Das Königreich Thailand

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koratwerner (†2012)
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Das Königreich Thailand

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Sa Aug 09, 2008 8:40 am

Das Königreich Thailand (Ratcha Anachak Thai, Kurzform Praathet Thai oder Muang Thai) ist ein Staat in Südostasien. Thailand grenzt im Norden und im Nord-Osten an Mynamar (früher Birma, bzw. Burma), Laos und Kambodscha. Im Süden an das Andamanische Meer (Teil des indischen Ozeans), den Golf von Thailand (Teil des Pazifiks) und an Malaysia.

Amtssprache: Thai
Geschäftssprache: Englisch
Hauptstadt: Bangkok (auch Thai Krung Thep Maha Nakhon,
Stadt der Engel)
Regierungsform: Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt: König Rama IX, Bhumibol Adulyadej
Fläche: 513.115 km2
Einwohnerzahl : ca. 65 Millionen
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner/km2
Währung: Baht
Zeitzone: UTC + 7, MEZ + 6, MESZ + 5, keine Sommerzeit
Nationalhymne: Phleng Chat
Kfz-Kennzeichen: THA
Internet-TLD: .th
Internationale Vorwahl: + 66

Geographie

Das Territorium von Thailand nimmt einen beträchtlichen Teil der Landfläche Südostasiens ein und erstreckt sich südöstlich der letzten Ausläufer des Himalaja bis auf die Malaiische Halbinsel und umschließt dabei den Golf von Siam, ein Randmeer des Südchinesischen Meeres. Die Landfläche Thailands erinnert in ihrer Gestalt an den Kopf eines Elefanten. Die maximale Ausdehnung in Nord-Südrichtung beträgt etwa 1.770 km, in Ost-Westrichtung etwas mehr als 800 km.

Die Nordregion ist bergig. Dort befindet sich auch der höchste Punkt des Landes, der Doi Inthanon (2676 m).

Der Nordosten (Isaan, auch Isan oder Issaan genannt) besteht aus der Korat-Hochebene, einer im Sommer trockenen, in der Regenzeit oft überschwemmten Landschaft, die keine intensive Landwirtschaft zulässt. Bewässerungsprojekte und Staudämme sollen hier zukünftig Abhilfe schaffen. Die Bevölkerung ist ärmer als der Durchschnitt des Landes. Der Dialekt des Isan ist mit dem Laotischen verwandt. Im Norden und Osten des Isan bildet der Mae Nam Khong Mekong die Grenze zu Laos.

Die Zentralregion wird beherrscht von dem Fluss Mae Nam Chao Phraya, der dem fruchtbaren Land Wasser zuführt und südlich der großen Industrieregion von Bangkok in den Golf von Thailand mündet.

Die Ostregion ist landwirtschaftlich geprägt und liegt am Golf von Thailand. Die schönen Strände und vorgelagerten Inseln führen zu einem verstärkten Tourismus. Die Zentralebene und die Ostküste sind das wirtschaftliche Herz des Landes.

Die Südregion liegt auf der der lang gestreckten Malaiischen Halbinsel, die den Pazifischen Ozean vom Indischen Ozean trennt. Der Isthmus von Kara bildet die schmalste Stelle zwischen beiden Meeren und ist nur 64 km breit. Daher wird er in Thailand auch als „dünner Hals“ bezeichnet. Berglandschaften, wie im nördlichen Teil des Tenasserin-Gebirges an der Grenze zu Mynamar, im äußersten Süden das Grenzgebirge Sankarah Khiri zu Malaysia, Regenwald und Traumstrände, wechseln sich ab. Die Bevölkerung im Süden ist zunehmend moslemisch und spricht Malaiisch.

Klima / Wetter

Das Klima Thailands ist tropisch-monsunal. Die Temperaturen liegen ganzjährig über 180 Celsius. Die Jah-reszeiten werden nicht wie in Europa über die Temperaturunterschiede bestimmt, sondern über die mo-natlichen Niederschlagsmengen. Ganz grob gilt folgendes: Vom November bis Februar führen die dominie-renden Nordwinde trockene und kühle Luft heran. In der Vormonsun-Zeit März bis Mai herrschen die höchsten Temperaturen, oft deutlich über 350 Celsius. Von Juni bis September dauert die Regenzeit mit dem Monsunwind aus Südwest.

Naturschutz

Über 60.000 km2 der Landfläche und mehr als 6.000 km2 Meeresfläche und Inseln sind als Nationalpark, Wildschutzgebiet und Meerespark ausgewiesen.

Bevölkerung

75% der Bevölkerung sind Thai, 14% Chinesen, 4% Malaien und 3% Khmer. Die anderen Bewohner sind Angehörige der Bergvölker, Laoten, Inder und Weiße. Von der Bevölkerung sind 95% Buddhisten, 3,8% Moslems, 0,5% Christen 0,1% Hinduisten und 0,6% andere. Die Wachstumsrate der Bevölkerung beträgt 1,5%. Die Lebenserwartung beträgt insgesamt 68,8 Jahre, bei Männern 65,12 Jahre und bei Frauen 72,66 Jahre.

Bildung

In Thailand besteht seit 1921 für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren allgemeine Schulpflicht. Die Schule ist kostenlos, die unbedingt erforderliche Schulkleidung muss jedoch ebenso gezahlt werden, wie die Schulverpflegung und das Fahrgeld. Die von der UNESCO ermittelte Analphabetenrate liegt bei nur ca. 3% und damit auf dem Niveau der Europäischen Union. Thailand hat sehr viele Universitäten, doch wer es sich leisten kann lässt seine Kinder, nicht ohne triftigen Grund, im Ausland studieren.

Kultur

Die thailändische Kultur hat eine mehrere hundert Jahre alte Tradition, die sich jedoch durchaus neuen Anforderungen und Gegebenheiten anpassen kann. Sie ist geprägt vom Buddhismus, der das gesellschaft-liche Leben durchdringt und ein Nationalgefühl erzeugt. Um die Alltagskultur zu verstehen, ist es wichtig, den synkretistischen Charakter thailändischer Religiosität zu beachten, insbesondere die große Bedeutung des Animismus, des Geisterglaubens. Die Achtung vor dem Älteren, aber auch Respekt vor dem Höherge-stellten, sind Kennzeichen des gesellschaftlichen Umgangs.

Sie äußert sich unter anderem im Wai, dem traditionellen Gruß der Thai untereinander. Dazu werden bei-de Handinnenflächen aneinandergelegt und in unterschiedlicher Höhe vor das Gesicht oder der Brust gehalten. Dies erfolgt je nach dem sozialen Status der Beteiligten.

Der Niedriger Gestellte beginnt den Wai, wobei die Fingerspitzen ungefähr an der Nasenspitze liegen. Zugleich wird der Kopf gesenkt, so dass beim beginnenden Wai oft kein Blickkontakt besteht.

Der höher Gestellte wird den Wai erwidern, indem er die Fingerspitzen auf Brust- oder Kinnhöhe hält. Dies begleitet von einem freundlichen bis huldvollen Lächeln. Der Wai wird zunehmend z.B. an den Kassen der Kaufhäuser auch als Geste des Dankes verwendet.

Aus der Geschichte

Die Vorfahren der heutigen Thais siedelten ursprünglich in ihrem Königreich Nanchao in Südchina. Als 1253 die Mongolen in Nanchao eindrangen, flohen die Thais nach Süden in den nördlichen Teil ihres heu-tigen Landes, welches damals zum Königreich der Khmer gehörte.

Anfangs betrachteten sich die Einwandrer als Freunde der Khmer. Da sie jedoch von diesen als Vasallen behandelt wurden, gab es Ärger. Die Thais erhoben sich, besetzten große Landesteile der Khmer und gründeten Anfang des 14ten Jahrhunderts ihr Königreich Sukotai. 1350 wurde die Stadt Ayudhia ihre Hauptstadt, in der in den folgenden 417 Jahren 33 Könige regierten.

1767 wurde das Land von den Burmesen erobert, die Ayudhia zerstörten. In den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen wurden die Burmesen wieder vertrieben, doch die Thais erbauten unter König Tak Sin ihre neue Hauptstadt Dhonburi weiter südlich am westlichen Ufer des Flusses Menam Sein Nachfolger Rama I, der erste Herrscher der jetzt noch regierenden Chakridynastie verlegte den Regierungssitz an das westliche Ufer des Menam und gründete die heutige Hauptstadt Bangkok.

Thailand, das bis 1939 und für kurze Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis 1949 Siam hieß, ist der einzige Staat Südostasiens, der den Kolonialismus trotzen konnte, im Gegensatz zu seinen Nachbarn Malaysia, Birma, Laos, Kambodscha und Vietnam. Aus diesem Grund wurde der Name „Thailand“ angenommen, was sinngemäß „Land der Freien“ bedeutet.

Etwa seit Ende des zweiten Weltkrieges ist Thailand eng mit den USA befreundet. Für Thailand hat diese Freundschaft überwiegend materielle Vorteile, wohingegen die USA Thailand in ihre Strategie einbezogen haben, um in Südostasien und dem pazifischen Raum militärisch präsent zu sein. Viele Jahre über, war in Thailand amerikanisches Militär präsent und ihre Basen waren Stützpunkte, von denen aus der Koreakrieg und später der Krieg gegen das kommunistische Vietnam und Kambodscha geführt wurden.

Nach Beendigung der Kriegshandlungen übernahm das thailändische Militär die Ausrüstung der amerikani-schen Armee und die Amerikaner unterstützen heute noch in Form von Ausbildung an hoch technisierten Systemen die thailändische Armee.

Politik

Thailand ist seit einem unblutigen Umsturz 1932 eine konstitionelle Monarchie mit einem Wahlrecht für Männer und Frauen. In der Vergangenheit wurde die Regierung oft vom Militär übernommen. In den neunziger Jahren hat das Land große Schritte in Richtung Demokratie und Bürgerrechte gemacht.

Das Parlament (Ratha Sapha) besteht aus dem Repräsentantenhaus (Sapha Phu Thaen Ratsadon) mit gegenwärtig 500 gewählten Mitgliedern. Davon werden 400 in den Wahlkreisen direkt gewählt, während 100 weitere Abgeordnete proportional zu der Stimmenzahl von den politischen Parteien bestimmt werden. Die Wähler haben zwei Stimmen, die auf zwei verschiedenen Stimmzetteln abgegeben werden. Eine Partei muss mindestens 5% der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten, um Personen aus ihrer Partei in das Parlament zu schicken.

Der Senat (Wuthi Sapha) wird seit dem Jahr 2.000 ebenfalls von der Bevölkerung gewählt. Vorher wurden die Senatoren von der Regierung ernannt. Allgemeine Wahlen finden alle vier Jahre statt. Für alle Bürger ab 18 Jahren besteht Wahlpflicht.

Das Staatsoberhaupt ist der König. Dieser hat aber offiziell keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik, sondern nimmt nur repräsentative Aufgaben wahr und ist Identifikationsfigur des Staates. Sein hohes Ansehen in der Bevölkerung, die ihn als Vater der Nation betrachtet, ist nicht nur auf jeden Geldschein sichtbar. Sein Bild hängt, meist zusammen mit dem Bild der Königin Sirikit, in jedem Haus, in fast jeder Hütte des letzten Dorfes, bei Buddhisten und Moslems, ja selbst im benachbarten Laos finden sich Porträts von ihm und es gibt wohl kaum eine Stadt, in der an markanten Punkten kein überlebensgroßes Bild vom König und der Königin zu sehen ist.

Regierungschef des Landes ist der Premierminister, der vom König ernannt wird, sobald er durch das Repräsentantenhaus gewählt wurde. Der König ernennt auch die Mitglieder des obersten Gerichts (Sandika).

Wenn auch der König offiziell keinen direkten Einfluss auf das politische Geschehen hat, so geschieht doch vermutlich selten etwas ohne seine vorherige Zustimmung oder was er nicht nachträglich sanktioniert. Jüngstes Beispiel ist der am 19.09.2006 erfolgte Staatsstreich, bei dem die in weiten Kreisen der Intelligenz unbeliebte Regierung des bisherigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra von königstreuen Militärs gestürzt wurde.

Wirtschaft

Jahrhunderte lang war die Wirtschaft Thailands agrarisch strukturiert und basierte im Wesentlichen auf den Reisanbau. Der Reisexport unterliegt einem staatlichen Monopol und Thailand ist auch heute noch einer der größten Reisexporteure der Welt. Nennenswert ist aber auch der Anbau von Maniok, Obst und Gemüse.

Thailands Wirtschaft ist marktwirtschaftlich orientiert und durch eine starke Rolle des Außenhandels ge-kennzeichnet. Eine Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Stimulierung der heimischen Wirtschaft durch gesteigerte Ausgaben zugunsten der benachteiligten Regionen Thailands prägen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Die so genannte zweigleisige „dual track“ Wirtschaft soll den Struktur-wandel von der Landwirtschaft hin zu Dienstleistungs- und Technologie orientierte Bereiche der Wirtschaft aktiv unterstützen.

Thailand hat die asiatische Währungs- und Wirtschaftskrise der Tigerstaaten 1997 gut überstanden. Seit 1999 hat sich die Wirtschaft wieder erholt und steigt stetig zwischen 4,2% und 6,3%. Für die nächsten Jahre wird eine Wachstumssteigerung erwartet.

Die Inflationsrate des thailändischen Baht lag 2003 bei 1,8%. Da Thailand auch vom Ölpreis abhängig ist, wird sich die niedrige Inflationsrate nicht halten lassen.

Thailands Sozialprodukt BIP entsteht zu 53% aus Dienstleistungen, zu 37% aus der Industrie, der Landwirtschaft 10% und offiziell zu 6% aus dem Tourismus.

Der Tourismus gilt als wichtiger Devisenbringer und erfährt eine entsprechende Wertung. (Kenner mei-nen, dass das Geld, welches für die offiziell nicht vorhandene Prostitution fließt, und die Beträge, die von den im Ausland verheirateten Frauen überwiesen werden, sowie die Beträge, die von den hier lebenden Expats in den Wirtschaftskreislauf des Landes fließen, in der offiziellen Statistik des BIP nicht genannt werden.

Trotz des relativ geringen Anteils am BIP ist der Agrarsektor als Arbeitgeber für sehr viele Menschen und daher auch sozialpolitisch sehr bedeutend. Thailand ist Mitglied im ASEAN, der regionalen Freihandelszone AFTA und APEC.

Das Königshaus

Der jetzige König Bhumibol kam 1946 unerwartet auf den Thron, nachdem sein älterer Bruder mit einer Kugel im Kopf aufgefunden wurde. Der König wurde am 5.12.1927 geboren und ist der am längsten regierende Monarch der Welt. Am 09. Juni 2006 wurde nicht nur in Bangkok, sondern auch im ganzen Land sein 60jähriges Thronjubiläum feierlich begangen. Die Verbundenheit mit ihrem König zeigte sich unter anderem darin, dass viele Menschen an diesem Tag ein gelbes T-Shirt oder Sweatshirt trugen, denn gelb ist die Farbe des Königs.

Er hat Politologie und Jura studiert. Seine Hobbys sind nach eigenen Angaben die Naturwissenschaften. Der König ist ein guter Musiker und er hat für Thailand an einer Olympiade teilgenommen. Der König ist ein Phänomen. In Europa gibt es nichts Vergleichbares. Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej von Thailand dient als Projektionsfläche für alles Gute und steht jenseits aller Kritik.

Der König repräsentiert nicht nur, er mischt sich auch aktiv in die Politik ein. Zumindest wenn die Demo-kratie in Thailand gefährdet ist. Dann kritisiert er auch schon mal indirekt den Ministerpräsidenten oder weist als Oberbefehlshaber das Militär in die Schranken. Dass in Thailand (fast) niemand mehr hungert und dass es ein Überangebot an Lebensmitteln gibt, liegt vor allen Dingen an der Agrarreform, die der König seit Jahrzehnten mit allem Nachdruck fördert.

Respektlosigkeit vor dem König grenzt an Majestätsbeleidigung und bringt in jedem Fall Scherereien. Kei-ne in der Öffentlichkeit stehende Person ist so beliebt wie er. Deshalb hängen die Thais in der Regel seine Bilder aus schlichter Verehrung in ihren Wohnungen auf, denn salopp ausgedrückt, die Thais stehen auf ihren King. Doch nicht nur die Thais lieben ihren König, auch unter den hier lebenden Ausländern genießt dieser König ein hohes Ansehen.

Zwar wünschen die Thais dem König ein langes Leben, doch über die Nachfolge des fast 80jährigen Mo-narchen, der 2006 sein 60jähriges Thronjubiläum feierte und den man nur noch selten in der Öffentlich-keit sieht, wird dennoch spekuliert.

Viele Thais hoffen auf die verehrte Prinzessin Siriendhorn, die 1955 geboren wurde, allerdings in der Thronfolge erst an dritter Stelle steht. Die Prinzessin ist dasjenige Königskind, das bisher am aktivsten repräsentative Staatsgeschäfte im In- und Ausland übernimmt und offensichtlich in die Fußstapfen ihres Vaters tritt. Auch was die Verehrung seitens der Thais betrifft. Deshalb sieht man auch derzeit mehr Port-räts dieser beliebten Prinzessin, als die des in der Thronfolge an erster stehenden Prinzen.

Trotz des Reichtums des Königshauses ist der König ein relativ bescheidener Mensch. Sogar seine Staatskarosse fuhr er früher selbst und das war nicht ein Rolls Royce oder ein Mercedes, sondern ein Honda Accord der japanischen Mittelklasse. Allerdings scheint das der Vergangenheit anzugehören, denn bei offiziellen Anlässen sieht man jetzt überwiegend Karossen mit dem Stern, die sich ein normal Sterblicher nicht leisten kann.

Dieser außergewöhnliche Mann mit dem Fotoapparat in der Hand ziert in Thailand jeden Geldschein und sein Porträt im Strahlenkreuz mit dem meist hellblauen Hemd, sieht man überlebensgroß in jeder Stadt. Wer die legendäre Geduld der Volksseele nicht herausfordern will, soll sich davor hüten, jemals die Integrität dieses Mannes in Frage zu stellen oder sich gar zu einer Majestätsbeleidigung hinreißen lassen.

Thailand ist eine parlamentarische Republik, deren Regierung in ihrer jungen Geschichte oft von einem Staatsstreich erschüttert wurde, jedoch nach kurzer Zeit immer wieder zur Demokratie zurückkehrte.

Kenner der thailändischen Verhältnisse meinen, dass der König in seiner Funktion als Staatsoberhaupt zumindest den einen oder anderen Putsch gebilligt hat. Wenn auch über der Tagespolitik stehend, ist der König doch ein aktiver Verfechter der (thailändischen) Demokratie, der immer, wenn diese in Gefahr geriet, nach Wegen suchte um sie zu erhalten, bzw. wieder herzustellen.

In jüngster Zeit wurde dem vom Volk gewähltem Ministerpräsidenten Thaksin Machtmissbrauch vorgeworfen, denn er habe unter der armen Landbevölkerung Wählerstimmen gekauft, politisch neutrale Institutionen mit ihm ergebenen Gewährsleuten unterwandert, Gesetzte zu Gunsten seiner Unternehmen geändert und er habe mehrfach den König beleidigt. Auf Grund der politischen Situation, bei der die letzte Wahl wegen Unregelmäßigkeiten vom obersten Gericht als ungültig erklärt wurden, habe Thaksin an der Macht festgehalten, obwohl er als Ministerpräsident der amtierenden Übergangsregierung schon längst hätte zurücktreten müssen. Mit seinem Handeln habe Thaksin dem Volk geschadet, es gespalten und die Demokratie geschädigt.

Feiertage

In Thailand kennt man insgesamt 46 wichtige Feiertage, darunter 7 hohe buddhistische Feste. Von den gesetzlichen Feiertagen sind einige regional begrenzt. Damit ist der Reigen jedoch nicht geschlossen. So gibt es beispielsweise im Isan innerhalb der Großfamilie individuelle Ereignisse, die ebenfalls Anlass zum Feiern geben. Zum Beispiel bei der Einsegnung neuer Geisterhäuschen, dem Eintritt eines männlichen Familienmitgliedes in ein Kloster, individuelle Feiern im Kloster wie bei der Einsegnung einer neuen Buddhastatue. Einige buddhistische Untergruppen, ähnlich europäischer Sekten, haben eigene religiöse Festivals. Da Thais bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Party oder ein kleines Festival veranstalten, kann man die Tage, an denen offiziell, regional oder innerhalb der Großfamilie oder im Dorf gefeiert wird, nicht vorhersagen.

Der Reigen beginnt am 1. Januar mit der Neujahrsfeier. Die Thai haben eine eigene Zeitrechnung, die 546 Jahre vor unsere Zeitrechnung beginnt, doch orientiert sich der Jahresanfang nach dem Gregorianischen Kalender. Ende Januar oder Anfang Februar feiern die thailändischen Chinesen vier Tage lang den Beginn des neuen Jahres.

Das ganze Jahr über gibt es weitere regionale Feiertage, nachdem am Vollmondtag der dritten Mondperiode im ganzen Land der Magha Bucha stattfindet. An diesem gesetzlichen Feiertag gedenken die Buddhis-ten einer spontanen Predigt Buddhas vor 1.250 Menschen. Die Gläubigen versammeln sich in ihrem Wat, bringen Blumen und Räucherstäbchen und umrunden nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Kerzenprozession dreimal das Hauptgebäude ihres Wat.

Anfang April findet der Chakri-Tag zu Ehren des Königs Rama I. statt. Er ist der Gründer der heute noch das Staatsoberhaupt stellende Chakridynastie. Nur an diesem Tag können in der Hauptstadt Bangkok im Wat Phra Keo, in einem kreuzförmigen Gebäude, die lebensgroßen Statuen der acht verstorbenen Chakrikönige von der Öffentlichkeit besichtigt werden.

In der Mitte des Monats April findet das Songkranfest, der gesetzliche Feiertag des buddhistisch traditio-nellen Neujahrsfestes statt. Aus diesem Anlass begeben sich alle Menschen zu ihren Eltern und vollziehen an ihnen eine rituelle Fußwaschung. Am Morgen des Songkrans werden Buddhastatuen gebadet und Mönche, sowie ältere Familienmitglieder respektvoll mit Wasser bespritzt. Gläubige lassen an diesem Tag als erste gute Tat im neuen Jahre Fische und Vögel frei, die überall in Gläsern und Käfigen gekauft werden können. Besonders in den Städten und den Touristengebieten werden im Laufe des Tages alle Menschen, insbesondere Touristen, mit Unmengen Wasser begossen.

Nicht nur mit Eimern und Schläuchen wird aus den Häusern das Wasser gespritzt, sondern auch aus Fässern, die auf kleine LKWs oder Pick-Up stehen. Zum Nachtanken kann man dann Hydranten oder eigens bereit gestellte Tankwagen anfahren.

Der 1. Mai ist auch in Thailand ein gesetzlicher Feiertag. Wenn auch an anderen gesetzlichen Feiertagen durchaus in vielen Wirtschaftszweigen gearbeitet wird, so ist dieser Tag für alle Arbeitnehmer, bis auf wichtige Teile der Polizei, der Versorgungsbetriebe und der Verkehrsbetriebe, völlig arbeitsfrei. Der nächs-te gesetzliche Feiertag ist am 5. Mai der Krönungstag des amtierenden Königs Bhumibol im Jahr 1950. Im Wesentlichen finden an diesem Tag Feiern in Bangkok statt.

Auf den Vollmondtag des sechsten Monats des Mondkalenders, fällt der wichtigste buddhistische Feiertag, der Visakha Bucha. Dieser gesetzliche Feiertag erinnert an Buddhas Geburt, Erleuchtung und Tod. Die Gläubigen versammeln sich in ihren Tempeln, um gemeinsam nach Eintritt der Dunkelheit das Hauptge-bäude im Lichtschein ihrer angezündeten Kerzen zu umrunden.

Kein gesetzlicher, doch ein erwähnenswerter Feiertag ist am 1, Juli das Halbjahresfest der Banken. Nur sie sind an diesem Tag geschlossen. Am Vollmondtag des achten Monats des Mondkalenders folgt der nächste gesetzliche Feiertag, der Asanha Bucha. Er erinnert an die erste Predigt Buddhas vor seinen ersten fünf Schülern.

Dieser Tag dient auch zur Vorbereitung auf den Khao Pansa, der am nächsten Tag in den Klöstern beginnenden dreimonatigen Fastenzeit, während dessen die Mönche ihr Kloster nicht verlassen. Dieser Tag ist auch der beginn des Eintritts junger Männer in das Kloster. Aus diesem Anlass erfolgt eine feierliche Ze-remonie, bei der den jungen Männern die Haare geschoren werden und ihnen dann die safrangelbe Mönchskutte angelegt wird. Erst nach dem Eintritt in ein Kloster ist ein junger Mann ein vollwertiges Mit-glied der Gesellschaft.

Am 12. August folgt der nächste gesetzliche Feiertag, der Geburtstag der Königin Sirikit. Nicht nur in Bangkok, sondern im ganzen Land wird aus diesem Anlass ihr Konterfei an vielen öffentlichen Gebäuden und großen Straßenkreuzungen angebracht und nach Einbruch der Dunkelheit festlich beleuchtet.

Am Vollmondtag im Oktober/November, wird mit dem Ok Pansa landesweit das Ende der buddhistischen Fastenzeit gefeiert. Jetzt dürfen die Mönche ihr Kloster wieder verlassen und die jungen Novizen dürfen wieder Kontakt mit ihren Eltern und Freunden aufnehmen. Der direkt darauf folgende Tag ist für die Gläu-bigen Thot Kratin. An ihm beginnt die einen Monat dauernde Krathin-Zeit, während der die Mönche von den Gläubigen neue Gewänder Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und Geldgeschenke erhalten.

Der 23. Oktober ist der Chulalongkorn-Tag. Ein gesetzlicher Feiertag, der an diesen beliebten König erin-nert, der während seiner Amtszeit von 1868 bis 1910 das Land regierte und es mit umfassenden Refor-men modernisierte. Statuen von Chulalongkorn, der als Rama V. in die Geschichte einging, findet man in fast jedem Haus auf dem Hausalter neben dem Buddha stehend. Ein Zeichen der großen Verehrung, die ihm annähernd hundert Jahre nach seinem Tode entgegengebracht wird. Revolutionär war seine Abschaffung der Sklaverei.

Die damals noch herrschende Sklaverei schaffte er behutsam ab, so dass sich Leibeigentümer und Leibeigene mit den reformierten Verhältnissen vertraut machen konnten. Dieser schwierige Prozess begann bereits 1874, als der König auch die anfänglichen Probleme sah, wenn er alle Untertanen zu freien Thai machen würde. Diese Probleme umschrieb er mit diesen Worten: „Von einen Tag auf den anderen wird es die Sklaven um das Nötigste an Essen und ein Dach über den Kopf bringen, sie haben ja nie lernen können, für sich selber zu sorgen.“ 1874 dekretierte er, dass von nun an niemand mehr als Sklave geboren werden könne.

Während der Vollmondnacht des zwölften Monats des Mondkalenders feiern die Gläubigen Loy Krathong. An diesem wohl landesweit schönsten Fest lassen die Eltern mit ihren Kindern, vorzugsweise auf den Teichen und Wasserläufen ihrer Klöster, nach Einbruch der Dunkelheit so genannte Krathong schwimmen. Das sind in der Regel kreisförmige Schiffchen die einer Lotosblüte ähneln. Sie sind mit Blumen ge-schmückt und tragen eine brennende Kerze sowie glimmende Räucherstäbchen und manchmal als Opfer-gabe kleine Münzen für die Wassergeister. Viele Thai glauben, dass mit dem durch den Wind oder der Strömung abtreibenden Schiffchen auch ihre Sorgen und Sünden davon getragen werden.

Andere wünschen, dass ihre Kerze möglichst lange brennt, denn dann gehen ihre Wünsche in Erfüllung. In den Klöstern finden Verlosungen statt und die Mönche spenden den Gläubigen ihren Segen. Feuerwerke werden abgebrannt, Krathong sieht man an diesem Tag auch auf vielen Wasserläufen und Teichen außerhalb der Klöster schwimmen und junge Leute waten zur Belustigung der vielen Zuschauer durch das Wasser, um sich der kleinen Münzen zu bemächtigen. Auch an diesem Tag werden gefangene Vögel und kleine Fische verkauft, die von den Gläubigen als gute Tat frei gelassen werden.

Am 5. Dezember wird der Geburtstag des Königs gefeiert. An diesem gesetzlichen Feiertag finden zu Ehren des Monarchen Paraden statt. Hauptstraßen, Geschäfte und öffentliche Gebäude werden geschmückt und festlich beleuchtet.

Der 10. Dezember ist der gesetzliche Feiertag zur Erinnerung an die erste Verfassung des Landes, die noch im damaligen Siam im Jahr 1932 in Kraft trat. Am 25. Dezember wird vorzugsweise in den Touristenzentren Weihnachten gefeiert, bevor am 31. Dezember mit einem gesetzlichen Feiertag das Ende des Gregorianischen Jahres lautstark verabschiedet wird.

Alle arbeitsfreien Feiertage sind in Thailand für die Bevölkerung Sanuk, machen Freude. Viele Menschen, die weitab ihrer ländlichen Heimat arbeiten müssen, benutzen diese Tage auch zum Besuch ihrer Familien und den Besuch ihres Wat in ihrem Dorf. Da ein geregelter Urlaub in Thailand unbekannt ist, ist das die einzige Möglichkeit die Eltern, Geschwister und oft auch die daheim gebliebenen Kinder zu sehen. Da an diesen Tagen reichlich getrunken wird, wird in öffentlichen Lokalen kein Alkohol ausgeschenkt und der Verkauf in den Geschäften eingestellt.
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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Feiertage im Königreich Thailand

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Apr 12, 2017 5:49 pm

Da Werner hier bereits Feiertage aufführt, hänge ich die neuesten Nachrichten an. Hier also die neueste Änderung der Feiertagsregelung:

Nach dem Tode König Bhumiphols bekommt Thailand in diesem Jahr zwei zusätzliche neue Feiertage. Das Kabinett gab am Dienstag die beiden neuen Feiertage bekannt.

Der erste ist zum einen der Geburtstag Seiner Majestät König Maha Vajiralongkorn am 28. Juli und der Todestag seines Vaters König Bhumibol am 13. Oktober. Der bisherige Feiertag am 5. Mai, die Krönung von König Bjumibol, ist ab sofort kein nationaler Feiertag mehr.

Allerdings wird vermutet, dass der Krönungstag von Seiner Majestät König Maha Vajiralongkorn in diesem Jahr ebenfalls wieder ein nationaler Feiertag werden könnte.
Ich kann das Land nun mal nicht loslassen


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