Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Postet hier alles, was mit dem Hierherziehen nach Korat und dem Isaan, dem Hausbauen oder dem Aufbauen einer Existenz zu tun hat. Teilt Erfahrungen über Baufirmen, Baumärkte, Baumaterial, Arbeitsweisen, Architektur, Baudesign, Bautechnik u. -maschinen etc.
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Detlef
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Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon Detlef » Mo Sep 21, 2015 11:24 am

Hallo Leute!

Ich habe mein Gesicht verloren! :cry:
Deshalb musste ich mir auf die Schnelle ein neues besorgen. Ich trete nunmehr mit diesem Konterfei auf. :|

v-new face.jpg
v-new face.jpg (35.59 KiB) 3365 mal betrachtet

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich überhaupt noch jemals etwas in Sachen Hausbau von mir geben sollte. Aber ich bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass ich, nachdem ich euch 'ne Erfolgsstory vom Hausbau und so präsentiert habe, euch die ganze Story nicht vorenthalten darf.
Ihr habt Anspruch auf die Wahrheit und ich darf mich nun nicht feige und stillschweigend von der Bildfläche verpieseln.
Schließlich meinte ja so mancher Mitleser, etwas durch meine Berichterstattung dazu gelernt zu haben. In der Fortsetzung meiner Berichterstattung sollt ihr nun noch mehr dazu lernen.

Aber worum geht es hier denn eigentlich? Was faselt der da die ganze Zeit um den heißen Brei rum?
Los! Lass mal endlich die Hose runter!
:roll:

O.K. Visier runter und raus damit! :( :oops:

Unser Haus (nachfolgend "mein Meisterwerk" genannt) hat Risse bekommen. :shock
Und das in einem Ausmaß, wie ich es noch nie gesehen habe!


Horizontale Risse, die um das gesamte "Meisterwerk" verlaufen!
Diagonale Risse, die, typischerweise, von Fenster- und Türöffnungen nach oben verlaufen!
Es sieht furchtbar aus!


Das ist für mich die deprimierendste Erfahrung, die mir in meinem Leben zuteil wurde.
Mein "Meisterwerk" zerbröselt!
Und das haut mir so richtig auf's Gemüt. Entäuschung, Frustration, Ängste, Scham, Wut... :wiiee

Nachdem ich, so habe ich es mir zumindest eingebildet, ziemlich "emotionslos" an mein "Meisterwerk" drangegangen bin (der Weg war das Ziel, eine Freizeitbeschäftigung), fing ich nach unserem Einzug an, dieses Bauwerk zu mögen.
Ich war, so nach und nach, zu der Erkenntnis gekommen, hier in der Tat etwas Besonderes geschaffen zu haben.
So manches Mal habe ich mir in der beginnenden Dämmerung einen Stuhl unter den Mango-Baum gestellt und mein "Meisterwerk" aus der Distanz betrachtet. Und ich war sehr zufrieden mit mir und meinem "Meisterwerk".

Einige Monate später, ich war nun mehr auf die Innen- und Außengestaltung fixiert, passierte es dann.
Meine liebe Frau und ich vernahmen einen nicht sehr lauten, aber deutlich hörbaren, dumpfen Knall.

Das geschah einige Wochen nach der Lieferung unserer Teakholz-Sofas. Ich vermutete auch sofort, dass dieses Geräusch von einem der Sofas kam.
Wir entdeckten auch einen frischen Riss in den Brettern der Sitzfläche und ich meinte: "na, da haben die Möbelbauer mal wieder nicht ausreichend abgelagertes Holz verarbeitet."

Auf die Idee, dass da irgend etwas an meinem "Meisterwerk" passiert sein könnte, bin ich nicht gekommen. Ich habe das auch nicht weiter erforscht, da ja die Ursache des Geräusches vermeintlich bekannt war.

Tage später, ich richtete zufällig meinen Blick zur Zimmerdecke im Esszimmer, durchfuzhr es mich heiß und kalt: ein Riss in der Trennwand zum Hauswirtschaftsraum! Von der oberen linken Ecke der Türöffnung diagonal in Richtung Außenwand! Ich dachte, mich tritt ein Pferd!

Fortsetzung folgt
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

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thedi
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon thedi » Mo Sep 21, 2015 12:44 pm

Gott sei Lob und Dank ... er schreibt wieder :wave

Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon Uwe » Mo Sep 21, 2015 2:30 pm

Sei herzlich gegrüßt Detlef.
Was ist denn nur alles passiert? Es scheint, es ist so vieles passiert.
Optisch nahm ich im ersten Moment an, es muss ein anderer Detlef sein. Aber Du siehst gut aus, und gleich 10 Jahre jünger. Ich hoffe der Gesundheit zu Liebe geplant.
Und hoffentlich setzt Dir der Baurückschlag nicht zu sehr zu, dass es Dir auf den Magen geschlagen hat, und Du dadurch abgenommen hast.
Mensch, was ist denn nur los?
Alles Gute und Gesundheit von Uwe :wave

jogi
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon jogi » Mo Sep 21, 2015 11:26 pm

Lieber Detlef, liebe Mitleser,
total gemischte Gefühle! Detlef schreibt wieder, gut.- Sein Haus bekommt Risse. Schrecklich! Ich fühle mit dir, Detlef! Und ich glaube das tun alle. Jetzt müssen wir damit sozusagen psychisch fertigwerden. Ist ja auch unser Haus sozusagen, weil keiner der Mitleser hat geschrieben: pass auf, dass das Haus keine horizontalen Risse kriegt! Stimmt doch, - oder!? Ich habe gleich gedacht: ist ja nicht das Haus, - sind ja nur die Wände.
Aber dein Gesicht, Detlef? Wenn da ein weißer Fleck gewesen wäre, - Gesicht verloren-, aber so weiß ich auch nicht, was du dir dabei gedacht hast. Ist eben nicht nur ein bautechnisches sondern auch ein psychologisches Problem. Das Gesicht ist aber für Duisburgs Einkaufsstrasse - Fußgängerzone ein ganz normales Gesicht. Wenn du also jemand damit erschrecken wolltest, - mich nicht.
Oh weh!

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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon herbiösi13 » Di Sep 22, 2015 1:03 am

Hallo Detlef .
Schön wieder mal ein Lebenszeichen von Dir zu hören , aber anders wäre doch auch besser ..... :wiiee
Irgendwas musste doch im Busch liegen ,.... ( da wäre auch noch Frau Bush akzeptabel ... ) ... :shock

Ich lass mal ein bischen warten lassen , den Fortsetzung kommt , aber bitte nicht noch schlimmer .....

herbi , nimmt Dir ein paar schlaflose Stunden ab .... :t

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fraza
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon fraza » Di Sep 22, 2015 6:49 pm

Hallo Detlef, das ist ja wirklich eine extrem frustrierende Geschichte.

Eigentlich waren ja Deine Überlegungen hinsichtlich Q-Con ohne Beton-Pfeiler etc. in der Theorie total logisch und nachvollziehbar. Und ich muss gestehen, dass ich schon starke Befürchtungen hatte, dass bei mir am Haus (Q-Con mit Beton-Pfeilern) im Laufe der Zeit kräftige Risse entstehen würden, wir mir einige Leute vorhergesagt haben – es sind zwar eine Menge Haarrisse bei unserem Haus in den 20-cm-Q-Con-Außenmauern zu sehen – fasst nur im Putz; nur bei einer Innenwand ist oberhalb einer Tür ein feiner Riss von beiden Seiten der 10-cm-Q-Con-Mauer zu sehen, der aber nicht tragisch ist.

Jetzt ist natürlich die große Frage, wie kommen bei Deinem Haus dann doch diese Risse zustande. Auslösendes Moment sind auf der einen Seite auf jeden Fall Temperaturen, Temperaturunterschiede und Temperaturschwankungen; aber da muss ja noch ein zweiter Faktor sein, der den Ausschlag für die starke Rissbildung gebracht hat. Die fehlenden Betonpfeiler können es nicht sein oder doch? Oder war es ungünstig, die 20-cm-Q-Con Steine z.T. aus zwei 10-cm-Steinen zusammenzukleben? Oder gibt es Untergrundprobleme?

Leider muss ich sagen, dass ich da ziemlich ratlos bin – hilft ja auch sowie so nichts -, und ich hoffe, dass man die Risse mit Acrylmasse gut füllen und unsichtbar machen kann – und dass dann Ruhe im Mauerwerk ist. Auf jeden Fall tut es mir sehr leid, dass das nun geschehen ist. Kopf/Gesicht hoch, lieber Detlef!

Frank

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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon Khun Hans » Di Sep 22, 2015 11:25 pm

Hallo Detlef

Mach Dir keinen Kopf, das gleiche hatten wir auch, als wir eingezogen sind, im letzten Oktober, alles frisch gestrichen, Wände vom feinsten weiss....

ich glaube wir sind keine 2 Wochen drinn gewesen, mitten in der Nacht ein Knall, und wir konnten vom Schlafzimmer aus zum Nachbar sehen, durch die Mauer... :cussing

So hat es dann den ganzen Winter immer wieder mal geknallt, uns hats an acht Orten die Wände zerrissen, und ich weiss nicht warum.

Im April war auf einmal Ruhe, so haben wir uns im Mai dran gemacht, die Risse, die wirklich im 5mm - 1cm Bereich lagen, zu sanieren, habe mich im Internet schlau gemacht über Risssanierung. :D

Wir haben die Risse V Förmig ca. 3cm tief und 8cm breit ausgepitzt, die mit Q-Con Mörtel wieder gefüllt und zugleich ein ganz feines Rostfreies Drahtgitter eingezogen, Innen und Aussen. Neue Farbe drauf... und vergessen sind die Risse :prost

Seither ist Ruhe......wie lange? :t Keine Ahnung, ich kann mir nicht erklären warum das ganz passiert ist. Da das ganze Haus ja auf Pfählen steht.
zudem die gleiche Bauweise bei den Bungalow angewendet wurde mit den gleichen Handwerkern. Da ist nichts passiert, kleine Haarrisse aber auch nur im Putz.

Mal schauen, und sonst.... flicken wir halt wieder :violent

Einer meiner Handwerker hat mal gemeint, das Dach sei zu schwer, das komme daher, aber eben....

Gruss Khun Hans

butmax
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon butmax » Mi Sep 23, 2015 4:30 pm

Hallo Detlef,

schön dass Du wieder mal was von Dir gegeben hast. Tut mir echt Leid,
dass es im Zusammenhang mit Baumängel geschieht.

Im Forum war es ja in der letzten Zeit etwas ruhig geworden.

Zuerst wollte ich fragen, ob das ein altes Bild von vor 30 Jahren ist
oder hast Du tatsächlich so stark abgenommen.
Sieht auf jeden Fall erst mal jünger aus.

Schick doch mal Bilder von den Rissen dann kann ich Dir was dazu
sagen.
Vermute mal das es sich um Setzungen handelt. Ich schau mir
nochmal Deine Gründung an.
Das Haus ist ja noch neu. Also kann man noch bis zu 3 Jahren je
nach Bodenverhältnisse mit Setzungen rechnen.

Statisch gibt es bei den einstöckigen Häusern keine Probleme.
Es handelt sich in der Regel um optische Risse die man kosmetisch
behandeln kann. Hier besteht die Möglichkeit, dass bei einer
kurzfristigen Behebung der Risse im Laufe der noch dauernden Setzung
es zu nochmal zu Rissen an der gleichen Stelle kommt.
Soviel fürs erste.

Gruss Jürgen

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dogmai
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon dogmai » Do Sep 24, 2015 1:14 am

Ach Detlef. Du weisst, dass ich mich nicht für das Baugeschwafel interessiert habe, einfach, weil ich nie bauen werde. Dass Du aber einen solchen Rückschlag erleidest, tut mir wirklich leid. Ich hoffe, Dein Lebenswerk ist nicht verloren, sondern nur ein bisschen ausser Form und lässt sich wieder ordentlich hinkriege.
Frühes Aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

olaf (x2015)
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon olaf (x2015) » Sa Sep 26, 2015 2:39 pm

Grüße Detlef

Auch ich schließe mich allen Schreibern vor mir an.
So warten wir auf Deine Reaktion sowie wie es weitergeht.
Olaf

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Detlef
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon Detlef » Mo Sep 28, 2015 11:43 am

Hi Folks, da bin ich wieder.
Ich habe erst mal eine Woche zugewartet, um zu sehen, ob sich die Rissbildung fortsetzt. Hat sie.

Aber zunächst mal möchte ich mich bei allen ob ihrer Anteilnahme an meinem Dilemma bedanken. Das hilft mir schon ein wenig über den Frust hinweg.

Meine Gewichtsabnahme ist, in erster Linie, ein gewolltes Ergebnis. Diese zog sich aber über mehrere Monate hinweg.

Ich bin Diabetiker mit Insulinresistenz und hatte erhebliches Übergewicht. Mein Bedarf an Insulin stieg kontinuierlich. Und das geht in die Kosten, weil jedes zusätzlich angefressene Kilo das 20-fache an Geld für zuzuführendes Insulin kostet. Also, Bremse ziehen und nur noch die Hälfte essen. Das hat funktioniert.
Hinzu kam aber noch, dass mein Magen sich wieder gemeldet hat. 3 Tage ohne Nahrungsaufnahme flach gelegen. Jetzt ist aber wieder gut.
23 kg sind weg und mein Gewicht liegt seit Jahrzehnten mal wieder unter 100 kg. :D

Gestern habe ich mir nun den Fotoapparat gegriffen und den ganzen Schlamassel mal abgebildet. Aber nur die wirklich gravierenden Risse.
Ich werde mal versuchen, das ganze so verständlich wie möglich zu kommentieren.

Angefangen hat alles im Esszimmer, welches sich im rückwärtigen Teil des Hauses befindet. Hier sei schon mal angemerkt, dass sich zunächst nur Risse im rückwärtigen Teil des Hauses zeigten.

Hier nun der erste Riss:

v-DSC00395.JPG
...Trennwand zum Hauswirtschafts-Raum, 15 cm stark, tragend, Türsturz mit 2 x 12 mm Rund bewehrt. (Original-Sturz hat 2 x 6 mm)...
v-DSC00395.JPG (24.47 KiB) 2691 mal betrachtet

Anfänglich gab es nur den diagonalen Riss in der Trennwand zwischen Esszimmer und Hauswirtschaftsraum. Er war auch noch nicht so breit, wie auf dem Foto zu sehen. Erst als sich der Riss an der Außenwand horizontal fortsetzte, wurde er breiter.

v-DSC00396.JPG
...horizontale Fortsetzung des diagonalen Risses an der Außenwand des Esszimmers...
v-DSC00396.JPG (18.46 KiB) 2691 mal betrachtet

Fast gleichzeitig bildeten sich nun auch horizontale Risse im unteren Bereich des Mauerwerkes und an der gegenüber liegenden Trennwand zum Patio.
Die nachfolgenden Bilder zeigen ausschließlich die Auswirkungen im Bereich des Esszimmers. Sowohl innen als auch außen.

v-DSC00397.JPG
...hier sieht man die der Trennwand zum Hauswirtschafts-Raum gegenüber liegenden Wand. Sie bildet die Trennwand zum Patio...
v-DSC00397.JPG (23.23 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00398.JPG
..und hier der untere Bereich...
v-DSC00398.JPG (17.83 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00399.JPG
...zu beiden Seiten der Schiebetür vom Patio zum Esszimmer...
v-DSC00399.JPG (23.15 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00409.JPG
...hier noch einmal die Außenwand des Esszimmers von außen. Innen ist der Riss nicht sichbar, weil er durch das Side-Board verdeckt ist...
v-DSC00409.JPG (20.77 KiB) 2691 mal betrachtet

Wie gesagt, alles spielte sich im rückwärtigen Teil des Hauses ab. Ich habe mir das Hirn gemartert und mir immer wieder die gleichen Fragen gestellt: was ist die Ursache für die Rissbildung? Was hast du falsch gemacht?

Das footing wurde, soweit ich das beurteilen kann, ordnungsgemäß durchgeführt. Fußplatte 1,20 x 1,20 Meter, 25 cm dick, tief gegründet, mindestens 30 cm in den "gewachsenen" Boden runter.

Dann überlegte ich, ob die vorangegangene Trockenheit, es hatte monatelang nicht geregnet, zur Absenkung des Grundwasserspiegels geführt haben könnte und das Gebäude sich deshalb gesetzt hat. Zumal ein Bekannter zu berichteten wusste, dass in "seinem" Dorf in Khon Buri viele, auch ältere Häuser, Risse bekamen. Die Behauptung war, dass die Absenkung des Grundwasserspiegel ursächlich dafür ist.

Oder gibt es im Bereich des Hauses ein ungünstiges Wasser-Management in entscheidender Tiefe? Bewegt sich da unten was?

Auch die Tatsache, dass die Sickergruben sich nicht weit entfernt vom Gebäude befinden, zog ich in meine Überlegungen ein.

Das der untere Fundament-Beam hier eine Rolle spielt, möchte ich ausschließen. Den habe ich 60 cm hoch und 20 cm breit ausgebildet. Mit 6 x 12 mm Eisen drin. In der Bauzeichnung war er nur 40 cm mit 4 x 12 mm ausgewiesen.

Warum ist das Gebäude überwiegend im unteren Bereich horizontal abgerissen? Das bedeutet doch, dass der obere Bereich am Ringanker "klebt". Oder?
Wenn dem so ist, ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann der Obere Rest "runterfällt".

Da kommen schon die schlimmsten Vorstellungen hoch. Werde ich das Haus wegen Einsturzgefahr aufgeben müssen? Kann man dem eventuellen Gau mit irgendwelchen Maßnahmen entgegentreten? Könnte ich das, je nachdem, wie umfangreich die rettenden Maßnahmen ausfallen, das finanziell noch stemmen?

Ich habe übrigens erwartet, dass sich auch an den Bodenplatten was tut. Glücklicherweise zeigen sich dort aber keine Veränderungen. Lediglich vor dem Schlafzimmer hat sich dort, wo sich die Stufe von der Terrasse befindet, am oberen Bereich, wo die Stufe an die Außenwand stößt, ein Micro-Riss gebildet. Ansonsten keine Auffälligkeiten. Weder im gesamten Innenbereich, den Terrassen und auch nicht am gesamten Umlauf.

Ich konstatiere daher mal, dass die gesamte Unterkonstruktion "steif" ist. Zumal ich alle Bodenplatten mindestens 15 cm dick gemacht habe. Und nicht mit dem "Wire-Met" (die Matten von der Rolle), sondern mit selbst gebauten Matten aus 9 mm Rund Volleisen im 20 cm Raster armiert habe. Und an den umlaufenden Rändern ca. einen Meter breit zweilagig.

Meine Verwunderung darüber, dass Schäden nur im hinteren Bereich des Gebäudes auftraten, relativierten sich nach einigen Tagen. Nun ging es auch im vorderen Bereich des Hauses los.
Als erstes ein horizontaler Riss im unteren Bereich des Arbeitszimmers, der sich ziemlich schnell um den ganzen Raum fortsetzte. Von der "Frühstücks-Terrasse" bis zur Eingangs-Terrasse.
Und das sieht so aus:

v-DSC00410.JPG
v-DSC00410.JPG (20.39 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00411.JPG
v-DSC00411.JPG (14.72 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00412.JPG
v-DSC00412.JPG (26.02 KiB) 2691 mal betrachtet

Hier ein paar Impressionen direkt von meinem Arbeitsplatz.

v-DSC00426.JPG
v-DSC00426.JPG (22 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00427.JPG
v-DSC00427.JPG (23.37 KiB) 2691 mal betrachtet

v-DSC00428.JPG
v-DSC00428.JPG (12.46 KiB) 2691 mal betrachtet

Ich denke, hier bedarf es keiner weiteren Erläuterung. Man kann auf diesen Bildern sehr gut erkennen, was da passiert ist. Absenkung des Gebäudes um ca. 3 - 5 mm.

Der Schlafbereich, inkl. Bad und Ankleide, war der nächste Gebäudeteil, der heimgesucht wurde.

Hier ein diagonaler Riss von der Tür zum Bad ausgehend. Natürlich ist die geflieste Wand im Bad genau so betroffen

v-DSC00406.JPG
v-DSC00406.JPG (12.42 KiB) 2691 mal betrachtet

Das ist die gegnüber liegende Trennwand zu Ankleide.

v-DSC00407.JPG
v-DSC00407.JPG (12.26 KiB) 2691 mal betrachtet

Und hier die gleiche Wand, von der Ankleide betrachtet.

v-DSC00408.JPG
v-DSC00408.JPG (13.6 KiB) 2691 mal betrachtet

Einen erneuten Schock bekamm ich, als ich dieses sah:

v-DSC00404.JPG
v-DSC00404.JPG (56.97 KiB) 2691 mal betrachtet

Ein fixes Fensterelement im kleinen Wohnzimmer. Eigentlich, unter dem Aspekt der Kosten, ein zu vernachlässigendes Ereignis. Aber wenn einem die Nerven schon ausreichend blank liegen, sieht man vor seinem geistigen Auge schon die nächsten geborstenen Fix-Elemente. Da gibt es ja keinen Puffer wie bei Schiebe- oder Drehfenstern. Sohnemann hat mich aber getröstet. Er meint, der Alu-Chang hätte die Glasscheibe zu groß geschnitten oder zu stramm eingekeilt. Die Scheibe könne auch durch thermische Einwirkung geborsten sein. Da er ja vom Fach ist, wollte er die Scheibe sofort wechseln. Ich habe ihm aber gesagt, dass wir erst einmal abwarten, ob sich an den anderen Scheiben auch was tut.

So, jetzt mach ich mal vorläufig Schluss hier. Es gibt zwar noch ein paar Risse mehr, aber ich kann nicht mehr sitzen. Mein Magen meckert. Muss mich ein bisschen hinlegen. Aber es geht weiter. Vielleicht kommt ja noch etwas hinzu, das berichtenswert erscheint.

Also, bis denne! :wave
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Mo Sep 28, 2015 12:07 pm

Wau, das haut um! Ich hab gedacht, Du übertreibst; das sieht aber noch schlimmer aus als von dir beschrieben. Kurz: katastrophal! Ob das auch an den Gasbetonblöcken liegt (Ausdehnung, Schrumpfung durch Temperatur, Feuchtigkeit etc.)? Oder an der Säule in der Mitte; "Wippenffekt" des Daches, der dann die Wände gerissen hat?

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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon thedi » Mo Sep 28, 2015 1:57 pm

Als ich den neuen Thread sah habe auch ich zuerst gedacht: "der Detlev, der Perfektionist, der hat wohl irgend wo einen kleinen Haarriss gefunden". Aber die Fotos zeigen da schon was ganz anderes. Mein herzliches Beileid, Detlev.


Ein Arzt würde wohl sagen: "ein interessanter Fall", was für den Patienten ja nicht wirklich beruhigend ist.

Ich mag mich erinnern, dass Du mehrmals den Plan geändert hast. Einmal mit Säulenraster und dann wieder ohne. Wie hast Du schlussendlich gebaut?

Wenn sich der gesamte Boden um 3 bis 5 mm abgesenkt hätte, und die Bodenplatte steif ist, was hält dann das Dach noch oben? Wieso sinkt nicht das ganze Haus zusammen einfach um 3 bis 5 mm ab? Das gäbe allenfalls ein paar Risse in Leitungsrohren zum Haus, aber doch nicht in den Mauern.

Dass sich das Dach um 3 bis 5 mm abgehoben hat, tönt höchstens für einen Esoteriker plausibel. Ich nehme an, ihr habt die nötigen Zeremonien vor dem Bau gemacht? War ein kompetenter Mann, der sich mit Geistern auskennt auf dem Gelände? Wurden die ersten drei Säulen an einem guten Tag aufgerichtet?

Spass beiseite.

Könnte es allenfalls eine Art Schwund sein? Dass die Qton-Steine schwinden - aber Boden und Dach auf Grund einer steifen Konstruktion am Ort bleiben?

Auf jeden Fall sehr interessant. Speziell interessant weil bei Deinem Bau Pfusch von Handwerkern ausgeschlossen werden kann. Umso mehr hoffe ich, dass eines Tages die Ursache zweifelsfrei festgestellt werden kann. Wie beim Patienten, dem der Arzt sagt, dass sein Fall der Forschung neue Erkenntnisse bringen wird, ist das für Dich als Patient natürlich nicht so sexy - aber für uns als interessierte Zuschauer und Leser umso mehr.

Berichte also bitte weiter.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon Detlef » Mo Sep 28, 2015 7:22 pm

thedi hat geschrieben:Könnte es allenfalls eine Art Schwund sein? Dass die Qton-Steine schwinden - aber Boden und Dach auf Grund einer steifen Konstruktion am Ort bleiben?


Tja, was weiß man schon...
In DACH ist das Gesamt-Schwindmaß auf 0,4 mm pro Meter begrenzt. Das wären bei einer Wandhöhe von 3 Metern 1,2 mm.

Spinnen wir den Faden mal weiter.

Das Mauerwerk wurde während der Bauphase durchnässt. Ob sich der Trocknungsprozess, der ja bei der intensiven Sonnenbestrahlung eventuell zu schnell von statten ging, ebenfalls auf das Schwindverhalten ausgewirkt hat? Zumindest wird bei einer Durchnässung von Porenbeton vom Einsatz von Trocknergeräten abgeraten. Die zu schnelle Austrocknung kann Risse im Material durch zu schnelles Schwinden verursachen.
thedi hat geschrieben:Ich mag mich erinnern, dass Du mehrmals den Plan geändert hast. Einmal mit Säulenraster und dann wieder ohne. Wie hast Du schlussendlich gebaut?

An der Gründung hat sich bei allen Varianten nichts geändert. Sie besteht aus Säulen. Wie bei der konventionellen Bauweise mit Säulen. Mit dem Unterschied, dass die Säulen an der Unterkante der Bodenplatten enden. Die Bodenplatten wurden "on Beam" gefertigt. Das heißt, sie liegen auf allen Trägern, einschließlich der Säulenstümpfe mit doppelter Armierung auf. Erst ab Oberkante Bodenplatte geht es ohne Säulen weiter.

Nun mal eine "unqualifiziertere" Überlegung. Weil sie so einfach ist und der "Schuldige" schnell zu ermitteln ist.

Das gesamte Footing inkl. Beams wurde damals von der "Srullsrull-Truppe" gebaut. Das waren die Keulen, die man immer wieder anhalten musste, beim Betonieren den Flaschenrüttler zu benutzen, den Untergrund ordentlich zu verdichten etc.

Ausgenommen die 5 freistehenden Säulen, auf denen auch die Dachlast aufliegt. Die haben wir höchstpersönlich gesetzt. Über die in TH herrschende Norm hinausgehend. Sauberes Footing, sorgfältige Verdichtung des Betons und mit zusätzlicher Ummantelung mit Porenbeton-Steinen, die die Tragkraft der Säulen zusätzlich verstärkt.
KoratCat hat geschrieben:Oder an der Säule in der Mitte; "Wippenffekt" des Daches, der dann die Wände gerissen hat?

Bei der Gelegenheit, lieber Klaus, möchte ich ausführen, dass ein "Wipp-Effekt" wegen der zentralen Säule auszuschließen ist, da es quasi um diese Säule herum noch 4 weitere Säulen gleicher Bauart gibt.

Zwei Annahmen sind aus meiner Sicht nunmehr zulässig:

1. Die "Srullsrull-Truppe" hat Bockmist bei der Gründung gemacht. Das Footing hat sich unterschiedlich gesetzt, die 5 Säulen aber nicht. Dadurch sind unterschiedliche Spannungen aufgetreten, die zu solch gravierenden Rissen führten.

2. Die Konstruktion ist fehlerhaft. Ich hätte nicht einerseits überwiegend ohne Betonsäulen, mit aus Porenbeton bestehenden Wänden, die tragenden Elemente gestalten dürfen, andererseits aber, über den Grundriss verteilt, Betonsäulen als tragendes Element setzen. Wenn das ein konstruktives "no go" sein sollte, habe ich den "Schwarzen Peter."

Oh, meine liebe Frau ruft nach mir. Ich muss nun meine Dosis Antibiotika einnehmen. Gung vom Grill. Für mich mit Baguette und Knoblauch-Mayo. Ist auch ein Test für meinen Magen.

Ich sag mal bis später! :wave
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Re: Schlechter Start..., noch (vorläufig) schlechteres Ende

Ungelesener Beitragvon fraza » Di Sep 29, 2015 8:20 am

Natürlich ist es wichtig, den Grund/die Gründe für das Erscheinen der Risse zu finden - was aber sehr schwierig ist und letztlich nicht richtig weiterhilft.

Genauso wichtig ist es, zu überlegen, wie es weitergeht, wobei ich fest davon ausgehe, dass das Haus nicht einsturzgefährdet ist.

Also was tun: noch einige Zeit warten, bis sich die Rissbildung beruhigt hat oder langsam mit einer Sanierung anfangen und weiter beobachten?

Ich denke, die Methode, die Khun Hans beschrieben hat, macht Sinn:
Wir haben die Risse V Förmig ca. 3cm tief und 8cm breit ausgepitzt, die mit Q-Con Mörtel wieder gefüllt und zugleich ein ganz feines Rostfreies Drahtgitter eingezogen, Innen und Aussen. Neue Farbe drauf... und vergessen sind die Risse


Für mich bleibt nur die Frage: wann geht's los. Ich vermute im nächsten Frühjahr. Wobei ich an einer kleinen Stelle schon mal eine Testsanierung empfehlen würde.

Ich denke, so schrecklich es jetzt aussieht, in einem halben Jahr ist das meiste wieder in Ordnung und - fast - vergessen. Ich hoffe, Du hast noch Rest-Wandfarben.

In diesem Sinne: Ruhe und Geduld bewahren.

Schönen Gruß
Frank


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