Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Für all die Fragen und Erfahrungen mit dem was auf Eurem Acker im Isaan oder auch im Garten in Korat wächst. Oder auch, welche Nutztiere man hier halten kann etc.
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KoratCat
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Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Jan 08, 2012 11:19 am

Neujahrsgeschenk von der Umwelt: hat sich in den letzten Tagen auf unserem Weiher gebildet.

Bild


Wasserlinsen oder so was. Jetzt müsste ich nur noch wissen, welche Fische sich gerne davon ernähren würden. Enten und Gänse, die Wasserlinsen als Delikatesse schätzen sollen, möchte ich mir eigentlich nicht zulegen.

Im Internet heisst es, Wasserlinsen würden die Qualität des Wassers verbessern, wie ein Filter wirken.

Wer hat Tips, wie man mit diesem "Geschenk" am Besten verfährt?

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thedi
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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon thedi » So Jan 08, 2012 12:40 pm

Hast Du eine Nahaufnahme, so dass man die Pflanze im Detail sieht?

Ich hatte vor ein paar Jahren Probleme mit einer Wasserpflanze die ich unter dem Namen Wasserpest kannte. Ein Weiher ist ganz zugewachsen. Als ich das Zeugs von Hand etwas heraus rupfen wollte, juckte es, und das Jucken blieb ein paar Tage. Schlussendlich habe ich ein Floss gebaut und zwei Mann 3 Tage lang die Pflanzen mit Rechen inklusive Wurzeln heraus reissen lassen. Als Dünger für die Bäume waren sie dann ganz gut. Für die letzten Reste habe ich Fische ausgesetzt: 700 pla nil - die kann man auch essen.

Mit den Fischen musst Du aber aufpassen. Es gibt auch andere Fische, die noch radikaler fressen - aber auch den Grund aufwühlen. Unter Umständen kann es sein, dass Du den Teufel mit dem Belzebub austreibst - etwas was man den Amerikanern überlassen sollte: Taliban in Afghanistan, Hussein in Irak um nur zwei zu erwähnen --- aber ich schweife wieder einmal vom Thema ab.

Zurück zu den Pflanzen: ich hatte auch schon andere Wasserpflanzen, die mir einen ganzen Weiher zu machten. Diese liessen sich jedoch recht einfach abschöpfen: mit Bambusstangen eine schwimmende Barriere machen und dann mit Netz-Schöpfern (wie man sie zum Fische aus dem Wasser holen verwendet) abschöpfen. Dabei die Barriere immer nach ziehen. Wenn es sonst keine Hindernisse wie Inseln, wertvolle Seerosen, oder Schilf hat, geht das recht zügig. Ein Weiher wie in Deinem Bild sollten vier Mann in zwei/drei Stunden leer schöpfen können.

Auf jeden Fall möchte ich Dir zu Deinem Weiher gratulieren. Sieht schön aus - auch mit dem Unkraut.

mit freundlichen Grüssen

Thedi

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KoratCat
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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Jan 08, 2012 1:52 pm

Das ist eine Nahaufnahme von dem Unkraut im Weiher, wo es scheinbar am besten gedeiht:

Bild


Angefasst hab ich das Zeug; es juckt nicht. Es lässt sich auch leicht abschöpfen; die Wurzeln gehen nicht tief, so es denn überhaupt welche hat.

"Pla nin" (Aussprache meiner Frau) haben wir im Teich. Aber bei den Massen von dem Kraut hätten die da ja lange zu fressen.

Dieses Kraut ist häufiger auf dem Fluss hinter meinem Land zu sehen. Ist wohl beim Wasser einpumpen als Samen in den Weiher gelangt.

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thedi
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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon thedi » So Jan 08, 2012 3:30 pm

Das Zeugs kenne ich.

Enten würden das fressen, aber bei den Mengen?

Ich würde zuerst einmal abschöpfen lassen. Ein Netz sollte gehen. Die blauen Netze, die man auch zum Reis dreschen braucht, gibt es 1.20 Meter breit und ca 15 Meter lag aufgerollt. An beiden Enden ein je ein Stab montieren und dann gehen zwei Mann mit dem Netz durch den Weiher. Braucht allenfalls ein Boot oder Floss. Und vielleicht ein/zwei Mann in der Mitte, die helfen das Netz hoch zu halten.

Auf die Windrichtung achten.

Es sollte nichts zurück bleiben, sonst wächst das sehr schnell wieder nach.

Ev. Enten zum aufputzen ausleihen. Aber wenn ich den schönen Garten daneben sehe, verstehe ich, dass Du von der Idee nicht begeistert bist. ich habe um einen meiner Weiher mit grossmaschigen grünen Netzen einen Zaun gemacht. Ich weiss die Kosten nicht mehr (ich merke mir nie, was das Zeugs gekostet hat - weg ist weg) aber die rund 200 Meter waren waren so um die 1000 Baht. Die Watschel-Enten übersteigen auch einen Zaun von nur 60 cm nicht.

Wenn Du Enten einsetzen willst, sollten die schon ein paar Tage oder Wochen Zeit haben, bis sie wirklich alles gefunden haben.

Ob Fische das Zeugs fessen weiss ich nicht. Wenn schon wohl zu langsam. Gute Fresser wären dann später wieder ein Problem. Im Gegensatz zu Enten lassen sich Fische nicht so einfach wieder einfangen.

Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Wernerson
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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon Wernerson » So Jan 08, 2012 8:52 pm

@KoratCat

Wenn ich das richtig erkenne auf deinem Foto, so denke ich, dass es sich bei der Pflanze um den ´Kleinen Algenfarn´handelt. Botanisch ´Azolla caroliniana`.

Ein kleiner, moosähnlicher Wasserfarn, stammt aus tropischen und subtropischen Zonen unseres Planeten. Es handelt sich um Pflanzen mit einer breiten Form und dichten Pflanzenrasen, bestehend aus dünnen fleischigen, sehr verzweigten Stängeln, die von kleinen, grün-bläulichen Blättern bedeckt sind; die Äste an der Basis des Stängels sind länger als jener an der Spitze, das gibt der Pflanze eine dreieckige Form. Die Wurzeln sind weiß, dünn und schwimmen auf dem Wasser, die Oberseite der Blätter ist brau-rötlich, an der Unterseite findet man häufig Sporen. Diese Pflanze wird als Zierpflanze gehalten, aber in den Tropen wird sie auf Reisfeldern als Bodenverbesserer eingesetzt, aufgrund ihrer Symbiose mit Stickstoff-fixierenden Algen, und verbessert so die Fruchtbarkeit der Reisfelder.

Sie hat keine besonderen Vorlieben, was den Standort betrifft, und wächst ohne Probleme in der Sonne oder im Schatten; wird sie in die volle Sonne gesetzt, nehmen die Blätter eine sehr dekorative braun-rötliche Färbung an; ist relativ kälteunempfindlich, manchmal kann es aber zu Frostschäden kommen; in Gebieten mit sehr strengen Wintern ist es ratsam, die Pflanze in Tröge zu geben und sie an einem geschützten Ort bis zum Frühling aufzubewahren. Der Kleine Algenfarn ist eine Schwimmpflanze, die Wurzeln bleiben frei im Wasser und sind etwas empfindlich, daher empfiehlt man, diese Pflanzen nur in sehr ruhige, stehende Gewässer zu setzen, normalerweise wächst sie schnell, und neigt zum Wuchern.

Vermehrung: durch Sporen, meistens jedoch über spontane Teilung: die größeren Äste neigen dazu, sich selbst abzulösen, die neuen Pflanzen braucht man nur auf die Wasseroberfläche zu legen.

Parasiten und Krankheiten: generell werden diese unempfindlichen Pflanzen nicht von Parasiten oder Krankheiten befallen :D Schade gell.


Gruß
Werner

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Wernerson
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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon Wernerson » So Jan 08, 2012 8:55 pm

Ach so,

wie du die wieder los wirst?? Keine Ahnung .

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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon jogi » So Jan 08, 2012 10:18 pm

Hallo,
es tröstet mich, dass ich nicht der einzige bin, der Probleme mit dem Bewuchs seines Schwimmteiches hat. Unser Teich, 20x40 Meter, ist in diesem Jahr auch sehr zugewachsen gewesen, als ich Anfang November ankam. Es ist eine Algenart, die als junge Pflanze im Teichboden wurzelt und in langen fadenartigen Stengeln 5 Meter hoch bis an die Wasseroberfläche kommt aber nicht darüber hinaus. Später lösen sich die Stengel ab und schwimmen in einer bis zu 40 cm dicken verfilzten Schicht an der Oberfläche. Das hat zur Folge, dass ins Wasser gefallene Blätter nicht mehr absinken und ihrerseits als eine fiese Schicht oben auf den Algen schwimmen. Meine Frau nennt diese Algen Salai, könnte aber auch Sarai heißen, weil sie kein R sprechen kann, was aber wohl nur soviel heißt wie Alge.

Ich habe das Zeug in früheren Jahren, - da war es nicht so viel, vielleicht 25% der Wasseroberfläche -, vom Bötchen aus mit dem Rechen abgekämmt und an Bord herein gezogen. Das Zeug ist wegen des Wassergehaltes sau-schwer. Jedenfalls so schwer, dass man das Boot nicht voll laden kann. Mit fünf Ladungen war ich aber früher fertig. Pro Ladund ca. eine Stunde, denn man muß das Zeug ja auch noch aus dem Boot an Land ziehen.

Diesmal ist fast der ganze Teich zugewachsen gewesen. Ich habe ihn erst zur Hälfte leer. Auf dem Foto unten sieht man zwei Haufen, jeweils eine Bootsladung, der hellere Haufen ist schon angetrocknet, der andere vom Tag danach.

Von Admin entfernt: defekter Link zu fremdgehostetem Bild/albums/dd114/jogijogi/DSC00862_800x600.jpg

Das ist mal eine Großaufname von dem Zeug.

Von Admin entfernt: defekter Link zu fremdgehostetem Bild/albums/dd114/jogijogi/DSC00864_800x600.jpg

Ich wüßte auch gerne, was man machen kann, damit der Wuchs eingedämmt wird. Das Rausholen ist nicht so einfach, sozusagen eine Sau-Arbeit. Wenn man das Zeug mit den Händen anfasst, kriegt man ganz dreckige schwarze Hände. Würde mir schon helfen, wenn einer genau weiß, wie das Zeug heißt.
Danke

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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mo Jan 09, 2012 2:10 pm

Warum erzählt ihr nicht im Dorf rum, das Zeug sei als Salat eßbar und sehr nahrhaft? Dann ist der Teich bestimmt in wenigen Stunden sauber :danke
Frühes Aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

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KoratCat
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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Jan 09, 2012 2:50 pm

dogmai hat geschrieben:Warum erzählt ihr nicht im Dorf rum, das Zeug sei als Salat eßbar und sehr nahrhaft? Dann ist der Teich bestimmt in wenigen Stunden sauber :danke


Kurt, Du hast den Zuschlag als Alleinabnehmer erhalten! Mit welcher Gewinnspanne Du verkaufst, bleibt Dir überlassen. Hol es bitte gestern ab! :mrgreen:

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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon jogi » Mo Jan 09, 2012 2:54 pm

Lieber dogmai,
ich möchte nicht, daß Fremde in meinen Teich pinkeln. Vielleicht säuft noch einer ab und versaut mir die Wasserqualität.
Also bitte: wie heißt das Zeug?
Liebe Grüße

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Re: Wie verfährt man mit Wasserlinsen am Besten?

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Jan 09, 2012 3:13 pm

Ich hab im Web gelesen, die Reisbauern hier würden diesen "Carolina Moskito Fern" (Kleiner Algenfarn) zwischen den Reisanbau-Perioden als Bio-Dünger zur Verbesserung der Bodenqualität auf ihren Reisfeldern anbauen. Dieser könne den Stickstoff aus der Luft binden. Hier hat aber noch keiner davon gehört.


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