Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Als Rentner in Thailand leben? Für Themen, die unsere Rente und unseren Status betreffen.
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KoratCat
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Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Sep 29, 2019 2:06 pm

Die Rentenerhöhung im kommenden Jahr soll niedriger ausfallen als eigentlich vorgesehen. Einem Medienbericht zufolge plant das Arbeitsministerium eine Korrektur der Berechnungsformel - mit spürbaren Folgen für alle Rentner.

Eine Neuregelung zur Rentenberechnung wird derzeit im Bundesarbeitsministerium vorbereitet. Damit sollen starke Schwankungen bei den Rentensteigerungen in den kommenden beiden Jahren verhindert werden, heißt es in einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Samstag, dass Änderungen geplant seien.

Eigentlich könnten die 21 Millionen Rentner in Deutschland im kommenden Jahr mit einer besonders kräftigen Erhöhung ihrer Altersbezüge um rund fünf Prozent rechnen, heißt es in dem Bericht. Im darauffolgenden Jahr 2021 wäre die Steigerung dagegen nur sehr gering.

Ursache dafür ist ein statistischer Sondereffekt: Im laufenden Jahr wurde die sogenannte Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) des Statistischen Bundesamtes turnusgemäß aktualisiert. In der VGR werden Daten wie das Bruttoinlandsprodukt und das Nationaleinkommen erfasst. Die Werte zur Lohnentwicklung der vergangenen Jahren sind laut FAZ durch diese Revision nach oben korrigiert worden, was die Rentenanpassung 2020 ungewöhnlich stark nach oben treiben könnte. 2021 käme es dann aber voraussichtlich nur zu einer Minimalsteigerung.

Der Ministeriumssprecher sagte, auf diese Weise würde für 2020 und 2021 das Prinzip ausgehebelt, dass die Rentenanpassung immer der Lohnentwicklung folge: "Zahlen vor der Revision würden mit Zahlen nach der Revision verglichen." Mit der geplanten Änderung gewährleiste die Regierung, dass sich die Rentenanpassung zukünftig - unabhängig von statistischen Effekten - an der Lohnentwicklung orientiere.

Experten hatten im August die Prognose abgegeben, dass die Renten im kommenden Jahr um drei Prozent oder sogar noch mehr steigen könnten. Zum 1. Juli waren die Rentenbezüge in Westdeutschland um 3,18 Prozent gestiegen, im Osten sogar um 3,91 Prozent. 2018 waren die Renten im Westen um 3,22 Prozent und im Osten um 3,37 Prozent in die Höhe gegangen.

Spiegel online

Dass die Rentner so viel mehr auf einmal bekommen, darf natürlich nicht sein. Die könnten das viele Geld ja schnell ins Ausland schaffen (statt es in Deutschland auf den Kopf zu hauen) und dann im nächsten Jahr (nach inflationsbedingter Teuerung) gar mit Hartz4/Grundrente aufstocken. Also muss die Taschengelderhöhung verzögert werden.

Nein, man hat Angst Wähler zu verlieren, folgert die F.A.Z.: Ohne Eingriffe stiegen die Renten nächstes Jahr erheblich. Doch ausgerechnet im Wahljahr 2021 käme nur eine Mini-Erhöhung. Deswegen will das Arbeitsministerium jetzt eingreifen.

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon KoratCat » So Sep 29, 2019 5:45 pm

Eigentlich entnehme ich dem Text ja, dass wir Rentner bereits in den letzten Jahren weniger Rente bekommen haben, als uns entsprechend der Lohnentwicklung zugestanden hat. Jetzt haben die den Fehler erkannt; aber statt uns für ihre Dämlichkeit zu entschädigen, die zuwenig gezahlte Rente nach - und wenigstens zukünftig in korrekter Höhe - zu zahlen, fürchten die Hansels unseren Zorn bei den Wahlen 2021 und wollen uns deshalb noch ärger und vorsätzlich bescheißen, um ihre Pöstchen infolge der Wahlen nicht zu verlieren. Geht's noch schlimmer?

:cussing :cussing :cussing

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon dogmai » So Sep 29, 2019 8:06 pm

Na, so senil werden wir doch nicht sein, daß wir das bis 20?? (wann war das nochmal??) vergessen haben könnten. DOCH: was haben wir denn für Alternativen? Die Alternativen sind ja keine Alternative, das ist nur ein brauner Haufen. Wer könnte den Rentnern beistehen? Vielleicht sollten wir zur Monarchie zurück gehen, ein Deutscher Kaiser hätte selbst genug, um es anderen auch zu gönnen :wave
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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon erwin » Di Okt 01, 2019 1:01 am

dogmai hat geschrieben:Na, so senil werden wir doch nicht sein, daß wir das bis 20?? (wann war das nochmal??) vergessen haben könnten. DOCH: was haben wir denn für Alternativen? Die Alternativen sind ja keine Alternative, das ist nur ein brauner Haufen. Wer könnte den Rentnern beistehen? Vielleicht sollten wir zur Monarchie zurück gehen, ein Deutscher Kaiser hätte selbst genug, um es anderen auch zu gönnen :wave


Ich finde, bei den "Alternativen" handelt es sich in der überwältigenden Mehrzahl, um vernünfige, bodenständige Leute mit einem noch vorhandenen Rest an Patriotismus und Menschenverstand. Diese zweifellos ebenfalls vorhandenen "Braunen"in deren Reihen sind einzelne Außenseiter.

Stichwort Außenseiter / Extreme ......
diese Spezies findet sich zu Hauf auch im anderen Spektrum - und zwar nicht zu kanpp, finde ich !

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Di Okt 01, 2019 11:55 am

erwin hat geschrieben:Ich finde, bei den "Alternativen" handelt es sich in der überwältigenden Mehrzahl, um vernünfige, bodenständige Leute mit einem noch vorhandenen Rest an...Menschenverstand.


Deine Sympathiebekundgebung in Ehren; Das haben Viele an der "Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei" auch zu finden gedacht. Und als dann gar noch "Segnungen" wie der Volksempfänger für 35 RM kamen, war man arglos, was damit angerichtet werden könne...

Aber zum Thema: Was könnte oder will jener braune Haufen für unsere Renten tun? Hab ich bisher noch nicht mitbekommen. :oops:

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mi Okt 02, 2019 4:29 pm

erwin hat geschrieben:Ich finde, bei den "Alternativen" handelt es sich in der überwältigenden Mehrzahl, um vernünfige, bodenständige Leute mit einem noch vorhandenen Rest an Patriotismus und Menschenverstand.


Genau das ist es, was zu Recht bezweifelt werden darf, insbesondere in den Bundesländern, in denen diese Alternative politisch stark zu sein scheint. Was sie dort an politischen Alternativen anbieten kann ist schlichtweg ein Witz und eine Veralberung genau der Menschen die vernünfig, bodenständig und mit einem noch vorhandenen Rest an Patriotismus und Menschenverstand sind.
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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon erwin » Sa Okt 12, 2019 9:04 am

Auch ich sehe die AfD in ihrem heutigen Auftritt sehr kritisch ...........

Doch : Weit und breit kann ich keine Alternative erkennen.
Der mir im übrigen angebotene Einheitsbrei, ist für mich mittlerweile ungenießbar geworden.

Unsere "Volksvertreter" mögen allerhand vertreten ----- das "Volk" jedoch schon lange nicht mehr.

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon dogmai » Sa Okt 12, 2019 10:52 am

Ich denke, da sind wir weitgehend einig. Ich habe mir in den letzten Tagen überlegt, trotz meines Alters in eine Partei einzutreten, dort große Worte zu schwingen und so an der Basis mitzuwirken und etwas zu bewerkstelligen. Wo will man sonst an letzter Stelle, sprich als einfacher Wähler, etwas tun?

Ich bin mit drei Menschen so gut wie befreundet, die ebenfalls in der Parteibasis arbeiten mit durchaus guten und vernünftigen Ideen. Und sie gehören drei unterschiedlichen Parteien an. Hier gehört es zum Alltag, daß diese drei sich auch untereinander über Themen verständigen, soweit sie unsere unmittelbare Umgebung betreffen, also den Stadtteil, in dem wir alle wohnen. Mir will einfach nicht in den Kopf, daß das auch auf weiteren Ebenen nicht möglich sein soll. Ich bin auch mit einem Landtagsabgeordneten in RLP gut befreundet, auch er ist mit einer Thai liiert, und auch er läßt vernünftige Gedanken erkennen. Sein Leid ist es, daß auf der Ebene tatsächlich schon der Proporz herrscht.

Die geschichtliche Entwicklung der Demokratie zeigt aus der Vergangenheit, daß die Leitidee der demokratischen Parteien immer die gleiche war.
Aber diese wollen viele der heutigen Generation garnicht mehr nachverfolgen.

Die Parteien, die irgendwann einmal die Gunst der Stunde ausgenutzt haben in der fatalen politischen Situation seit 1989, haben dieses Grundverständnis von Demokratie noch lange nicht verinnerlicht. Dazu zähle ich auch die Grünen, die Linke, von der AfD garnicht zu reden. Die will ja erst garnicht ein Grundverständnis erreichen.
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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon erwin » Mo Okt 14, 2019 8:52 am

dogmai hat geschrieben:Ich denke, da sind wir weitgehend einig. I



Die Parteien, die irgendwann einmal die Gunst der Stunde ausgenutzt haben in der fatalen politischen Situation seit 1989, haben dieses Grundverständnis von Demokratie noch lange nicht verinnerlicht. Dazu zähle ich auch die Grünen, die Linke, von der AfD garnicht zu reden. Die will ja erst garnicht ein Grundverständnis erreichen.


Ich habe mir mal die Mühe gemacht das Parteiprogramm der AfD näher anzuschauen.

Dort fand ich festgeschrieben - alles allerersten "Paragraphen" / als allererste Forderung - nicht etwa die €-Abschaffung oder etwas zur "Flüchtlingspolitik" - nein, als No.1 der AfD-Statuten ist der Wunsch nach - wörtlich : "[b]die Einführung direkter Demokratie nach Schweizer Vorbild "
[/b]

Dieses Element findet man in keinem einzigen Programm anderer Parteien - warum nur ?

Genau diese Stelle ist mir jedoch, sehr sympathisch, genau die Umsetzung eines derartigen, demokratischen Werkzeugs würde verhindern, dass weiterhin und im immer stärkeren Ausmaß "kpl. am Volk" vorbeiregiert wird. Wir haben uns von einer Demokratie mittlerweile meilenweit entfernt und nunmehr auch keine legalen Mittel mehr, unseren Volkswillen durchzusetzen. Diese Ohnmacht an der Wahlurne, dieses Gemauschel nach jeder Wahl- dieses quasi "Einparteiensystem" erinnert nun doch schon sehr stark an die ehemaligen DDR-Verhältnisse.

Würden diese Elemente einer direkten Demokratie eingeführt, bestünde auch nicht die geringste Gefahr in das "Rechtslager" der AfD abzudriften - NIEMALS würde der deutsche Bürger dies zulassen - wenn er denn gefragt würde !

Wir werden aber leider nicht gefragt -
selbst einschneidende, nicht mehr korrigierbare und die kpl. deutsche Gesellschaft umkrempelnde Entscheidungen werden kpl. über unsere Köpfe hinweg und ohne uns auch nur andeutungsweise nach unserem Willen zu fragen gefällt !

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon thai.fun » Do Okt 17, 2019 9:48 pm

erwin hat geschrieben: ...als No.1 der AfD-Statuten ist der Wunsch nach - wörtlich : "die Einführung direkter Demokratie nach Schweizer Vorbild "


Dieses Element findet man in keinem einzigen Programm anderer Parteien - warum nur ?

Ja, wenn man von jedem Land das beste Polit- Partei- Programm auswählen könnte? Müßte man dazu nur noch die Edelste Kultur auswählen und die Welt wäre gerettet! Und dann noch ein "Aladin", oder ein "Trump," aus 1001 Nacht, und alles ist wieder zum ewigen- Krieg, oder zu einer blutigen- Religion der Menschheit gemacht!? :t
... der werfe den ersten Steintisch!

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon dogmai » Fr Okt 18, 2019 6:03 pm

erwin hat geschrieben:Wir werden aber leider nicht gefragt -


Doch, werden wir. In einer parlamentarischen Demokratie wird bei der Wahl gefragt, wen wir mit unserer Vertretung beauftragen. Wenn bei jeder Entscheidung erst das Volk befragt würde würden wir heute noch auf Bäumen wohnen :wave . Und ganz so einfach wie es manchmal dargestellt wird, kann man dann doch nicht "von oben herab" regieren. Die Bundesregierung unterliegt der Kontrolle durch das Parlament, dieses muß sich in vielen Fragen mit dem Bundesrat auseinander setzen, und die Länder haben wieder eigene Strukturen und Befugnisse. Aber manche sehen nur oben und unten, egal ob politisch, wirtschaftlich oder im eigenen Umfeld wie Vereinen usw. Alles, was nicht der einzig wahren eigenen Meinung entspricht ist sowieso miserabel. Weil ich nicht über ein Rieseneinkommen vergüge stecken die da oben sich alles in die eigene Tasche. Welch ein Schwachsinn, das ist aber die Argumentation der AfD. Ich habe keinerlei Lust, mich mit dem Parteiprogramm dieser Partei auseinander zu setzen, ich bin gerade mal bei Marx und Lenin angekommen :bäh

Direkte Demokratie? Ja, hatten wir. Daraus ist das 3. Reich entstanden. Vergessen? Schweizer sind offensichtlich andere Menschen als Deutsche und/oder Österreicher :wie
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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon erwin » So Okt 20, 2019 4:36 pm

dogmai hat geschrieben:
erwin hat geschrieben:
Direkte Demokratie? Ja, hatten wir. Daraus ist das 3. Reich entstanden. Vergessen? Schweizer sind offensichtlich andere Menschen als Deutsche und/oder Österreicher :wie



Mit Verlaub - das ist aber nun wirklich Unsinn.
Hätten wir schon damals eine direkte Demokratie gehabt, hätte es auch schon damals niemals zu einer "Machtübernahme" des N.azi-Regimes kommen können - (bzw. es wäre zügig wieder zu einer Korrektur gekommen) oder ?

Zudem bin ich der Meinung, dass unsere werte Bundeskanzlerin schon lange das sog. "Parlament" Schach Matt gesetzt hat und als Alleinherrscherin nach Gutsherrenart regiert.Unsere Volksvertreter und auch die Medien sind zu willenlosen Gehilfen verkommen und bei den Wahlen hat man doch de facto keine Wahl, da nach den Wahlen solange gamauschelt wird, bis es wieder passt.

Willst Du allen Ernstes behaupten Du hättest mit Deiner Stimmabgabe auch nur den geringsten Einfluss darauf welcher Politikkurs nach der Wahl eingenommen wird ? Echt jetzt ?

mmmmh.......... dann muss ich wohl nochmal "in mich gehen"


Wir sind jedoch mittlerweile OT geraten ........ Renten sind hier das Thema (
zu politischen Diskussionen habe ich im Moment auch keine Lust. :prost )

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon dogmai » So Okt 20, 2019 5:11 pm

Ja, eine solche Diskussion möchte ich auch nicht führen, da ich sehe, in welche Richtung Du tendierst. Wenden wir uns lieber der Rente zu. Und mit der Entwicklung bin ich eigentlich zufrieden. :bäh
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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon erwin » So Okt 20, 2019 8:49 pm

dogmai hat geschrieben:Ja, eine solche Diskussion möchte ich auch nicht führen, da ich sehe, in welche Richtung Du tendierst. Wenden wir uns lieber der Rente zu. Und mit der Entwicklung bin ich eigentlich zufrieden. :bäh


Fast alle Deine Beiträge hier in diesem Forum, habe ich mit Interesse gelesen und ich schätze Dich sehr !
Höflich möchte ich Dich daher darum bitten, mich nicht voreilig und achtlos in einer "Schublade" abzulegen.

Was die Rente angeht bin ich der festen Überzeugung, dass Du nicht mehr besonders lange zufrieden sein wirst.
Ich gebe diesem System maximal noch 4 - 5 Jahre bis zum völligen Zusammenbruch.


Eine treffende und leicht nachprüfbare Analyse (so denn man denn möchte, und an den Fakten interessiert ist ! ):

Gelegentlich wird von einer „ demographischen Zeitbombe“ gesprochen. Das Bild ist eigentlich falsch. Bei einer Zeitbombe tickt die Uhr oder brennt die Lunte. Man kann die Bombe noch entschärfen.

Die demographische Lunte lässt sich aber nicht mehr löschen, die Bombe explodiert auf jeden Fall. Die demographische Struktur eines Gemeinwesens ist wie ein Riesentanker, der nur sehr schwer die Richtung ändert. Wenn bei der Fahrt einen Kilometer voraus eine lange Klippe auftaucht, dann hilft kein Wenden und kein „volle Kraft zurück“ – der Tanker kracht dagegen.

Die Klippe, oder besser: der Abgrund, auf den die deutsche Gesellschaft zusteuert, ist das Millionenloch der fehlenden Kinder, die in den letzten Jahrzehnten nicht geboren worden sind.

Die absehbare starke Bevölkerungsschrumpfung wird gravierende, negative wirtschaftliche und soziale Konsequenzen haben. Da kann der Club of Rome mit seiner Publikation „Ein Prozent sind genug“ gerne das Gegenteil behaupten. Der „Club“ wirbt darin bekanntlich für eine Prämie für noch mehr Kinderverzicht der Frauen.

Natürlich hätten wir bei weniger Menschen auch weniger Staus auf den Autobahnen, weniger Umweltverschmutzung und mehr Platz für alle. Könnte man auf einen Schalter drücken, und Deutschlands Bevölkerung wäre über Nacht um ein Zehntel geschrumpft – warum nicht.

Aber so schmerzlos funktioniert die demographische Schrumpfung leider nicht. Es ist ein großer Irrtum anzunehmen, dass eine gewachsene soziale und demographische Struktur ohne weiteres um einen Faktor X verkleinert werden könnte, die Bevölkerung, das Sozialprodukt, die Staatsverschuldung et cetera, so dass pro Kopf alles bliebe wie gehabt.

Wachstumsschmerzen sind schlimm, doch Schrumpfungsschmerzen sind viel schlimmer. Vor allem die Folgen für das umlagefinanziertes Rentensystem sind dramatisch.

Der Bochumer Wirtschaftsprofessor Martin Werding hat errechnet, wie die Beitragssätze steigen, wenn man den Bundeszuschuss einbezieht, den letztlich auch die Beitrags- und Steuerzahler zahlen.

Obwohl die Rentenreformen 2001/2004 das Rentenniveau abgesenkt haben und eine stufenweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre beschlossen ist, müsste der Beitragssatz (inklusive Bundeszuschuss) 2030 auf 35 Prozent und bis 2060 sogar auf 48 Prozent steigen. Das wäre nicht durchsetzbar.

Diese Rechnungen wurden vor der aktuellen Zuwanderungswelle und vor dem viel bejubelten Anstieg der Geburtenziffer durchgeführt. Die Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes simuliert auch eine Geburtenziffer von 1,6 sowie eine dauerhafte Nettozuwanderung von 200000 Menschen jährlich.

Auch dann wird sich das Verhältnis der Personen um Renten- zu Personen im Erwerbsalter stark verschlechtern. Derzeit kommt ein Rentner auf drei Erwerbspersonen, im Jahr 2060 werden es zwei Rentner auf eine Erwerbsperson sein.

Oft hört man: „Dann müssen die Erwerbstätigen eben produktiver werden.“ Aber die Innovationsfreude und die Produktivität einer Bevölkerung nehmen mit wachsendem Durchschnittsalter nach allen verfügbaren Studien eher ab. Deutschland ist nach Japan inzwischen das Land mit der zweitältesten Bevölkerung der Welt.

Und die Überalterung geht weiter: Bis zum Jahre 2025 steigt das Medianalter in Deutschland auf 53 Jahre. Es ist dabei, das von Hans-Werner Sinn so genannte „Indifferenzalter“ zu überstiegen, jene Altersstruktur, bei der eine Rentenreform, welche die Jüngeren entlastet, noch eine Mehrheit in der Bevölkerung findet. Die Rentner und rentennahen Bevölkerungsteile haben bald die Mehrheit.

Auch die Zuwanderung nützt als Gegenmittel zur Alterung und zur Stabilisierung des Rentensystems weniger als viele hoffen. Durch sie nimmt die durchschnittliche Produktivität eher ab. Es kommen zu viele Unqualifizierte, die wirtschaftlich zu wenig beitragen und die Sozialkassen belasten.

Das trifft auch auf große Teile der bisherigen Zuwanderer und ihre Nachkommen zu. Die Pisa-Studie 2003 ergab, dass 44 Prozent aller 15-jährigen Schüler mit Migrationshintergrund nicht richtig lesen, bei den einheimischen waren es 13,6 Prozent.

In Kanada, das die Zuwanderung nach Qualifikation steuert, schnitten Migrantenkinder im Test besser ab als die einheimischen. Die Migrantenkinder waren offenbar klüger, sie erhöhen den Durchschnitt. Bei uns senken sie den Durchschnitt.

Ähnliche Ergebnisse lieferte auch Pisa-Test 2012 in Deutschland. Fast ein Drittel der 15-jährigen Schüler mit Migrationshintergrund schnitt beim Mathematiktest schlecht ab, verglichen mit 14 Prozent der einheimischen Kinder.

Die Zuwanderung nach Deutschland speist sich aus drei großen Quellen. Erstens aus der EU-Osterweiterung, zweitens der Euro-Schuldenkrise und drittens aus Flüchtlingen und Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika.

Die Asylbewerber dominieren zurzeit, wobei nach aktuellen Untersuchungen des Nürnbergers Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung eine gewisse Spaltung der Qualifikation erkennbar ist: Einem gewissen Prozentsatz gut ausgebildeter steht ein ebenso großer Prozentsatz überhaupt nicht ausgebildeter Asylbewerber gegenüber.

Jedenfalls täuscht die reine Höhe des aktuellen Wanderungssaldos über dessen ökonomisches Potential hinweg. Die Zuwanderer werden das kommende Rentendesaster nicht verhindern.

Allenfalls eine nicht nur moderate, sondern starke Erhöhung des Rentenalters, etwa nach der Formel „Lebenserwartung minus 12 Jahre“ könnte verhindern, dass die Rentenlasten die nachfolgenden Generationen erdrücken. Die Konsequenzen der jahrzehntelangen Geburtenlücke werden drastisch sein.

Prof. Dr. Walter Krämer lehrt Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund

https://www.statistik.tu-dortmund.de

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Re: Arbeitsministerium bremst Rentenanstieg

Ungelesener Beitragvon dogmai » Mo Okt 21, 2019 11:43 pm

Mein lieber erwin,

nichts liegt mir ferner, als Dich in eine Schublade zu legen, und schon garnicht achtlos. Wenn ich bei Dir eine Tendenz feststelle, die ich nicht teilen und auch nicht weiter kommentieren möchte, hat das nichts mit meiner Wetschätzung zu tun. Ich möchte nur nicht, daß wir zu kontrovers diskutieren, da dies letztendlich (auch) eine politische Auseinandersetzung werden müßte. Und Politik vertrete ich für mich und gegen mich alleine, niemals mit Außenwirkung :wave . Deswegen ist meine Überlegung, einer politischen Partei beizutreten, um von der Basis aus meine Vorstellungen einzubringen, auch rein akademisch. Aber das wäre für mich der einzige Weg, mich einzubringen. Nur die Abgabe meiner Stimme alle Jubeljahre befriedigt mich nicht so ganz, obwohl ich mich nie davon abhalten lassen würde.

Auch jeglicher These zur Rente ist ganz sicher nicht uneingeschränkt zuzustimmen, gleich aus welcher Richtung sie kommt. Sollte der von Dir (oder wem auch immer) vorhergesagte Zusammenbruch in dem Zeitraum von 4-5 Jahren tatsächlich eintreten, würde ich das tatsächlich noch erleben können. Aber ich glaube nicht daran.

Das beruht auch nur auf der These des Herrn Prof. Dr. Walter Krämer, und das ist nur eine von vielen Thesen. Und Verschwörungstheorien sind diesem Herrn auch total fremd. Zu Wikipedia und all seinen Autoren hat er anzumerken: "[...]Austausch der aktuellen Kontroll-Mafia[...]"

Daß dieser Professor ganz zufällig auch noch AfD-Wähler oder mehr ist, hat damit aber doch ganz bestimmt nichts zu tun. Oder? :wie . ( Quelle )
Er lehrt übrigens nicht nur, sondern Zitat "Prof. Dr. Krämer ist Inhaber des Instituts für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund" Zitat Ende.

Wie Du siehst, befasse ich mich schon mit dem, was Du schreibst, zitierst oder per copy & paste einfügst :bäh
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