Das Töpferdorf Dan Kwian

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koratwerner (†2012)
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Das Töpferdorf Dan Kwian

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Mi Jul 30, 2008 11:50 am

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Das Töpferdorf Dan Kwian


In kaum einem Reisebericht über den Isaan und in keiner Beschreibung über Korat, der Hauptstadt der Provinz Nakhon Ratchasima, fehlt ein Bericht über das Töpferdorf Dan Kwian. Die Ursprünge dieses heute etwa 600 m langen Straßendorfes liegen wie so vieles in Thailand im dunklen. Vermutlich wurden hier schon vor 400 bis 500 Jahren Tonwaren für den täglichen Gebrauch hergestellt. Die Verbreitung dieser sehr haltbaren Gefäße erfolgte früher mittels Ochsenkarren über die Handelsstraße, die von Korat kommend in den Osten nach Buri Ram, Surin und in das heutige Kambodscha führte. Der Name Dan Kwian bedeutet sinngemäß Ochsenkarren Ladepunkt. Demnach wurden hier die leer heimfahrenden Karren mit Tonwaren beladen, die dann unterwegs oder am Heimatort verkauft wurden.

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Tonwaren aus Dan Kwian waren und sind heute noch sehr beliebt, weil nur bei diesem Ort ein roter Ton vorkommt, der sich besonders gut verarbeiten lässt und nach dem Brennen überaus haltbar ist. Wurden früher nur rotbraune Töpfe und Tiegel verkauft, hat sich heute das Bild sehr gewandelt. Es gibt sie zwar noch, die rohen tönernen Töpfe, doch besteht die Menge des Angebotes aus bunt bemalten Figuren, Reliefen, Kacheln, Vasen, Lampen, Springbrunnen, Windspielen und tönernen Schmuck.

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Trotzdem die Menge der Figuren ein Einheitsgesicht tragen, was auf eine Massenproduktion hinweist, findet man bei genauem Hinsehen aber auch noch Einzelstücke, die nach alter Technik gefertigt, individuelle Einzelstücke sind. Mit etwas Glück kann man bei einem Rundgang links und rechts der Straße, die von Korat nach Chok Chai führt, sogar noch die alte Handwerkskunst bewundern oder man entdeckt einen der kleinen alten Brennöfen.

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Die Hersteller all der vielen Dekorationsstücke sind durchweg kleine Familienbetriebe, von denen jeder sein eigenes Programm entwickelt und sich darauf spezialisiert hat.

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Kunst oder Kitsch, darüber kann man sich beim Anblick der vielen Einzelstücke oder der gleichförmigen Massenware streiten. Man findet hier beides, fröhlichen Kitsch und künstlerisch gestaltete Elemente, die in Thailand ihresgleichen suchen. Leider sind viele der schönen Stücke zu schwer, um sie als Andenken im Reisegepäck mit zu nehmen, deshalb haben sich einige Händler darauf spezialisiert, den Versand der Tonwaren ins Ausland zu arrangieren und es gibt sogar Aufkäufer, die sich ihre Bestellungen Containerweise via Bangkok in ihr Heimatland verschiffen lassen.

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Wie überall in Thailand, darf man auch hier den Preis herunter handeln. Die Konkurrenz ist beinahe genau so groß, wie das angebotene Sortiment und jeder Händler freut sich, wenn er etwas verkauft. So habe ich beispielsweise zwei einen Meter hohe tönerne Tempelwächter im chinesischen Stil gekauft, die mir als reicher Farang 5.500 Baht kosten sollten. Don, meine Lebensgefährtin hat diese schönen und seltenen Stücke dann auf 2.500 Baht herunter gehandelt und ich habe mich etwas geschämt.

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Trotzdem, die Händlerin war zufrieden und wenn ich hin und wieder mal wieder durch das Dorf wandele, um vielleicht etwas schönes zu entdecken, freut sie sich, wenn sie mich sieht und zeigt mir beflissentlich ihre neunen Schätze.

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Von Korat aus kommend, fahren Sie mit dem Bus nach Chok Chai und sagen Sie dem Fahrer, sie möchten zur Pottery Dan Kwian.

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Er wird an der richtigen Stelle anhalten.
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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