Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Alls was intressant isch us und über d`Schwyz, will mir ja eusi alt Heimat nöd vergässe wänd.
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KoratCat
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Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Jul 26, 2012 8:10 pm

Schweizer Botschaft stempelte thailändische Geschäftsfrau zu Unrecht ab

Einer Geschäftsfrau aus Thailand wurde grundlos die Einreise in die Schweiz verweigert. Erst ihr Anwalt erstritt ihr das Visum. Offenbar kein Einzelfall.

Seit einem Jahr arbeitet die Thailänderin Chandra Z.* für die thailändische Niederlassung eines internationalen Technologiekonzerns mit Hauptsitz in der Schweiz. Die Geschäftsfrau ist auf Projektbasis im Verkauf, Vertrieb und technischen Support tätig. Zusammen mit ihrem Lebenspartner und ihrem Kind wohnt die 37-Jährige in komfortablen Verhältnissen in Bangkok.

Da das Unternehmen mit Z. sehr zufrieden ist, wurde ihr ein Angebot für eine Festanstellung unterbreitet – verbunden mit einem Schulungsaufenthalt am Schweizer Hauptsitz. Zudem sollte Z. weitere Geschäftsstandorte im Schengen-Raum besuchen. Sie sagte zu, stellte im April 2012 bei der Schweizer Botschaft in Bangkok einen Antrag für ein Schengen-Visum und übergab der Botschaft ihren Reisepass für die Visumerteilung. Auch buchte sie einen Hin- und Rückflug.

Bleibender Vermerk im Pass

Ohne dass Z. von der Schweizer Botschaft zum Zweck ihrer Reise befragt worden wäre, erhielt sie eine Woche später den Bescheid, der Visumantrag sei abgelehnt worden. In ihrem Reisepass wurde die Ablehnung mit einem Stempel versehen und ist damit für Dritte fortan gut sichtbar. Dieser Vermerk dürfte insbesondere bei erneuten Visumanträgen in Schengen-Staaten nachteilig sein.

Laut der Schweizer Botschaft waren die vorgelegten Informationen über den Zweck der Geschäftsreise nicht glaubhaft. Zudem hält die Botschaft in der Ablehnungsbegründung fest: «Ihre Absicht, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten des Schengen-Raums auszureisen, konnte nicht festgestellt werden.»

Das lange Warten

Die Ablehnung des Visums traf Z. und ihren Arbeitgeber völlig unvorbereitet. Die Botschaft hatte weder mit ihr noch mit dem Arbeitgeber Kontakt aufgenommen. Die Reise war geplant und Termine mit europäischen Geschäftsstandorten organisiert. Der Arbeitgeber, der bereits früher ohne Probleme aussereuropäische Mitarbeiter zu Schulungszwecken eingeladen hatte, war nicht gewillt, den Entscheid hinzunehmen. Er schaltete eine Schweizer Anwaltskanzlei ein, die beim Bundesamt für Migration (BFM) Einsprache erhob.

Das BFM bestätigte den Eingang der Einsprache, forderte 150 Franken Kostenvorschuss für deren Behandlung und wies darauf hin, dass das Verfahren bis zu zehn Wochen dauern könne.

In der Tat hörten Z. und ihr Anwalt lange Zeit nichts mehr vom Bund. Als schliesslich die Flugtickets unbenutzt verfallen und die Reise längst abgesagt waren, traf Mitte Juli der positive Entscheid aus Bern ein: Das Visum wurde erteilt, die Bearbeitungsgebühr von 150 Franken zurückbezahlt.

«Thailand ist ein Hochzeitsland»

Aus Datenschutzgründen wollte das BFM nicht erklären, weshalb Z. erst nach Beizug eines Anwalts zum Visum kam, dem offensichtlich von Beginn weg nichts entgegengestanden war. Laut BFM-Sprecher Michael Glauser ist im Fall von Thailand eine sorgfältige Prüfung der Gesuche nötig, denn «Thailand ist ein Hochzeitsland (Thaigirls)». Zudem würden die Schengen-Vertretungen vor Ort ihre Praxis abstimmen, um eine möglichst einheitliche Visumvergabe sicherzustellen. Gefragt, ob die Schengen-Staaten Druck auf die Schweiz ausübten, mit der Visumvergabe an junge Thailänderinnen besonders restriktiv zu sein, sagt Glauser: «Kann man so nicht sagen.»

Laut Markus A. Frey, dem Honorarkonsul für Thailand in Zürich, handelt es sich um keinen Einzelfall: «Offenbar traut man Thailänderinnen eine kompetitive Geschäftstätigkeit gar nicht zu.» Er sagt, die Schweizer Botschaft in Thailand habe mit einem sehr hohen Arbeitsanfall zu kämpfen und sei sich der teilweisen Unzulänglichkeiten sehr wohl bewusst. Um den grossen Arbeitsanfall zu bewältigen, arbeite die Botschaft zunehmend mit lokalem Personal zusammen. Laut BFM hat die Botschaft in Thailand letztes Jahr 15'187 Schengen-Visa erteilt und 1652 Visa verweigert oder annulliert.

* Name geändert

Basler Zeitung

kokai
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon kokai » Do Jul 26, 2012 8:57 pm

Jaaa koratcat

genau diesen Artikel habe ich auch mit Erschrecken, dass einer Thai-Geschäftsfrau
gelesen - sowie die Ausrede der Botschafter.

Die schlimmsten Annahmen werden da hineininterpretiert.

Schade für die CH - TH Beziehungen

gruss kokai

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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Fr Jul 27, 2012 6:57 am

KoratCat hat geschrieben:Schweizer Botschaft stempelte thailändische Geschäftsfrau zu Unrecht ab


Wenn es in den Schengenstaaten einheitliche Bedingungen zwecks Visaerteilung gibt, muß ich mich sehr wundern. Wer hat beispielsweise was für ein Visum und wo beantragt?

Für ein Geschäftsvisum gilt in Deutschland beispielsweise, dass der Antrag beim Ausländeramt am Wohnsitz der einladenden Firma gestellt wird. Stimmt das Ausländeramt zu, ist die Deutsche Botschaft in Bangkok lediglich Erfüllungsgehilfe. Vermutlich können die thailändischen Sachbearbeiterinnen in Bangkok nur noch versuchen die Rückkehrwilligkeit festzustellen. Die Erteilung oder Ablehnung des Visums erfolgt dann im stillen Kämmerlein durch einen deutschen Sachbearbeiter.

Meine Stieftochterm 27 Jahre, A1, ledig, kinderlos und in Thailand ohne feste Anstellung , da in Zwergform selbständig, ist in diesem Jahr bereits 2 x mit einem Geschäftsvisum in Deutschland gewesen.

Da taucht doch bei mir die Frage auf, ob die thailändische Geschäftssfrau, bzw. die einladende Firma den richtigen Visumsantrag gestellt hat. Das wird in dem fraglichen Bericht nicht erwähnt. Aber auf die Botschaft wird herumgekloppt. :violent :violent :violent

mfg Werner
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Jul 27, 2012 8:23 am

Am Meisten hat mich das schockiert:
Bleibender Vermerk im Pass

Ohne dass Z. von der Schweizer Botschaft zum Zweck ihrer Reise befragt worden wäre, erhielt sie eine Woche später den Bescheid, der Visumantrag sei abgelehnt worden. In ihrem Reisepass wurde die Ablehnung mit einem Stempel versehen und ist damit für Dritte fortan gut sichtbar. Dieser Vermerk dürfte insbesondere bei erneuten Visumanträgen in Schengen-Staaten nachteilig sein.


Laut der Schweizer Botschaft waren die vorgelegten Informationen über den Zweck der Geschäftsreise nicht glaubhaft. Zudem hält die Botschaft in der Ablehnungsbegründung fest: «Ihre Absicht, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten des Schengen-Raums auszureisen, konnte nicht festgestellt werden.»


Das ist ja noch schlimmer als das, was die von der Deutschen Botschaft dieses Jahr bei der Rentenbescheinigung mit mir machen wollten, als sie aufgrund der eingereichten Dokumente bei sorgfältiger Arbeit leicht als vollkommen wahrheitswidrig zu erkennend einen Zusatz PRE-TAX auf der Bescheinigung anbrachten. Ich habe dort davon berichtet:

viewtopic.php?f=28&t=306&p=20584#p20525

Aber sicher ist es nur ein Herumhacken auf den armen doch so gewissenhaft arbeitenden Beamten, wenn man Kritik übt. Deshalb habe ich mal versucht, positiv aus der Sicht eines Konsularbeamten zu schildern, was in der dort geschilderten Angelegenheit passiert sein könnte:

viewtopic.php?f=28&t=5216&p=21043#p21043

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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon Khonggon » Sa Jul 28, 2012 6:28 am

Ich weiss nicht so recht, aber da draengt sich bei mir gleich so ein Ausspruch auf...hoffe, dass ich hiermit nicht gegen irgendeine Regel verstosse...muss das aber mal anfuegen:

thedi hat geschrieben::Ja, bei der Schweizer Botschaft weht ein neuer Wind seit die neue Botschafterin, Frau Schraner Burgener, dort das Sagen hat. Wir werden mit service public verwöhnt. Wir geniessen das: es erfüllt uns mit Stolz Schweizer zu sein.


...na dann...

:bäh
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Jul 28, 2012 11:35 am

Es ist sehr problematisch, über Hintergründe des Handelns der Frau Botschafterin Schraner Burgener zu spekulieren. Nationales Denken zu stimulieren würde ich ihr kaum unterstellen. Vielleicht ist sie in erster Linie um weibliche Interessen im Schengen-Raum besorgt.

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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon Khonggon » Sa Jul 28, 2012 12:14 pm

KoratCat hat geschrieben:..Nationales Denken zu stimulieren würde ich ihr kaum unterstellen. Vielleicht ist sie in erster Linie um weibliche Interessen im Schengen-Raum besorgt.


Naja, das Eine wuerde ja das Andere nicht unbedingt ausschliessen.

Ich denke schon, dass die gute Frau gegenueber den Thaimaedels bedenken hat..man stelle sich nur mal vor, wie das Thaigirl der Sennerin den Almoei ausspannt. :wie
Da hoert der eidgenoessische Spass aber auf!!! :cussing
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Sa Jul 28, 2012 1:02 pm

Khonggon hat geschrieben:
thedi hat geschrieben:Wir geniessen das: es erfüllt uns mit Stolz Schweizer zu sein.


:bäh



Seht Ihr den Hut dort auf der Stange?
Der hängt da ganz gewiss noch lange!
Der hat ein ganz besonderen Reiz,
der ist Symbol für unsre Schweiz!

Nicht mehr der Appenzeller Käse,
nicht mehr das Berner Oberland,
es lebe hoch, es lebe lange,
der schweizer Hut dort auf der Stange.

Die Schweiz ist Mittelpunkt der Welt,
denn jedes Land hortet hier Geld.
Hier angelegt ist wirklich gut,
denn dafür sorgt der schweizer Hut.

Indem die Schweizer Gelder waschen,
füllen sie sich ihre Taschen
und wenn ich gedanklich richtig liege,
finanzieren sie so manche Kriege.

Weltweit hört man sie laut schrein:
"Stolz sind wir, Schweizer zu sein!"

:wiiee :wiiee :wiiee :wiiee :wiiee
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Jul 28, 2012 1:48 pm

Vielleicht kannst Du auch das Volkslied umschreiben


Wini
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon Wini » So Jul 29, 2012 7:13 am

Liebe Nachbarn aus dem grossen Kanton ;)

und ein besonderes Grüezi an koratwerner,

koennte es sein, dass da vielleicht doch etwa Neid und Missgunst dahintersteckt?
Mit der Euro-Weltpolitik steht es doch zur Zeit nicht zum Besten. Es sind doch bestimmt so gewisse kleine Unsicherheiten bei dir und einigen deiner Landsleute im Hinterkopf vorhanden. Man weiss doch, dass man mit lautem Singen nachts im Walde (Verse schreiben im Forum) gewisse Aengste unterdruecken kann. :violent

Gruss boomer

PS. Was glaubst du aus welchem Nachbarland die Schweizer-Banken am meisten Geld horten konnten in den letzten Jahren?, oder andersrum gefragt: Waren es nicht die Deutschen, welche besonders gerne ihre Moneten in der Schweiz weissgewaschen haben? Denen hat dann der Hut dort oben auf der Stange auch nicht gestoert.... :bäh

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koratwerner (†2012)
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » So Jul 29, 2012 11:11 am

boomer hat geschrieben:Liebe Nachbarn aus dem grossen Kanton ;)
h



:prost :prost
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kokai
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Re: Schweizer Botschaft u. thail. Geschäftsfrauen

Ungelesener Beitragvon kokai » Mi Aug 01, 2012 2:10 am

Zwei Sachen:

Vielleicht hat die CH Botschafterin gar nichts von diesem
Visumantrag der thailändischen Geschäftsfrau mitbekommen und
eine subalterne Kraft hat den Bock geschossen.

Was der thailändischen Geschäftsfrau widerfahren ist beschämt
mich als Schweizer sehr.
Wir sollten die internationalen Beziehungen gut pflegen und
keine Missstimmungen erzeugen.

gruss kokai


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