Überspannung/Unterspannung

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KoratCat
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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Apr 24, 2016 1:18 pm

Mousemelk hat geschrieben:Um die Funktionsweise des Spannungsstabiliesator zu betrachten, waere es hilfreich einen Schaltplan einzustellen.


Ich hab bei meinen Recherchen zwar keinen Schaltplan gefunden, aber die Fotografie eines Innenlebens:

AVR-innen.jpg
AVR-innen.jpg (84.82 KiB) 1961 mal betrachtet


Bei jenen scheinbar in China hergestellten Geräten soll die verarbeitbare Eingangsspannung laut Aufdruck sogar 140V - 270V umfassen, Ausgangsspannung 220V +-8%, also zwischen ca. 202 und 238V. Demnach könnte das Ding etwa 60V rauf und 30V runter transformieren. Also müsste man schon 160V haben, um 220V zu bekommen. Die Effizienz soll bei 95 % +-5% liegen. d. h. sie würden etwa 95% (+-5%) des aufgenommenen Stroms wieder rausgeben; nur 5 - 10% selbst konsumieren, also neben dem zur Spannungswandlung proportional höheren Verbrauch in kW mit bis zu 10% Eigenkonsum auf der Stromrechnung zu Buche schlagen.

Dass die digitale Spannungsanzeige (zumindest auf dem Bild) eine echte Messung ist und nicht nur aufgemalt, wage ich bei der "Aus"-Stellung des Hauptschalters mal zu bezweifeln.

AVR.jpg
AVR.jpg (55.28 KiB) 1961 mal betrachtet


Wo's die in Korat gibt, und wieviel sie taugen, weiss ich nicht. Besonders solide, qualitativ und und leistungsfähig erscheinen sie mir aber nicht. Die scheinen nicht für den Festanschluss vor der Stromversorgung eines ganzen Hauses geeignet zu sein, eher für das Schalten zwischen Steckdose und vor einzelnen Geräten, trotz dem sie für hohe Leistungen (bis 30 kVA) angeboten werden. Die Preise erscheinen sehr günstig, die Leistung bereits nach den Herstellerangaben eher dürftig bis ziemlich nutzlos, vermindern die Probleme allenfalls nur ein klein wenig, schaffen aber durch die "Sicherheitsabschaltungen" evtl. andere noch weitaus größere Probleme. Aber:

Mousemelk hat geschrieben:Die Geraete sehen schoen aus!


Quelle der Bilder: http://www.chiangraifocus.com/forums/in ... c=370840.0

tongbo.jpg
tongbo.jpg (168.29 KiB) 1956 mal betrachtet


http://www.tongbo.cc/html/product_info.asp?id=228

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Sep 24, 2016 10:54 am

Ich hab mich mal mit dem Thema Stromkosten bei Spannungserhöhung durch AVR auseinanderzusetzen versucht. In einem anderen Forum hat jemand über seinen AVR berichtet: „Anzumerken wäre noch, dass weder bei mir noch bei meinem Freund die Stromrechnung nach der Installation des AVR gestiegen ist. Das zeigt, dass es intern state of the art Technologie enthält: das Gerät arbeitet ohne spürbaren Verlust.“

Es ist eine interessante These, dass der Stromverbrauch in kW nicht zumindest proportional zur Spannungserhöhung gestiegen sein soll. Oder hat es vielmehr mit jener Information des Posters etwas zu tun: „In letzter Zeit ist die Stromversorgung bei uns generell deutlich besser geworden. Daher kann mein AVR eine ruhige Kugel schieben.“

In jenem Artikel Spannungsregelung spart Strom wird dargelegt, dass der Stromverbrauch bei hohen Spannungen (im zulässigen Rahmen von 207 – 244 Volt) steigt, während er bei niederen Spannungen sinkt. Also kann man auch davon ausgehen, dass bei Spannungserhöhung entsprechend mehr Strom verbraucht wird. Der Vorteil von Spannungserhöhung liegt (nur) darin, dass angeschlossene Geräte effektiver arbeiten und eben nicht vorzeitig verschleißen.

Mein Gerät zur Spannungserhöhung ist jetzt etwa 6 Monate in Betrieb. Mein Fazit ist, dass seitdem doch mehr Strom verbraucht wurde; ich schätze ca. 15 - 20% im Durchschnitt, die aus der für mein Haus notwendigen Erhöhung der eigentlich permanent zu niedrigen Netzspannung resultieren. Dafür sind in der Stromversorgung meines Hauses (nach dem Gerät) deutlich weniger Probleme aufgetreten, mit denen meine Nachbarn z. T. immer noch zu kämpfen haben. Z. B. sind deren AVR oft ziemlich machtlos, wenn jemand im Umkreis ein Fest veranstaltet, bei dem viel Strom gesaugt wird. In den Hitzemonaten waren da noch nicht mal Ausnahmesituationen notwendig, da war die Spannung permanent im Keller. Wünschenswert wäre jedoch eine vollautomatische Spannungssteuerung auch bei den Unterspannungen, bei denen die meisten erhältlichen AVR gar nicht mehr arbeiten. Ich denke immer noch an eine Kombination aus meinem Gerät und einem nachgeschalteten AVR, wobei meinem Gerät dann die Aufgabe der Vorarbeit obliegt, wenn in den Sommermonaten tagsüber und abends oder bei Festen die Spannung so extrem unter den gewöhnlichen Arbeitsbereich der „normalen“ AVR abfällt, nachts aber wieder ansteigt.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Jun 25, 2018 6:55 pm

KoratCat hat geschrieben:Wenn ich nicht von Natur aus Interesse am Finden kostengünstiger Problemlösungen hätte, würde ich mir vielleicht auch einfach ein gutes vollautomatisches Gerät kaufen. Aber da muss man schon ganz schön rumrennen, um ein leistungsfähiges Gerät überhaupt und dann noch zu akzeptablem Preis zu finden. Der Bereich von 140 - 253V wird bei den "automatischen" Geräten auch in den höheren Preisklassen nicht unter- oder überschritten. Da greifen dann die "Under Voltage Protection" und respektive die "Over Voltage Protection" ein und schalten das Gerät mit der gesamten Stromversorgung ab, überlassen die Gefrierschränke dem Auftauen etc.


Ich habe mein System jetzt um einen CBC Automatic Voltage Stabilizer 10kVA erweitert.

Obwohl es bis zu 9.000W in einem Eingangspannungs-Rahmen von 140 - 260V leisten soll, versagt es allein bei Normalbetrieb (Transformator mit Servomotor) doch öfter und zeigt "Overload" an, wenn die Eingangspannung vom Zähler her gering ist und ein Durchlauferhitzer und ein oder zwei Klimaanlagen betrieben werden. Wenn ich den weiter oben beschriebenen Aufspanntrafo vorschalte und auf Stufe 3 einstelle, habe ich dann nur noch (allerdings vom Gerät gelöste) Probleme, wenn einer unserer Nachbarn mal wieder schweißt. Dann kann es zu Unterspannungen von weniger als 120 V im Netz kommen. Geschieht nicht oft, aber kommt vor.

Das Gerät hat zwei Funktionen: Normale AVR/AVS und "Pump Charge". Schaltet man "Pump" ein und es kommt wegen zu geringer Eingangsspannung bzw. zu hoher Belastung zum Overload des Normalbetriebs, leuchtet die rote Anzeige "Overload" auf, das Gerät arbeitet jedoch mit Pump Charge weiter, erhält die Stromversorgung aufrecht, indem es dann bei den überhohen Belastungen entsprechend mit lautem Röhren wie eben jene Trafos, die beim Schweißen genutzt werden, den Strom per Kondensatoren aus dem Netz lädt. Damit es sich neu einstellt und wieder (geräuscharm) normal arbeitet muss man es dann für ein paar Sekunden ab- und wieder einschalten. Ohne die Funktion "Pump" geht und bleibt der Strom aus, bis man das Gerät zur Neueinstellung ab- und nach ein paar Sekunden wieder einschaltet.

Abspannen, d. h. die Spannung auf 220V reduzieren, wenn mal zuviel kommen sollte, tut es auch. Da wir aber die Letzten am Strang sind, kommt das so gut wie nie vor.

P.S. Auf unsere Beschwerde hin kamen mal drei Techniker vom E-Werk (PEA) und haben den Strom gemessen. Sie kamen ohne Belastung vom Haus auf 190V am Zähler; bei Belastung oder am Abend sind es noch erheblich weniger. Sie waren dann später noch einmal da und sagten, sie haben das Problem gemeldet, das E-Werk (PEA) solle einen weiteren Strang einziehen. Getan hat sich aber nichts! Bleibt momentan nur die Eigeninitiative mit dem Anschaffen von Geräten, die die Spannung erhöhen und stabilisieren und den dadurch bedingten wesentlich höheren Stromkosten. Auf lange Sicht strebe ich weitgehende Netzunabhängigkeit durch Solarmodule an. Das kostet aber auch...

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Jun 28, 2018 4:04 pm

thedi hat geschrieben:Das 20 KVA Gerät von Koratcat war vielleicht etwas grosszügig gerechnet. Ein normaler Hausanschluss bei uns im Dorf ist für 5 oder 15 A zugelassen. Man darf aber auch mal etwas mehr beziehen: bis zum dreifachen. Also 45 A mal 220 V = rund 10 KVA. Mehr muss das Gerät nicht schaffen - aussert Du hast einen besseren Anschluss bekommen.


Da ich jetzt in der Lage zum Vergleichen bin, sage ich, dass ein (normaler) AVR mit angegebenen nur 10 kVA für ein Haus mit zwei Klimaanlagen und Durchlauferhitzern sowie Wasserpumpe, Kühlschränke und Gefriertruhe etc. in Extrem-Situationen wie hier nicht ausreichend ist.

Bei der Frage eines Kaufinteressenten auf Lazada, ob das ZTY Single Phase 10KVA 9000W von einem 15A Zähler vor der OUTPUT-Box eines Hauses mit 3 Schlafzimmern, 2 Bädern, 2 Klimaanlagen, 24.000 BTU und 12.000BTU, ausreiche oder eher das Gerät mit 20kVA verwendet werden sollte, empfahl der Verkäufer das 20kVA-Gerät. In der weiteren Diskussion wurde erläutert, dass es für den 15A-Zähler unbedenklich sei, da ja eigentlich nie alle Geräte gleichzeitig betrieben würden. Der Verkäufer stellte in der Diskussion auch in Aussicht es für einen geringeren Preis als die 26.500 Baht über Lazada abzugeben, wenn er direkt kontaktiert werde. Es kämen da allerdings die nicht unerheblichen Kosten der Lieferung des schweren Geräts hinzu. Nach meinen Recherchen sitzt jener Verkäufer in Surin, gibt aber die selbe Vorwahl wie Korat (044) bei der Telefonnummer an.

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon thedi » Do Jun 28, 2018 4:39 pm

KoratCat hat geschrieben:...wurde erläutert, dass es für den 15A-Zähler unbedenklich sei, da ja eigentlich nie alle Geräte gleichzeitig betrieben würden...

Was natürlich sowohl für den 15A Zähler wie den AVR gilt.

KoratCat hat geschrieben:Nach meinen Recherchen sitzt jener Verkäufer in Surin, gibt aber eine Vorwahl von Korat (044) bei der Telefonnummer an.

Was nicht weiter erstaunlich ist, da die Vorwahl 044 auch für Festnetzanschlüsse in Surin ist.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Überspannung/Unterspannung

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Jun 28, 2018 4:55 pm

thedi hat geschrieben:
KoratCat hat geschrieben:...wurde erläutert, dass es für den 15A-Zähler unbedenklich sei, da ja eigentlich nie alle Geräte gleichzeitig betrieben würden...

Was natürlich sowohl für den 15A Zähler wie den AVR gilt.


Kann deinen Gedankengang leider nicht nachvollziehen, ihm keine Relevanz für das Thema entnehmen. Hier geht es um Spannungswandlung. Es steht ja nirgends, dass 10kVA bzw. 9.000W linear die Leistung sei, die der AVR in jedem Fall, d. h. bei geringer als auch bei normaler Eingangsspannung für die angeschlossenen Geräte erbringe; vielmehr ist es wohl die Leistung, die er selbst bei Höchstbelastung einschließlich der für seinen maximal möglichen Arbeitsaufwand für die Erhöhung von Eingangsspannung zu gezogener Ausgangsspannung, aufnimmt, bevor er sich durch Sicherheitsabschaltung verabschiedet. Der Zähler fängt nicht an zu rauchen, wenn und weil die Eingangsspannung gering ist und der AVR stark arbeiten muss; dem wird eher schwindlig, weil er sich so schnell dreht und viel zählt.

Der für 20kVA bzw. 18 kW maximale Stromaufnahme konstruierte Spannungswandler kann halt wesentlich besser arbeiten, mehr und effektiver Aufspannleistung erbringen, verbraucht wohl auch weniger Arbeitsstrom. Eine 45A-Sicherung würde den Zähler schützen, sollte der Höchstbelastung mal nahe gekommen werden. Ein 10kVA-Spannungswandler kann aber nicht halb so viel und halb so effektiv wie ein für 20kVA konstruierter arbeiten.


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