Überspannung/Unterspannung

Für alle Themen rund um den Strom beim Hausbau, seien es Kabelverbindungen, Steckdosen, Verteilerdosen, Erdkabel, Sicherungskästen, Wasserpumpen, Klimaanlagen, Beleuchtungssysteme etc.
Benutzeravatar
KoratCat
Thailand-Forum-Administrator
Beiträge: 6821
Registriert: Sa Jul 22, 2006 11:00 am
Wohnort: Non Sung/Korat (Frankfurt/M)
Kontaktdaten:

Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Apr 22, 2016 1:28 pm

Vielleicht reden wir hier gar nicht über das Gleiche: ein "Automatic Voltage Regulator" (AVR) oder ein "Automatic Voltage Stabilizer" (AVS) sorgt für eine (relativ) konstante Ausgangsspannung, wenn die Belastung steigt und damit Spannungsabfall (nach dem Gerät) bewirkt; ein "Step-Up Transformer" (Spannungswandler) hingegen erhöht eine (vor dem Gerät) geringe Eingangsspannung. In einem gewissen Rahmen können AVR und AVS vielleicht auch eine geringe Eingangsspannung erhöhen. Bei den Unterspannungen ist jedoch notwendig, dass die unzureichenden Eingangsspannungen auf für den Betrieb des Geräts ausreichende Werte erhöht werden.

thedi hat geschrieben:Das 'gute' Gerät nimmt laut technischen Spezifikationen 140V-250V Input bei 50-60Hz und macht daraus 220V +- 1% Bei extremen Lastunterschieden kann die Output-Spannung auch mal mehr schwanken, die 1% gelten bei konstanter Last.
Wenn es das nicht machen kann, stellt es ab - d.h. entweder es kann 220V machen, oder es schaltet total ab.


Eben: bei einem AVR oder AVS geht es in erster Linie um den Ausgleich von "Lastunterschieden", wie z. B. beim Elektroschweissen, im Gegensatz zur "Erhöhung von Unterspannung" (Spannungswandlung), einer völlig anderen Funktion.

thedi hat geschrieben:
KoratCat hat geschrieben:...'Automatisch' ... Man könnte sich nun denken, dass ein solches Gerät durchaus die Eingangsspannung messen und dann "automatisch" (d. h. prozessorgesteuert) mittels elektromagnetischer Umschaltung (Relais) oder gar einem Servomotor die entsprechende Arbeitsstufe wählen könnte....


Genau das machen meine AVR - beide, der günstige von Global genau so wie der teure: sie schalten den Trafo automatisch um.

Mal ganz nebenbei: Ich würde ein Gerät, das meiner Meinung nach elektromagnetisch oder mit Servomotor (d. h. selbsttätig) schaltet, wobei ja mitunter kleine Funken entstehen, nicht gerade direkt neben einer Gasflasche betreiben.

Bild

Benutzeravatar
KoratCat
Thailand-Forum-Administrator
Beiträge: 6821
Registriert: Sa Jul 22, 2006 11:00 am
Wohnort: Non Sung/Korat (Frankfurt/M)
Kontaktdaten:

Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Apr 24, 2016 1:18 pm

Mousemelk hat geschrieben:Um die Funktionsweise des Spannungsstabiliesator zu betrachten, waere es hilfreich einen Schaltplan einzustellen.


Ich hab bei meinen Recherchen zwar keinen Schaltplan gefunden, aber die Fotografie eines Innenlebens:

AVR-innen.jpg
AVR-innen.jpg (84.82 KiB) 1245 mal betrachtet


Bei jenen scheinbar in China hergestellten Geräten soll die verarbeitbare Eingangsspannung laut Aufdruck sogar 140V - 270V umfassen, Ausgangsspannung 220V +-8%, also zwischen ca. 202 und 238V. Demnach könnte das Ding etwa 60V rauf und 30V runter transformieren. Also müsste man schon 160V haben, um 220V zu bekommen. Die Effizienz soll bei 95 % +-5% liegen. d. h. sie würden etwa 95% (+-5%) des aufgenommenen Stroms wieder rausgeben; nur 5 - 10% selbst konsumieren, also neben dem zur Spannungswandlung proportional höheren Verbrauch in kW mit bis zu 10% Eigenkonsum auf der Stromrechnung zu Buche schlagen.

Dass die digitale Spannungsanzeige (zumindest auf dem Bild) eine echte Messung ist und nicht nur aufgemalt, wage ich bei der "Aus"-Stellung des Hauptschalters mal zu bezweifeln.

AVR.jpg
AVR.jpg (55.28 KiB) 1245 mal betrachtet


Wo's die in Korat gibt, und wieviel sie taugen, weiss ich nicht. Besonders solide, qualitativ und und leistungsfähig erscheinen sie mir aber nicht. Die scheinen nicht für den Festanschluss vor der Stromversorgung eines ganzen Hauses geeignet zu sein, eher für das Schalten zwischen Steckdose und vor einzelnen Geräten, trotz dem sie für hohe Leistungen (bis 30 kVA) angeboten werden. Die Preise erscheinen sehr günstig, die Leistung bereits nach den Herstellerangaben eher dürftig bis ziemlich nutzlos, vermindern die Probleme allenfalls nur ein klein wenig, schaffen aber durch die "Sicherheitsabschaltungen" evtl. weitaus größere andere Probleme. Aber:

Mousemelk hat geschrieben:Die Geraete sehen schoen aus!


Quelle der Bilder: http://www.chiangraifocus.com/forums/in ... c=370840.0

tongbo.jpg
tongbo.jpg (168.29 KiB) 1240 mal betrachtet


http://www.tongbo.cc/html/product_info.asp?id=228

Benutzeravatar
KoratCat
Thailand-Forum-Administrator
Beiträge: 6821
Registriert: Sa Jul 22, 2006 11:00 am
Wohnort: Non Sung/Korat (Frankfurt/M)
Kontaktdaten:

Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Apr 28, 2016 12:51 pm

Ich nehm' an, die Dinger gehn weg wie warme Semmeln. Jetzt gibt's fast jeden Tag 'nen neuen Rekordstromverbrauch. So auch gestern;

Sweltering heat keeps power consumption at a peak

Bangkokpost

Benutzeravatar
KoratCat
Thailand-Forum-Administrator
Beiträge: 6821
Registriert: Sa Jul 22, 2006 11:00 am
Wohnort: Non Sung/Korat (Frankfurt/M)
Kontaktdaten:

Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Mai 12, 2016 4:49 pm

Und schon wieder ein neuer Rekord:

New record set for power consumption on May 11

englishnews.thaipbs.or.th

Benutzeravatar
KoratCat
Thailand-Forum-Administrator
Beiträge: 6821
Registriert: Sa Jul 22, 2006 11:00 am
Wohnort: Non Sung/Korat (Frankfurt/M)
Kontaktdaten:

Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Sep 24, 2016 10:54 am

Ich hab mich mal mit dem Thema Stromkosten bei Spannungserhöhung durch AVR auseinanderzusetzen versucht. In einem anderen Forum hat jemand über seinen AVR berichtet: „Anzumerken wäre noch, dass weder bei mir noch bei meinem Freund die Stromrechnung nach der Installation des AVR gestiegen ist. Das zeigt, dass es intern state of the art Technologie enthält: das Gerät arbeitet ohne spürbaren Verlust.“

Es ist eine interessante These, dass der Stromverbrauch in kW nicht zumindest proportional zur Spannungserhöhung gestiegen sein soll. Oder hat es vielmehr damit was zu tun: „In letzter Zeit ist die Stromversorgung bei uns generell deutlich besser geworden. Daher kann mein AVR eine ruhige Kugel schieben.“

In jenem Artikel Spannungsregelung spart Strom wird dargelegt, dass der Stromverbrauch bei hohen Spannungen (im zulässigen Rahmen von 207 – 244 Volt) steigt, während er bei niederen Spannungen sinkt. Also kann man auch davon ausgehen, dass bei Spannungserhöhung entsprechend mehr Strom verbraucht wird. Der Vorteil von Spannungserhöhung liegt (nur) darin, dass angeschlossene Geräte effektiver arbeiten und eben nicht vorzeitig verschleißen.

Mein Gerät zur Spannungserhöhung ist jetzt etwa 6 Monate in Betrieb. Mein Fazit ist, dass seitdem doch mehr Strom verbraucht wurde; ich schätze ca. 15 - 20% im Durchschnitt, die aus der für mein Haus notwendigen Erhöhung der eigentlich permanent zu niedrigen Netzspannung resultieren. Dafür sind in der Stromversorgung meines Hauses (nach dem Gerät) deutlich weniger Probleme aufgetreten, mit denen meine Nachbarn z. T. immer noch zu kämpfen haben. Z. B. sind deren AVR oft ziemlich machtlos, wenn jemand im Umkreis ein Fest veranstaltet, bei dem viel Strom gesaugt wird. In den Hitzemonaten waren da noch nicht mal Ausnahmesituationen notwendig, da war die Spannung permanent im Keller. Wünschenswert wäre jedoch eine vollautomatische Spannungssteuerung auch bei den Unterspannungen, bei denen die meisten erhältlichen AVR gar nicht mehr arbeiten. Ich denke immer noch an eine Kombination aus meinem Gerät und einem nachgeschalteten AVR, wobei meinem Gerät dann die Aufgabe der Vorarbeit obliegt, wenn in den Sommermonaten tagsüber und abends oder bei Festen die Spannung so extrem unter den gewöhnlichen Arbeitsbereich der „normalen“ AVR abfällt, nachts aber wieder ansteigt.


Zurück zu „Elektroinstallation“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste