Das Töpferdorf Dan Kwian II

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koratwerner (†2012)
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Das Töpferdorf Dan Kwian II

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Mo Jan 19, 2009 6:13 pm

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Heute schauen wir einmal etwas hinter die Kulissen von Dan Kwian, dem Töpferdorf vor den Toren Korats.

Touristen sind hier nicht gerne gesehen, denn sie stören bei der Arbeit. So wird es uns in den Verkaufsstellen an der Hauptstraße von Korat nach Chok Chai gesagt. Don ist enttäuscht, denn sie möchte doch so gerne einmal sehen, wie und wo die vielen Kunstwerke entstehen, die hier zu tausenden angeboten werden.

Mich interessiert das auch, denn die hübschen Tonschalen und etwas eigenwilligen Figuren sehen mehr nach einer industriellen Massenproduktion, als nach einer individuellen Anfertigung von Hand aus.

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Da in uns der Hunger nagt, verzehren wir an einem Stand erst einmal etwas khaau lham. Das ist Klebereis, der mit Kokosnuss-Saft und einer mir unbekannten Frucht in Bambusstücke gefüllt ist. Über einem Holzkohlefeuer wird das ganze erhitzt und schmeckt vorzüglich.

Derart gestärkt fahren wir in den nahe gelegenen Ort Dan Kwian und halten Ausschau, nach den Tonwarenmanufakturen, die wir aber nicht finden. Zuerst nicht, dann doch, fallen mir zwischen den Häusern die über herumliegenden Erdhaufen und Holzstapel auf.

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Sollte das etwa das Roh- und Hilfsmaterial sein?

Wir fahren von der engen Straße erst einmal in einen Hof, wo wir einige Frauen auf der Erde hocken sehen.

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Wir sind richtig. Diese Frauen sind dabei auf ungebrannten Tontöpfen Verzierungen einzuschneiden. Sehr geschickt machen die Frauen das, als ob sie im Akkord arbeiten würden. Jeder Handgriff sitzt und jeder fertig gestellte Topf sieht aus, wie der andere.

Noch sieht man nicht, wie sie später einmal aussehen, doch wir ahnen anhand der eingeritzten und eingeschnittenen Ornamente, dass an den bearbeiteten Stellen später einmal grünes Blattwerk zu sehen ist.

Don fragt, ob ich fotografieren darf und die Frauen haben nichts dagegen. Dann fragt sie, ob es noch mehr hier zu sehen gibt, worauf eine Frau mit dem Arm herumschwenkt und Don erklärt, ringsherum könnten wir noch viel mehr sehen.

Ringsherum stehen zwischen den Erdhaufen überall Häuschen, Hütten und Schuppen und überall wird gearbeitet.

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In der nächsten Hütte sehen wir, wie aus einem Erdklumpen, besser gesagt aus dem besonderen Ton, den es nur in Dan Kwian geben soll, auf einer sich drehenden Scheibe von Hand geformt, Vasen entstehen.

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Dann entdecken wir den ersten Brennofen. Das ist ein halbkugelförmiges, aus Ziegeln gemauertes Gebilde, mit einer Öffnung, aus der beißender Rauch von brennenden Baumstämmen quillt. Ist das Holz in der Öffnung abgebrannt, wird es von außen nachgeschoben, so dass die Hitze in dem Ofen erhalten bleibt.

Drei Tage dauert der Brennvorgang, dann kann er geleert und wieder neu gefüllt werden. Mit welcher Temperatur gebrannt wird, kann uns niemand verraten. Das ist eben seit vielen Jahren so und es funktioniert hervorragend, verrät uns ein älterer Mann, der die Arbeit einiger junger Burschen mit wachen Augen kontrolliert.

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In der nächsten Hütte sehen wir, wie von einem Töpfer große Schalen hergestellt werden. Wir verbleiben hier etwas länger und sehen, wie aus einem weichen Tonklotz in wenigen Minuten eine große Schale entsteht, die dann von einem Gehilfen zum vortrocknen in die Sonne gestellt wird.

Sechzig Stück formt er jeden Tag mit seinen geübten Händen, erzählt er Don und freut sich darüber, dass da ein Farang ist, der es in dem halbdunklen Schuppen immer wieder blitzen lässt.

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Etwas später sehen wir, wie profilierte Tontafeln geformt werden. Inmitten hunderter ungebrannter Täfelchen, die schön in Reih und Glied ausgebreitet sind, sitzt eine Frau und hält zwischen den Beinen eine Form. Die füllt sie mir Ton, klopft diesen fest in die Matrize, streicht das überschüssige Material ab, hebt das Tontäfelchen vorsichtig heraus und wieder ist ein Rohling fertig, den man als Wandverkleidung in vielfältiger Ausfertigung in machen Klöstern und an vielen Häusern in und um Korat bewundern kann.

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Hausarbeit, sagt Don zu mir und kann sich nicht satt daran sehen, wie fleißig und emsig die Menschen hier ihren täglichen Reis verdienen.

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Haben Sie bereits gewusst, wie die schönen Reliefs auf die Großen Schalen und Vasen kommen? Wir haben das Geheimnis herausgefunden. Die werden ganz einfach in einer Matrize geformt, ähnlich wie die Tontäfelchen, nur etwas flacher. Dann werden die leicht zerbrechlichen Ornamente unterseitig mit flüssigem Ton benetzt und auf die ebenfalls noch feuchten Schalen usw. gepappt.

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Irgendwo knattert ein Motor und lockt uns an. Der treibt eine wagerechte Presse an, in der der Ton durchgemischt und die erforderliche Menge Wasser erhält, damit er anschließend verarbeitet werden kann.

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Und selbstverständlich stehen hier zwischen den Hütten und Wohnhäusern auch malerische Geisterhäuschen. Was sein muss, muss eben sein, denn ohne die Wachsamkeit der Geister könnten die Brennöfen ausgehen oder all die rohen Tonwaren vor dem Brennen oder auch im Brennofen auseinander fallen.
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

kokai
Korat-Isaan-Tourist
Beiträge: 36
Registriert: Do Jul 19, 2012 11:32 pm

Re: Das Töpferdorf Dan Kwian II

Ungelesener Beitragvon kokai » Fr Jul 27, 2012 3:02 am

Eindrücklich eindrücklich

Deine Bericht über das Töpferhandwerk in DanKwian

Da ich hobbymässig auch schon mit Ton gearbeitet habe
ist es immer wieder überraschend was mit diesem
Universalmaterial in allen Weltgegenden hergestellt
wird

Lass Dir danken für diese Berichte :!:

gruss kokai


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