Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Für alles von Politik zu Wissenschaft, Gesellschaft, Thaifrau, Thaifrauen kennenlernen etc, oder auch nur Tratsch. Es muss nicht unbedingt was mit Korat, dem Isaan, Thailand oder Asien oder dem Reisen und Expatleben zu tun haben.
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dogmai
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Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Ungelesener Beitragvon dogmai » So Dez 30, 2012 10:09 pm

I gin Brot.

Ich glaube, das ist der kürzeste Satz, der in drei Sprachen gesagt werden kann.

"I" ist eindeutig und gut erkennbar Englisch, und bedeutet "ich". Im Thailändischen wird aus dem einfachen Wörtchen "I" schon viel mehr, je nachdem, wer es sagt. Es kann heißen phom, oder tschan, oder ditschan, oder nu, oder Mi oder Noi, so viele Ausdrücke werden dort gebraucht. Im englischen nur I, im Deutschen nur ich. Und so ist das Ei, also "I" eindeutig das einfachste und kürzeste sprachliche Ausdrucksmittel für die eigene Person.

"gin" dagegen ist nur dem Eingeweihten bekannt, kommt es doch aus dem Thailändischen und heißt "essen". Eigentlich ist es unvollständig, denn essen heißt richtig gin khao, denn die Thais essen eigentlich immer Reis zum Essen, egal ob morgens, mittags, abends, nachts oder zu sonstigen weiteren Zeiten. Ich habe für mich eine 3-Stunden-Regel für Thais aufgestellt: kann ein(e) Thai 3 Stunden nach dem letzten Essen nicht wieder etwas Festes zu sich nehmen, fällt er (sie) ohnmächtig um. Also alle drei Stunden etwas zu Essen ist äußerst wichtig für das leibliche Wohl. Über die thailändische Küche muß man jetzt nicht philosophieren: entweder man mag sie oder nicht. Daß es angeblich die beste Küche der Welt sein soll kann ich so nicht bestätigen. Wer mich einmal mit einer bestimmten Clique deutsch-thailändischer, also binationaler Ehepaare, beim Spanier in Koblenz gesehen hat weiß, daß sie schon gerne einmal auf thailändische Spezialitäten verzichtet.

"Brot" wiederum ist allen hier bekannt, ist es doch ein deutsches Grundnahrungsmittel. Angeblich soll es nirgendwo auf der Welt mehr Brotsorten geben als in Deutschland, vielleicht noch in Thailand, wo sich deutsche Bäcker ebenfalls im Brotbacken üben und mangels Originalzutaten da manche Brotsorte in mehreren Varianten auf die Theke kommt.

Das alles erklärt die Bestandteile des kürzesten Satzes zur Nahrungsaufnahme, nicht aber die Entstehung. Ein solcher Satz kann nur von einer Thailänderin kommen, die erst 35 Jahre in Deutschland lebt, absolut sprachunbegabt ist und die, sollte sie einmal länger als 6 Monate außerhalb Deutschlands sein, nicht mehr zurückkehren kann, würde sie doch die Sprachprüfung der Stufe A1 nicht bestehen :iii: .

Zu Recht mag man denken: hätte sie es denn nicht lernen können? Liebe Leute, wer so denkt ist in den engen Grenzen nichtthailändischer Denkweisen gefangen. Ja, sie hätte, und nein, sie konnte nicht. Wie immer man auch darüber denkt, die Situation ist so, daß sie morgens beim Frühstück auf die Frage "was möchtest du zum Frühstück" anrwortet: I gin Brot.
Frühes Aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

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karo5100
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Re: Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Ungelesener Beitragvon karo5100 » So Jan 13, 2013 6:02 pm

Kommt mir bekannt vor, wir haben hier auch Nachbarn, wo sie einfach von der Schulbildung her
nie lesen und schreiben gelernt hat, man muß sehr genau hinhören, um sie zu verstehen.
Alle Thailänderinnen, die sie kennen sagen auch, daß ihr Thai nicht besser ist.
Sie ist auch schon über 35 Jahre hier...
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Small world (?2013)
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Re: Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Ungelesener Beitragvon Small world (?2013) » Di Jan 29, 2013 1:39 pm

Das ist ein interessantes Thema. Aber warum nicht?. Was "Kommunikation" eigentlich bedeutet, kann mann darueber denken. Is das egal wie man sprechen will oder? Wenn Beide sich verstehen koennen.

Small world (?2013)
Korat-Isaan-Forum-Gast

Re: Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Ungelesener Beitragvon Small world (?2013) » Di Jan 29, 2013 2:07 pm

Denk darueber nach. Ist solche Kommunikation erfolglich, wenn Beide sich verstehen koennen?

Whoween
Korat-Isaan-Forum-Gast

Re: Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Ungelesener Beitragvon Whoween » Do Jul 25, 2013 3:59 am

Hallo und guten Abend. Zur Sprache muss ich meinen Beirag leisten. Mein Bruder hat eine Thailänderin geheiratet. Suban ist eine sehr nette und stille Person. Wir sprechen mit ihr mit Händen und Füßen, mein Bruder in Thai und Englisch. Sie hat aber auch schon viele Worte auf Deutsch gelernt. Nur als mein Mann einen "Bittel für den Prassel"wollte da hat sie kapituliert und das ist wohl verständlich, denn das passt zu keiner Sprache und bedeutet übersetzt=Bitte einen Beutel für diese Sachen.:)

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Khonggon
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Re: Sprache(n) in einer binationalen Ehe in D

Ungelesener Beitragvon Khonggon » Fr Jul 26, 2013 2:23 pm

Whoween hat geschrieben: Nur als mein Mann einen "Bittel für den Prassel"wollte


...meine Guete.. :|

naja..erst wusste ich ja, ehrlich gesagt, nicht so recht was uns whoween mit ihrem post sagen wollte...aber auf einmal war mir dann doch klar, dass es ein stiller Hilferuf ist!

Dass die westliche Schulmedizin mit sowas ueberfordert ist, erscheint mir logisch..der arme Mann :(

aber..ja, whoween..es soll in einigen Doerfern in Thailand Schamane geben, die sowas aehnliches schon geheilt haben..oder bissl gelindert..

zumindest ist's nen Versuch wert ;)
Wer zornig ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat.
(chinesisches Sprichwort)


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