Forscher haben auf einer historischen Aufnahme Hinweise auf eine antike Siedlung entdeckt. Könnte sie die Geschichte umschreiben?
Ein unspektakuläres Luftbild aus den 1950er-Jahren ist nun der Schlüssel zu einer archäologischen Sensation. Unter der modernen Stadt Nakhon Ratchasima, so scheint es, liegt ein ganzes Kapitel der Geschichte verborgen – eine antike Stadt, die vor Jahrhunderten in Vergessenheit geriet. In einer neuen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Santi Pailoplee von der Chulalongkorn-Universität berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der jüngsten Entdeckung.
Sensation in Thailand: Luftaufnahme enthüllt faszinierende Strukturen von Nakhon Ratchasima
Alles begann mit einer detaillierten Analyse historischer Luftaufnahmen im Rahmen des Projekts „Synthese von Geoinformationen und Statistiken zu alten Wassergräben im Nordosten Thailands“. Forscher entdeckten darauf einen geheimnisvollen, rechteckigen Erdwall – eine Struktur, die auf eine einst mächtige Siedlung hindeutet. Der Verlauf dieses Damms legt nahe, dass er sich unter der heutigen Altstadt erstreckt und damit älter sein könnte als der unter König Narai dem Großen (1656–1688 n. Chr.) errichtete Takhong-Kanal.
Besonders erstaunlich: Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die verlorene Stadt möglicherweise doppelt so groß war wie das heutige historische Zentrum von Nakhon Ratchasima. Aufgrund des Dammverlaufs, der durch die Hauptstraße führt, vermutet Prof. Dr. Santi, dass der frühere südliche Damm zur Hauptstraße der Stadt umfunktioniert wurde. „Der ursprüngliche südliche Damm wurde möglicherweise von seiner ursprünglichen Funktion als Gemeindegrenzmarkierung zur Hauptstraße der Stadt im alten Nakhon Ratchasima umfunktioniert“, sagte Pailoplee in einer Erklärung.
Forscher sprechen Klartext: Entdeckung revolutioniert Geschichtsbild der Region
Doch die Entdeckung geht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Erdwall scheint ein ausgeklügeltes Wasserleitsystem dargestellt zu haben, das Überschwemmungen regulierte und den Wasserfluss zu anderen Siedlungen lenkte. Experten gehen davon aus, dass dieses System zur Bildung von Sümpfen und Teichen beitrug, darunter der heutige Assadang-Stausee.
Der Fund stellt bisherige Annahmen über die Geschichte der Region infrage. Gleichzeitig betont Prof. Dr. Santi, dass noch weitere archäologische Untersuchungen nötig sind, um die neuen Erkenntnisse zu bestätigen. Sollten sich die Annahmen bestätigen, würde diese verlorene Stadt einen wichtigen Beitrag zum historischen und archäologischen Erbe Thailands leisten.
WAZ
Altes Luftbild enthüllt verborgene Stadt
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