Thailand: 54 Flüchtlinge ersticken in Lastwagen

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Thailand: 54 Flüchtlinge ersticken in Lastwagen

Ungelesener Beitragvon newsclip » Do Apr 10, 2008 8:29 pm

54 Flüchtlinge ersticken in Lastwagen

Die internationale Presse ist voll davon: 54 Flüchtlinge aus Burma / Birma / Myanmar erstickten in einem Meeresfrüchte-Transporter als sie zum Ferienort Phuket transportiert werden sollten. Die meisten der Toten waren Frauen. In weiten Teilen der Presse wurden sie als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet. Tatsächlich waren es Flüchtlinge die vor Verfolgung, Mord und Hunger in die Arme gewissenloser Menschenhändler getrieben wurden und die ein Schicksal als Sklavenarbeiter erwartet hätte.

Die Opfer waren zusammen mit 47 Überlebenden in einem Container-LKW brütender Hitze ausgesetzt gewesen. Die Hitze und Belastung war so groß, dass schon nach 2 Stunden Fahrt durch die Ranong Provinz in der Nähe von Myanmar die ersten zu sterben begannen. Daraufhin klopften die, die noch Kraft hatten gegen die Wände des Containers, bis der LKW-Fahrer dies endlich trotz des Fahrlärms hörte. Er hielt an, öffnete die Tür und floh, als er das grausame Bild sah, dass sich ihm bot.

21 der Überlebenden werden noch im Krankenhaus behandelt, der Rest wird verhört. Kraithong Chanthongbai, ein Sprecher der Polizei erklärte der Presse: „Als die Polizei auf der Bildfläche erschien, fanden sie die 54 Arbeiter/Innen bereits tot in dem überfüllten Container. 37 waren Frauen, 17 Männer.“

Kraithong beschuldigte den Fahrer vergessen zu haben die Klimaanlage im Container angemacht zu haben, denn dieser war damit ausgerüstet, da normalerweise Meeresfrüchte damit transportiert wurden. Das Ereignis erinnert an den Vorfall von 2001 als 58 illegale Chinesischen Immigranten in einem überhitzten Tomatentransporter in England starben. Oder es lässt an das Sterben von 19 Latein-Amerikanische Arbeiter in einem überhitzten LKW im US-Staat Texas im Jahr 2003 denken.

Die Überlebenden erzählten der Polizei, dass sie am Mittwoch nach Rayong in Fischerbooten geschmuggelt worden wären und dann in den viel zu kleinen Container gepresst worden wären, für die Fahrt nach Phuket. 101 Flüchtlinge waren auf einen Fläche von 6 x 2,2 Meter zusammengepfercht. Die Polizei benötigte 30 Minuten, bis sie nach der Alarmierung am Tatort erschien.

Es gibt Millionen illegale in Thailand lebende Menschen aus Burma / Myanmar / Birma und ständig werden es mehr. Sie haben keinerlei rechtlichen Schutz und sind meist gandenloser Ausbeutung ausgesetzt. Myanmar / Birma / Burma ist nicht nur das Ärmste Land der Region, sondern auch das mit der schrecklichsten Menschenrechtsbilanz.

Tote Flüchtlinge werden fast täglich gefunden, schaffen es aber selten auf die Titelseiten. Nur wenn die Zahl ein gewisses Limit überschreitet, wie zum Beispiel im Dezember, als 22 Tote an der Westküste von Thailand in der Adaman See gefunden wurden, die vermutlich von Schmugglern über Bord geworfen waren, liest man etwas in der Zeitung.

Amnesty International erstellte 2005 einen Bericht über Arbeiter aus Myanmar / Birma / Burma, in dem festgestellt wurde, dass diese Jobs annehmen, die Thailänder als zu schmutzig, zu gefährlich oder erniedrigend ansehen und dass sie regelmäßig unter dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt würden, lange Arbeitszeiten hätten und ständig in der Angst leben, verhaftet zu werden und in die lebensgefährliche Heimat abgeschoben zu werden.

Die thailändische Regierung erklärt, dass die Bedingungen in Burma / Birma / Myanmar doch gar nicht so schlimm wären, bezeichnet die Flüchtlinge als illegale Arbeiter und Wirtschaftsflüchtlinge und unterstützt indirekt die öffentliche Meinung, dass angeblich die Flüchtlinge den Thailändern Jobs und Sozialleistungen wegnehmen würden. Was in verschiedenen Untersuchungen von Nicht Regierungs- Organisationen wiederlegt wurde, aber kaum bis zum Durchschnittsthailänder durchdringt. Der seinerseits aber gerne von einer billigen Maid profitiert, die er weit unter Mindestlohn von obskuren Arbeitnehmer-Leihfirmen „bezieht“. Oder sie profitieren von Arbeitern, die ohne jede Absicherung arbeiten, und wenn sie den Mindestlohn erhalten, Zwangsabgaben für Essen und Unterkunft entrichten müssen, die wieder einen großen Teil des Lohns auffrisst. Der Begriff „moderne Sklaverei“ drängt sich auf. Nur dass die Sklaven gesund und kräftig erhalten wurden, weil sie eine Investition waren.

. . .

Freethai, Bangkok

Schoenes Thailand 10. April 2008

jogi
Thailand-Reporter
Beiträge: 573
Registriert: Do Jul 27, 2006 3:29 pm

Re: 54 Myanmar Workers Suffocate in Thailand

Ungelesener Beitragvon jogi » Mi Apr 23, 2008 8:08 pm

In Samui, wo ich mch etwas auskenne, gibt es sehr viele burmesische Arbeiter und Arbeiterinnen, legal und illegal. Die legalen wohnen meist in sogenannten Camps, temporären Bruchbuden, und bauen Hotels. Sie dürfen kein Mobiltelefon besitzen und nach 21 Uhr nicht das Camp verlassen. Die Polizei kontrolliert das, wie ich sehen konnte. Die illegalen werden vor allem in der Landwirtschaft in den Bergen eingesetzt, wo die Polizei nicht hinkommt. Werden welche erwischt als Illegale, hat das für sie Konsequenzen aber nicht für den Arbeitgeber wie bei uns. Soweit ich gehört habe, gibt es in Thailand kein Gesetz, das die Beschäftigung illegaler Arbeiter unter Strafe stellt. Ausbeutung und moderne Sklavenhaltung erlaubt.


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