ist, dass du dir einen Ordner anlegst, in dem du die zu bearbeitenden Bilddateien reinpackst. Alles andere geht einfach. Als Ergebnis hast du in dem von dir angelegten Ordner einen weiteren Ordner, in den die verkleinerten Bilddateien abgelegt werden. Den grandiosen Bildverkleinerer lädst du dir am besten bei "Chip Online" runter.
Im Übrigen ist hier im Forum ausführlich beschrieben, wie man die Bilder in seinen Beitrag einbindet.


Also, mach mal hinne! Ich will Fotos sehen! :lol:
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)


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