Mein Reisetagebuch 2012

Reise-Forum zu Thailand: Info über und Eindrücke von Reise- und Ausflugszielen im Isaan und im restlichen Thailand, z. B. welche Thailandkarte bzw. Landkarte vom Isaan gut ist, wie man hier sicher reist, was man anschauen, oder was man unternehmen sollte, was ein günstige Flüge, Unterkünfte etc. Von Erlebnisberichten über Beschreibungen und Bilder . . . Helft den Tourismus im Isaan unterstützen!

Mein Reisetagebuch 2012

Ungelesener Beitragvon dogmai » Di Aug 21, 2012 1:38 pm

2012 - ich war in Thailand.

Ich weiss nicht, ob es jemanden interessiert, aber ich konnte in diesem Jahr von Mitte Mai an fast drei Monate in Thailand verbringen. Und ich habe ein Tagebuch geführt.

Das ist nicht das Gleiche wie das Verfassen eines Reiseberichtes, denn es wird mehr Gedanken ausserhalb der Reisetätigkeit beinhalten als gewöhnlich. Fotos habe ich extern verlinkt, hier im Forum nur ein Vorgeschmack davon. Ich habe bei der Einreise meinen 122. Einreisestempel für Thailand erhalten. Das schreibe ich, um den Eindruck zu verwischen, das, was mir passierte, sei aufgrund meiner Unerfahrenheit passiert.

Mir war klar, dass es bei meiner körperlichen Konstitution nicht leicht werden würde, aber erst jetzt, am 12. Juni 2012 in Korat, also der Tag, an dem ich meine schriftlichen Ausführungen beginne, weiss ich, wie schwer es wirklich ist. Zur Zeit ist es meine wirkliche Ueberzeugung, dass ich Abschied nehme von dem von mir so geliebten Land, und schweren Herzens schreibe ich diese meine Gedanken nieder. Ich habe noch gut sechs Wochen vor mir, und die werde ich so verbringen, wie ich es mir vorstelle, von meinem Land Abschied zu nehmen. Nicht die grossen Ausflüge des letzten Aufenthaltes 2009, nicht die Reisen durch das gesamte Land werden mich beschäftigen, sondern meine Gedanken werden von hier aus, unserem Haus, unserem Sitz, vielleicht Alls Alterssitz, ausgehen zu allen Orten, die ich kenne. Ja, kleine Touren werde ich unternehmen wie gestern nach Pak Thong Chai, 34 km entfernt von Korat, und vielleicht noch Chaiyaphum, knapp 100 km entfernt. Ansonsten werde ich meine Gedanken sammeln, und einen Teil in meinem Tagebuch niederschreiben.

Es mag seltsam erscheinen, dass ich meine Frau garnicht vermisse. Klar, sie ist körperlich nicht anwesend, aber ich weiss, dass sie in Gedanken hier bei mir ist, ich fühle ihre Nähe; es ist, als könne ich ihre Hand halten, ihren Atem spüren. Das ist aber nichts Ungewöhnliches, es ist einfach nur der Gedanke an unsere Verbindung, an unsere gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen.

Ich verspüre auch keine Trauer, sollte es wirklich der Abschied sein, denn was hat dieses grossartige Land mir gegeben in meinem Leben. Eine neue Familie, ein neues Leben. Es hat mir Eindrücke gegeben, die ich mir nicht erkämpfen musste, es hat sie mir freiwillig gegeben. Ich habe alles dafür getan, mich erkenntlich zu zeigen, habe diesem Land auch von mir gegeben, Herzblut hier vergossen. Meine Erinnerungen werden bleiben, und obwohl ich oft mit meinem schlechten Gedächtnis hadere, erinnere ich mich bei tausenden meiner Fotos, warum und in welcher Situation ich es gemacht habe, auch wenn es schon 30 Jahre oder länger her ist.

Ich lasse wie immer gerne alle an meiner Reise teilhaben, und wie immer mein Hinweis - man muss einen Bericht oder ein Tagebuch nicht lesen, wenn er nicht gefällt. dann gilt: einfach nicht ignorieren, wie der Wortkünstler Karl Valentin einmal sagte.
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Mein Reisetagebuch 2012 - 1. Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Di Aug 21, 2012 1:45 pm

Tagebucheintrag - Buchung und Flug.

Für meinen Flug habe ich mir in diesem Jahr Emirates Airlines ausgesucht, und da ich stets gerne bei der Buchung einem Menschen gegenüber sitze, ist meine Wahl auf die Flugbörse in Koblenz gefallen. Dort sitzt auch Marcel, ein ehemaliger Kollege, mit dem ich gerne auch ab und zu ein Schwätzchen halte. Der hier angebotene Preis unterscheidet sich nicht wesentlich von allen Internetangeboten, aber ich kann mir eine Option bis kurz vor Ticketing vorbehalten. Und das war gut so, denn bereits im November 2011 suchte ich meine Reisetermine aus, und durch familiäre Umstände habe ich dann die auf 3 Monate angelegte Reise um gut 3 Wochen abgekürzt. Dass ich nachher beim Umbuchen auf eine höhere Buchungsklasse umsteigen muss, nehme ich dann halt in Kauf. Im Preis von 684,- Euro ist die Bahnfahrt mit einbegriffen, und so ist das für mich ok.

Am Abflugtag, dem 16. Mai, ist es einfach nur kalt. Meine Frau bringt mich zum Bahnhof, aber auf dem Bahnsteig dränge ich sie dazu, nach Hause zu fahren. Sie tut mir einfach leid auf dem "zugigen" Bahnsteig (welches Wortspiel), und ich fliege ja in die Wärme. Ade, All.

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Mein Reisegepäck für drei Monate
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Weil der ICE unplanmaessig auf dem Regiobahnhof hält, kann ich das Einchecken am AIRail-Schalter nicht wahrnehmen, was sich aber nicht als Nachteil herausstellt. Am Emirates- Schalter in Terminal 2 stehen keine Leute an, und ich bin sofort an der Reihe. Meine bereits online reservierten Sitzplätze machen eine Auswahl unnötig, und so stehe ich nach 4 Minuten wieder in der Halle.Wie immer setze ich mich einfach nur irgendwo hin und beobachte die Leute. Ist euch schon mal aufgefallen, wie viele Paare sich noch vor dem Abflug über irgend etwas streiten?

Und wie immer sind die Lautsprecherdurchsagen zum Boarding einfach für die Katz. Reihe 40 bis 48 wird aufgerufen, vor mir stehen zwei Frauen und trauen sich der Kontrolle auch noch zu sagen, dass sie Reihe 34 sitzen. Ich kann es mir nicht verkneifen, zu meiner zufälligen Nachbarin, welche das auch amüsiert beobachtet, zu sagen, es sei doch gut, dass jetzt Reihe 40 bis 48 aufgerufen seien. Die beiden aus Reihe 34 schauen einfach nur verständnislos, als sie auf die Seite gewunken werden. Ich habe mir gute Sitzplätze ausgesucht, aber meine Hoffnung, in der letzten Reihe Mitte schlafen zu können, erfüllt sich nicht. Am anderen Ende der Reihe hat sich ebenfalls jemand das ausgedacht, und irgendwie schauen wir uns verständnisvoll an. Schade, kein Liegen.

Zur Ankunft in Bangkok habe ich mir ab Dubai einen Fensterplatz ausgesucht, und der jetzt schon fast altbekannte neue Flughafen Suvarnabhumi begrüsst mich. Auch hier kein Drängeln, aber ein paar kurze scherzhafte Bemerkungen zum "Leitpersonal" vor der Immigration verschaffen mir einen Begleiter zum Thaischalter, der noch ganz leer ist und wo man mich ohne weitere Nachfrage abfertigt. Die Koffer sind wie immer schnell da. Peter und Susanne werden erst 2 Stunden später mit Swissair ankommen, und so kann ich mich dem Transfer zum gebuchten Hotel Royal widmen. Das ist, ganz wie erwartet, ein älteres und abgewohntes Hotel, dafür liegt es aber direkt am Sanam Luang und somit in Gehweite zum Wat Phra Kheo, Wat Pho und der Khao San Road, deren Besuch ich meinem Sohn versprochen habe. Dort treffen wir uns auch abends mit meinem Neffen Lek und besprechen bei einem guten Essen den Transfer am Samstag nach Korat. Die Khao San Road selbst hat für mich nichts Anziehendes, als Geheimtipp für Traveller habe ich sie auch immer abgelehnt, denn das war sie eigentlich nie. Wir Backpacker haben uns früher anderswo getroffen, in der Soi Ngam Dupli beispielsweise, und das Hotel Malaysia hatte damals noch eine andere Bedeutung als heute. Heute treffen wir in der Strasse die, welche sich für tough halten, bei meinem Schlendern, während Peter und Susanne sich eine Fussmassage verpassen lassen, sehe ich, wie drei toughe Typen fortgeschafft werden, zugedröhnt bis über die Ohren, eines davon ein Mädel mit einer fast leeren Flasche Jim Beam in der Hand. Nein, das muss und das will ich nicht haben. Wenden wir uns also anderem zu, Thailand ist nicht nur Bangkok ist nicht Khao San Road.

Die Fotos bitte mit der rechten Maustaste aufrufen im neuen Fenster, dann seid ihr sofort wieder im Forum.

Zu den Fotos
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Mein Reisetagebuch 2012 - zweiter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Di Aug 21, 2012 9:52 pm

Mein Reisetagebuch 2012 - Zweiter Eintrag

Beitragvon dogmai » Sa 16. Jun 2012, 13:07
Tagebucheintrag zu Bangkok

Hätte mir jemand gesagt, dass es in Bangkok freilaufende, freischwimmende oder freitauchende Warane gibt, würde ich ihn auf der Stelle der Lüge bezichtigt haben. Aber der Reihe nach.

Wat Phra Kheo öffnet um 08:30 Uhr, und danach richten wir unsere Frühstückszeit im Hotel Royal ein. Ich habe hier schon früher einmal ein Breakfast eingenommen, 2009 zuletzt, aber in diesem Jahr kein Vergleich am Buffet. Keine Wurst, kein Schinken, kalte Spiegelformeier, seltsam schmeckender Kaffee - gut, dass wir uns auf den sonstigen Tag gefreut haben. Zu Fuss, am Lak Mueang vorbei, machen wir uns auf den kurzen Weg zum Grossen Palast, und wie immer amüsiere ich mich über die dämlichen Touris, die einfach nicht wahrhaben wollen, was unter angemessener Kleidung zu verstehen ist. Schickt sie doch einfach weg, liebe Thais, statt ihnen auch noch Sarong und Bluse auszuleihen. Aber dazu seid ihr viel zu freundlich. Ich bin zu jeder Zeit so gekleidet, dass ich ohne Weiteres einen Wat besuchen kann, ohne mich vor mir selbst zu schämen. Das trifft sowohl auf Bangkok als auch auf alle Ausflüge in der Provinz zu. In welcher Aufmachung hier einige Touris und Touristinnen einen buddhistischen Tempel besuchen wollen - vor ihrem heimische Pfarrer oder Pastor würden sie sich schämen beim Versuch, so eine Kirche betreten zu wollen.

Was soll ich zu dem prächtigen Wat Phra Kheo noch schreiben?
Und zu dem beeindruckenden Bildnis des liegenden Buddha im Wat Pho?

Gegen Mittag haben wir uns satt gesehen, es ist auch ganz schön drückend heiss, und so kehren wir ins Hotel zurück, um uns frisch zu machen. Dort frage ich an der Rezeption, ob man einen Tip für uns habe für eine Klonghrundfahrt, und sofort wird uns eine Fahrt angeboten, Taxi bis zum Fluss 600 Baht, Rundfahrt pro Person 900 Baht. Ich bedanke mich artig für die freundlichen Vorschläge, und zu Fuss machen wir uns auf den Weg zum Chao Phraya. Ein Mitarbeiter des Nationalmuseums, wo wir vorbeikommen, spricht uns beim Versuch, die Strasse zu überqueren an, und gibt uns danach gefragt ebenfalls einen Tipp, dort koste es so um die 700 Baht, aber wir müssten vor Ort noch verhandeln. Nach wenigen Metern erreichen wir ein Restaurantboot am Fluss, und als ich einen recht vertrauenserweckenden Mann nach der nächsten Pier frage, bietet er uns sofort ein Speedboot an zum Preis von 300 Baht pro Person, mein Wunsch nach Aussteigen am Wat Arun, wo wir ja auch noch hinwollen, macht kein Problem. Der Preis ist ok, und das Boot sofort verfügbar. In einem der Kanäle macht der Bootsführer dann plötzlich langsam und weist uns auf eine breite Treppe hin. Und wahrlich, ich sage Euch - dort sonnen sich zwei Tiere, die wir als Warane identifizieren.

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Das grössere der beiden Tiere ist gut 2 m von der Nasenspitze zum Schwanzende, aber irgendwie scheinen wir die Tiere zu stören, und sie wandern langsam und majestätisch die Treppe hinunter zum Wasser. Vor lauter Staunen kann ich gerade noch zwei Fotos machen, Peter ebenfalls, und so können wir unser Erlebnis dokumentieren. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, und jemand, der mir erzählen möchte, dass es in Bangkok freilaufende, freischwimmende oder freitauchende Warane gibt, kann mit meiner vollen Unterstützung rechnen. Ja, es gibt sie.

Nachtrag: nachdem ich meiner Nichte Pat die Fotos gezeigt habe, erklaerte sie mir, dass diese Tiere in Bangkok schon fast zu den Haustieren gehoerten. An ihrer Uni in Bangkok trifft man sie in allen Groessen und Altersklassen an, und erste Versuche sollen schon stattgefunden haben, sie zu zaehmen und an der Leine spazieren zu fuehren. Nein, das nicht, aber ich wusste nicht, dass das schon so bekannt ist. Ich bin halt zu selten im Lande. Und wie ich hörte, leben sogar welche im Lumpini Park in Bangkok.

Am Wat Arun dann merke ich, was drei Jahre und ein Herzinfarkt ausmachen. War ich zuletzt noch leichten Schrittes (naja, so kam es mir halt vor) die sicherlich bekannten Treppen zur oberen Plattform hinaufgestiegen, so sind mir diese Stufen heute doch sehr beschwerlich, und so geniesse ich auch hier die herrliche Aussicht und nutze den 30fachen Zoom meiner Fuji-Kamera kräftig aus. Mein Stolz wird nur durch die Kamera von Susanne getrübt, hat sie doch das neueste Canon Modell mit 35fachem und einem tollen und ungewöhnlich guten digitalen Zoom dazu. Aber zoomen ist ja nicht alles beim Fotografieren.

Für den Rückweg nehmen wir die Fähre, welche immer noch 3 Baht pro Person kostet, und machen den Weg zum Hotel Royal Orchid Sheraton zu Fuss. Warum das Sheraton? Peter hat mich zu einem Nachmittagssekt auf der Terrasse eingeladen, und das hat was ganz Besonderes. Es ist der Dank dafür, dass ich Peter und Susanne eingeladen habe, mich nach Thailand zu begleiten und dort, wie lange es ihnen auch beliebt, eine Zeit mir mir zusammen zu verbringen. Danach nehmen wir die BTS von der Taksin Brücke bis zur Sala Daeng und besuchen noch die Pat Pong, wo es im "Madrid" noch immer eine schmackhafte, aber günstige, Riesenpizza zu Essen gibt, die für uns alle drei bei weitem ausreicht. Mit dem Taxi geht es zurück, und wir besuchen noch einmal die Khao San Road. Ach, und damit ich es nicht vergesse - ich trinke dort ein Bier auf Claus. Ein gar langer, ausgefüllter und erlebnisreicher Tag. Das Leben ist schön.

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Mein Reisetagebuch 2012 - dritter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Aug 22, 2012 5:36 am

Es ist Samstag, der 19. Mai. Wir haben uns zum Transfer nach Korat um 12 Uhr im Hotel Royal verabredet, haben also noch etwas Zeit. Wir beschliessen, uns noch den Wat Trimitr anzuschauen und verzichten dann aus Erfahrung auf den preiswerten Hoteltaxiservice. Im Wat Trimitr war ich seit dem Neubau auch nicht mehr, um so interessierter bin ich an dem jetzigen doch sehr aufwendig ausgebauten Tempel, wo der goldene Buddha nunmehr seinen Platz gefunden hat in dem hohen Viharn. Vielleicht sind so auch die 7,5 t Gold sicherer untergebracht. Nach der Besichtigung fahren wir noch zum Bahnhof Hua Lampong in der Nähe und sind dann tatsächlich um 12 Uhr wieder im Hotel, wo Lek und Don bereits mit Leks neuem Auto auf uns warten. Don verabschiedet sich bereits am alten Don Mueang, weil er dort stationiert ist, und so fahren wir zu viert weiter. Wir kaufen zwar abends noch im neuen Lotus/Tesco ein, aber ich verabrede trotzdem ein Hotelfrühstück mit Pat und Püng für den nächsten Morgen. Hier stellt sich dann wieder einmal heraus, dass sich Thais trotz gemeinsamer Sprache nicht in der Sprache miteinander vollständig verständigen können. Trotz vieler Telefonate von All mit Korat stellt sich nämlich heraus, dass wir für die nächsten Tage kein Auto zur Verfügung haben. Warum das jetzt nicht möglich ist, obwohl die Familie 5 Autos besitzt, möchte ich daher auch auf deutsch nicht weiter erklären. Tatsache ist, dass die beiden Schwestern bereits vorgesorgt haben und sich bei einem örtlichen Vermieter nach einem Auto erkundigt haben. Peter und ich beschliessen also, zu diesem Vermieter zu fahren und ein Auto anzumieten, das wir dann am Montag abholen. Ich zeige den beiden dann zunächst die beiden wichtigsten Wats in Korat, Wat Salawan und Wat Salaloi. Dienstags fahren wir dann nach Phi Mai, wobei wir feststellen müssen, dass Ban Prasart, die alte Ausgrabungsstätte auf dem Weg dorthin, montags und dienstags geschlossen hat. Auf dem Rückweg wollen wir noch Phanom Wan besichtigen, wobei Peters Google-App für den iPod uns zum falschen Ort führt, aber zumindest zur richtigen Strasse, und aus dem Gedächtnis finde ich dann auch Phanom Wan.

Am nächsten Tag fahren wir nach Buriram zum Phanom Rung, wobei ich auf der Hinfahrt einen dicken Stein überfahre, der uns einen Reifen kostet. Den Reifendefekt bemerken wir aber erst am Phanom Rung, und in einer Werkstatt lassen wir das Ersatzrad aufziehen. Mit verminderter Geschwindigkeit fahren wir zurück nach Korat und müssen dabei leider Prasat Muang Tam und den Khao Angkhan Tempel auslassen. Dafür gönnen wir uns, den beiden "Schweizern" zuliebe, ein Abendessen bei Chez Andy. Der nächste Tag soll nicht so anstrengend werden, und so fahren wir nur nach Dan Kwian, dem Töpferdorf, und dem neuen Tempel Somdaj Phuttachan, den ich der Einfachheit halber nur Wat Soraphong nenne nach dem berühmten Schauspieler, der den Tempel sponsert.

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Wat Somdej Put Phra Jando bei Korat
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Roi Et darf auf einer Tour durch den Isaan nicht fehlen, denn der Geburtsort von All, Baan Nong Waeng, ist mir sehr wichtig, und auch Peter und Susanne will ich das Leben in einem einfachen Dorf zeigen. Sie sind merklich beeindruckt von der einfachen, ja primitiven Lebensart dieses Teils der Familie. "Hier könnte ich nie leben", meint Susanne dazu. Nein, meine Liebe, das sollte dir immer erspart bleiben, aber halte immer in Erinnerung, wie gut es uns dagegen in unseren Gefilden geht. Nach einer Uebernachtung im Roi Et City Hotel fahren wir am nächsten Morgen zum beeindruckenden Phra Maha Chai Mongkol Chedi, lassen dann wegen starker Regenfälle weitere Besichtigungen ausfallen und fahren durch bis Korat.

Der nächste Tag ist Ruhetag, den wir mit einem abendlichen Essen der ganzen Korater Familie ausklingen lassen. Tagsüber haben wir beratschlagt, wie wir die folgenden Tage angehen sollen, denn wir wollen ja noch nach Chiang Mai, wie es sich Peter und Susanne sozusagen als Last-Minute-Idee in den Kopf gesetzt haben. Diese Strecke will ich nicht vorausplanen, denn auf dem Weg liegen als wichtige Plätze Ayutthaya, Lopburi, Saraburi und Bang Pa In, dann noch Phitsanuloke und Sukhothai. Die reine Fahrstrecke Korat-Chiang Mai veranschlage ich mit 12 Stunden, und wir haben dafür insgesamt 3 Tage Zeit, und ich muss alleine zurück fahren. Von Chiang Mai aus wollen die beiden dann nach Koh Samui fliegen, wo sie für die restlichen Tage ein Hotel gemietet haben. Um diesem Stress zu entgehen, und das wäre es wirklich, beschliessen wir ein Planänderung. Das heisst, Peter und Susanne beschliessen, und ich stimme schweren Herzens zu, bedeutet es doch, dass ich früher als geplant auf die Anwesenheit der beiden verzichten muss. Wir wollen also nun Saraburi, Lopburi, Bang Pa In und Ayutthaya an einem Tag besichtigen, in Ayutthaya übernachten und dann wollen Peter und Susanne ab Suvarnabhumi nach Chiang Mai fliegen, wo Peter über seine Schweizer Firma 3 Tage organisieren möchte.

So kommt es denn auch, während der Fahrten telefoniert Peter mit Asia Trails in Bangkok und organisiert den Aufenthalt in Chiang Mai und einen Trip nach Chiang Rai sowie die Flüge. Ich hatte von dem Hotel in Ayutthaya erzählt und der schönen Terrasse, wo man abends so romantisch sitzen kann. Auf der Suche nach dem Hotel finde ich es auch wirklich, aber beim Einchecken regnet es in Strömen. Die Terrasse ist daher nicht bewirtschaftet, aber was sich zwei Deutsche und eine Schweizerin in den Kopf gesetzt haben - wir sitzen auf der Terrasse, ein Tisch, drei Stühle, der Regen hatte inzwischen aufgehört, und feierten einen bewegenden Abschied.

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Mein Reisetagebuch 2012 - vierter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Aug 22, 2012 4:52 pm

Sollte ich jemanden langweilen - bitte einfach nicht ignorieren (schrieb ich das schon einmal??)

Tagebucheintrag vom 3.6. - das normale Leben eines Deutschen, der in Thailand nicht zuhause ist, sich aber ebenso wohl fühlt, als sei er es.

Heute ist wieder so ein normaler Tag. Ich stehe um 6 Uhr auf, es sind 26,8 Grad C. Zum Frühstück werden die gestern gekauften Brötchen aufgebacken und Litschies geschält, und natürlich wird wieder auf der Terrasse gefrühstückt, so, als sei ich nicht alleine.

Seit einigen Wochen plagt mich eine Entzündung an der Ohrmuschel, der Ohrenarzt in Koblenz hat mir zu Einreiben mit reinem Olivenöl geraten, was ich dann auch erfolglos tat. Vor einigen Tagen hat es dann aber richtig weh getan, und in einer Apotheke kaufte ich mir eine Betalgen-Salbe, die mir der Apotheker nach Augenschein der Entzündung empfohlen hat. Nach mehrmaligem Auftragen ist die Entzündung vollständig geheilt, und jetzt werde ich es auch an den Zehennägeln versuchen, wo ich immer wieder eine Fusspilzsalbe erfolglos anwende. Schaun mer mal. Das Olivenöl darf All jetzt als Salatöl verwenden.

Den Ventilator auf der Terrasse schalte ich erst ab 30 Grad ein, heute also ab 11 Uhr = 30,5 Grad. Um 11:45 Uhr fängt es an zu regnen, scheinbar muss also das Mittagessen im Tesco/Lotus ausfallen. Nach dem Regen kühlt es um unglaubliche 0,6 Grad ab auf 29,9 Grad. Das hat zur Folge, dass ich den Ventilator ausschalten kann und dass ich mich auf den Weg zum Mittagessen mache. Da sieht man mal, von was das leibliche Wohlergehen abhängig sein kann.

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Sehr leer - war wohl sehr heiss heute.
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Seit 9 Uhr schreibe ich an meinem Dhammapada, denn ich habe es mir in den Kopf gesetzt, ein solches Werk über den Buddhismus zu schreiben. Nicht dass ich jetzt zum grossen Guru mutieren möchte, nein, ich habe einfach das Bedürfnis, mein Wissen über diese Religion zusammenzufassen. Ob das jemanden interessiert - das interessiert mich dabei nicht.

Wieder stelle ich fest, dass ich die Hitze wohl jetzt besser vertragen kann als in den ersten 2-3 Wochen, aber ich muss mich dazu zwingen, mehr zu trinken.

Heute gab es nichts zu fotografieren, deshalb nur das Foto im Beitrag.
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Mein Reisetagebuch 2012 - fünfter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Do Aug 23, 2012 1:58 am

Montag, 11. Juni 2012 - Pak Thong Chai

Nun denn, heute habe ich mir vorgenommen, mal die nähere Umgebung von Korat mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Mit dem Song Theaw fahre ich in die Stadt bis zum IT Plaza. Von dort sind es zwei Strassen bis zum Busterminal. Unterwegs komme ich an einem Wat vorbei, das ich seit Jahren nur vom Vorbeifahren kenne. Und da ich ja bekanntermassen ein Watverrückter bin, gehe ich heute hinein. Wie immer fasziniert mich der Glanz, der von aussen und von innen ausgestrahlt wird, und in einem unbeobachteten Moment erweise ich der Hauptbuddhafigur den Wai. Warum unbeobachtet? Darauf gehe ich einmal an anderer Stelle ein. Wenige Minuten später bin ich dann am Busbahnhof und frage mich zum Bus nach Pak Thong Chai durch, der mir bereitwillig durch einen Busbahnhofbediensteten (was für ein Wort) gezeigt wird. Auch hier treffe ich die altbekannte Freundlichkeit und Zuvorkommenheit an, wie immer eigentlich. Der Bus pendelt ständig zwischen den beiden Städten, und so kommt er an, lässt aussteigen, lässt einsteigen und fährt ohne grossen Aufenthalt weiter.

Der Bus ist einer der 3. Klasse, aber klimatisiert. Bei gefühlten -2 Grad C im Fahrgastraum schlängelt er sich durch die enge Strasse, nimmt dabei weder auf Autos noch auf seinesgleichen Rücksicht. Aber auf der Hauptstrasse, der N2, angekommen, fährt er in erhöhtem Schritttempo, hält auch jedes Mal, wenn sich eine Hand erhebt, und das passiert oft. Dass man sich da nicht auf einer Strecke von 100 m auf eine einzige Haltestelle konzentriert, ist für uns durchorganisierte Europäer sicher nicht ganz verständlich, aber wo kämen wir denn hin, wenn sich die Fahrgäste auch noch 10 m zum Haltepunkt bewegen müssten. Besser der Bus hält. Dass er es garnicht eilig hat merke ich, als er kurz hinter dem Sima Hotel anhält und stehen bleibt. Etwa eine Viertelstunde dauert es, und der Fahrer und viele Passagiere nehmen sich noch ein Frühstück mit an Bord, ehe die Fahrt fortgesetzt wird. Auf der Strecke wird jeder mögliche Fahrgast angehupt, mancher reagiert und hebt den Arm, mancher sieht im Fahrer einen Gedankenleser und verlässt sich darauf, dass er schon mitgenommen wird.

Dieses Busanhalten ist auch für uns Nichtautobesitzer ein Mittel, nicht immer bis zum Busbahnhof hinzumüssen, allerdings müssen wir dann auch den Zielort in Thai lesen können, denn nur so ist er auf der Windschutzscheibe angeschrieben. In Englisch steht er noch auf der Busseite, aber bis man das entziffert hat, ist der Bus ja schon vorbei. Expats und Häufigbesucher - lernt endlich lesen, und damit meine ich auch mich !!

34 km sind es bis Pak Thong Chai, und nach immerhin einer Stunde Fahrt kommen wir auch dort an. Nun habe ich absolut keinen Plan, bis wohin ich mitfahren soll. Meine Sitznachbarin scheint das zu ahnen, und sie sagt mir, dass wir gleich an einem grossen Markt sein werden, wo sie auch aussteigt. Vielleicht hofft sie, dass ich ihr beim Aussteigen helfe, denn mit ihren geschätzten 80 Jahren hat sie damit etwas Mühe. Nun, ich enttäusche sie nicht, und so reiche ich ihr die Hand zur letzten Stufe, was mit Gelächter der Umstehenden belohnt wird. "Da siehste, Oma, der Farang hilft dir, die Thais nicht". Ob sie ahnen, dass ich das Wort für Wort verstehe? Ganz sicher ist, dass wir an einem wirklich grossen Markt angekommen sind, der die halbe Innenstadt von Pak Thong Chai füllt. Und spätestens jetzt wird mir klar, dass diese Stadt nicht viel grösser ist als mein Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein. Wie immer löse ich meine Bedenken, Personen direkt zu fotografieren, indem ich diese zuerst anlächle, die Reaktion abwarte, eine scherzhafte Bemerkung erwidere und das dann als die Erlaubnis zum Fotografieren aller Mithörenden ringsum betrachte. Und als eine der Marktfrauen den wahrscheinlich einzigen Ausdruck in Englisch anwendet, den sie beherrscht, nämlich "Hallo Darling" und ich in Thai antworte: "Hey, da hinten kommt meine Frau, gleich hast du Probleme", da ist die Stimmung im Umkreis von 50 m für mich, und wo ich auch hinkomme, spricht man mich auf Thai an. Eine älterer Thai isst gerade Som Dam, deutet darauf und sagt im breiten Isaanisch "Sääp", und ich vervollständige "Sääp illie, guu gin dai", worauf er seinen Teller stehen lässt, mir auf dem Markt immer zwei Schritte voraus geht und allen klarmacht, dass ich nicht nur Som Tam esse sondern auch isaanisch spreche, und die Lacher sind alle auf meiner Seite. Sie wissen ja nicht, dass "Sääp Bo" und "Sääp illi" so ziemlich die einzigen Isaanausdrücke in meinem Sprachschatz sind. Nicht mehr Farang, sondern Khon Isaan.

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Klimaanlage per open window
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Irgendwann kommt einfach der Augenblick, an dem man sich an Märkten satt gesehen hat. Ich finde am Ende des Marktes noch den Lak Mueang, und ebenfalls ganz in der Nähe einen Wat. Klar, den besuche ich ebenfalls. Danach tue ich meinem Wasserhaushalt etwas Gutes und schlucke eine Flasche Wasser, und mache mich dann auf, eine Rückreisemöglichkeit zu suchen. Nicht weit zu laufen ist es ja in dieser kleinen Stadt, und ich bin wieder an der Strasse, welche ich auf meine TAT- Map als die 304 identifiziere. Meine Frage an den örtlichen Polizeiboxinsassen nach einem Bus wird beantwortet: "Bleib genau da stehen. Dahin kommt gleich der Bus". Ich bin gerne bereit, meinen Tagestrip zu einem Abenteuer werden zu lassen und warte. Tatsächlich kommt er, der Bus. Wie ich sehe mit eingebauter Fahrtwindklimatisierung, also Fenster hoch und Türen auf. Was solls, für die kurze Strecke wirds gehen. Der Fahrer sagt mir eine Wartezeit von etwa 10-20 Minuten an, ich kann beruhigt einen Kaffee trinken, er ruft mich dann. Tatsächlich gibt es auch einen guten Kaffee hier, und dann setze ich mich direkt hinter den Fahrer, das scheint mir (zu Recht, wie sich herausstellt) das klimatisierteste Plätzchen zu sein. Mit einer etwas höheren Geschwindigkeit als der Hinfahrtbus gehts dann wieder Richtung Korat. Da ich vorhabe, auch einmal nach Chaiyaphum zu fahren, lasse ich mich am Sima- Hotel absetzen und hole mir noch ein paar Unterlagen bei der TAT. Dann gehts mit dem Saeng Thew weiter bis zu The Mall, wo ich noch ein Mittagessen in Form von Steak mit Pommes und Salat für 109 Baht zu mir nehme, auf das ich allerdings 20 min warten muss. Auf meine freundliche Nachfrage heisst es lapidar, dass Steaks in Thailand doch so lange brauchen. Ueber meinen Internetshop hinter Ya Moo gehts dann natürlich wieder mit dem Pickuptaxi nach Hause. Und hier kann ich dann nicht anders, ich nehme mir aus meinem kleinen Shop am Weg noch 2 Dosen Singha Bier (richtig bestellt man das als Beer Singh Song Kapong) und eine Coke mit.

Um mal ein monetäres Resumee dieses Tages zu ziehen, gehe ich jetzt im Kopf meine Tagesausgaben durch.

Da wäre erst einmal die schon kalkulierten Durchschnittskosten für das Frühstück mit 35 Baht. Kosten für Saeng Thew sind 4 Fahrtstrecken (zuhause-Busterminal, TAT-The Mall, The Mall-Ya Moo, Ya Moo-Arun Villa = 32 Baht. Bus nach Pak Thong Chai = 2 x 30 Baht. Flasche Wasser dort 6 Baht, Kaffee 25 Baht, Mittagessen in The Mall 109 Baht, Internet 15 Baht, Abendessen kalkuliert 35 Baht, Bier und Coke nochmal 54 Baht. Alles in alles belaufen sich die Tagesausgaben also auf 351 Baht, grob umgerechnet mit 38 Baht also 9,25 Euro. Ich habe mir alles gegönnt, was ich mir habe gönnen wollen. Ich weiss, mancher kommt damit nicht aus. Ich schon. Es ist noch Zeit, mir einen meiner 156 mitgebrachten Filme auf dem Notebook anzuschauen. Die mitgebrachte Festplatte mit den Filmen und der eigens angeschaffte DVD-Player machen mir keine Freude, denn der Fernseher ist doch schon sehr alt, und die Farbverfälschungen lassen einen Film nicht zum Genuss werden. Na denn gute Nacht.

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Re: Mein Reisetagebuch 2012

Ungelesener Beitragvon Khonggon » Fr Aug 24, 2012 12:30 am

Hallo Dogmai,

ich moechte Dir einfach mal danken, dass Du uns an Deiner Thailandreise teilnehmen laesst. :t
Auch ich bin schon wieder zu Hause, hatte ebenfalls wieder vier herrliche Wochen in diesem schoenen Land. So interessant darueber berichten koennte ich allerdings nicht, obwohl man da natuerlich immer wieder so einiges erlebt.

Gruss aus'm Schwabenlaendle

Hansi :wave
Wer zornig ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat.
(chinesisches Sprichwort)
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Mein Reisetagebuch 2012 - sechster Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Fr Aug 24, 2012 4:15 am

Hi Hansi,
na, dann mach ich doch gerne weiter. Ich dachte schon, es liest eh niemand :salut



Mein Reisetagebuch 2012 - sechster Eintrag

Beitragvon dogmai » Di 3. Jul 2012, 12:28
Tagebucheintrag vom 13.6. - Ende der Toilettengeschichte

Seit gestern widme ich mich verstärkt dem Thema Kalk im Badezimmer, quasi die Fortsetzung der Toilettengeschichte von 2009. Schon damals war mir aufgefallen, dass die Schwägerin meiner Tochter, also die Schwester meines Ex-Schwiegersohnes, halt, eine Schwägerschaft endet lt. BGB niemals, also meines Schwiegersohnes das Haus zwar einigermassen sauber gehalten hat, aber dem typischen deutschen Sauberkeitswahn nicht entsprechen konnte. Was hat sie übrigens mit dem Haus zu tun? Nun, es war ja von Anfang an klar, dass wir nur wenige Wochen im Jahr hier wohnen würden. Sie aber mit Mann und Tochter hatte damals, damals war das Jahr 2005, kein eigenes Haus, und so kamen wir überein, dass sie das Haus bewohnen kann. Sie zahlte keine Miete dafür, aber sie sorgte für Ordnung und, s.o., Sauberkeit. Ausserdem hatten wir so während unserer kurzen Urlaube alles, was das Haus so braucht, also Kühlschrank, Waschmaschine, Kochgelegenheit u.s.w. Ein Schlafzimmer war sowieso übrig von dreien, das sie dann bewohnte, alles andere nutzten wir gemeinsam, sie aber hauptsächlich das untere Bad, um dessen Kalkbesatz ich mir jetzt Gedanken mache. Ihre Mutter ist eine Schulfreundin von All, sie wuchsen zusammen in Baan Nong Waeng auf. Anfang vergangenen Jahres erkrankte ihr Mann an Krebs, und sie beschlossen, auszuziehen. Er war nicht sicher, ob er die Krankheit würde besiegen können, und er wollte nicht in unserem Haus sterben. Das würde grosses Unglück über das Haus und damit uns bringen. Unsinn, das Unglück war seine Krankheit; aber er hat sich so entschieden, und so bezogen sie ein winziges Haus in der Nähe seiner Felder. Inzwischen hat er sich gut erholt, ist gesundet, seine Sorgen gelten nun meiner Tochter Mi, welche ja ebenfalls Anfang dieses Jahres an Krebs erkrankte. Sie haben ihr Häuschen weiter ausgebaut und werden dort jetzt auch wohnen bleiben, unser Haus steht somit leer. In diesem Zusammenhang bringe ich die damalige Toilettengeschichte zu einem Ende. Es ist einfach so, dass deutsche Gewohnheiten nicht in der ganzen Welt glücklich machen. Thailändische Toilettenabwasserrohre sind nicht für Papier gedacht, sondern für die Wasser-Hand-Reinigung, und Papier verstopfte damals eben die Leitung. Heute steht für Papier ein Abfalleimer bereit, der Rest ist der Fantasie des Lesers überlassen.

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Nicht für jeden ein Problem, aber für einen sturen deutschen Rentner sieht das grauselig aus.
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Susanne, die Freundin meines Sohnes, ausgebildete und schweizerisch staatlich geprüfte Drogistin, empfahl mir als Mittel gegen Kalk Ameisensäure. Werner Schick, den ich darauf hin bat, mir welche aus Deutschland mitzubringen, weigerte sich strikt, da diese Säure im Falle eines Auslaufens im Koffer wohl grossen Schaden anrichten kann, und empfahl mir seinerseits Zitronensäure (grod manau). Letztendlich kann ich beides in Korat nicht finden. Ich habe mir als Wort für Kalk im Wörterbuch "bun" herausgesucht, das ist aber wohl das Wort für Baukalk, und als ich bei Tesco danach fragte, wurde ich prompt an einen Baumarkt verwiesen. In der Apotheke verwiesen sie mich wegen grod manau an den Lebensmittelsupermarkt nebenan, dort an 7eleven, dort an den Homemarkt in The Mall und dort an Tesco. Heute morgen dann meine Frage in einem Koratforum, mit Erfolg. Jemand empfiehlt mir ein Mittel, das bei Tesco zu haben ist, und morgen werde ich das ausprobieren. Ich habe mir im Internetshop den Namen des Mittels von meiner PC-Nachbarin in Thai aufschreiben lassen, einem entzückenden Mädel von vielleicht 14 Jahren, denn das kann ich noch nicht schreiben. Die bisherigen "normalen" Putzmittel haben zwar ein wenig geholfen, aber nicht wirklich. Vielleicht kriege ich jetzt ein porentief reines Klobecken hin.

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Nach dreimal gründlich schrubben, also 3 x 2 Stunden Arbeit. Man hat ja sonst nix zu tun. Ach - und die Fliesen sind so, also nicht verkalkt.
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Beim Nachhauseweg vom Tesco, der ja ganz in der Nähe unseres Hauses ist und ich den Weg somit zu Fuss machen kann, fangen meine Ueberlegungen schon an. Zunächst der Gedanke, wie ich mich mit Handschuhen und Mundschutz, was mir dringend bei der Arbeit empfohlen wurde, so mache, und als nächste Ueberlegung, welche der Tüten die schwerere sei. Auf dem Weg nämlich lauern in aller Regel mehrere Hunde, die jeden Vorbeikommenden ankläffen, manchmal auch nachlaufen und ganz schön dicht herankommen. Ich habe immer etwas in der Hand, und so plane ich die Tüte mit dem Reinigungsmittel nach rechts, um sie gegebenenfalls als Hundeabwehrwaffe zu benutzen. Doch ich bin gerade beim Tütenwechsel, als ein schmächtiges Moped neben mir anhält, und ein noch schmächtigeres Mädel darauf nach meinem Weg fragt. Soi 12, ist meine Antwort, und sie bedeutet mir, aufzusteigen. Gerne lasse ich mich darauf ein und wünsche, der Weg möge doch noch doppelt so weit sein. Wir fahren dann auch an ihrem Haus vorbei, und ihre Familie schaut ebenso verblüfft darein wie ich, machen noch scherzhafte Bemerkungen zum kleinen Moped und dem grossen Farang darauf, wohl wissend, dass ich sie verstehe. Unbeirrt setzen wir unsere Fahrt fort, und an Soi 12 steige ich ab. Danke, mai pen rai, ein kurzes Winken und sie fährt davon. Ein immer noch verblüffter Farang geht nach Hause, das Putzmittel immer noch in der Tüte der linken Hand. Ich will gerade das Tor aufschliessen, denn ich habe mich dem Verbarrikadierungswahn der Thais angeschlossen und das Hoftor, die Haustür und die Fliegenschutztür abgeschlossen, als die Nachbarin gegenüber mich ruft. Sie hat eine Schale mit etwas in der Hand, was wie gefüllte Croissants aussieht und reicht mir diese. Die Frage nach dem Preis beantwortet sie mit 50 Baht, und ich habe was vermutlich Leckeres gekauft, worin ich natürlich sofort sicher sein will und gleich eines verspeise. Ja, lecker, und es sind gefuellte Croissants.

Was sind die Thais heute alle so liebenwert zu mir. Es macht sich doch bemerkbar, dass ich alles im Ort bzw. im Moo Baan kaufe, dort auch die ein oder andere Mahlzeit zu mir nehme wie heute Mittag eine Nudelsuppe Guai Daeo, und so bereits überall bekannt bin. Auf weiterhin gute Nachbarschaft im Rung Arun Villa, Tambon Huay Thale, Mueang Nakhon Ratchasima, Changwat Nakhon Ratchasim, Thailand.
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Mein Reisetagebuch 2012 - siebter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » So Aug 26, 2012 7:48 pm

Tagebucheintrag vom 19. Juni - Nichts

Wie beschreibt man eigentlich Nichts? Oder fast Nichts? Nicht, dass das Nichts einfach nur Nichts wäre, denn eine ganze Religion, meine Religion, der Buddhismus, hat das Nichts zum Ziel, das Nirvana, das Erlöschen. Aber davon will ich heute nichts schreiben, sondern über die letzten Tage. Was ist eigentlich Aufregendes passiert? Nein, nicht schon wieder dieses Wort, denn ein wenig gibt es doch zu berichten, auch wenn es vielleicht nur für mich etwas Aufregendes war.

Seit meinem Ausflug nach Pak Thong Chai war das Aufregendste das morgendliche und abendliche Blutzuckermessen. Ich habe in gar Vielem gegen das allgemeine Mahlzeitengebot für Diabetiker verstossen, habe Nutella zum Frühstück und Cola zum Abendessen genommen. Und trotzdem sind meine Blutzuckerwerte so gut wie schon seit Jahren nicht mehr, und ich messe teilweise sogar mittags, wenn ich zuhause bin, um mir das selbst zu bestätigen. Und weiterhin ist bemerkenswert, dass es zur Zeit kaum regnet, abends und nachts schon mal, aber die heftigen Regenfälle der ersten Tage bleiben im Moment aus, zumindest hier in Korat. Dafür ist die durchschnittlich gemessene Temparatur im Schatten auf über 30 Grad C gestiegen, und ab 30 Grad schalte ich ja den Ventilator an, wenn ich auf der Terrasse sitze. Die Klimaanlage läuft auch schon mal eine halbe Stunde abends im Schlafzimmer, aber die Hitze macht mir jetzt weniger zu schaffen als vor 3-4 Wochen noch. Ich habe mich mit den Mahlzeiten auch auf die Thais eingestellt, weniger aber häufiger. Vielleicht ist das mein Konzept der Zukunft und hilft mir auch beim Reisen weiter.

Am Sonntag hat mich die ganze Korater Familie abgeholt zum Tambun. Und so fahren wir mit Leks neuem Pickup, 6 Erwachsene, 3 Kinder und 1 Baby, zum Wat Samanmit im Amphoe Chaloem Phra Khiat zum Duschen. ??? Das Wat ist bekannt für eine besondere Zeremonie. Aber der Reihe nach. Die älteren Kinder übergeben in der Tambunzeremonie jedes einen vorher gekauften und speziell dafür zurechtgemachten Eimer mit Gaben für die Mönche. Danach erfolgt der Wassersegen des Mönchs und die Tuchzeremonie, und dann ist die Essenszeit der Mönche gekommen, welche diese einhalten müssen. Wir haben also erst einmal Pause und können uns gemütlich zunächst im Wat umsehen und und dann zur Reinigungszeremonie umziehen. Der Andrang dafür ist gross, und als der Mönch beginnt, uns mit dem Wasser zu übergiessen habe ich den Eindruck, man habe vorher noch viele Eiswürfel ins Wasser getan, es kommt mir jedenfalls eiskalt vor, was aber nicht wirklich unangenehm ist, denn die Temparatur dürfte schon weit über 30 Grad liegen. So gereinigt werden noch einige Vögel, eine Schildkröte und zwei kleine Aale freigelassen und so das Karma aller in einem gemeinsamen Tambun von Kindern und Erwachsenen positiv beeinflusst.

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Für einen Wat ganz schön nackisch ;-)
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Als wir in dem ausgesuchten Restaurant in der Nähe von Phanom Wan ankommen, müssen wir feststellen, dass es keine freien Plätze mehr gibt. Warten müssen wir auch nicht, denn der Reis ist ausgegangen, und es wird kein frischer mehr gekocht. So fahren wir denn zur Schule von Nichte Nang, denn dort wird Sonntags für die Oeffentlichkeit gekocht, und das Ergebnis kann sich durchaus sehen resp. essen lassen.

Ja, das gibt es zu berichten aus den letzten Tagen. Ich sitze auf meiner Terrasse (ihr wisst schon, eigentlich der Hof), und gerade hat jemand eine Badewanne ausgeschüttet. Das ist wirklich kein Regen, sondern ein Guss, und innerhalb von Sekunden steht die Strasse 2 cm unter Wasser. Nun sind es bis zur Wohnzimmerstufe immer noch 20 cm, und meine Terrasse ist weit überdacht, aber alleine der Lärm dieses Wasserfalls ist schon ein wenig erschreckend. Aber wenige Minuten später ist das schon vorbei, und ich nehme noch einen Schluck Singha Beer zu mir. Was macht der eigentlich den lieben langen ganzen Tag, mag man sich fragen. Oh, die Tage werden nicht nutzlos vertan. Ich schwitze mehrere Stunden täglich über meinem ABC-SChützenbuch, also in Wirklichkeit muss das ja go gai, ko kai, ko kuat, ko kwai- Buch heissen, das ist nämlich der Anfang des Thai-ABCs (gelle, Werner??), aber ich lerne nach der Ganzheitsmethode, also nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern gleich ganze Wörter. Und meine Nachbarin, die mit den Kindern, gibt mir ganz gute Noten für die Ausführung. Ja, die Nachbarin und die Kinder haben mir gestern grosse Sorgen gemacht. Sie bringt jeden Morgen die Kinder mit dem Moped zum Kindergartenbus, sie, das heisst die beiden Kinder, die Mutter und die Grossmutter auf einem Moped, die Erwachsenen vorschriftsmaessig mit Helm, die Kinder ohne davor und dazwischen. Und gestern wollte ich davon ein Foto machen. Ich weiss nicht warum, sie werden sich davon nicht beeindrucken lassen.

Jedenfalls fahren Mama und Oma wie jeden Tag gegen halb fünf mit dem Moped vom Hof, gewöhnlich kehren sie 5-10 min später zurück. Ich öffne also mein Hoftor ganz und stelle die Kamera ein. Ich möchte das ja möglichst unbeobachtet fotografieren. Aber es tut sich nichts. Bei jedem Moped, das sich anhört, als biege es in unsere Soi ein, mache ich mich erneut schussbereit - nichts. Eine Stunde warte ich so, und ich werde immer unruhiger. Ich will das fotografieren, weil ich das für so gefährlich halte, und nun kommen sie einfach nicht. Ob da was passiert ist? Es wird dunkel und es ist kein Fotolicht mehr vorhanden. So breche ich ab, aber ich bin wirklich unruhig. Am nächsten Morgen dann um 7 Uhr ist die Welt wieder in Ordnung, ich höre das Moped, die bekannten Kinderstimmen - die Familie ist wieder da. Ich weiss nicht, wo sie waren, es geht mich auch nichts an. Aber es ist nichts passiert, und ich bin wieder die Ruhe selbst. Das gewohnte Kindergeschrei stört mich nicht, und heute gehen sie nicht zum Kindergarten. Dafür fotografiere ich sie beim Spielen im Hof, und nur weil sie wieder da sind gebe ich ihnen die grosse Tüte mit gebrannten Mandeln, auf die ich mich so gefreut habe.

Sonst ist die letzten Tage aber wirklich nichts passiert. Auch zu dem Nichts ein paar Fotos
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Re: Mein Reisetagebuch 2012

Ungelesener Beitragvon Uli50 » Mi Aug 29, 2012 3:33 pm

Danke für das Reisetagebuch. Dadurch hat man schon mal erste Eindrücke gewonnen, wenn man da mal hinmöchte.
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Re: Mein Reisetagebuch 2012

Ungelesener Beitragvon dogmai » Do Aug 30, 2012 12:49 am

Uli50 hat geschrieben:Dadurch hat man schon mal erste Eindrücke gewonnen, wenn man da mal hinmöchte.


Aber Vorsicht - das ist alles sehr, sehr subjektiv :D
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Mein Reisetagebuch 2012 - achter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Do Aug 30, 2012 5:33 pm

Tagebucheintrag vom 23. Juni - Chaiyaphum

Mein Plan eines Ausfluges nach Chaiyaphum und der Plan der Familie, eine Hochzeit dort zu besuchen, haben sich in wunderbarer Weise ergänzt. Es ergab sich einfach, dass eine Nichte Leks dort heiratete, und da mein Plan eines Ausfluges dorthin bekannt war, wurde der freie Platz mit mir besetzt. Heute ist Sonntag, und ursprünglich war der Aufbruch auf 5 Uhr früh festgelegt. Aber Nichte Pat quengelte so lange, bis er auf 6 Uhr verschoben wurde. Sie ist von der Uni so frühes Aufstehen nicht gewohnt. Nun gut, ich versprach, um 05.55 Uhr auf der Matte zu stehen, denn ich habe ja seeit gestern Pats Auto zur Verfügung, und so ist es denn auch. Der versprochene Morgenkaffee ist fertig, als ich eintreffe. Er besteht allerdings nur aus einer Tasse Nescafe und ein paar Keksen, und es geht wirklich schon um 6:30 Uhr los, für thailändische Verhältnisse eine fast ungewohnte Pünktlichkeit. Die Fahrt verläuft ohne besondere Ereignisse, warum denn auch, und wir kommen um 8 Uhr am Haus der Hochzeitsfeier an. Die Tische sind bereits gedeckt mit allerlei thailaendischen Mittagstisch- Köstlichkeiten, die ich aber sonntags morgens um 8 Uhr dann aber wirklich noch nicht haben muss.

Ich übernehme also jetzt Neffe Leks Auto, das ja noch vom Transfer Bangkok-Korat bekannt ist, und beginne mit meinen Besichtigungen in der Stadt. Zuerst schaue ich mir das Phraya Phakdi Chumphon Monument an, das in einem Kreisel mitten in der Stadt steht. Da wir als Rückkehrzeitpunkt bereits 13 Uhr ausgemacht haben, will ich zunächst ein paar interessante Punkt ausserhalb anschauen. Wieder stelle ich fest, dass ohne vernünftiges Kartenmaterial garnichts geht, und ein wenig irre ich durch die Amphoe. Gerade habe ich den Weg zum Phu Phra gefunden, wo zwei sehenswerte Wats sein sollen, kommt ein Anruf von Pat, es ist inzwischen 9:30 geworden. Die Hohzeitsfeier ist zu Ende, und die Familie möchte mit mir zusammen Sightseeing machen. Das ist nicht so ganz ungewöhnlich, ich habe mich nur gewundert, dass das den Thais nicht so bekannt ist. Die Zeremonie mit den Mönchen beginnt in der Regel mit Sonnenaufgang, also etwa um 6 Uhr und dauert etwa 3 Stunden. Nichts für ungut, ich fahreja das Familienauto.

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Das Phraya Phakdi Chumphon (Lae) Monument in Chaiyaphum
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Also zurück in die Stadt, wo ich gegen 10:15 eintreffe. Die mir ansonsten individuell völlig unbekannte Stadt allerdings stellt mich vor ein Rätsel, und ich finde das Hochzeitshaus nicht mehr. Telefonisch klären wir die Situation. Ich stehe vor einem Club namens VIP-Karaoke (wäre ja auch für eine Hochzeit nicht unpassend) und lasse mich abholen. Wenige Minuten später trifft eine Chaiyaphumer Verwandte Leks, die ich aber nicht kenne, ein, und tatsächlich habe ich das Haus um ca 200 m verpasst. Als Zielfahrt aus 20 km in unbekanntem Gelände ist das eigentlich nicht schlecht. Sie lotst mich per Moped also zu dem Haus, und die Familie steigt zu. Sie wollen mir dann also ein wenig von der Umgebung zeigen, und so machen wir als Ziel den Tat Ton Nationalpark aus. Lek als Ortskundiger verfährt sich auch nicht schlecht, denn zunächst wollen wir ein auf dem Weg liegendes Kloster aufsuchen, Wat Sa Hong.

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Der Tat Ton Wasserfall im gleichenamigen Nationalpark
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Nun, wir finden es natürlich, und es stellt sich als ein Wat auf einem Gelände von 400 Rai (1 Rai = 1600 qm) heraus, das auf einem riesigen Steinfeld liegt, es bietet aber für Besucher nicht so den optimalen Wat- Anblick. Folglich verweilen wir hier nicht sehr lange, sondern fahren ein kurzes Stück weiter zum Nationalpark. Was für mich schon Gewohnheit ist, löst bei der Familie Heiterkeit aus, denn wie überall zahlen die Thais 40 Baht und ich 200, obwohl ich aus dem Auto lautstark vermelde, es sei doch gar kein Farang dabei. Die Hauptattraktion im Nationalpark ist der Wasserfall, einer der wenigen die ich in Thailand kenne, welche den Namen wirklich verdient haben. Die Thais nennen ja alles, wo mehr als 6 Liter Wasser in der Stunde fallen, einen Wasserfall. Ein wenig neidisch beobachte ich die vielen badenden Thais, denn das Wasser ist nicht kalt, sondern richtig erfrischend. Aber wir haben keine Badesachen dabei, Pat hat nicht einmal etwas zum Umziehen und sie läuft in ihrem feinen Hochzeitsfeierkleid mit uns mit, teilweise barfuss. Während ich gerne entlang des Wasserlaufes über die Steine klettere, wählen meine Thais den bequemen Asphaltweg und sind schon auf dem Rückweg, als ich am Fall ankomme. Nach ein paar Fotos mache auch ich mich auf den Weg zum Auto und überhole eine thailändische Familie. Sie reden über mich, den einsamen Farang, ja wo der denn wohl wohne. Ich drehe mich um und sage, dass das Haus des einsamen Farangs in Korat stehe. Allgemeines Gelächter ob meiner Antwort, und es ergibt sich noch ein nettes Gespräch auf dem Weg. Mir ist klar, dass meine Familie nicht am oder gar im Auto wartet, denn obwohl von einer Hochzeitsfeier kommend, gilt auch für sie die 3-Stunden-Regel: 3 Stunden ohne Essen zieht ziemlich sicher einen Schwächeanfall nach sich. Also suche ich gleich nach einem Restaurant und werde dort auch fündig. Nach einem Teller Som Dam mit Khao Nieau bin dann auch ich gesättigt, denn ich habe ja seit dem kargen Frühstück nichts mehr gegessen. Die Fahrt zurück nach Korat verläuft unter wechselseitigem Schlafen, ausser der Fahrerin Pat natürlich, ohne Vorkommnisse, warum auch nicht. Zuhause koche ich mir aber erst eine Tasse Kaffe und mache mir einen Toast dazu. Auch das muss sein.

Und auch hier wieder Fotos zum Tagebucheintrag
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Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Sep 05, 2012 7:01 pm

Tagebucheintrag vom 29. Juni - Unerwartet

Ich habe wieder einmal das Hotel Hermitage aufgesucht, in welchem wir früher immer gewohnt hatten. Dieses Mal bin ich nur da, um den Pool zu benutzen. Kein riesiges Becken, in welchem man olympische Rekorde schwimmen könnte, aber gemütlich und meist sauber. Inzwischen kostet die Benutzung für Nichthotelgäste 100 Baht, und in Zukunft werde ich dann doch lieber das Schwimmbad in The Mall benutzen, garantiert gesäubert und ein wenig mehr Abwechslung gibts da auch. Aber für heute geht es noch einmal. So gegen ein Uhr überfällt mich der Hunger, und ich fahre mit dem Song Theaw Sai 2 zurück. Ich habe da ein kleines Restaurant entdeckt, original Thaispeisen. Immer wenn ich in die Stadt fahre, laufe ich bis zu dieser Thanon, denn in unserer Siedlung hält kein Bus mehr. 300 m habe ich bis zur Linie 5, aber die ist immer voll, und ich habe keine Lust, immer auf dem Trittbrett mitzufahren, sozusagen als Trittbrettfahrer. 600 m sind es bis zu dieser Strasse mit der Linie 2, und die ist immer so gut wie leer. Und gewartet habe ich dann immer in der Nähe dieses Restaurants. Irgendwann höre ich ein Rufen: "Hallo Farang, where are you from?" Ich schaue mal wieder gelangweilt, aber ich sehe auf der anderen Strassenseite einen - Farang, der mir zuwinkt.
Nach dem üblichen Vorstellungsritual kommen wir ins Gespräch. Er stammt aus Südafrika und ist mit einer Tochter der Restaurantfamilie verheiratet. Da mich sowieso der Hunger plagt setze ich mich zu ihm und bestelle ein Panaeng, das auch überraschend gut schmeckt. Wir erzählen ein wenig voneinander, und er macht einen recht netten Eindruck. Hatte das Essen beim Bestellen noch 30 Baht gekostet, zahle ich nun tatsächlich 25 Baht. Für ein gutes und reichliches Essen viel zu wenig. Nun muss ich erst einen Regenschauer abwarten, ehe ich den Heimweg zur Soi 12 antreten kann. Und wieder einmal hält ein Mopedfahrer, um mich einfach nur mitzunehmen, er setzt mich direkt vor meinem Haus ab. Ach, liebe Thais, danke für diese Freundlichkeiten.

Am Montag war ich zuletzt zum Baden im Hotelpool und hatte den ganzen Pool für mich alleine, nicht einmal der Hotelbademeister war da, er hatte gerade die Hecken zu schneiden, und so konnte auch niemand kassieren. Am frühen Nachmittag habe ich genug und stelle mich an die Hauptstrasse, um ein Song Theaw anzuhalten. Ich stehe nur wenige Minuten, als ein Pickup langsam an mir vorbeifährt, und ich höre Rufe aus dem Auto. Naja, rufende Autos gibt es zuhauf, aber dieses hier hält nach wenigen Metern an, eine junge Frau steigt aus und kommt mir fragendem Gesichtsausdruck auf mich zu. Lung dogmai??? Lung - lung - und aus kurzer Entfernung fällt mir diese junge Frau um den Hals. Hinter ihr ein Mann, und auch er umarmt mich nach der Begrüssung mit dem Wai. Mon und Gaeo haben mich im Vorbeifahren erkannt und natürlich sofort reagiert. Mon ist die Schwägerin meiner Tochter Mi. Es sind also die beiden, welche bis vor zwei Jahren in unserem Haus gewohnt haben, bis der Mann, Gaeo, an Krebs erkrankte. Und ihre ersten Fragen beziehen sich auf meine Tochter, und Gaeo ist voller Zuversicht, dass Mi wieder vollständig genesen wird. Er weist auf sein eigenes Schicksal hin, er hat die Krankheit gut überstanden, ist vollständig geheilt. Ich sage das mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ein Krebskranker niemals vollständig geheilt ist. Da die beiden gerade vom Essen kommen, kann ich sie nur zu einem Nachtisch im Tesco einladen, und wir nehmen dort leckeres Eis zu uns. Was ist bei dieser Gelegenheit mit dem alten Travellersprichwort: cook it, boil it, pell ist or forget it? Und niemals Eis? So ganz hat das seine Gültigkeit für ein Land wie Thailand nicht mehr. Milch- und Eisprodukte kann man unbedenklich zu sich nehmen, wenn sie so wie im Eiscafe im Tesco serviert werden. Vorsicht ist immer angebracht, aber nicht mehr mit diesem panischen Sicherheitsdenken früherer Zeiten. Mon und Geao bringen mich dann noch nach Hause, ein Weg, den sie nur zu gut noch kennen, und wir verabreden uns nach diesem zufälligen Zusammentreffen zu einem weiteren Treffen irgendwann zum Essen. Zu was sonst?

Mittwoch muss ich dann wieder zur Mall. Ich habe keinen Bohnenkaffee mehr, und der Tütennescafe des Morgens mag mir nicht mehr so richtig schmecken. Nach ein paar weiteren Leckereien Ausschau haltens gehe ich um eine Ecke und stosse fast mit einem Einkaufswagen zusammen. Eine kurze Entschuldigung murmelnd will ich weiter gehen, als ich es höre: "Ei was machst denn du hier?" "Na was schon, Einkaufen". Ich schau dann hoch, und Reiner steht vor mir. Reiner, den ich aus Neuwied und Koblenz kenne und der vor zwei Jahren nach Korat ausgewandert ist. Auch diese Begrüssung fällt sehr herzlich aus, denn wir hatten damals ein ganz gutes Verhältnis miteinander. Er hat seine Frau dabei, oder sie ihn, und die beiden machen mich noch auf eine leckere deutsche Bierwurst aufmerksam. Anschliessend nehmen wir noch einen Capuccino bzw. Cafe Latte in der Mall zu uns, und Reiner bringt mich dann noch nach Hause. So weiss er den Weg, wenn er mich mal besuchen möchte oder er mich zu einem Besuch bei ihm abholen wird.

So lerne ich in kurzer Zeit einen symphatischen Südafrikaner kennen und treffe Familie und Bekannte zufällig und unverhofft. Das Leben kann doch spannend sein.

Nur der Vollständigkeit halber: während ich diesen Tagebucheintrag mache, scheint erstmals seit Ende Mai die Sonne, und es sind 32,5 Grad im Schatten. Ab 30 Grad läuft normalerweise der Ventilator, heute nicht. Es kommt mir irgendwie nicht so warm vor. Akklimatisiert. Nicht so die Thais. Wenn ich schon jemanden auf der Strasse sehe, dann mit Sonnenschirm unter lautem Stöhnen. Ich weiss nicht, die gehören einfach nicht in dieses warme Land. :wie
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Mein Reisetagebuch 2012 - zehnter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Sep 05, 2012 7:03 pm

Tagebucheintrag vom 1. Juli - Memories und Schreck am Pool

Heute habe ich Lust auf Schwimmen. Aber heute ist auch Sonntag, und die Mall wird wieder voll sein. Also mal wieder zum Hermitage Resort trotz der 100 Baht Eintritt. Ich bin schon sehr früh dort und wie erwartet alleine. So kann ich mich in Ruhe einrichten, meinen Liegestuhl nach der Sonne ausrichten, denn ein wenig Körperbräune soll es schon noch sein. Der Pool ist nicht sauber, wie er in Hotelprospekten oft angepriesen wird, aber ständig wird ja auch irgend was hineingepustet vom ständig wehenden Wind, ein paar Blätter, ein wenig Staub. So oft kann auch ein Poolmeister, falls anwesend, nicht abschöpfen. Also lasse ich mich nicht verdriessen und drehe Runde um Runde (naja, kleiner Pool, kleine Runden) und lasse mir anschliessend die Haut bescheinen, bevor ich wieder ins Becken steige. Ein wenig kommt Erinnerung hoch. Damals, als ich mit der ganzen Familie hier gewohnt habe, Frau, Tochter und Enkelkinder, Marko damals 3, Vanessa 6. Die Kinder waren kaum aus dem Wasser zu kriegen und verlangten auch ständig nach dem Opa. Es waren Markos erste Schwimmversuche, und er achtete stets darauf, den Nichtschwimmerbereich nicht zu verlassen. Nun ist der auch durch ein kleines Mäuerchen abgetrennt, von der aus er doch ganz im Vertrauen auf den Opa in meine Arme sprang. Ich vermeine das Jauchzen und Jubeln und Plantschen der Kinder zu vernehmen und ein wenig kommt neben der Erinnerung auch Wehmut auf. Und eine einzelne klitzekleine Träne wird durch das Wasser weggeschwemmt. Wäre ja doch schön, wenn sie jetzt alle hier sein könnten, meine All, meine Mi, mein Marko und meine Vanessa. Aber so ist das Leben, und schnell bin ich wieder in der Gegenwart.

Und plötzlich bin ich auch nicht mehr alleine. Ein kleiner Stöpsel, vielleicht 3 Jahre alt, steht am Beckenrand und spricht auf mich ein. Ich verstehe nur "Wai Naam", er zeigt auf sich und auf das Wasser. Er scheint sich hier gut auszukennen, denn er weiss genau, wie weit er die Shorts hochziehen muss, um trocken auf der kleinen Mauer stehen zu können zwischen dem Kinderbecken umd dem grossen Becken, und er läuft mehrmals auf dem Mäuerchen hin und her. Irgendwann ist es ihm egal, er setzt sich bis zur Brust ins Wasser. Ich frage ihn, wo denn seine Mutter sei. "Mae mei mii". Und der Vater? "Poo mei mii". Ein kleines Waisenkind alleine am Hotelpool leuchtet mir nicht ein, aber ich bin nicht der Hüter der Welt. Als er sich dann der Treppe zum Schwimmerbecken nähert, sage ich noch zu ihm, dass er vorsichtig sein soll, das Wasser sei sehr tief. Ich weiss nicht, ob er mich versteht, aber ich denke ja, dass er sich auskennt. Aber kurz hinter der Treppe ins Wasser kommt im Becken eine Stufe direkt ins tiefe Wasser. Ich gehe zur Dusche, um ein wenig Angespültes abzuwaschen und höre ihn im Wasser plantschen. Nach vielleicht zwei Minuten verlasse ich die Kabine - und bleibe erstmal erschrocken stehen. Ich sehe das kleine Kerlchen nicht mehr, doch jetzt, mitten im Schwimmerbecken mit etwa 180 cm Tiefe ragen zwei Hände aus dem Wasser, ein kleiner Körper zappelt. Das ist kein Plantschen eines Kindes, da geht es ans Leben. Ich glaube, so schnell habe ich noch nie meinen Hintern in ein Poolbecken bewegt wie jetzt, bin mit wenigen Schritten bei dem Kind, packe es unter den Armen und hebe es hoch. Ein Schwall Wasser kommt aus dem Mund, ein quälender, keuchender Atemzug - ich setze ihn auf den Beckenrand und halte ihn fest. Er atmet, schaut mich aus riesengrossen Augen an. Weiss er, was gerade passiert ist? Wie viel länger hätte ich noch in der Duschkabine bleiben dürfen? Ich weiss es nicht, mag mir nichts ausdenken. Die Poolaufsicht kommt gerade, und als ich ihm erzähle, dass der Kleine alleine hier sein, sagt er mir, dass dessen Eltern im Hotel arbeiten und dass er ihn sofort dorthin bringe.

Ich habe keine Lust mehr auf Schwimmen, und ausserdem merke ich, dass ich mir einen, wenn auch kleinen, Sonnenbrand geholt habe. Der zweite an diesem Pool innerhalb einiger Jahre.
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Mein Reisetagebuch 2012 - elfter Eintrag

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Dez 12, 2012 5:26 pm

Tagebucheintrag vom 9. Juli - Ein harter Fall

Als bekannter Watlaeufer habe ich mir fuer heute vorgenommen, drei noch ausstehende Wat zu besichtigen, denn meine Dokumentation ueber die Wats in Korat soll ja irgendwann einmal fertig sein. Wann das sein wird, weiss ich nicht, denn es gibt noch einige, von denen ich nicht einmal Kenntnis habe.
Bei einer Fahrt mit dem Saeng Thaew am Bahnhof vorbei sind mir in der Strasse noch drei Bauten aufgefallen, und die nehme ich mir heute vor.

Im zweiten der besichtigten Wat steht ein sehr alter Ubosot, das ist die Ordinationshalle eines Tempels, der datiert wird auf die Jahre zwischen 2325 und 2359 B.M., also die Ratanakosin Periode. Leider ist er nicht zugaenglich, wahrscheinlich auf den recht schlechten Bauzustand zurueckzufuehren.
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Der alte Ubsosoth
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Weil ich so schoen fotografiere, gesellen sich drei honorable Damen zu mir und bitten um ein Foto. Was sich fremde Frauen von einem Foto versprechen, das ein Farang von ihnen macht, erschliesst sich mir auch heute nicht, denn das Gleiche ist mir schon oft passiert. Sie moegen sich halt ablichten lassen.
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Die drei Grazien
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Danach schaue ich mir den Bot an, also der Bau mit dem Hauptbuddhabildnis. Und zuletzt mache ich auch dem Viharn, also der Versammlungshalle, meinen Besuch. Dort amtiert gerade der Abt bei einem Tambun, und ich mache still meine Fotos. Inzwischen faengt es an zu regnen, und ich sehe meine Sandalen ganz unten an der Treppe stehen und langsam nass werden. Nun will ich die teuren Stuecke, gerade am Vortag fuer hundert Baht gekauft, nicht gerne im Regen stehen lassen, und mache mich die 9 Stufen der Treppe hinab, um sie zu retten. Haette ich die Schlappen mal lieber nass werden lassen. Auf der von oben fuenften Stufe angekommen, verliere ich barfuss auf der ars..glatten Treppe den Halt und rutsche mit meinen stolzen, ebenfalls gestern gewogenen 93,5 kg Lebendgewicht, die Kamera in der linken Hand, kein Gelaender in der Nahe, die Fuesse voraus auf der Treppe aus und plumpse auf meinen allerwertesten Hintern. Plaaatsch - platsch, platsch, platsch - jede Stufe schmerzt mehr. Ich komme auf meinen Sandalen zum Sitzen, die nun ganz sicher nicht mehr nass werden, und ich bleibe eine ganze Weile sitzen. Zunaechst schaue ich mich nach Hilfe zum Aufstehen um, dann versichere ich mich, dass keiner den Treppenfall eines nicht sehr schmaechtigen Farangs gesehen hat. Keiner kommt, keiner hats gesehen.
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Die glatte Treppe - ich werde immer noch an sie erinnert
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Das Aufstehen faellt mir ausserordentlich schwer und ist ebenso ausserordentlich schmerzhaft. Ich taste mir herzhaft am Po rum, das Steissbein ist zu fuehlen, schmerzt, aber nicht so, als sei irgend etwas gebrochen. Nein, ich kann stehen, die ersten Schritte tun weh wie die Hoelle, die naechsten nur noch wie das Fegefeuer. Toll gemacht, Farang. Ich schleppe mich zur Strasse, denn ein Wat steht ja noch aus. Das Aufsteigen auf das Pickuptaxi tut wieder weh, und beim Hinsetzen waere ich am liebsten wieder aufgesprungen, aber das geht nicht. Vorsichtig stehe ich wieder auf und stelle mich auf das Trittbrett, das Stehen laesst sich aushalten. Auf den dritten Tempel haette ich dann gut und gerne verzichten koennen, denn eine Meute wilder Hunde, die sich wirklich sehr aggressiv verhaelt, verscheucht mich, bevor ich den Bot ueberhaupt erreiche. So mache ich ein paar Aussenfotos und mich wieder auf den Heimweg. Der dauert heute besonders lange, denn ich muss ja gut 1200 m noch laufen. Trotzdem hole ich mir noch eine Portion Abendessen in Plastiktueten mit.

Ich rufe meine Nichte Nang und ihre Toechter zu Hilfe, und sie bringen mir 7 verschiedene Salben. Ausprobieren, lautet das Motto, denn zum Arzt will ich nicht. Was macht der? Salbe verschreiben und Geld kassieren. Ich probiere dann in der Folge bis heute, 13. Juli, mehr oder weniger erfolgreich verschiedene Salben aus, kann inzwischen wieder einigermassen schmerzfrei sitzen. Bei welchen Taetigkeiten dieser Muskel am Steiss arbeitet wird mir bei jeder Bewegung bewusst, sogar beim Husten und beim Lachen macht er sich schmerzhaft bemerkbar. Jedenfalls musste ich die Fahrt mit Werner Schick nach Chaiyaphum absagen, denn mehrstuendiges Sitzen im Auto war nicht machbar. Gestern haben wir eine schoene Tour in den Khao Yai Nationalpark gemacht, es war nicht ganz einfach, und nach langem Sitzen fiel mir stets das Aussteigen sehr schwer. Wir haben eine Pilzfarm besucht und einen schoenen Aussichtspunkt, aber ich muss sagen, dass mich die Landschaft im Norden, besonders um Mae Hong Son und um Nan herum, doch mehr beeindruckt hat.
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Schöner Aussichtspunktauf die Hoch-Ebene des Khao Yai
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Ich hoffe, meine rueckseitige Beeintraechtigung bessert sich schneller, als es bisher den Anschein hat, denn wenn ich an den Rueckflug denke, der ja naechtse Woche Sonntag ansteht, wird mir doch etwas bang.
Ich kann das Land nun mal nicht loslassen
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dogmai
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