Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Für Alles, was mit dem über Entfernungen sprechen (und sehen) zu tun hat , wie z. B Fragen nach der Vorwahl für Thailand, mit welchem System es am besten und günstigsten ght...
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KoratCat
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Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mi Jul 18, 2007 5:47 pm

HACKER GEGEN MAFIOSI

Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Die US-Bundespolizei FBI nutzt die Möglichkeiten aktueller Handymodelle, um Verdächtige mittels ihrer Handys zu belauschen - auch wenn diese scheinbar ausgeschaltet sind.

In aktuellen Gangster-Serien im US-Fernsehen spielt der Wettlauf um Abhörtechniken und die passenden Gegenmittel oft eine tragende Rolle: Wenn sich etwa Tony Soprano in seinem Heizungskeller vor Lauschangriffen sicher wähnt, versucht das FBI mit neuen Filtermethoden, die Mafiagespräche vom Lärm der Lüftung zu separieren. Die Serie "The Wire" trägt den Konflikt sogar im Titel, die Zuseher - und damit wohl auch interessierte Straftäter - erfahren hier außerdem fast alles über die Möglichkeiten, die Handys den Strafverfolgern bieten.

Dass Handys bei der Organisation von illegalen Aktivitäten ein hohes Risiko darstellen, dürfte also weitgehend bekannt sein. Dass auch ein vermeintlich abgeschaltetes Mobiltelefon als Wanze fungieren kann, ist dagegen eine neue Entwicklung.

Im Zuge eines Prozesses gegen zwei mutmaßliche New Yorker Mafiosi wurde jetzt bekannt, dass das FBI die Handys der Angeklagten zu mobilen Wanzen umfunktioniert hatte, die auch dann noch ihren Dienst taten, wenn die Geräte vermeintlich abgeschaltet waren. Laut der Lokalzeitung "The Star Ledger" aus dem benachbarten Bundesstaat New Jersey sind Motorolas "Razr" und ein Modell der 900er-Serie von Samsung zu Wanzen umgerüstet worden.

Das FBI will die angewandte Technik zwar nicht offenlegen, aber laut Sicherheitsexperten wurde offensichtlich das sogenannte OTA (over-the-air programming) genutzt, das automatische Updates der Handy-Software oder bestimmter Inhalte erlaubt: "Die Möglichkeiten der neuen Telefone haben eben ihren Preis. Auf dem gleichen Weg wie die aktuellen Börsenkurse finden auch unerwünschte Eindringlinge Zugang zu den Handys," erklärte der Sicherheitsberater James M. Atkinson von der Granite Island Group dem "Star Ledger".

Neue Gefahren für die Privatsphäre

Das Vorgehen der US-Bundespolizei bei der Umfunktionierung von Handys zu Wanzen, die die Verdächtigen immer mit sich tragen, erinnert an die aktuelle Diskussion um Hacker-Methoden der deutschen Polizei: Im Zuge des "Programms zur Stärkung der inneren Sicherheit" soll die unbemerkte Online-Durchsuchung privater Computer durch Polizei und Verfassungsschutz gesetzlich geregelt werden.

Und genau wie Datenschützer hierzulande Zweifel an diesen Methoden äußern, stoßen sich US-Bürgerrechtler am Vorgehen des FBI: "Angesichts der zahlreichen Mikrophone und Kameras in Alltagsprodukten, entstehen Überwachungs- und Missbrauchspotentiale bislang unbekannter Dimension," warnt etwa der Anwalt Kevin Bankston von der Electronic Frontier Foundation.

Der Spiegel 19. Dezember 2006

Es darf geglaubt werden, denn die Bildzeitung hat's heute bestaetigt: :lol:

http://www.bild.t-online.de/BTO/tipps-t ... 66330.html

saan1973
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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon saan1973 » Mi Jul 18, 2007 5:58 pm

Ist in allen gängigen Zeitschriften zu finden, by the way. Und nichtmal unglaubwürdig.

Der hier ist vom 19. Februar 2007

http://www.focus.de/digital/handy/sicherheitsluecke_nid_44790.html

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KoratCat
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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mi Jul 18, 2007 6:32 pm

Ich finde es lustig, dass BILD jetzt im Sommerloch so 'ne alte Geschichte hervorkramt. Der Spiegel-Bericht war keinesfalls unglaubwuerdig. Auch der vom Focus nicht.

Auslöser für mein Interesse, mich wieder mit dem Thema zu beschäftigen, war der Aufschrei in der deutschsprachigen Presse über das Programm FlexiSpy, das es für 100 Euro (pro Jahr), nicht 108 Euro wie von BILD gemeldet da ganz legal gibt:

http://www.flexispy.com/

Die Nutzung ist allerdings nicht legal. :o
Es wird darauf hingewiesen, dass es Sache des Erwerbers ist, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob er es einsetzen darf oder nicht, bzw. wo er es einsetzen darf. :lol:

So kann FlexiSpy spionieren:

* Entfernt mithören: Das Handy kann unbemerkt eingeschaltet werden und sämtliche Geräusche oder Gespräche in seiner Umgebung abgehört werden. Der Besitzer merkt davon nichts.
* Fernbedienung per SMS: Alle Funktionen der Software lassen sich aus der Ferne konfigurieren. Das derart präparierte Handy kann so also jederzeit entfernt durch SMS ein- und ausschalten.
* SMS und Anrufe mitlesen: Alle empfangenen SMS können über das Internet mitgelesen werden. Ebenfalls abrufbar sind Anfangszeit und Nummer aller Anrufe. Wenn das Handy die Nummer im Adressebuch gespeichert hat, wird sogar der Name angezeigt.
* Datensuche: Per Webzugriff kann ein Angreifer sogar das komplette Handy durchsuchen und auf sämtliche gespeicherten Files zugreifen. Bilder, Videos, Musik oder vertrauliche Daten sind so jederzeit von aussen abrufbar.

Betroffen sind Handys mit der Betriebssoftware Symbian - also vor allem "Smartphones", die sehr viele Funktionen bieten. Handys, die mit FlexiSpy "verwanzt" werden können, sind beispielsweise die Nokia-Modelle N70, N73 oder 6600, das LG KS10 und das Samsung SGH-i520.


OE24 18. Juli 2007

saan1973
Korat-Isaan-Forum-Gast

Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon saan1973 » Mi Jul 18, 2007 7:13 pm

KoratCat hat geschrieben: Die Nutzung ist allerdings nicht legal. :o
Es wird darauf hingewiesen, dass es Sache des Erwerbers ist, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob er es einsetzen darf oder nicht, bzw. wo er es einsetzen darf. :lol:


Ich finde es geradezu bedenklich, was man alles erwerben darf aber nicht nutzen. Damit ist doch jeder mit einem Fuss im Knast...

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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Sa Jul 21, 2007 9:38 am

Überwachung

Handyspion im Selbstversuch

Von Dirk Liedtke

Die Schlagzeile in der "Bild"-Zeitung von Mittwoch war fast so groß wie ein DIN-A-4-Blatt: "Abhörangriff auf unsere Handys!" Eine im Internet verkäufliche Software verwandle "fremde Handys" in "Wanzen". Big Brother für jedermann? stern.de hat die Software gekauft und ausprobiert.

Die Homepage des thailändischen Anbieters Vervata aus Bangkok erweckt nicht gerade Vertrauen. Sowohl auf englisch wie auf deutsch strotzt sie vor Schreibfehlern. Während die englisch-sprachige Version der Website keine Zweifel lässt, zu welchen verbotenen Zwecken sich die Flexispy genannte Software nutzen lässt, Beispiel: "Verwanzen sie Konferenzräume" gibt sich die deutsche Variante deutlich zahmer: "Kostenhandhabung für Firmen". Neben dem Foto eines halbnackten Mannes steht aber das eigentliche Verkaufsargument von Flexispy: "Dank Flexispy habe ich letztendlich entdeckt, dass meine Frau mich mit meinem Bruder betrog." Untreue Partner sollen mithilfe der Software auffliegen - mit dem ausgeschnüffelten Handy als Corpus Delicti.

Die saftigen 150 Euro für die "Platinum"-Version mit allen Schnüffel-Funktionen bezahlen wir mit ein paar Klicks bequem mit Paypal. Per englisch-sprachiger E-Mail kommt dann der Freischalt-Schlüssel und die Installationsanleitung. Kurz gesagt: die englischsprachige, 16-seitige Bedienungsanleitung ist nur etwas für geduldige, sprachgewandte und technisch versierte Handynutzer. Zum Testen benutzen wir ein Nokia N 95. Dieses teure Smart Phone verfügt über das Betriebssystem Symbian, mit dem Flexispy läuft. Auf Millionen anderer Handys mit weniger aufwendiger Technik läuft die Software nicht. Nach einigen Fehlermeldungen klappt es schließlich. Auf englisch folgt vor dem letzten Klick noch ein vermeintlicher Warnhinweis: "Sie sind dabei, eine Anwendung zu installieren, die die Aktivitäten ihres Telefons überwachen wird." Das ist ein heuchlerischer, überflüssiger Hinweis, der Spionage-Software einen seriösen Anstrich zu geben.
Die zehn beliebtesten Handys

Gelungener Lauschangriff

Nach mehreren Neustarts des Handys und dem Versand einer fummeligen Steuer-SMS, die mit den Zeichen "<*#" beginnt, kommt es zur Feuerprobe mit Kollegen, die einige Büros entfernt sitzen. Der Spion ruft von einer festgelegten Nummer das Handy an, dieses schaltet sich ein und die Leitung steht: über das Mikrofon des Ziel-Handys wird über eine normale Mobilfunkleitung übertragen, was in der Umgebung des Raums gerade passiert. Die Qualität ist so gut wie die Freisprecheinrichtung des Handys. Der Lauschangriff ist zunächst gelungen.

Aber der Spion muss geschickt sein, damit er sich nicht verrät: Geht der Anruf ein, wacht unser Testhandy kurz aus dem Ruhezustand auf - eindeutig erkennbar am aufleuchtenden Display. Liegt das Handy unbeachtet in der Ecke oder steckt es in der Hemdtasche, bekommt der Besitzer das nicht zwangsläufig mit. Wundert sich der Besitzer, warum das Handy-Display aufleuchet und drückt eine Taste oder schiebt die Tastatur auf, wird die Lauschverbindung sofort gekappt. Die Sprechmuschel des Anrufers muss außerdem schalldicht abgedeckt werden, sonst hört der Ausspionierte das Husten des Spions am anderen Ende der Leitung.

Keine SMS an den Chef

Anders als von Bild behauptet, werden von der Software auch nicht "heiße SMS an die Geliebte" und "vertrauliche Informationen an den Chef" zur Beute der Datenspione. Lediglich gewählte Nummern, die Dauer der Anrufe und die Absender und Empfänger von SMS und E-Mails lassen sich über eine Website abrufen. "Praktisch unsichtbar" ist die Software im ausspionierten Handy auch nur dann, wenn sich der Lauscher geschickt anstellt.

In unserem Handy war unter dem Menüpunkt "Programm-Manager" und dem Unterpunkt "Installierte Programme" sauber der abgekürzte Name der Software und der Name des Herstellers vermerkt. Die Software an sich ließ sich allerdings nicht entdecken. Eine weitere Spur hinterlässt das Programm aber auf der Handyrechnung: die Daten werden regelmäßig per Mobilfunknetz an die Firma in Thailand übertragen. Und dabei entstehen Verbindungskosten, die jedem auffallen, der ansonsten nicht mit dem Handy das Internet nutzt.

Fazit: Fies ist der Gedanke schon, über das eigene Handy belauscht zu werden. Aber die Thai-Software funktioniert längst nicht so perfekt wie Bild behauptet. Wer trotzdem misstrauisch ist - wem auch immer gegenüber - sollte sein Handy mit einer Anti-Virus-Software für Handys überprüfen lassen. Der Hersteller F-Secure hat Flexispy schon Ende März in seine Datenbank von Spyware eingetragen. So lange ist das Spionage-Programm nämlich schon bekannt - und nicht erst seit dieser Woche, wie der "Bild"-Leser vermuten könnte.

Der Stern 20. Juli 2007

meneater
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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon meneater » Mo Mai 25, 2015 4:32 am

Tja..auch im jahr 2015 ist das leider so. aber man kann sich dagegen ja auch nicht schützen, da man es nicht merkt

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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon Mousemelk » Di Mai 26, 2015 4:23 pm

meneater hat geschrieben:aber man kann sich dagegen ja auch nicht schützen, da man es nicht merkt



Es gibt eine Moeglichkeit:
Den Akku herausnehmen.
Guenther

nano
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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon nano » Do Mai 28, 2015 1:52 am

meneater hat geschrieben:... aber man kann sich dagegen ja auch nicht schützen, da man es nicht merkt

NOKIA uralt wie zB. 8210 kann bei eingeschaltetem Gerät nicht geortet werden. Aufgrund dieser Eigenschaft und physikalischen Merkmalen ist die Nachfrage unter anderem bei 'lichtscheuen' Typen nach wie vor gut. Wer eines besitzt kann sich glücklich schätzen.
Guter Wiederverkaufswert.
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Khun Hans
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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon Khun Hans » Do Mai 28, 2015 9:32 am

@nano

Guter Wiederverkaufswert??? Wo?? die kriegst Du neu um 30USD warum für eine Secondhand bezahlen??

Klickst Du

die Preise die in e-bay aufgerufen werden.... Utopien....

Gruss Khun Hans

nano
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Re: Handy abgeschaltet, FBI hört mit

Ungelesener Beitragvon nano » Do Mai 28, 2015 12:37 pm

@Khun Hans

Danke für den Hinweis.
30USD für ein Handy mit Jahrgang 1999 finde ich ein guter Wiederverkaufswert in Relation zum Neupreis unter 200$.

Gruss
nano
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