Deutsche Urlauber betroffen?

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koratwerner (†2012)
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Deutsche Urlauber betroffen?

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Mo Mai 21, 2012 12:37 pm

Erdbeben in Norditalien


Nach dem schweren Erdbeben in Norditalien mit mindestens sechs Toten stehen die Menschen in der Region unter Schock. Viele sind obdachlos, die Notunterkünfte überfüllt, vor den Essensausgaben bilden sich lange Schlangen. Und immer wieder bebt die Erde.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Als hätten die Menschen von Mirandola an diesem Tag noch nicht genug gelitten: Nun kommt auch noch der Regen und prasselt auf die Zelte, die in aller Eile vor den Toren der alten Stadt aufgebaut wurden. Mindestens 1000 Menschen sind hier ohne Obdach, einer von ihnen Felice Guerriero. "Wir sind hier am Sportplatz von Mirandola mit der Sporthalle und den Schwimmbädern. Hier hat man für die Obdachlosen eine Unterkunft geschaffen, aber man sieht ja: Es sind viele, sehr viele."
Schlange bei der Essensausgabe in Mirandola (Foto: Kleinjung) Zu viele. Die Turnhalle ist überfüllt, die Zelte reichen nicht, und vor der Essensausgabe gibt es lange Schlangen. Felice und seine Familie werden hier keinen Schlafplatz finden und so machen sie es wie die meisten im Erdbebengebiet: Sie übernachten im Auto. "Wie es weiter geht, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, was ich jetzt erlebe: Panik, Angst und Schrecken. Nur wer das erlebt hat, kann das verstehen."

Immer wieder bebt die Erde zwischen Modena und Ferrara. Mehr als 70 Erdstöße zählen die Seismologen nach dem einen großen Stoß am frühen Sonntagmorgen um 4.05 Uhr.

"Wir haben es nicht geschafft, uns auf den Füßen zu halten", erzählt Alessandra. "Wir sind aufgestanden und dann wieder hingefallen. Der Schrank ist umgefallen und das Bücherregal, alles." Alessandra hatte einen kleinen Geschenkeladen: Gläser, Kristalle - heute ist das einziger, großer Scherbenhaufen. "Wir Ladenbesitzer sind zerstört, wir hatten keine Versicherung. Wer denkt schon an Erdbeben der Stärke 6 mitten in der Poebene? Niemand."

Alessandra steht mit ihrem Mann vor dem Gebäude, das einmal der Dom von Mirandola war. Von außen scheinen die Schäden an diesem über 500 Jahre alten Bau nicht allzu groß zu sein. Ein Stück von der Fassade ist abgebrochen. Doch im Inneren zeigt Pfarrer Carlo Truzzi das ganze Ausmaß der Verwüstung. "Das Dach ist heruntergekommen und hat die Orgel-Empore abgerissen. Da vorne ist alles zerstört, da war einmal die Orgel. Die Bänke sind kaputt, in den Mauern sind überall Risse."

• Eva Frisch (ARD) zur Lage in Norditalien nach dem Erdbeben
ARD-Morgenmagazin, 21.05.2012
• Download der Videodatei

Betroffen sind vor allem die alten, kunsthistorisch wertvollen Gebäude, die dem Erdbeben nicht Stand gehalten haben: die Kirchen, die Palazzi. An den Wohngebäuden sieht man dagegen kaum Schäden. Das muss aber nichts heißen: Auch feine Haarrisse in den Mauern machen Häuser zunächst einmal unbewohnbar. "Einige brauchen eine Unterkunft, weil ihre Häuser nicht mehr bewohnbar sind", sagt der Pfarrer. "Einige haben sich leicht verletzt, aber nichts Schlimmes, zum Glück."

Große Hilfsbereitschaft.In Sant’Agostino stürzte eine Fabrikhalle ein, die eigentlich erdbebensicher sein sollte. In Mirandola dürfen etwa 1000 Menschen nicht in ihren Häusern bleiben. Noch mehr sind es im benachbarten Finale Emilia, dem Ort, der dem Epizentrum am nächsten lag. Besonders schlimm traf es die Gemeinde Sant’Agostino. Hier starben mindestens vier Arbeiter in den Trümmern ihrer Fabrik.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti will vorzeitig vom NATO Gipfel in Chicago abreisen. Bereits heute will er wieder in Rom sein. "Das menschliche Leiden, die Sorgen wegen der ständigen Stöße, der Verlust von Menschenleben, aber auch von Baudenkmälern - all das macht uns große Sorgen. Es ist einer der vielen Momente, in denen sich das Land vereint fühlt und nahe bei den Opfern", sagt er.

• Erdbeben erschüttert Norditalien
ARD-Morgenmagazin, 21.05.2012 [Alf Meier, ARD Athen]
• Download der Videodatei

Wie schon beim Erdbeben vor drei Jahren in den Abruzzen ist auch diesmal die Hilfsbereitschaft der Italiener enorm. Freiwillige Helfer sind aus allen Landesteilen ins Erdbebengebiet gekommen. Sanitäter Fabio wurde am Sonntagmorgen um 5 Uhr geweckt und machte sich sofort auf den Weg nach Mirandola. "Unsere Aufgabe war es, das Krankenhaus zu evakuieren, weil es hier doch einige Schäden gab. Jetzt wird in den nächsten Tagen das Ausmaß der Schäden überprüft und dann können bald wieder die Patienten ins Krankenhaus."

Aus demselben Grund bleiben heute und vermutlich auch in den kommenden Tagen die Schulen in der Region geschlossen. Es wird noch lange dauern, bis hier wieder Alltag ist.
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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WADI
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Re: Deutsche Urlauber betroffen?

Ungelesener Beitragvon WADI » Mo Mai 21, 2012 12:42 pm

"Deutsche Urlauber betroffen?"

wenn ja: was dann? wie würde das mein Leben in Khorat beeinflussen? Fragen über Fragen...
导师 dǎoshī Lem Pel

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koratwerner (†2012)
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Re: Deutsche Urlauber betroffen?

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Di Mai 22, 2012 8:54 am

WADI hat geschrieben:"Deutsche Urlauber betroffen?"

wenn ja: was dann? wie würde das mein Leben in Khorat beeinflussen? Fragen über Fragen...


Und?
Wie lauten die Fragen?

Mancher von uns kennt diese liebliche Gegend in Italien, kennt die eine oder anderer Stadt und sei es nur von der Durchreise.
Für diese Leute halte ich die Nachricht für lesenswert.

Was das mit Korat zu tun haben könnte, das bleibt mir ob der Kürze dieses Kommentars verborgen.
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!


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