Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

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maguntus
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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon maguntus » Fr Mai 06, 2016 1:22 am

10 bat Gold? ? Nicht schlecht, diese Forderung. Lässt wohl etwas Handlungsspielraum zu.
Da hatte ich wohl mit meinem Mädchen aus einfachen Verhältnissen mehr "Glück". 100000 Bath um das gesamte Fest mit wohl 100 Gästen zu berappen. 50000 Bath Brautgeld und 50000 Bath fürs Gold.
Ich denke bei Reiner will die Schwiegermutter im Dorf gerne Eindruck machen und mit dem reichen Schwiegersohn etwas angeben. Ob man (n) da mitmacht oder nicht bleibt jedem selber überlassen. Ich empfehle aber dem Reiner zusammen mit seiner Frau eine finanzielle Obergrenze weit unter den 15000 Euro fest zu legen, um nicht für immer als der Superreicher Obermotz auftreten zu müssen. Als Reich werden wir ja sowieso schon angesehen.
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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Mai 06, 2016 1:52 am

Ich denke, dass Rüdiger (Weisser Büffel) die Situation am besten erfasst hat, dass es gar nicht so sehr um Reiner und seine Brieftasche geht, eher um die Mutter, die als ausgebildete Lehrerin doch bereits zu den Honoratioren eines Dorfes weit über einem Pujai Ban zählt, dass damit schon ein Mindestmaß an Show begründet wird. Dann kommt noch die Enkelin Bankangestellte. Das sind keine einfachen Frauen. Das ist im Isaan High Society! Die Bauern dürfen bei dem Fest vielleicht auch kommen und dem Brautpaar etwas Wasser in die Hände gießen, aber die High Society der umliegenden Dörfer macht die Show.

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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon maguntus » Fr Mai 06, 2016 2:08 am

Ach ja... der Ablauf war bei uns folgender.

Der geeignete Tag wurde im Wat festgelegt.

Die Musik und Tanzgruppe wurde frühzeitig gebucht. Ebenso wurde recht früh ein Catherine organisiert. Danach etwa 100 Einladungskarten drucken lassen. 3 Tage vor dem Fest gingen wir in einen Laden um die Hochzeitskleider (zur Ausleihe) aus zu suchen. Mit dem Foto zu einem weiteren Geschäft um ein Riesen Plakat zu drucken (3m auf 2m). Noch schnell eine Art Festzelt als Sonnenschutz organisiert. Am Tag vor der Hochzeit im Wat Tische, Stühle und alles nötige an Altar, Schüsselchen und Krimskrams abgeholt. Das Haus gereinigt und am Abend mit Hilfe eines Herrn vom Wat alles am richtigen Ort platziert. Dann kurz geschlafen und frühmorgens aufgestanden.

Die Mönche kommen sehr früh ins Haus und man muss lange vor ihnen kniend ihrem Gesang horchen. Alle werden mit einer Schnur verbunden. Wasser wird verspritzt. Den Mönchen wird vom paar zusammen Essen und Getränke gereicht. Die Mönche essen.

Der Ehemann wird von seiner Mutter ( in meinem Fall einer Stellvertreterin) mitgenommen und in der Nähe auf Warteposition gebracht. Dann durfte ich mit der "Mutter" zum Haus zurück laufen und wurde dabei von mehreren Leuten aufgehalten, denen man dann die zuvor bereitgemachten Umschläge mit Bargeld zustecken musste. Im Haus kam dann die Ehefrau mit der Mutter aus dem Schlafzimmer und das Bargeld und Gold wurden begutachtet. Dann ging zusammen ins Schlafzimmer wo wir uns ins Bett legen mussten. Ich dachte nun geht's ans Essen. Die Gäste waren ja schon voll am genießen. Falsch gedacht. Vor dem Haus erst mal wieder hinsetzen und alle Gäste kamen und banden uns Schnüren ans Handgelenk und schüttete Wasser über die Hände. Als alle durch waren liefen wir von Tisch zu Tisch und überreichten kleine Geschenke an alle Gäste.

Mit all den Fotos etc War es Mitte Nachmittag geworden und das Fest neigte sich dem Ende zu. Vom feinen Festmahl hatten wir nichts abgekriegt und haben uns gegen Abend selbst versorgt. Es War alles speziell für einen Fang wie mich, aber interessant und schön. Es lohnt sich und der eher geizig Falang War plötzlich nicht mehr gkii KiAT (geizig). Das Brautgeld kriegte ich zwar nicht zurück, aber damit hatte ich gerechnet und es War mir egal. Wie erwähnt alles zusammen für 200000 Bath. Allerdings in einer armen Familie und einem armen Viertel von Korat. Keine Ahnung wie das anderen Ortes so abläuft.

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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Mai 06, 2016 9:12 am

maguntus hat geschrieben:100000 Bath um das gesamte Fest mit wohl 100 Gästen zu berappen.


maguntus hat geschrieben:Allerdings in einer armen Familie und einem armen Viertel von Korat. Keine Ahnung wie das anderen Ortes so abläuft.


Eben genau das sind die Punkte, Ort der Party und soziale Stellung der Familie, und natürlich Bildung; die ja mit der sozialen Stellung verbunden ist, Geld gekostet hat.

Geheiratet hatten meine Frau und ich vor gut 25 Jahren in der Stadt. Das Haus der Eltern stand hinter der St. Mary-Schule in einem gutbürgerlichen Wohngebiet (Beamte, Polizei, Militär, Geschäftsleute etc.). Das war auch eine relativ moderate Party. Ich hab weder die Gäste gezählt noch die Kosten im Kopf behalten, die waren aber nicht so überdreht.

Vor 10 Jahren wurde bei uns eine Party zur Hauseinweihung gegeben, unsere erste Party hier im Dorf (20 km Luftlinie von der Yamo), auch 35. Geburtstag meiner Frau. Das war eine Pflichtveranstaltung. Es sollen gut 300 Gäste dagewesen sein, nur etwa 200 davon direkt eingeladen. Und die Auslagen zur Organisation waren ein Vielfaches derer von der Hochzeitsparty. Viele Gäste und Familienmitglieder trugen dann aber finanziell dazu bei. Damals noch einige mehr und einige weniger großzügig. Aber eigentlich muss man da die alten Leute, die nur zur Zermonie mit den Mönchen kamen, mit ihren 20-Baht-Spenden unberücksichtigt lassen. Wer am Abend kam und mitfeierte, trug meist angemessen bei. Schwiegermama checkte später die Umschläge, wer von ihren Verwandten und Bekannten wieviel gegeben hatte, zeigte sich bei dem ein oder anderen enttäuscht oder halt erfreut. Meine Frau spendet bei jeder Party im Dorf, zu der wir eingeladen werden, ca. 200 - 500 Baht, je nach persönlichem Verhältnis und erwarteter Größe der Party bzw. Anlass, aber immer mehr als die bei unserer Party gegeben hatten, wohl eher politisch gedacht denn als Inflationsausgleich. Sie geht aber meist gar nicht hin, oder nur kurz, schickt die Nichte oder ihre Mutter mit dem Umschlag hin. Ich lass mich da meist auch nicht sehen, allenfalls bei nahen Verwandten oder wirklich wichtigen Honoratioren (Khamnan etc.)

Der Neffe meiner Frau, auch ein Lehrer, wurde im letzten Jahr pflichtgemäß für 14 Tage zum Mönch. Das war dann eine von den noch viel mehr Gästen so gut wie allein finanzierte sehr große Party. Die Auslagen bei der Vorbereitung kamen fast ganz in Briefumschlägen wieder rein. Meine Frau sagt, dass viele Gäste nach einiger Zeit nach einem zweiten Umschlag verlangten, weil sie wohl gefühlt hatten, bei der ersten Spende etwas zu knickrig gewesen zu sein. So werden Parties auf den Dörfern gefeiert, wenn die Familie geachtet wird. Für den einheiratenden Ehemann, gleich ob Farang oder Thai, ist die Party der Einstiegsobulus in die Dorfgemeinschaft. Die Thai-Familie, in die er einheiratet, kommt da aber in die Zwickmühle: setzt sie zu hohe Kosten für die Hochzeit an, springt der Fisch vielleicht wieder ab, wie von thedi und Holger geraten. Und mit einem großzügigen Beitrag der Gäste zu rechnen, kann zum Ruin führen...

Eine Cousine meiner Frau, mit einem Bachelors in einem technologischen Fach, hat vor ein paar Jahren hier im Dorf geheiratet; sie hat in eine gutsituierte Thaifamilie eingeheiratet. Die Hochzeitsfeier war die Berauschendste, die ich hier je erlebt habe. Da haben sich mehrere Bands abgewechselt, für die Kinder wurde ein Spielplatz mit Geräten aufgebaut, die normalerweise auf Jahrmärkten erscheinen, hier natürlich zur freien Benutzung. Für Leib und Wohl der Kinder waren auch extra Betreuerinnen angeheuert worden, damit die Eltern unbesorgt feiern konnten. Jeder kam da auf seine Kosten. Trotzdem lief Alles sehr zivilisiert ab. Qualität hat seinen Preis. Wer da aber am Geld sparen möchte, zeigt, dass er auf Qualität keinen großen Wert legt...

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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Fr Mai 06, 2016 11:56 am

maguntus hat geschrieben:... um nicht für immer als der Superreicher Obermotz auftreten zu müssen. Als Reich werden wir ja sowieso schon angesehen.


Schön für dich, wenn man dich völlig grundlos als reich ansieht, halt überschätzt; bei mir wissen die Meisten, dass ich nicht reich aber hilfsbereit bin. Das ist Geben und Nehmen! Ich habe z. B. als Lehrer (St. Mary's und Mönchsschule im Wat Bun) und Lehrbeauftragter (Rajabhat Universität und Mönchs-Uni im Wat Pra Narai) für den gleichen Lohn gearbeitet, den auch Thais bekommen haben. Mein Ansehen, dass man mich mit einem Wai grüßt und mit Ajarn anspricht, kommt von daher. Wer mich nur als reichen Farang einschätzt, hat sich halt geirrt. Sein Pech!

Aber die Farangs, die den Thais immer wieder unterstellen, sie doch nur ausnehmen zu wollen, tun mir genauso leid! ;)

maguntus hat geschrieben:
Ich denke bei Reiner will die Schwiegermutter im Dorf gerne Eindruck machen und mit dem reichen Schwiegersohn etwas angeben.


Und ich denke, sie will nicht angeben, d. h. einen höheren sozialen Status vorgeben, sondern vielmehr gemäß ihrem bereits erlangten Status als Lehrerin mit Tochter als Bankangestellte handeln, nur ihre persönliche soziale Verantwortung als Angehörige der Dorfgemeinschaft erfüllen. Ob der Schwiegersohn reich ist, wissen wir nicht, aber Lehrerinnen und Bankangestellte verdienen eigentlich immer recht gut. Es wäre gut zu wissen, was Nittayas Großeltern tun, ob sie Bauern oder Bildungsbürger sind.

rampo
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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon rampo » Fr Mai 06, 2016 3:34 pm

Geheiratet haben wir in Oesterreich vor 19 Jahren , aber nur Standesamtlich da ich ohne Glauben bin .

Darum gabs als ich vor 13 Jahren nach Thailand kam , auch keine Buddha Heirat .

War natuerlich ein Grosses Problem fuer die Schwiegermutter,aber nur die Schwiegermutter , habs aber ueberlebt .

Wir meine Frau sind trotzdem sehr Angesehen in Dorf ,und auch in der Umgebung .

Das Schwiegermutter Problem hat sich auch geloesst , seit sie Alzheimer hat bin ich wen sie kommt ihr juengerer Bruder .

Es gab auch keine Hauseinweihung , von der Namotasa Truppe noch sind die Geister nicht aufgedaucht .

Hab auch fuer sie eine Loesung , Knoblauch .

Fg.

Uwe
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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon Uwe » Fr Mai 06, 2016 4:06 pm

Hi, hi, der rampo... - Knoblauch...
Du hast Dir aber Deine Anerkennung durch fleißige Arbeit errungen. Die Auslebung der Nichtmitmachung von Geldpartys taten ihr Übriges dazu bei.
Ist aber schon was Spezielles: A R B E I T E N & NON SHOW-PARTYS !

Jetzt wär's an der Zeit, von Reiner wieder was zu hören.
War ja ganz schön turbulent bis hier.

A.G.u.G.v. Uwe :wave

Reiner
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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon Reiner » Fr Mai 06, 2016 7:20 pm

Danke! Ist wirklich ein fruchtbarer Austausch hier.

Da ich selbst weder schon in Thailand oder gar schon mit einer Thai oder Thaistämmigen verheiratet war, kann ich selbst eigentlich wenig mitdiskutieren, nur Grundlageninfos geben und Eure Kommentare lesen.

KoratCat hat geschrieben:Ob der Schwiegersohn reich ist, wissen wir nicht, aber Lehrerinnen und Bankangestellte verdienen eigentlich immer recht gut. Es wäre gut zu wissen, was Nittayas Großeltern tun, ob sie Bauern oder Bildungsbürger sind.


Reich bin ich ja nun wirklich n i c h t! Mittelschicht vielleicht. Ich verdiene meine Happen in der EDV-Verwaltung einer größeren Speditionsfirma. Wer von uns beiden für den anderen die bessere Partie ist? Eindeutig Nit für mich!

Schwiegermama wurde in Thailand als Lehrerin ausgebildet; hier arbeitet sie aber an der Rezeption eines guten Hotels, ist immer schick gekleidet, begrüßt Gäste sehr freundlich und hilft ihnen bei den verschiedensten Problemen. Ich denke, sie wird dort gut bezahlt. Sie wohnt jetzt in dem Hotel, weil man möchte, dass sie immer kurzfristig erreichbar ist. Statt ETW kaufen sollen wir allein mit hoffentlich viel Nachwuchs in dem Haus von Nits Adoptivvater wohnen.

Ob Nits Großeltern "Bildungsbürger" sind, weiß ich nicht. Er soll in gehobener Stellung bei einer Art Landratsamt (Amphoe) beschäftigt gewesen sein, jetzt eine gute Rente beziehen; sie soll mit einer weiteren Tochter einen kleineren Supermarkt, der ihr wohl gehört, managen. Bauern gäbe es in der Familie aber auch noch: zwei Brüder mit Familien; die sollen aber in recht großem Stil farmen. Von Hunderten von Rai ist die Rede. Das hört sich nicht nach armer Familie an.

Aber wie bereits erwähnt haben wir das Thema "Hochzeitsfeier in Thailand" für die ersten drei Jahre einvernehmlich auf Eis gelegt. Daher mach ich mir jetzt auch keine weiteren Gedanken mehr drum.

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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon Uwe » Fr Mai 06, 2016 8:08 pm

Also die thailändische Art kann so ihre Eigenheiten haben.

Ich bewundere meine Frau, wie sie ihren heimischen Kolleginnen begegnet.
Und zwar mit für mich bis dato ungewöhnlicher, aber beeindruckender Manier zu kontern, abzuweisen, zu verneinen, wenn es darum geht, etwaige Forderungen der Gegenseite mit nachhaltiger Wirkung abzuwehren.
Die Gegenseite kommt aus ärmsten Verhältnissen-allerärmsten.
Und haben nun ihr heil in Deutschland gefunden, mit allen Raffinessen, die man der sprichwörtlichen Freundlichkeit kaum wagt zuzuschreiben.
Da sie für Geld bereit sind alles zu tun, um es ihrer Familie, den besser Gestellten aus Vergangenheit und Zukunft u.u.u. (da gibt es wohl Etliche, denen es gilt, es zu beweisen: „Ich habe es geschafft, aus mir ist etwas geworden!“) zu zeigen, gestalten sie ihre Worte sehr gut verpackt, umschrieben, auf Umwegen in Bilder gefasst, kurz um, eine Wortstruktur mit einem ungewöhnlich freundlichen Charme, welche ich so nicht aus Deutschland kenne.
Die Grund der „Strategiekunst“ ist natürlich ganz einfach: schnelle „ Beute“ machen, also sprich Wohlhabenheit (auf Teufel komm raus) zu erlangen. Auch werden Mittel benutzt, die jeglicher sozialer Erziehung entgegenlaufen. Eigennutz hat da Vorrang, und steht über allem.
Meine Frau ist da gegenüber der Gegenseite einen Schritt weiter. Der Wortgebrauch von ihr ist noch ausgefeilter, raffinierter, aber immer sehr, sehr freundlich und irgendwie erschlagend sympathisch, so dass die Gegenseite entwaffnend und akzeptierend aufgeben muss oder anerkennen muss, zu weit gegangen zu sein.

Wenn man nun als gutmütiger und herzlicher Farang meint, alles zu glauben und mitmachen zu müssen, weil man doch so gerne hilft wo man kann, liegt man eventuell gerade in der unteren thailändischen Bildungsschicht leicht daneben.
Und wie sich zeigt, finden sich im Farangumfeld doch eine Menge „Opfer“ für die ausgefeilte Masche dieser Wortgewandtheit (weitaus mehr, als bei den eigenen Thai-Manns-Genossen, wo man [Frau] es kaum versucht, oder der Mann sofort die Sache durchschaut und die rote Karte zeigt), die die , vielleicht undurchschaubare, Strategie mit Erfolg belohnen und durch sie zu ihren Zielen zu gelangen, Ansehen und Wohlstand in der Heimat darzustellen (ohne Wenn und Aber, ohne Nachzufragen von der Gemeinschaft).

Da ich ein wenig dazugelernt habe, habe ich bei meiner Frau auch mal diese Variante der tollen Worte mit kalkulierter Nachdrucksverleihung bei eine Sache angewandt. Ihr Gesicht? So: :shock

Aber bewahre, zum Glück sind nicht alle so „schlau“ in Thailand, und wenden solche „Tricks“ bewusst an.
Das Spiel, ich versuche mal auszuloten, wie weit ich mit meiner unschuldigen „Kannst Du mir das und das kaufen, bitte, bitte.“ Nummer komme, kennen wir auch von unseren Kindern, nicht wahr?
Aber immer auf die Balance achten. (oder einfach mal den Spieß umdrehen)
Oder wie ich schon schrieb: „Aufpassen muss man mit Übertreibungen und Ausnutzungen.“

Denn ich vermute mal, die Zeremonien-Veranstaltungs-Hochzeitshow wird in den elitären Kreisen mancherorts auch praktiziert-mit einem Hauch von unerklärlicher Finanzzauberei.

Und Reiner, in drei Jahren musst Du unbedingt berichten.

A.G.u.G.v. Uwe :wave

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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Mai 07, 2016 10:02 am

Reiner hat geschrieben:...da wir ja alle unsere Mittel dazu bräuchten, uns im teuren Deutschland einzurichten, ETW kaufen und einrichten, den Studienkredit abzahlen, etc. "Erst wenn wir es geschafft haben, den Batzen für die Zeremonie auf die Seite zu legen", wurde dann scheinbar akzeptiert.


Reiner hat geschrieben:Statt ETW kaufen sollen wir allein mit hoffentlich viel Nachwuchs in dem Haus von Nits Adoptivvater wohnen.


Reiner hat geschrieben:Aber wie bereits erwähnt haben wir das Thema "Hochzeitsfeier in Thailand" für die ersten drei Jahre einvernehmlich auf Eis gelegt. Daher mach ich mir jetzt auch keine weiteren Gedanken mehr drum.


"Den Batzen für die Zeremonie auf die Seite zu legen" muss jetzt ja keine drei Jahre dauern, wo Ihr keine ETW mehr kaufen müsst, Euch vielleicht sogar mietfrei ausbreiten könnt. Ein Schelm, wer... ;)

Uwe hat geschrieben:Der Wortgebrauch von ihr ist noch ausgefeilter, raffinierter, aber immer sehr, sehr freundlich und irgendwie erschlagend sympathisch, so dass die Gegenseite entwaffnend und akzeptierend aufgeben muss...

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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon Kretzschi47 » Sa Feb 10, 2018 3:19 am

Hallo Reiner,
ich heiße Kretzschi (Steffen) wollte gern wissen was aus deiner Heirat geworden ist. Bin seit 2013 mit einem Mädel aus Korat zusammen und sie spricht auch von Heirat ??? Nachden Aussagen die ich gelesen habe war es gut, daß ich bisher alles etwas ruhiger angegangen bin (glaube relativ).
Ich weiß Alter schützt vor Dummheit nicht (bin 46) . :violent
Habe mal vor mich langfristig in Korat niederzulassen..... später mehr dazu. :D

Reiner
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Re: Hochzeitszeremonie für Geister und Verwandte

Ungelesener Beitragvon Reiner » Mo Feb 12, 2018 5:29 pm

Hallo Steffen,

geheiratet haben Nit und ich plangemäß; wir haben inzwischen sogar einen kleinen Thomas. Eine Hochzeitszeremonie in Thailand ist so weit weg wie vorher. Wir haben gar keine Zeit darüber nachzudenken!

Und Mama nervt auch nicht mehr. Sie ist ganz ins Hotel gezogen, in dem sie arbeitet, hat hier nur noch ein Zimmer, kommt aber recht selten. Wir haben eigentlich das ganze schöne Haus mit Garten für uns drei. Das in Schuss zu halten, lastet uns aus!

Für Mama war der Umzug zu ihrer Arbeitsstelle offenbar auch ein großer Fortschritt: sie kann sich da vor Verehrern kaum retten, spricht sogar selbst ab und an von einer erneuten Heirat. Vielleicht gibt es dann eine Doppelhochzeitszeremonie in Thailand.

Grüße

Reiner


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