Dollarschwemme in Asien: Währungshüter greifen ein

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KoratCat
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Dollarschwemme in Asien: Währungshüter greifen ein

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Nov 26, 2009 6:38 pm

Dollarschwemme in Asien

Währungshüter greifen ein

Nach dem unfreiwilligen Aufstieg des Yen leuchten am Devisenmarkt die Warnlampen auf. Händler berichten von auffälligen Bewegungen. Offenbar stemmen sich immer mehr Notenbanken gegen den billigen Dollar.

Eine Reihe der asiatischen Zentralbanken haben erneut in den Devisenhandel eingegriffen, um den Aufwertungsdruck auf die jeweiligen Landeswährungen und damit auch die möglichen negativen Folgen für die exportorientierten Volkswirtschaften abzumildern.

Händlern zufolge intervenierten die Währungsbehörden von den Philippinen, Thailand, Südkorea und Singapur. Die Notenbanken hätten ihre jeweilige Landeswährung gegen Dollar verkauft.

Die asiatischen Notenbanken hatten in den vergangenen Monaten mit Ausnahme der Bank of Japan (BoJ) bereits mehrmals am Devisenmarkt eingegriffen, um ihre Währungen zu stabilisieren.

Grund für die Aufwertung der asiatischen Währungen sei aber weniger ihre Stärke, sondern vielmehr die Dollar-Schwäche infolge der ultraexpansiven Geldpolitik der US-Notenbank, sagten Marktbeobachter. Darum dürften die Zentralbanken der Region den Trend wohl kaum umkehren können.

"Der Dollar-Trend ist der Hauptgrund" für die Interventionen der asiatischen Notenbanken, erklärte Sean Callow, Währungsstratege von Westpac. Die Eingriffe am Devisenmarkt dürften sich fortsetzen, solange die US-Währung unter Druck bleibe. Der Dollar fiel zuletzt gegenüber einem Korb aus den sechs größten Währungen auf ein 15-Monatstief. Der Euro kletterte am Mittwochabend zum ersten Mal im laufenden Jahr über die Marke von 1,51 Dollar.
Gegen den Strom

Die philippinische Zentralbank kaufte Händlern zufolge zwischen 10 Mio. und 50 Mio. Dollar zu einem Kurs von etwa 46,65 Philippinische Peso (PHP). Zuvor hatte der Greenback zum Peso nahe dem Monatstief notiert.

In Thailand griff die Notenbank offenbar ein, als der Dollar ein 17-Monatstief zum Baht (THB) verzeichnete. Das Ausmaß ihrer Intervention sei unklar. Die koreanische Notenbank kaufte einem Händler zufolge Dollar bei etwa 1153 Koreanische Won (KRW), womöglich - so hieß es am Markt - in einer Größenordnung von 300 Mio. Dollar.

Auch die monetäre Behörde von Singapur musste nach Aussage von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen am Devisenmarkt intervenieren, um den Dollar zu stützen. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) werde ihre Interventionen fortsetzen, wenn dies notwendig sein sollte, hieß es weiter.

In Japan kam es trotz des starken Yen-Kurses noch zu keinen Markteingriffen. Die Regierung beobachtet nach Aussage von Japans Finanzminister Hirohisa Fujii den Wechselkurs des Yen derzeit "sehr genau".
Währungshüter am Telefon

Angesichts des jüngsten Yen-Aufwärtstrends sei "jetzt die Zeit gekommen, wachsam zu sein", sagte Fujii, nachdem die japanische Landeswährung gegenüber dem Dollar den höchsten Stand seit 14 Jahren erreicht hatte.

Beobachtern zufolge ist die Wahrscheinlichkeit von Interventionen in Japan gestiegen, nachdem die Regierung offiziell eine Deflation im Lande festgestellt hat. "Ein stärkerer Yen wird die Deflation verschlimmern", sagte Masafumi Yamamoto, Währungsstratege der Royal Bank of Scotland.

Allerdings müsse Japan einen solchen Schritt wohl erst mit seinen größten Handelspartnern - wie den USA - absprechen. Vorerst seien darum keine Eingriffe am Devisenmarkt seitens Japans zu erwarten.


n-tv 26. November 2009

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