Überspannung/Unterspannung

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KoratCat
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Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Nov 29, 2014 7:06 pm

Heute morgen wollte meine Frau die Waschmaschine anwerfen. Ging aber nicht! Es leuchteten einige mir in ihrem Zusammenwirken unverständliche Kontrollampen. Aus unerfindlichem Grund wurde der Betrieb verweigert. "Wahrscheinlich zu geringe Spannung, mutmaßte meine Frau. Also hab ich meinen Tester geschnappt. Erste Anzeige: 270 Volt! :shock Um sicherzugehen wollte ich noch an einer anderen Steckdose messen. Patsch, war die Sicherung des Testers kaputt. Ich konnte dann lesen, dass die nur 250V verträgt. Meine seit 15 Jahren 'bereitgehaltenen' Reservesicherungen habe ich natürlich nicht gefunden. Ein anderes Messgerät, das ich ne Stunde später ausgegraben hatte, bestätigte die Überspannung, obwohl es da nur noch 254 Volt waren. Die Waschmaschine ging immer noch nicht. Aus Angst noch mehr Sicherungen zu blasen, verzichtete ich für den Rest des Nachmittags auf Netzbetrieb meiner Geräte, stellte auf Batterien um, soweit es ging. Ein Batterieblock, den ich zum Aufladen an ein Solarpanel gehängt hatte, lud auch ungewöhnlich schnell. War es die extrem intensive Sonne, die heute diese Überspannung verursacht hatte? Ist das Solarkraftwerk bei Phimai nicht in der Lage, die ins Netz eingespeiste Spannung zu kontrollieren und entsprechend zu drosseln?

Aber es bleibt ein positiver Effekt: jetzt, gegen 7 Uhr abends haben wir hier eine Spannung von 218 Volt. Meist sinkt die Spannung um diese Zeit auf mitunter weniger als 170 Volt. Ich hoffe, dass morgen die Waschmaschine wieder laufen kann. Ich hoffe aber auch, morgen abend eine ausreichende Spannung zu erhalten. Trotzdem bin ich emsig am Umstellen wenigstens eines Teils meiner strombetriebenen Geräte auf Netzunabhängigkeit und von mir selbst "gefangenem" Solarstrom. Die Überspannung mit der durchgebrannten Sicherung hat mir aber mächtig einen Schrecken eingejagt. Nein, ich will nicht dauernd neue Geräte kaufen müssen!

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon thedi » So Nov 30, 2014 8:22 am

Es gibt Geräte namens AVR (Automatic Voltage Regulator) die genau dieses Problem beheben. Sie nehmen irgend eine Eingangsspannung zwischen 150 und 250 Volt und transformieren das auf 220 Volt.

Bei einem Einfamilienhaus hat man in der Regel einen 15A Anschluss. Das ist ein Mittelwert, man darf auch drei mal so viel ziehen - also 45A x 220V = 10'000 W

Teure Geräte dieser Grössenordnung machen das sehr gut - d.h. es gibt dann wirklich 220V. Sie kosten 40'000 Baht. Sie liefern entweder 220V oder stellen ganz ab.
AVR.jpg
ein guter AVR mit Garantie und Service, dafür teuer
AVR.jpg (92.43 KiB) 4269 mal betrachtet

Billigere Geräte findet man z.B. beim Global. Sie sind nicht nur billiger, sondern auch weniger gut - aber immer noch besser als nichts und kosten weniger als die Hälfte von einem guten.
AVR_Global.JPG
Klobig, ungenau, aber dafür günstig: ein billiger AVR vom Global
AVR_Global.JPG (66.21 KiB) 4269 mal betrachtet


AVR enthalten auch einen Blitzschutz - d.h. einen Schutz gegen kurze Spannungsspitzen die durch einen Blitzeinschlag in einer Überlandleitung entstehen können.

Unterspannung kann genau so teuer kommen wie Überspannung. Pumpen, AC und andere Geräte mit Motoren können bei Unterspannung u.U. nicht mehr anlaufen, drehen also nicht und konsumieren trotzdem Strom. Sie werden heiss und heisser, bis entweder ein Schutzmechanismus das Gerät abschaltet oder der Motor durchbrennt.

Kein Problem mit Unterspannung haben elektronische Geräte (TV, Computer usw). Sie enthalten sowieso ein Netzgerät das die benötigten internen Spannungen mit Gleichstrom herstellt. Heutige Netzgeräte sind für 110-250V ausgelegt, so dass die Geräte weltweit verkauft werden können. Ebenfalls problemlos sind Geräte wie Durchlauferhitzer, Reiskocher oder Ventilatoren. Die laufen allenfalls etwas langsamer, aber kaputt geht da nichts, wenn die Spannung unter 170 V sinkt.

Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Nov 30, 2014 8:59 am

thedi hat geschrieben:problemlos sind...Ventilatoren. Die laufen allenfalls etwas langsamer, aber kaputt geht da nichts, wenn die Spannung unter 170 V sinkt.


Bedaure, dir da widersprechen zu müssen! Bei Unterspannung laufen die langsamer und mit weniger Kraft, bleiben oft hängen, und die Motoren brennen dann durch; es sei denn, man hat es sich zur Gewohnheit gemacht, Kugellager und Motorwelle oft und regelmäßig zu ölen. Die meisten Ventilatoren sind deshalb recht kurzlebig hier. Ich habe hier einen als Ausnahme, der schon seit vielen Jahren und mit inzwischen recht verrosteter Motorwelle in der Nähe meines Arbeitsplatzes steht und eigentlich permanent läuft. Wenn ich höre, dass er anfängt zu quietschen, bekommt er halt ein paar Tropfen Singer-Öl. Dann ist er wieder ruhig. Die meisten Ventilatoren sind aber im Haushalt in Ecken platziert, in denen man sich selten lange aufhält, das Quietschen als Warnung vor baldiger "Dienstverweigerung" daher meist nicht so mitbekommt.

Übrigens, heute morgen ist die Spannung bei moderaten 223 Volt; die Waschmaschine lief problemlos. Sie scheint also auch einen Schaltkreis zu haben, der den Dienst verweigert, wenn nicht nur zu niedrige, sondern auch zu hohe Spannung dem Wechselstrommotor schaden könnte. Schön wäre allerdings, wenn der Grund für die Dienstverweigerung verständlich angezeigt würde. Denn es gibt ja noch andere Gründe, wie eine nicht richtig geschlossene Tür, mangelnde Wasserzufuhr etc.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon Uwe » Mo Dez 01, 2014 1:20 pm

thedi hat geschrieben:...AVR (Automatic Voltage Regulator)... . Sie nehmen irgend eine Eingangsspannung zwischen 150 und 250 Volt und transformieren das auf 220 Volt.

Mahlzeit thedi,
gibt es denn andere Geräte (AVR) die andere Parameter "verkraften", die unter 150V und über 250V liegen. Denn es scheint ja doch ab und zu mal vorzukommen, das da die Spannungswerte deutlich mehr schwanken, als in diesem Bereich von 150-250 Volt.
Und was passiert mit dem AVR Gerät selbst, wenn die Spannung, wie im Beispiel von KoratCat bei 270V anliegt, oder wie manchmal zu hören ist, weit unter 150V beträgt?
Thedi, wie sieht es in der Industrie in Thailand aus? Produktionsanlagen sind sicherlich auch nicht so "begeistert" von übermässigen Unter- und Überspannungen. Ist den dieses Umfeld besser vom Spannungsversorger abgedeckt, durch kontrollierte "Freigabe" der Spannung an die Industriewirtschaft? (Wird eventuell mit zweilei Maß "gemessen": Auf dem Lande so "genau", weil nicht so wichtig? In City/Industrie/Wirtschaft wird der "Spannungs-Wert" erkannt, und entsprechend beachtet?

KoratCat: Könntest Du die Themenüberschrift mit "Unterspannung" erweitern? Oder ist es eher ein extra Thema wert?
A.G.u.G.v. Uwe :wave

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon thedi » Mo Dez 01, 2014 3:04 pm

Das 'gute' Gerät nimmt laut technischen Spezifikationen 140V-250V Input bei 50-60Hz und macht daraus 220V +- 1% Bei extremen Lastunterschieden kann die Output-Spannung auch mal mehr schwanken, die 1% gelten bei konstanter Last.
Wenn es das nicht machen kann, stellt es ab - d.h. entweder es kann 220V machen, oder es schaltet total ab. Dann könnte man den Schalter auf Bypass stellen, falls man das sinnvoll findet. Mein Gerät ist von Silic: http://silic.co.th kostete 40'000 Baht und reicht gut für ein normales Einfamilienhaus. Es regelt mit digitaler Logik.

Silic hat noch andere Modelle (siehe Webseite) die allenfalls eher zu Absicherung eines einzelnen empfindlichen Geräts dienen - oder für grössere Stromverbraucher. Mit entsprechenden Preisen. Silic gibt 2 Jahre Garantie und das sind ausnahmsweise mal keine leeren Versprechen.

---

Das billige Gerät kaufte ich im Global, als des teure einmal in den Service musste. Es kostete weniger als die Hälfte und hat erst noch mehr Leistung (15'000W statt 10'000W). Anderseits sind die Anzeigen analog, man kann auf den Metern 210V von 220V nicht unterscheiden. Ich habe nachgemessen und Werte zwischen 215V und 225V gesehen. Mit einem Schweissgerät haben wir einmal etwas Last gegeben. Bis 40A ging es ganz akzeptabel - natürlich schwankte die Spannung wenn man plötzlich hohe Last gibt, aber sie kam in vernünftiger Zeit wieder hoch.

Zu diesem Gerät gab es keine Beschreibung, keine technischen Daten, nur eine aufgemalte Typen-Bezeichnung lässt darauf schliessen, dass es 15kW vertragen sollte. Garantie meinte der Verkäufer ein Jahr, aber es gibt keinen Garantieschein und bei der Frage, wohin ich das Gerät zur Garantie bringen sollte - im Falle eines Falles - meinte er: "kein Problem -- das Gerät geht nicht kaputt".

Ich habe das Gerät schon vorher im Global gesehen - interessierte mich damals nicht, da ich ja das Silic hatte. Dann begann das Silic zu zicken, ich brachte es in den Garantie-Service (was anstandslos funktionierte) und kaufte dann für die Zwischenzeit das billige von Global. Sie hatten noch einige kleinere an Lager, aber das von mir gewünschte musste ich in einer anderen Filiale holen. Es sieht sehr so aus, als wäre das eine einmalige Verkaufs-Aktion bei Global gewesen.


Mit freundliche Grüssen

Thedi

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Apr 08, 2016 9:22 pm

Uwe hat geschrieben:gibt es denn andere Geräte (AVR) die andere Parameter "verkraften", die unter 150V und über 250V liegen. Denn es scheint ja doch ab und zu mal vorzukommen, das da die Spannungswerte deutlich mehr schwanken, als in diesem Bereich von 150-250 Volt.


Momentan ist die Spannung bei uns katastrophal niedrig. Fast den ganzen Tag (und auch die Nacht) sehr erheblich unter 150V. So habe ich denn gestern bei DoHome den stärksten "Voltage Step-Up Transformer" (Aufspanntrafo/Spannungsumwandler)) gekauft, den sie dort haben: 17.590 Baht, wird aber nicht als "automatisch" angepriesen, sondern nur mit "Ausgangsspannung: 220V". Ein "automatisches" Gerät in verwendbarer Stärke war dort nicht erhältlich. Man kann das Gerät mit dem Rad auf einzelne Stufen einstellen. Mit der Messanzeige kann man dabei die Ausgangsspannung kontrollieren. Bei jedem Wechsel wird der Strom kurz unterbrochen, d. h. Licht und Fernseher gehen kurz aus und wieder an. Eine Kontroll-LED leuchtet je nach momentaner Leistung farbig (grün = angeschlossen, arbeitsbereit; gelb = arbeitet; rot = kann nicht arbeiten wegen zu geringer oder zu hoher Spannung). Wird die Zielspannung von 220V weit überschritten, piepst es sehr laut. Gegen 19:40 war ein Tiefpunkt, wo ich sogar auf Stufe 6 gehen musste, um 220V zu erhalten. Abgesehen davon, dass es nicht automatisch ist, funktioniert es gut. Zwar steht auf der Frontseite als Eingangsspannung 110 - 220V, bei den Anschlüssen heisst es dann aber nur noch 120 - 220V.

Als "Automatic Voltage Regulator" oder "Automatic Voltage Stabilizer" habe ich kein entsprechend starkes Gerät gefunden, mit dem man diese Probleme hier bewältigen könnte. Mit diesem hier ist wenigstens eine Minderung des Problems möglich. Vielleicht werde ich ein (schwächeres) AVR noch nachschalten.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon Detlef » Fr Apr 08, 2016 10:03 pm

KoratCat hat geschrieben:Momentan ist die Spannung bei uns katastrophal niedrig.

Diese Vermutung habe ich vor einer Stunde meiner lieben Frau gegenüber geäußert. Gemessen habe ich nicht, da ich kein entsprechendes Messgerät besitze. Das muss sich ändern! :mrgreen:

Meine Vermutung beruht darauf, dass die A/C keine richtige Leistung bringen, bei der "Dicken" läuft die Außeneinheit nicht an. Auch die Kühlschränke scheinen weniger Leistung zu bringen. Auch auffällig ist, dass die Leuchtstofflampen lange brauchen, bis sie mit dem Startvorgang fertig sind. Vorgestern wurden auch alle Lampen auf einmal dunkler.

Was mag denn der Grund für dieses Phänomen sein? Landesweit zu viele A/C am Start? So etwas hatten wir in der Vergangenheit noch nie.

Klaus, wo schleift man denn so ein Gerät eigentlich ein? Vor der Unterverteilung?
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Apr 08, 2016 10:29 pm

Es ist heiss und viele leisten sich eine Klimaanlage.

Die Bangkok Post schrieb gestern:

Electricity use hits new record

Electricity usage hit a new high at 27,639.3 megawatts on Wednesday night as temperatures soared across the nation.

Soonchai Kumnoonsate, governor of the Electricity Generating Authority of Thailand (Egat), said the new peak was recorded at 8.21pm.

Usage topped the previous record of 27,345.8 megawatts set on June 11.

He said the peak occurred at night as Wednesday was a national holiday, so demand spiked among both households and service providers, such as hotels and restaurants.

Mr Soonchai predicted daily electricity consumption could hit another new peak this year, spurred by daytime demand from industry, services and households.

The Egat governor assured the public that the state enterprise can meet power demands, but he urged people to help lower the load between March 20 and May 20 by keeping air conditioners clean, setting thermostats at 26C, turning off unnecessary lights, and switching to power-saving electric appliances.

Bangkokpost


Kurz übersetzt: Neuer Rekord beim Stromverbrauch am letzten Mittwoch.

Detlef hat geschrieben:Klaus, wo schleift man denn so ein Gerät eigentlich ein? Vor der Unterverteilung?


Nach dem Zähler haben wir eine extra Sicherung installiert, dann den Aufspanntrafo/Spannungswandler, und dann kommt die Hauptsicherung und die Unterverteilung. Eine schaltbare Überbrückung (Bypass) sollte man bei der Installation vielleicht auch vorsehen. Soweit bin ich noch nicht; möchte erst mal erforschen wie das optimal eingesetzt werden kann.

Man kann aber auch bloß einzelne Stromkreise damit hochtreiben, z. B. Klimaanlage etc. Mir geht es darum, dass möglichst Alles ein wenig in Richtung normaler Arbeitsspannung gebracht wird. Spart Neuanschaffungen durch weniger Verschleiss, sollte auch Strom sparen durch bessere Ausnutzung. Ob´s das tut, bleibt abzuwarten.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon thedi » Sa Apr 09, 2016 7:13 am

Das weiter oben im Thread abgebildete braune Gerät wird von Global immer noch verkauft. Es ist automatisch, was mir doch wesentlich scheint. Wir haben es seit gut einem Jahr im Betrieb, es läuft anstandslos.

Das 20 KVA Gerät von Koratcat war vielleicht etwas grosszügig gerechnet. Ein normaler Hausanschluss bei uns im Dorf ist für 5 oder 15 A zugelassen. Man darf aber auch mal etwas mehr beziehen: bis zum dreifachen. Also 45 A mal 220 V = rund 10 KVA. Mehr muss das Gerät nicht schaffen - aussert Du hast einen besseren Anschluss bekommen.

--

Es ist jedes Jahr das gleiche Problem. Wenn Songkran ins Land zieht, kommen die Aircond-Verwöhnten Bangkoker zurück zu ihren Wurzeln im Isaan und schalten alle elektrischen Geräte, die etwas Kühlung schaffen könnten ein. Natürlich geht dann die Stromversorgung in die Knie. Seit Global und andere diese AVR Geräte verkaufen, können die glücklichen Besitzer eines solchen Geräts dann weiterhin voll verbrauchen, auf Kosten der weniger glücklichen ohne ein solches Gerät.

Die letzte Konsequenz ist dann der totale Zusammenbruch. So bei uns letzte Nacht: von 20:00 bis 23:00 war dunkel für alle. Dunkel und heiss ... sehr sehr heiss.... ohne Aircond, ohne Venti und der alte gute Fächer war schon längst nicht mehr auffindbar.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Apr 09, 2016 9:39 am

thedi hat geschrieben:Das 20 KVA Gerät von Koratcat war vielleicht etwas grosszügig gerechnet. Ein normaler Hausanschluss bei uns im Dorf ist für 5 oder 15 A zugelassen. Man darf aber auch mal etwas mehr beziehen: bis zum dreifachen. Also 45 A mal 220 V = rund 10 KVA. Mehr muss das Gerät nicht schaffen - aussert Du hast einen besseren Anschluss bekommen.


Rechnen mit "Soll"-Angaben bringt hier wenig! Unser Zähler (im schwarzen Plastikgehäuse) musste nach 18 Jahren im Dienst kürzlich ausgetauscht werden, weil er bei normalem Haushaltsgebrauch innen völlig verkohlt war und etwas "großzügig" zählte. Danach ging unsere Stromrechnung um gut 1/4 runter. Auf dem neuen (im durchsichtigen Plastikgehäuse) steht zwar auch 15(45)A, aber man hat uns versichert, dieser sei jetzt zuverlässiger als der alte.

Das Problem der Unterspannung von 150V bis zu 125V ist hier im Amphur längst nicht mehr auf Feiertage beschränkt; es ist permanent täglich von ca. 18 - 23 Uhr. Der Geräteverschleiss (insbesondere Ventilatoren, die bei Spannungstiefen hängenbleiben und dann durchbrennen) ist ungeheuer hoch.

Das oben von dir beschriebene Gerät von Global (LiOA SH-15000, made in Vietnam, 15 kVA Overload, d.h. nominal eher viel weniger) ist hier als ziemlich wirkungslos bekannt, soll bei den hiesigen Unterspannungen die meiste Zeit überhaupt nicht arbeiten, ansonsten immer sehr heiss sein, also viel Strom für den eigenen Betrieb konsumieren. Laut den vom Hersteller angegebenen Technischen Daten müsste es jedoch ein "Allheilmittel" sein:

LiOA SH-15000.jpg
LiOA SH-15000.jpg (95.32 KiB) 3184 mal betrachtet


Ich habe einen kleinen Voltage Stabilizer mit Akku vor dem PC geschaltet. Der zeigt mir durch Piepsen an, wenn die Spannung extrem abfällt, durch den Akku ausgeglichen werden muss. Mehrmals habe ich gestern abend den Aufwärtstrafo auf Stufe 6 erhöhen müssen, weil die Eingangsspannung auf unter 130 V abgefallen und höhere Verstärkung angesagt war um 220V zu halten. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass die Eingangsspannung hier von 19 - 24 Uhr im Schnitt bei 140V lag. Da war Verstärkung auf den Stufen 4 oder 5 notwendig. Ab Mitternacht und immer noch reichte dann Stufe 3. Der Trafo steht an gut durchlüfteter Stelle und hat momentan bei einer Zimmertemperatur von 30°C eine Oberflächentemperatur von 36,3°C. Er arbeitet geräuschlos - ausser dem Alarm, wenn die Arbeitsanforderung wohl zu hoch ist. Ein leichtes Vibrieren durch die Arbeitsleistung kann gefühlt werden. Ausgeschaltet wegen Unter- oder Überspannung hat er sich bisher nicht, arbeitet zuverlässig.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon AusmTiefstenIsaan » Sa Apr 09, 2016 8:18 pm

Verstehe ich es richtig? Du hast einen Trafo, der die Eingangsspannung stets konstant hochtransformiert? Wenn die Eingangsspannung steigt, dann musst Du runterregeln?

Zitat: "Wird die Zielspannung von 220V weit überschritten, piepst es sehr laut."

Dann wünsch ich Dir stets, dass beim Zubettgehen die Spannung wieder "Normal" ist. Bis Dich das Piepsen aufweckt und Du runterregelst, läuft deine Aircon auf 400 V (tja, oder auch nicht...)

LG von Holger, der tatsächlich glaubt, dass eine Automatik aus Vietnam schneller ist als er selbst :-)

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Apr 09, 2016 9:11 pm

Hallo Holger!

Nein, konstant transformiert der nicht hoch; die Ausgangsspannung soll immer bei etwa 220V sein; aber entsprechend dem Grad der Unterspannung ist mitunter eine höhere Abeitsstufe (Übersetzung) notwendig, um 220V zu erreichen. Das heisst mehr Arbeitsleistung und höherer Betriebsstromverbrauch, etwa wie ein Auto bergauf einen anderen Gang und/oder mehr Sprit braucht, um die Geschwindigkeit beizubehalten. Du "verstehst" vielleicht schon richtig, aber Du ziehst falsche Schlüsse! :)

Momentan bin ich noch am Studieren. Dass ich eine Einstellung runterstufen musste, weil plötzlich zu hohe Ausgangsspannung vorläge, ist bisher nicht vorgekommen. Beim Testen ohne angeschlossene Geräte hatte ich aber bis auf Stufen hochgedreht, die er als zu hoch ansah und piepste. Daher kenne ich das Piepsen. Das hat wohl vielmehr den Zweck, eine "zu starke Hand" beim Hochstufen zu "bremsen", unkontrolliertes Hochdrehen zu vermeiden. Ich vermute, dass bei höheren Stufen (bei Mehrleistung des Trafos) plötzlicher Spannungsabfall schneller ausgeglichen werden kann. Entsprechend wird schnelles Hochdrehen wohl einen Stromschub auslösen, der dem Netz oder angeschlossenen Geräten schaden kann.

KoratCat hat geschrieben:Wird die Zielspannung von 220V weit überschritten, piepst es sehr laut.


Die Beobachtung hatte ich beim Einstellen gemacht; da stieg die Ausgangsspannung auf meinem digitalen Messgerät auf etwas über 240V während ich in den "piepsenden Bereich" hochdrehte. Also drehte ich zurück. Ich vermute, dass es bei längerem "Overload" zum Schutz des Trafos und der angeschlossenen Geräte zu einer Sicherheitsabschaltung kommt, das Piepsen auf das Drohen einer Solchen aufmerksam machen soll.

AusmTiefstenIsaan hat geschrieben:Dann wünsch ich Dir stets, dass beim Zubettgehen die Spannung wieder "Normal" ist. Bis Dich das Piepsen aufweckt und Du runterregelst, läuft deine Aircon auf 400 V (tja, oder auch nicht...)


Null Problem mit einem entsprechend justierten "Super Cut", einem "Residual Current Operated Circuit-Breaker with Overvoltage, Undervoltage, Surge Integral Overcurrent Protection", in Deutsch: einer "Sicherung" oder genauer "Leitungsschutzschalter ", der auch bei (zu) hoher Spannung oder Stromstärke losgeht. :wave

RCD.jpg
RCD.jpg (702.95 KiB) 2458 mal betrachtet


Gestern Abend, als Thedi schwitzend im Dunkeln saß, habe ich den Trafo auf 4 oder gar 5 eingestellt und hatte allen Komfort. Mein Nachbar hingegen, der sich auch so'n LiOA SH-15000 hat aufschwätzen lassen, konnte nicht über jenes verstärkt genug Saft für seine Ventilatoren und Licht ziehen, noch nicht mal mit den bekannten Nachteilen ineffektiver Leistung und verminderter Lebensdauer. Die "Automatik aus Vietnam" hat schlicht den Dienst verweigert. Gegen Mitternacht hab ich dann mein Gerät zum Sparen des Betriebsstroms auf 3 runtergestellt. Erst heute Abend (um ca. 18 Uhr) war dann ein erneutes Hochstellen auf 4 angesagt, um die 220V zu halten. Da steht es jetzt immer noch. Wenn ich Schlafen gehe, drehe ich es wieder auf 3 runter. Ok, die Spannung pendelt laut meinem Digitaltester zwischen 210 und 230V, aber es ist - je nach Grad der Unterspannung und entsprechend eingestellter Arbeitsleistung - immer genug da, damit meine Aircon, Kühlschränke, Ventilatoren etc. richtig arbeiten, was bei meinem Nachbarn mit der "Automatik aus Vietnam" nicht der Fall ist. Sein Gerät verweigert die Dienste bei unserer Unterspannung am Abend. Da bleibt ihm nur das Umgehen, damit er überhaupt etwas Strom kriegt, und nicht Kerzen anstecken muss, um etwas zu sehen, oder mit einem Fächer wedeln muss, um nicht dahinzuschmelzen. Wo liegt der große Unterschied zwischen dem manuell auf höhere Leistung (und zum Stromsparen und Gerätschonen zurück-) Stellen einerseits und einer "Automatik aus Vietnam", die wegen unzureichender Eingangsspannung überhaupt nichts tut?

Ich habe mit dem Trafo erst mal erreicht, dass ich überhaupt ausreichend Strom habe, wenn die Spannung unter die Mindestanforderung für die "Automatik aus Vietnam" sinkt. Nicht übersehen werden darf, dass solche Geräte ja auch einen gewissen Betriebsstrom benötigen, um überhaupt zu funktionieren. Ist kein Saft da, um bei Bedarf einen Magnetschalter auf eine höhere Stufe zu schalten, läuft es eben nicht. Wird immer mit vollster Kraft gearbeitet, verschleisst das Gerät schnell und frisst viel Betriebsstrom, verweigert wegen Überlastung vielleicht auch häufig ganz den Dienst. Da muss man halt einen Mittelweg oder eine optimale Konstruktion finden - oder eben mit Grenzen oder "Unbequemlichkeiten" wie manuellem Nachjustieren leben.

Wie ich oben schon geschrieben habe, kann ich für die Feinregulierung ja eine solche "Automatik aus Vietnam" immer noch nachschalten. Aber ohne meinen Trafo tut die es bei den hiesigen Verhältnissen eben gar nicht! Und ob die "Automatik aus Vietnam" bei Überspannung einen Weg findet, diese zu reduzieren, den Stromfluss quasi "bremst", also "mehr" bringt, oder auch einfach nur abschaltet, ist noch nicht bekannt. So oft haben wir hier keine Überspannung; Unterspannung haben wir hingegen fast ständig. Und meist weit unter dem Arbeitsbereich der "Automatik aus Vietnam" eben. :spin

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon AusmTiefstenIsaan » So Apr 10, 2016 9:10 am

Na dann ist doch alles bestens. Du hast einen "Step-Up-Trafo", der die Ausgangsspannung immer auf ca. 220V hält :? und eine Sicherung, die dich vor Überspannung schützt (ich hab die Dinger immer als Schutz gegen zu hohe Stromstärke gesehen, aber man lernt ja nie aus :i ).

Wenn thedi jetzt noch seinen Fächer wiederfindet, dann sind doch alle glücklich (Naja, bis auf den Nachbarn mit der Automatik aus Vietnam und Global House, die jetzt darauf sitzenbleiben :mrgreen: )

LG von Holger (der mit seinem Rad auch öfter mal die Gänge wechselt)

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Apr 10, 2016 10:37 am

AusmTiefstenIsaan hat geschrieben:Na dann ist doch alles bestens. Du hast einen "Step-Up-Trafo", der die Ausgangsspannung immer auf ca. 220V hält :?


Immer noch nicht verstanden? Der hält die Ausgangsspannung nur dann auf ca. 220V, wenn für die gerade herrschende Unterspannung und Belastung "ein ausreichender Gang eingelegt" ist. Von selbst sucht er sich die "Gänge" aber weder aus noch "legt er sie von selbst ein". Wenn man von vorneherein "einen hohen Gang einlegt", kommen zwar auch nur ca. 220V oder etwas mehr raus, mit mehr Ampére aber, die nicht gebraucht werden. Dabei frisst der Apparat aber erheblich mehr Betriebsstrom, wird evtl. heiss und schaltet vielleicht wegen Überlastung ab. Es hängt also von der vorhandenen Spannung und der Belastung durch gerade betriebene Geräte ab, welchen Gang man einlegen muss, bzw. mit nur welchem Gang man stromsparend auskommt. Momentan kommt er mit dem 3. "Gang" ohne Aircon auf 223V.

Wenn er mit Überspannung gefüttert wird, schaltet er wohl auch ab, wenn der von mir installierte Leitungsschutzschalter (RCD) nicht schon vorher losgeht.

Da momentan wohl für die "Automatik aus Vietnam" ausreichend Strom da ist, dürfte die ein ähnliches Ergebnis erzielen. Kann mir gut vorstellen, dass das heute Abend wieder ganz anders aussieht...

Nach der Beschreibung durch Thedi und auch den Verkäufer von Global in Choho würde sich die "Automatik aus Vietnam" die "Gänge" aber selbst aussuchen und selbst einstellen.

Ich hatte früher mal einen "UPS and Stabilizer" (1000VA) vor dem PC, der bei Unterspannung ständig am Klicken, am Umschalten war. Hat arg genervt! Das Problem hat der Trafo nicht! Die einzelnen "Gänge" haben eine große "Bandbreite", aber mit Auswirkungen auf den Stromverbrauch und die Leistung etc., gerade so wie beim Auto, wo manche durch gutes Ausnutzen der Gangschaltung Sprit sparen. Man kann den Trafo auch einfach auf einer Stufe laufen lassen; wenn die Eingangsspannung zu tief ist, schafft er die 220V vielleicht nicht. Wenn die Eingangsspannung hoch ist, verbraucht er aber evtl. mehr Betriebsstrom als nötig. Wie gesagt: Ich bin noch am Studieren, was optimal ist.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon fraza » So Apr 10, 2016 2:13 pm

Gibt es diese extremen Spannungsschwankungen überall in Thailand bzw. im Isaan? Oder nur - technikbedingt - in bestimmeten Gegenden?

Ich frage so doof, weil ich so etwas noch nie beobachtet habe (bei uns in Pak Chong).

Wir haben ja so einen monströsen Sicherungskasten im Haus und da ist u.a. auch ein Voltmeter eingebaut - bisher habe ich noch nie solche Spannungsschwankungen mitbekommen (außer ganz selten: kompletter Stromausfall), von denen ihr berichtet. Da muss ich wohl mal abends aufmerksam schauen.

Sicherungskasten_01.jpg
Sicherungskasten_01.jpg (54.62 KiB) 2922 mal betrachtet

Sicherungskasten_02.jpg
Sicherungskasten_02.jpg (53.45 KiB) 2922 mal betrachtet


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