Unsere Nachbarn in Kambodscha

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koratwerner (†2012)
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Unsere Nachbarn in Kambodscha

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Fr Aug 07, 2009 11:37 am

Grosse, schreckliche Vergangenheit

30 Jahre nach dem Ende der blutigen Diktatur der Roten Khmer interessiert sich die kambodschanische Bevölkerung kaum für die juristische Aufarbeitung der Schreckenszeit unter Diktator Pol Pot. Der Tourismus mit dem Magnet Angkor Wat ist die einzige Hoffnung auf bessere Zeiten im bitter armen südostasiatischen Land.

Wenn da nicht dieses Lied wäre, nichts würde an diesem lauen Abend in der Stadt Siem Reap darauf hindeuten, dass Kambodscha bitter arm ist und voller Opfer einer grausamen Diktatur. Keinen Hinweis findet man darauf, dass in den 1970er-Jahren nahezu jeder vierte Kambodschaner umkam durch den Terror der Roten Khmer, von denen gegenwärtig der erste vor Gericht steht. Die Strassen sind gesäumt von neuen Hotels, die Märkte lebendig, und hier in der Pub Street sitzen die Touristen vor den Lokalen, essen und trinken.

Die ausgelassene und entspannte Stimmung erinnert an einen belebten Badeort, obwohl das Meer 300 Kilometer entfernt ist. Aber da ist diese leise, etwas schräge Melodie, die sich auch gegen Michael Jacksons «Billy Jean» behauptet, das aus den Boxen einer benachbarten Bar hallt. Es ist eine kambodschanische Volksweise. Sechs Männer in roten Hemden sitzen auf dem Boden vor einer Buchhandlung. Der eine hat eine Flöte am Mund, ein anderer schlägt mit den Klöppeln auf die Saiten eines Khim, einer Art Zither, ein anderer streicht mit einem Bogen über seine Khmer-Geige.


Saos Geschichte

Es könnte irgendeine Gruppe sein, die traditionelle kambodschanische Musik macht, aber wer genauer hinsieht, erkennt mehr, ein Sinnbild für das Leiden und die Hoffnung eines ganzen Landes.

Auf dem Boden neben dem Flötenspieler steht eine Unterschenkel-Prothese, der Zither-Spieler sitzt auf den Stümpfen seiner Beine, und der Geigenspieler ist blind. Sao Saruon lässt die Flöte sinken, Feierabend nach sieben Stunden Straßenmusik. Auf seinen dichten, grauen Haaren liegt Staub. Er sieht erschöpft aus. Während die Gruppe ihre Instrumente einpackt, erzählt der 50-Jährige seine Geschichte.

1986 war er als Soldat im Norden Kambodschas stationiert. Um 9 Uhr morgens, er war mit Kameraden auf Patrouille und überquerte ein Reisfeld, gab es einen lauten Knall. Als Sao im Krankenhaus wieder zu sich kam, verspürte er starke Schmerzen. Er tastete unter das Laken – sein Unterschenkel war amputiert. Eine Landmine. Sao zündet sich eine Zigarette an, bläst den Rauch in den Partylärm. «Das hier », er zeigt dorthin, wo einmal seine rechte Wade war, «hat Pol Pot getan.»


Zurück in die «Steinzeit»

Pol Pot, einst der unumstrittene Führer der Kommunistischen Partei Kambodschas, übernahm mit seinen Roten Khmer 1975 die Macht. In den ersten Tagen nach seinem Putsch wurde er noch vom Volk bejubelt, doch dann errichtete er ein Terror-Regime. Der «Bruder Nummer eins», wie er sich nennen ließ, wollte Kambodscha mit seinem «Steinzeit-Kommunismus» in einen Agrarstaat zurückverwandeln. Stadtbewohner wurden deportiert und zur Feldarbeit gezwungen, Intellektuelle und Andersdenkende umgebracht. Hunderttausende verhungerten. 1,7 Millionen starben, mehr als ein Viertel der damaligen Bevölkerung.

«Es war eine schreckliche Zeit», sagt Sao. «Es gab kaum etwas zu essen, wir hatten keinen Reis, nur ein bisschen Suppe.» 1979 wurden die Roten Khmer durch den Einmarsch vietnamesischer Truppen gestürzt. Danach führten sie noch bis 1998 einen Guerilla-Krieg gegen die kambodschanische Regierung. In diesem Kampf verlor Sao sein Bein. Auch seine Bandkollegen sind auf Landminen getreten. In fast 30 Jahren Krieg wurden die heute geächteten Waffen von allen Parteien in riesigen Mengen in der kambodschanischen Erde vergraben – 10 Millionen waren es einmal. «Es gibt immer noch so viele Minen», sagt Sao. Jeden Monat explodieren in Kambodscha laut Unicef 60 – noch immer verletzten sie Menschen. Wo bleibt da die Hoffnung?

In der Region Siem Reap sind die Minen geräumt. Und im Korb, der vor den Musikern auf dem Boden steht, liegen eine Menge Geldscheine – gespendet von Reisenden aus aller Welt. «Der Tourismus ist unsere einzige Chance», sagt Sao. «Wir müssten sonst betteln.» Er packt die Kunststoffblume ein, die er beim Spielen vor sich aufstellt. Dann schnallt er seine Prothese an und verschwindet in der Dunkelheit.

Eine Million Besucher kamen 2008 nach Siem Reap, der heute reichsten Stadt Kambodschas. Zwei Drittel stammen aus Asien, der Rest aus Europa, Nordamerika und Australien. Vor zehn Jahren hatte die Provinzhauptstadt 18000 Einwohner, heute zählt sie bereits 200000. Wo vor einem Jahr noch Wiesen und Felder waren, stehen heute Häuserfronten. Straßennamen wurden erst vor kurzem eingeführt, weshalb sie niemand kennt und jeder die Strassen nur nach ihrer Funktion nennt. In der Pub Street findet man die Kneipen, die Airport Road führt zum Flughafen, ansonsten orientieren sich die Bewohner der Stadt an Hotels und Sehenswürdigkeiten. Trotz dem Boom ist Siem Reap ein Ort mit einer angenehmen Atmosphäre geblieben, tagsüber ruhig, ab dem Nachmittag lebendig, aber nicht hektisch.


Toul Sleng – Ort des Grauens

230 Kilometer südlich: Phnom Penh, die kambodschanische Hauptstadt, zwei Millionen Einwohner, 500000 Mopeds, ungezählte Autos. An diesem Abend ist wie so oft Stau, mitten auf der Strasse steht ein S-Klasse-Mercedes, der Verkehr muss sich daran vorbeischlängeln. Ein teures Auto, erklärt ein Einheimischer, schütze in Kambodscha vor Strafzetteln. Geld bedeute Macht, und mit den Mächtigen legten sich die Polizisten nicht an.

Auf den Trottoirs betteln Menschen mit fehlenden Gliedmassen, Händler schlafen neben ihren Verkaufsständen auf dem nackten Boden. Laut dem Internationalen Währungsfonds ist Kambodscha ärmer als Sudan. Mit dem Putsch der Roten Khmer 1975 wurde das südostasiatische Land in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen. Viele Kambodschaner bezeichnen den Putsch Pol Pots daher als «Stunde null».

Etwas südlich des Zentrums der kambodschanischen Hauptstadt kann man sich einen Eindruck vom Terror der Roten Khmer verschaffen. Hinter einem Stacheldrahtzaun liegt die Gedenkstätte Toul Sleng, eine ehemalige Schule, die die Roten Khmer zum Gefängnis S-21 machten. Man hat den Ort des Grauens weitgehend so erhalten, wie ihn vietnamesische Truppen vorfanden bei der Befreiung 1979: ein hoher Wellblechzaun vor der ursprünglichen Begrenzungsmauer des Schulhofs, dazwischen ein Meter gefüllt mit Stacheldraht, dahinter der Betonbau, drei Stockwerke, Flachdach.

Europäische und amerikanische Touristen gehen schweigend durch den Gebäudekomplex. Im Hof steht eine Reckstange, an der Kinder turnten, bevor die Roten Khmer kamen. Die Wärter hängten Gefangene kopfüber daran auf, versenkten Kopf und Oberkörper minutenlang in Fässern gefüllt mit Kot und Urin, es war eine der Foltermethoden, um Geständnisse von ihnen zu erhalten. 17000 Menschen waren in Tuol Sleng während der Herrschaft der Roten Khmer untergebracht, sieben überlebten. Die restlichen Menschen wurden nachts nach Choeung Ek, bekannt als «Killing Field», gebracht und ermordet.


Vorwärts in die Zukunft

Bis heute ist niemand für die Verbrechen der Roten Khmer zur Rechenschaft gezogen worden. 30 Jahre nach ihrem Sturz bemüht sich ein von den Vereinten Nationen initiiertes und international finanziertes Gericht, fünf noch lebende Verantwortliche zu verurteilen. Der erste Prozess gegen Kang Kek Leu, den Chef des Gefängnisses Tuol Sleng, ist momentan im Gange, jedoch weitgehend unbeachtet von der kambodschanischen Öffentlichkeit. Die meisten Kambodschaner, mit denen man spricht, wollen nur nach vorne schauen. Sie hoffen auf eine Zukunft, die möglichst so sein soll wie die weit zurückliegende, glorreiche Vergangenheit. Wäre man vor 600 Jahren in das Gebiet des heutigen Kambodscha gekommen, man hätte eines der reichsten Länder der damaligen Zeit vorgefunden – und diese einstige Hochkultur ist auch der Grund für den moderaten Aufschwung des südostasiatischen Landes in der Gegenwart.

Fünf Kilometer außerhalb Siem Reaps befand sich zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert das Zentrum einer Zivilisation, von der europäische Historiker bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts nichts wussten: Angkor. Übersetzt heißt das in der Khmer-Sprache «Stadt». Es war wohl die weltweit größte Siedlung ihrer Zeit. Eine Million Menschen soll dort gelebt haben. Wasser wurde über Kanäle in riesige Reservoire geleitet. Das größte davon, der westliche Barray, existiert noch heute: ein künstlicher See von acht mal zwei Kilometern.

Durch Bewässerung und dank dem warmen Klima konnten bereits damals drei Reisernten im Jahr eingefahren werden, im nahe gelegenen See Tonle Sap wurden große Mengen Fisch gefangen. Dadurch waren weniger Menschen als in anderen Kulturen damit beschäftigt, die Gesellschaft zu ernähren. Das begründete den Reichtum von Angkor. Die Könige ließen mächtige Tempel bauen – bis das Reich nach 600 Jahren unterging.


Vom Wunderwerk überwältigt

An der mit Bäumen gesäumten Strasse, die heute nach Angkor führt, wird gerade gebaut: neuer Asphalt, ein neues Drainage-System – und eine doppelt so breite Fahrbahn wie zuvor entsteht hier. Verkehrsinfarkte wie in Phnom Penh will man hier in der Touristenhochburg vermeiden. Die Strasse ist voll mit Kleinbussen mit Touristen und mit Einheimischen auf Motorrollern. Fahrer und Fahrerinnen tragen keine Helme, aber poppig bunte Mundschutze, gegen den Staub der allgegenwärtigen Baustellen. Und plötzlich liegt am Ende der Strasse das Wunderwerk Angkor Wat offen da, ein Wassergraben von 200 Metern Breite, eine Brücke, die zum Portal führt – und dahinter erheben sich die mächtigen Türme des Tempels wie überdimensionale, steinerne Blütenknospen in den blauen Himmel. Es ist ein Anblick, der bewegt, so überwältigend, so imposant, so einzigartig. Touristen aus aller Welt reisen vor allem wegen Angkor Wat nach Kambodscha.

Vor der Tempelanlage setzen Busse und Autos die Touristen ab. Händler bestürmen sie, im Angebot Holzflöten, Reiseführer und Postkarten. Der 20 Meter breite Steinwall, der über den Wassergraben führt, gleicht einem bunten Mosaik aus Hemden und T-Shirts von annähernd 200 Touristen, zwischendrin leuchten die orangen Kutten von buddhistischen Mönchen.


Geraubte Kunstschätze

Hinter dem Eingang warten Mädchen mit vergoldetem Kopfschmuck in glitzernd bestickten Kleidern. Die Kostüme sind jenen der Apsaras nachempfunden, der Tempel-Tänzerinnen. Heute stellen sich die jungen Frauen für einen US-Dollar vor die Silhouette von Angkor Wat, und man kann sich mit ihnen fotografieren lassen.

Wenige Meter weiter sind ihre steinernen Vorbilder zu sehen. Die Wände des Tempels sind verziert mit 1850 Apsara-Reliefs: anmutige Körper, opulenter Kopfschmuck und entrückt lächelnde Gesichter.

Der hinduistischen Mythologie zufolge sind die Tänzerinnen Halbgöttinnen, deren Hauptaufgabe es ist, die Götter zu unterhalten – und die Herrscher. Zur Zeit des Königs und Angkor-Wat-Bauherren Suryavarman II. – er regierte von 1113 bis 1150 – sollen Hunderte Apsaras hier im Tempel gelebt und getanzt haben, bekleidet nur mit einem Tuch um die Hüften und Kopfschmuck. Heute hat man Absperrbänder zwischen Touristen und Reliefs gespannt; die Besucher konnten es nicht lassen, die schönen Körper der steinernen Apsaras anzufassen – und der Handschweiß begann, die jahrhundertealten Kunstwerke anzufressen.

Allerdings sind die meisten Kunstschätze aus Angkor Wat, das zu Ehren des Hindugottes Vishnu gebaut und später zum buddhistischen Tempel umgewidmet wurde, über die Jahrhunderte geraubt worden. Im 15. Jahrhundert eroberten die Siamesen Angkor und nahmen mit, was sie tragen konnten. Im 19. Jahrhundert kamen die Europäer und erforschten die Tempel – man brach Teile aus den Reliefs, holte Statuen von ihren Sockeln und schaffte sie nach Europa. «Hier in Angkor sehen Sie eigentlich nur noch das, was man nicht mitnehmen konnte», sagt Javuth Pheach.

Der 36-jährige Fremdenführer, ein bescheidener und gebildeter Mann, wirkt nicht bitter. Er lächelt, als er das erzählt. Kambodscha habe dringendere Probleme, als Kunstschätze zurückzufordern, die vor 150 Jahren geraubt wurden: hohe Kindersterblichkeit, Arbeitslosigkeit, geringe Lebenserwartung. Im täglichen Existenzkampf kümmert die meisten Kambodschaner die Vergangenheit wenig – auch nicht die längst überfällige Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer.


Pilgern an Pol Pots Grab

Obwohl das ganze Land unter dem Regime des Roten Khmer in schier unvorstellbarem Ausmaß gelitten hat, obwohl fast jede Familie Angehörige verloren hat, wird deren Anführer Pol Pot von vielen Menschen nicht verurteilt. Unglaublich, aber wahr: Manche pilgern gar zu seinem Grab, weil sie sich davon eine segensreiche Wirkung für ihr Leben erhoffen. «Seine Ideen waren am Anfang nicht schlecht», sagt Javuth. Er zweifelt daran, dass der echte Pol Pot die Massaker an der Zivilbevölkerung befohlen hat. Er glaubt auch nicht, dass der Mann, der 1998 im Dschungel starb und sogleich verbrannt wurde, überhaupt der «Bruder Nummer eins» war. «Vielleicht hat sich jemand für ihn ausgegeben und all diese Verbrechen begangen.» Der Gast aus Europa schweigt betreten.

Javuth ist einer derjenigen, die direkt vom Tourismus profitieren, sein Job ist für kambodschanische Verhältnisse gut bezahlt. Als nach mehr als 20 Jahren 1993 die ersten freien Wahlen in Kambodscha stattfanden, boten die Vereinten Nationen Lehrgänge an, in denen man sich zum Fremdenführer ausbilden lassen konnte. Javuth bewarb sich, wurde angenommen – und machte parallel zu seiner Ausbildung in einem Hotel noch eine Schulung als Guide, inklusive intensiven Geschichtsunterrichts. «Ich habe großes Glück gehabt, dass meine Eltern immer großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder gelegt haben», sagt er. Seine Eltern, er Soldat, sie Betreiberin einer Garküche, finanzierten seine Schulbildung. Er zeigt auf Kinder, die vor dem Tempel Souvenirs verkaufen. «Sie werden diese Chance nicht haben», sagt er, schüttelt den Kopf. «So viele Menschen leben hier von der Hand in den Mund.» Auch wenn es für ihn und seine Frau eine große Anstrengung bedeutet, seine vier Kinder gehen allesamt zur Schule und sollen studieren.


Ein Reich geht unter

Javuth führt weiter durch Angkor Wat, über Treppen geht es nach ganz oben, auf die Terrasse direkt unterhalb der Türme. Weniger mächtig als aus der Entfernung sehen sie von hier aus, man erkennt die Ornamente, die Blätter der geschlossenen Lotusblüte. Es sind wohl 100 Touristen hier auf der höchsten begehbaren Ebene des Tempels, aber es ist still, Schweigen und Flüstern im Angesicht der Erhabenheit im Herzen von Angkor Wat. Auch die Roten Khmer konnten sich ihr wohl nicht entziehen: Obwohl sie alle Religionen auslöschen wollten und im ganzen Land Tempel zerstörten – die heiligen Stätten von Angkor rührten sie nicht an.

Warum das Reich in Angkor im Mittelalter zugrunde ging, ist bis heute nicht geklärt. Wahrscheinlich ist, dass es mehrere Gründe gab. Fremde Armeen griffen an – 1431 eroberten Soldaten des Thai-Königreiches Ayutthaya Angkor vorübergehend. Dabei sollen Bewässerungssysteme zerstört worden sein, ohne die die Großstadt offenbar nicht überlebensfähig war. Andererseits bekam der Handel eine größere Bedeutung; wahrscheinlich deshalb verlegte der letzte König von Angkor 1434 seinen Sitz in die Nähe des heutigen Phnom Penh – an den Mekong, die wichtigste Wasserstrasse Südostasiens.


Fast ein Garten Eden

Zurück in der Hauptstadt, auf der Strasse am Ufer des großen Stroms. Goldgelb und reich verziert ragen die spitz zulaufenden Giebel des Königspalastes in den sonnigen Himmel. Wenige Hundert Meter weiter stehen Villen, die während der französischen Kolonialzeit gebaut wurden – und Gebäude aus der goldenen Ära der kambodschanischen Architektur.

In den 1960er-Jahren entwickelte man hier einen eigenen Stil mit Elementen aus der Bauhaus-Schule, aus der Kolonialzeit und der Angkor-Epoche. Ein Last-Elefant trottet im dichten Verkehr, Straßenhändler und Garküchen bieten ihre Waren an. Bei der Geschäftigkeit, die man heute in Phnom Penh erlebt, ist es kaum vorstellbar, dass die Metropole unter den Roten Khmer eine Geisterstadt war: Fast alle Einwohner wurden aufs Land deportiert oder umgebracht.

Am Abend stellt sich auf einer Flussfahrt über den Tonle-Sap-Fluss und den Mekong eine idyllische Stimmung ein; kleine Fischerboote fahren aufs Wasser hinaus, der Königspalast, die Hochhäuser und Kolonialbauten liegen im orangen Licht der untergehenden Sonne. «Unser Klima ist angenehm, die Landschaft lieblich, die Flüsse und Seen sind voller Fische, die Böden fruchtbar, Naturkatastrophen gibt es nicht», hatte Pheach Javuth, der Fremdenführer aus Siem Reap, gesagt. Und angefügt: «Mit allem hat Kambodscha Glück gehabt – außer mit der Politik.»

Quelle: „Der Bund“
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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